An wen kann ich mich bei Autoaggression wenden?

In dieser Rubrik könnt ihr euch über diverse Krankheitsbilder austauschen - z. B. Skoliose, Kyphose, Cerebralparese usw.

Moderator: Moderatorengruppe

Anna-Nina
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 276
Registriert: 09.12.2017, 20:26

Re: An wen kann ich mich bei Autoaggression wenden?

Beitragvon Anna-Nina » 25.08.2019, 19:35

Ich finde Alex Verhalten mirgegenüber auch nicht korrekt. Sie macht das ja ständig...Aber was will man tun....

Werbung
 
LovisAnnaLarsMama
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 795
Registriert: 12.10.2016, 22:23

Re: An wen kann ich mich bei Autoaggression wenden?

Beitragvon LovisAnnaLarsMama » 25.08.2019, 20:09

Hallo Melanie,
wie sieht eure Kommunikations- Situation aus?
Mein Kind wir immer sehr aggressiv, wenn er nicht beachtet oder verstanden wird. Meistens richtet sich die Aggression gegen andere, aber nach ziemlich frustrierenden Autofahrten habe ich auch schon öfter Bisspuren auf seinem Handrücken und auf dem Unterarm entdeckt.
Vielleicht will er sich ja mitteilen und das funktioniert nicht in seinem Sinne.
Lg
Meine drei kleinen Wunder: Wunderkind (2009), Schneckenkind (2011) und der kleine Bruder (2015): Hemiparese, expressive Sprachenwicklungsstörung, Epilepsie und diverse Baustellen nach Asphyxie/Frühgeburt

Benutzeravatar
Alexandra2014
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 2922
Registriert: 04.12.2014, 14:04

Re: An wen kann ich mich bei Autoaggression wenden?

Beitragvon Alexandra2014 » 25.08.2019, 22:46

Ich finde Alex Verhalten mirgegenüber auch nicht korrekt. Sie macht das ja ständig...Aber was will man tun....
Definiere „ständig“! :roll:

Ich habe dich jetzt zwei Male im Forum korrigiert, weil du einfach nicht ganz richtig lagst mit deiner Argumentation.

Erst schriebst du, dass Notfallmedikamente keine Benzodiazepine seien.
Danach dann, dass für Notfallmedikamente andere Regelungen gelten - ich wies dich lediglich sachlich darauf hin, dass diese Regelung nur für Deutschland gilt. Es ging im Thread ja schließlich um Flüge ins Ausland. Da kannst du also nicht mit deutschen Gesetzen argumentieren.

Hier der Thread, zum nochmal nachlesen:

https://REHAkids.de/ftopic135620-10.html

Und ich finde es einfach unfair, wenn ein Medikament wie Leve permanent schlecht geredet wird, was vielen Patienten sehr gut hilft, ohne groß Nebenwirkungen zu machen, nur weil es bei deinem (und meinem und manch anderem) Kind zu Aggressivität führte.
Als wir das Leve im Januar gegeben haben und mein Kind damit in den ersten Wochen maulig war, hast du mich ja schon fast „gedrängt“, es doch besser abzusetzen, weil es ja bei euch auch zu Aggressivität führte... Du hast fast wörtlich geschrieben, „wieviele Jahre ich denn noch abwarten wolle, bis es besser wird“ (wohlgemerkt nach drei Wochen Einnahme).

Mich schockieren solche Aussagen nicht, weil ich in meinem Tun sicher bin, Erfahrung habe und mir nicht von anderen reinreden lasse.
Aber es gibt auch Eltern, die stehen noch am Anfang, sind unsicher, haben Angst und denen machst du es mit solchen undifferenzierten Aussagen einfach noch viel schwerer.

Genau wie du schriebst, Valproat könne tödliche Nebenwirkungen haben. -> Das sind extrem seltene Einzelfälle, die vorzugsweise bei Kleinkindern auftreten. Du differenzierst aber auch da nicht und lässt das so pauschal einfach stehen.

Übrigens kann auch Valproat erhöhte Reizbarkeit verursachen... weil du immer die ausgleichende Wirkung lobst und hervorhebst... :wink: Kann klappen, muss aber nicht.

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

Anna-Nina
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 276
Registriert: 09.12.2017, 20:26

Re: An wen kann ich mich bei Autoaggression wenden?

Beitragvon Anna-Nina » 25.08.2019, 22:58

Alex - sorry, das gehört hier nicht her. Ich finde es sehr zermürbend...bitte spreche mich nicht mehr an. Danke

BauerM
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 254
Registriert: 04.01.2019, 15:22

Re: An wen kann ich mich bei Autoaggression wenden?

