große Regel-KiTa mit I-Kraft?

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Heike_ai
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große Regel-KiTa mit I-Kraft?

Beitragvon Heike_ai » 30.08.2019, 20:48

Guten Abend,
unsere Mädchen sollen mit 2 Jahren eigentlich in die kiTa, wir haben Luftlinie 100 Meter eine sehr moderne aber große Kita vor der Tür. Wir haben beide dort angemeldet. Nach der Entwicklungsdiagnostik sind wir allerdings sehr verunsichert. Die Ärztin sagte, unsere kleinere Maus habe den Entwicklungsstand eines 5 Monate alten Babys (sie ist fast 11 Monate real, korrigiert knapp 8 Monate), in einer großen Gruppe gehe sie unter (sie hat Hörgeräte, ist Shunt-versorgt, Sehschwäche, V.a. Epilepsie, GdB 100 aufgrund der Hirnschädigungen durch Blutung). Uns wurde eine I-Kraft nahegelegt. Die Kita-Leitung war zwar sehr freundlich, aber nicht begeistert von der Aussicht auf ein weiteres betreuungsintensives Kind. Sie verwies uns an den einzigen integrativen Kindergarten für den gesamten Kreis, der etwa 20 besondere Kinder aufnimmt, dazu um 30 unauffällige Kinder. Jetzt haben wir Zwillinge, und die wollen wir nicht trennen. Unsere Große hat kaum Chancen, aufgenommen zu werden. Die Regelplätze sind dem Stadtgebiet vorbehalten, wo wir aber nicht wohnen. Wartezeit ja, damit könnten wir eventuell irgendwann beide Kinder dort unterbringen, knapp vor der Schule.
Hat hier jemand mehr Infos zu i-Kräften, Erfahrungen? Wie sinnvoll ist eine 20 Stunden-Kraft, wenn aber Vollzeit benötigt wird? Bzw. 10 Stunden bei halber Stelle? Sind das tatsächlich Fachkräfte? Wie willkommen wird die kleine Dame sein, wenn schon alleine bei der Vorstellung soviel Ablehnung zu spüren war? Gibt es Eltern, die ihre Zwillinge getrennt untergebracht haben?
Über jedes winzige Feedback freue ich mich sehr. Heute ist einfach nicht unser Tag :-(
Grüße in die Runde

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MamaMara2016
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Re: große Regel-KiTa mit I-Kraft?

Beitragvon MamaMara2016 » 30.08.2019, 21:20

Hab dir ne PN geschrieben
L (2015) gesund und munter

M (2016) Z.n. schwerer Asphyxie: Epilepsie, Zerebralparese und viele kleine Baustellen

O (2018) gesund und munter

MamaMara2016
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Re: große Regel-KiTa mit I-Kraft?

Beitragvon MamaMara2016 » 30.08.2019, 21:20

Hab dir ne PN geschrieben
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M (2016) Z.n. schwerer Asphyxie: Epilepsie, Zerebralparese und viele kleine Baustellen

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Henrymami
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Re: große Regel-KiTa mit I-Kraft?

Beitragvon Henrymami » 30.08.2019, 22:38

Henry war mit seinem Zwillingsbruder im regelkindergarten mit ikraft nach härtefallregelung.
Hat super geklappt.
GdB 100%.
Die leitung hat den henry gern genommen ohne voreingenommenheit.vg
Henry 25.06.13 Goldberg sphrintzen megakolonsSyndrom
PEG, spastische zerbraparese Katarakt bds, Glaukom

melly210
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Re: große Regel-KiTa mit I-Kraft?

Beitragvon melly210 » 30.08.2019, 22:51

Ich denke es ist aus der Ferne eher schwer zu beurteilen was für euch am Sinnvollsten wäre. Warum ? Weil es im Endeffekt in jedem Setting gut funktionieren kann oder auch nicht. Das steht und fällt mit den handelnden Personen., sowohl Kind als auch Betreuer. Mein Sohn hat Wahrnehmungsstörungen und Muskelhypotonie, und geht als ganz normales Regelkind in eine große Gruppe im Kiga. Er fühlt sich dort total wohl und geborgen, das klappt sehr gut. Aber es gibt auch viele besondere Kinder die mit der großen Gruppe tatsächlich überfordert sind, überhaupt mit Hörgeräten. Im Kindergarten herrscht in den großen Gruppen ein ziemlicher Lärmpegel, das ist mit Hörgeräten nicht gerade einfach. Dh, es ist eine so lange Zeit im Voraus mehr als schwer zu sagen ob die große Gruppe mit I-Helfer für sie ok wäre. Und: Falls ihr euch dafür entscheidet, richtet ech darauf ein sie nur den halben Tag hinzugeben. Ein normaler Regelkindergarten ist selbst für normal entwickelte Kinder richtig anstrengend, geschweige denn für welche mit Baustellen. Mein Sohn geht sehr gern hin, aber der ist dann zu Mittag wirklich platt und muß sich zuhause erstmal zwei Stunden erholen., und das obwohl er ansich nur kleinere Baustellen hat (kognitiv ist er gut entwickelt, redet brav, motorisch ist er mit seinen 4,5 ca ein halbes Jahr bis Jahr hinterher). Im I-Kiga in einer kleinen Gruppe könntet ihr sie dagegen ev. auch länger dortlassen.

