Tavor ex. oder Buccolam?

Hier geht es um Epilepsie und die Behandlung verschiedener Epilepsie-Formen mit Medikamenten.

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caroli
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Tavor ex. oder Buccolam?

Beitragvon caroli » 12.11.2012, 13:05

Hallo zusammen!

Bei meinem Kurzen steht ein Wechsel der Notfallmedis an. Er ist ja nun 6, kommt nächstes Jahr in die Schule und vom Alter her wäre es besser ihm im Falle eines Falles halt keine Diazepam Rektiole mehr zu geben, sagte der Neurologe.

Er "schlug" mir zwei Medikamente vor. Einmal das Tavor expidet und dann das neuere ( und wohl auch teurere) Buccolam. Er erkärte mir beide Wirkungsweisen und favorisierte das Buccolam. Ich hab hier schon gestöbert, möchte aber gern wissen, ob jemand quasi einen Vergleich hat......vorher das Tavor jetzt das Buccolam.

Ich weiß, kein Kind reagiert vergleichbar mit einem anderen :oops: . aber interessieren würd es mich schon :) .

Über Antworten würde ich mich freuen!

Viele liebe Grüße
Carola
*Carola(42) mit *Luca(6): Symptomatisch fokale Epilepsie bei fokaler Heterotypie rechts frontal und rechts parietal, Kombinierte Entwicklungsstörung, Expressive Sprachentwicklungsstörung, Armbetonte Hemiparese links,Asthma,Psoriasis vulgaris

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dolo
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Beitragvon dolo » 12.11.2012, 13:44

Hallo, Carola,

Genau den Wechsel von Tavor auf Buccolam haben wir hinter uns.

Bei unserem Schatz scheint das Buccolam etwas schneller zu wirken als das Tavor. Beim Tavor hat er mir mal sehr auf den Finger gebissen, als ich ihm es in die Wangentasche geschoben habe..(das blaue ist schön wieder rausgewachsen aus dem Nagel👆) war aber auch meine Schuld, ist ja immer ne extreme Situation, bei der ich nicht so gelassen bleiben kann.

Die Nachwirkzeit kann ich auch nicht mehr so genau sagen, meine aber, nach Tavor war er "abgeschossener"

Euch alles Gute!

dolo
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Janet mit Pia
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Beitragvon Janet mit Pia » 12.11.2012, 13:52

Hi Carola,

es kommt darauf an, wie dein Kind am besten Medikamente nimmt, oder wie der Anfall verläuft.

Bei Tavor legt man beim Anfall in die Wange und dort löst sich die Tabeltte auf.
Buccolam ist eine Spritze, die auch über den Mund verabreicht wird.

Von der Wirkung her ist beides gleich. Jedenfalls bei uns, wobei wir noch das Problem haben, dass meine Tochter beides nicht akzeptiert, selbst wenn sie sich im Status befindet. (Sie ist zwischendrin immer wieder bei Bewußtsein). Sie nimmt die Tabletten nur mit Wasser.

Du wirst wohl auf dein Kind schauen müssen, was besser ist. Vielleicht probierts du beides einfach mal aus. Wir haben mittlerweile ein Notfallmedikament, dass sie mit Wasser schlucken darf.

LG Janet
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Beitragvon Laurinsmama » 12.11.2012, 14:46

Hallo Carola,

Ich habe für meinen Buben mittlerweile auch Buccolam...und finde das sowohl von der Anwendung als auch vom Wirkungseintritt und den Nachwirkungen besser als alle anderen Notfallmedikamente, die ich vorher...reichlich....anwenden musste.
Laurin leidet unter keinem allzu langen Hangover und kommt relativ zuverlässig aus den schweren Anfällen/Status heraus.

Alles Gute
LG Kirstin
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Beitragvon caroli » 12.11.2012, 17:17

Hallo Ihr Lieben!

Danke für Eure Antworten! Das mit dem schnelleren Wirkungseintritt hat mir der Neuro auch gesagt. Ich weiß nicht, wie Luca auf eine Tablette reagieren würde, er nimmt nur Säfte (Fieber / Epi/ Antibiotikum usw. ) .Bei was neuem würgt er immer, schafft die Einnahme nur, wenn er was nachtrinkt.

Andererseits wird ihm dann wohl nichts anderes übrig bleiben, wenn er was einnehmen muss :? .

Wie sieht es mit der Verträglichkeit aus?


Liebe Grüße
Caroli
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Beitragvon Nina1978 » 12.11.2012, 18:22

Hallo!

Im Gegensatz zu Tavor hat Buccolam eine sehr kurze Halbwertszeit und wird vom Körper schnell wieder abgebaut (ich meine, 90 Minuten) - das dürfte erklären, warum es keinen Hangover wie nach Tavor gibt. Was es allerdings auch noch gibt, und das ist sehr günstig, ist Midazolam ratiopharm Lösung zum einnehmen. Da ist eine Spritzen bei, die steckt man auf die Flasche und nimmt es dann oral ein. 100 ml um die 20 Euro. Ich muss mal in die Rote Liste schauen, wie das Buccolam konzentriert ist, ansonsten tut es vielleicht auch einfach das Midazolam. (Midazolam ist der Wirkstoff in Buccolam.)

Liebe Grüße
Nina
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Beitragvon Nina1978 » 12.11.2012, 18:28

Ok, Nachtrag:

Buccolam ist mit 5mg pro ml deutlich konzentrierter als das Midazolam mit 2mg pro ml. Schade. Wenn sich ein Arzt weigert, das zu verschreiben, gibt es in der gleichen Zusammensetzung, also 5mg pro ml auch Injektionsampullen mit genau den gleichen Inhaltsstoffen, die auch Buccolam hat. Die müsste man natürlich im Fall der Fälle aufbrechen, in eine Spritze ziehen und dann in den Mund geben. (Oder in den Po, rektal ist es auch zugelassen.)

Viele Grüße
Nina
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Beitragvon Laurinsmama » 12.11.2012, 18:59

Hallo Nina,

Mit dem Midazolam per os habe ich mich auch befasst...nur ist bei einem krampfenden Kind oftmals wichtig, dass es nur eine sehr geringe Menge Flüssigkeit auf die Mundschleimhaut appliziert bekommt, weil die Gefahr des Verschluckens bzw. Aspirierens im Anfall zumindest bei meinem Sohn sehr hoch ist.
Insofern ist das hochkonzentrierte Buccolam für uns "ideal".

LG Kirstin
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Beitragvon Nina1978 » 12.11.2012, 19:47

Hallo!

Ja, das mit der Konzentration ist mir dann ja auch aufgefallen. Und wenn ihr jemanden habt, der das verschreibt, ist ja alles paletti und einen Versuch wert. Ich finde die Mundlösung auf jeden Fall besser als die Nasenlösung. Ich habs selbst mal, weil alle von Nase sprachen, auf diese Weise probiert und bei mir brannte es schon arg.

Ich wünsche Euch alles Gute!
Nina
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