Beitragvon BauerM » 26.08.2019, 00:35

Hallo,

ganz generell machen diverse Antiepileptika aggressiv, während Valporinsäure (Depakine) äußerst stimmungsstabilisierend ist, macht Levetiracetam (Keppra) wirklich oft aggressiv (dafür ist es ja auch bekannt), dafür ist Keppra so recht NW arm wenn es psychisch vertragen wird. Aber das müsste eigentlich der Neurologe wissen. Ein individuelle Unverträglichkeit kann bei allen Antiepileptika bestehen und das würde ich schon nochmal abklären lassen, das kann man auch nicht mit dem EEG ausschließen.

Würde während des Anfalls einmal eine EEG geschrieben? irgendwelche Herde im Temporallappen bekannt? Ich würde mal noch ein akutes EEG machen und ev etwas noch ein sedierendes Medikament andenken, wenn das der Arzt auch als indiziert (sinnvoll) sieht. Ansonsten ist es eine Konditionierung, besser ruhige sanfte Musik, beruhigende Düfte (Lavendel etc), Ablenkung.

Solange Schmerzen/ Epi/ Medi NW etc nicht sicher ausgeschlossen sind, ist es halt schwer. Frag vielleicht mal Prof Schäfer an, der ist ja ganz gut vernetzt was Arzteliten anbelangt. Auch wenn der nicht so spezialisiert ist. Oder bei uns gibts auch einen Experten für Kinderkrankheiten, aber der Forscht halt primär, keine Ahnung ob der sich zu psychiatrischen/psychischen Sachen überhaupt äußert.

MFG
Selbst betroffen & beschäftige mich zwar seit 8, bald 30, intensivst mit Psychologie, Neurobiologie, seltenen Erkrankungen und Medizin allg., schreibe zwar viel mit Ärzten & führte Foren dazu, aber ich habe kein Studium! Meine Publikationen wurden privat publiziert! Meine Ideen bitte als Laie verstehen & mit Ärzten absprechen!

Benutzeravatar
Alexandra2014
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 2922
Registriert: 04.12.2014, 14:04

Re: An wen kann ich mich bei Autoaggression wenden?

Beitragvon Alexandra2014 » 26.08.2019, 08:07

Alex - sorry, das gehört hier nicht her. Ich finde es sehr zermürbend...bitte spreche mich nicht mehr an. Danke
Zum einen hast du damit angefangen und zum anderen lasse ich mir nicht den Mund verbieten. :wink:
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

EmanuelsMama
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 951
Registriert: 14.12.2009, 21:12

Re: An wen kann ich mich bei Autoaggression wenden?

Beitragvon EmanuelsMama » 26.08.2019, 11:05

Liebe Melanie,

auch iunsere Tohcter fing mit 9 Jahren an, verstärkt autoaggressiv zu reagieren. Bei uns ging es auf die Ohren, die dadurch extreme Hämtoe entwickelten (bis hin zu einer OP, in der das Hämtom drainiert werden musste.). Auch wurden die Handrücken aufgebissen. Leichte Irritationen führten zu "Anfällen". Es nicht "falsch" zu machen, war eigentlich unmöglich.

In solchen Phasen war sie nicht zu "erreichen". Im Gegenteil, je mehr man sich ihr zuwandte, desto schlimmer wurde die Situation. Wir haben sie stundenlang vor den DVD-Spiler gesetzt (um sie ein wenig abzulenken) und sie allein im Raum gelassen. Mal gab es bessere Tage, mal schlechtere.

Auch einen Ohrenschutz haben wir versucht, aber der führte nur dazu, dass sie noch wütender und aggressiver wurde und anfing, sich andere Quellen der Verletzung zu suchen (also die Probelme nur verlangerte). Daraufhin haben wir von anderen "hilfreichen" Tips (Wie Armgelenke versteifen, Kind mit Gurten fixieren) abgesehen.

Auch unsere Tochter ist stark eingeschränkt (auch motorisch), kann nicht sprechen und nur basal kommunizieren. Und doch war dieses Verhalten für mich ein Ausdruck von Hilfeschrei.
Ohne es letztlich genau zu wissen, war mein Eindruck, dass bei ihr eine zunehmende Wahrnehmung ihrer Umgebung einsetzte, die allerdings dazu führte, dass sie von den Eindrücken, die sie so bekam, völlig überfordert war. Also eine eigentlich positive Entwicklung in Sinne zunehmender kognitiver Wahrnehmung, die aber gleichzeitig zu einer Reizüberflutung führte.

Nachdem wir so fast zwei Jahre gelittten hatten - das war mittlerweile ein Leiden der gesamten Familie und hat unser Alltagsleben enorm dominiert udn eingeschränkt - erhielten wir den Tip für einen Psychiater, der auch Kinder mit starken Einschränkungen behandelt. Wir haben dann mit einer Medikation begonnen.

Gleichzeitig fand ein Schulwechsel statt.Sowohl Medikation als auch SChulwechsel waren richtig, führten aber nur langsam zum Erfolg. Es war keine Verbesserung auf einen Schlag. Aber es ging doch immerhin etwas voran (Rückschläge gab es auch immer mal wieder).

Seit diesem Frühjahr (also 4 Jahre nachdem das Verhalten begann und zwei Jahre nachdem wir in Behandlung sind) sehe ich eine deutliche Verbesserung. Es gibt immer wieder Rückschläge, wenn z.B. Alltagsumbrüche (von den Ferein wieder in die Schule, von der Urlaubsroutine wieder in den Alltag) stattfinden. Die Medikamente bekommt d
sie weiterhin, aber deutlich reduziert.

Ich würde sagen, dass sie mittlerweile gelernt hat, die vielen Reize besser zu verarbeiten und wir (sowohl Eltern als auch die verschiedensten Betreuungspersonen in der Schule) haben besser gelernt, ihr Limit zu erkennen. Sie hat sich motorisch und auch kognitiv (langsam) weiter entwickelt. Auch das hat ihr emotionale Stabilität verschafft.

Also: keine Patentlösung und ein langer Weg, aber Grund zur Hoffnung. Und ich kann euer Leid soo gut nachempfinden. Ein Kind emotional so leiden zu sehen und nicht helfen zu können, ist die Hölle. Ich war nervlich mehr als einmal am Ende. Und wenn ich nicht gewusst hätte, dass es für mein Kind ein fatale Katastrophe geworden wäre, hätte ich sicherlich auch konkret eine Fremdunterbringung veranlasst.

Gruß

Ingrid

IlonaN
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 2404
Registriert: 07.01.2015, 10:52
Wohnort: Land Brandenburg

Re: An wen kann ich mich bei Autoaggression wenden?

Beitragvon IlonaN » 26.08.2019, 11:10

hat einen HC, ist Shunt versorgt

Hm, kann es sein das er dort Probleme hat?? Nicht das der Druck zu hoch ist oder er dort Schmerzen hat, das würde auch zur Nacht passen.
Ich 1961 Ösophagusatresie
Großfamilie mit leibl.Kindern/Ado-Kind und Pflegekindern mit FASD, ADHS, Autismus, Bindungsstörung mit Enthemmung ,Asthma, Neurodermitis u.v.m.

Melanie_Ho
Neumitglied
Neumitglied
Beiträge: 6
Registriert: 24.08.2019, 07:26

Re: An wen kann ich mich bei Autoaggression wenden?

Beitragvon Melanie_Ho » 27.08.2019, 11:19

Hallo,

... Frag vielleicht mal Prof Schäfer an, der ist ja ganz gut vernetzt was Arzteliten anbelangt. Auch wenn der nicht so spezialisiert ist. Oder bei uns gibts auch einen Experten für Kinderkrankheiten, aber der Forscht halt primär, keine Ahnung ob der sich zu psychiatrischen/psychischen Sachen überhaupt äußert.

MFG

Wo finde ich Prof. Schäfer? Also welches Klinikum/welche Stadt?

Werbung
 
Melanie_Ho
Neumitglied
Neumitglied
Beiträge: 6
Registriert: 24.08.2019, 07:26

Re: An wen kann ich mich bei Autoaggression wenden?

Beitragvon Melanie_Ho » 27.08.2019, 11:23

Wir werden jetzt wahrscheinlich ab Oktober mit Petö beginnen, vielleicht können die etwas Positives dazu beitragen. Parallel werden wir bis dahin ein Protokoll führen zum Thema Kommunikation und zum Thema Autoaggression, damit wir das mal auf Papier bringen. Vielleicht erkennt man dann noch mehr Muster.

Ich werde mal schauen ob es bei uns einen guten Kinderpsychiater gibt.

Danke allen!


Zurück zu „Krankheitsbilder - Allgemein“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 12 Gäste