Habt ihr schon mal persönlich vor Ort mit dem I-Kiga gesprochen und ihnen eure Lage erklärt ? Ev. gäbe es ja doch eine Chance eure zweite Tochter im selben Kiga unterzubringen, wenn ihr das gerne möchtet ? Allerdings, nur als Denkanstoß: viele Zwillingseltern trennen die Kinder im Kiga und auch später in der Schule absichtlich, damit sie sich individueller entwickeln können, eigene Freunde haben etc. Dh, denkt mal drüber nach ob ihr sie wirklich in der gleichen Gruppe haben wolltet oder doch nicht.

Kaati
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Re: große Regel-KiTa mit I-Kraft?

Beitragvon Kaati » 31.08.2019, 10:39

Hm, das ist ja nicht so leicht...

Die Zwillinge von unseren Freunden sind zwar in einer Kita aber auch mit Aussicht in zwei Gruppen untergebracht. Damit die beiden nicht immer zusammen hängen und jeder der beiden gut gefördert werden kann...

Bei uns in der Heilpädagogischer Kita sind auch I Kinder und die Geschwister sind in der Gemeinde Kita.

Und das klappt auch super sagen die Eltern...

Lg Kaati
L. 2.4.13 Autismus Spektrum
Frühkindlicher Autist
________________________
Nicht alle Kinder lernen das Gleiche zur gleichen Zeit auf die gleiche Weise
(Kath Walter)

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Re: große Regel-KiTa mit I-Kraft?

Beitragvon AlexMama2006 » 31.08.2019, 13:51

Hallo,

niemals, das kann nur schief gehen, ich spreche aus Erfahrung mit einer gescheiterten Eingewöhnung und mein Kind ist nicht so schwer krank wie deines.

Wende dich ans Jugendamt wegen einem Heilpädagogischen Kindergarten.

LG
AlexMama (*1971, ADHS, ME/CFS, Fibromyalgie, Lumboischialgie)
Alex (*2006, ADS, AWVS, Emotionale Störung des Kindesalters, Chronische Schmerzstörung, Asthma Bronchiale mit Allergien, Hypothyreose, Hochbegabung, unregelmäßiger Schulbesuch, schwerbehindert)

StefanieTheo
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Re: große Regel-KiTa mit I-Kraft?

Beitragvon StefanieTheo » 02.09.2019, 21:14

Hallo,
Mein Sohn ist mit anderthalb mit einer beinbetonten Spastik in die Kita gekommen. Unsere Dorfkita hat schön kleine Gruppen und trotz das es eine Regelkita ist, mehrere behinderte Kinder. Uns wurde gleich eine I-Kraft/Assistenzkraft nahegelegt und ich hab es auch gerne genutzt. Beantragung war überhaupt kein Problem bei unserem Sozialamt und es wurden uns auch gleich 30 h genehmigt. Durch die I-Kraft werden die Erzieher auch entlastet, bedeutet aber auch mehr Auflagen für die Kita(erhöhter Platzbedarf, ...). Er fühlt sich sehr wohl dort, vor allem auch durch seine Assistenzkraft. Ob es wirklich Fachkräfte sind, hängt auch viel vom Träger ab, der die I-Kraft stellt. Manche haben da nicht so große Anforderungen, bei anderen ist ein heilpädagogischer oder erzieherische Background wichtig. Da musst du auf jeden Fall Rücksprache halten. Wie haben auch einige Zwillinge in der Kita und die sind je nach Entwicklungsstand auch öfter auseinander.
Theo 03.01.2017, bilaterale spastische Cerebralparese

kati543
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Re: große Regel-KiTa mit I-Kraft?

Beitragvon kati543 » 03.09.2019, 09:27

Hallo,
meine Kinder waren in 2 verschiedenen Regelkigas mit Einzeleingliederung. Bei uns gibt es keine HPGs. Der Kiga des Großen war eine kleine Einrichtung im Ortsteil...letztendlich einfach furchtbar. Personalmangel in einer Größenordnung, dass der Kiga vor der kompletten Schließung stand und ganz viele andere Probleme. Mein Sohn blieb dort, denn er fand zum ersten und letzten Mal in seinem Leben Freunde, die ihn angenommen haben, wie er ist und echte Inklusionsarbeit geleistet haben.
Mein Jüngster besuchte von Anfang an eine andere Einrichtung. Ein riesiger Komplex mit viel mehr Gruppen als in der Einrichtung des Großen. Jeder hat uns Horrorgeschichten im Vorfeld darüber erzählt. Aber wir hatten eigentlich gar keine Wahl. Mit Bauchschmerzen gaben wir unseren Jüngsten in diese Kita...er war 3 Jahre richtig glücklich dort. Diese Einrichtung war einfach nur super. Selbst schwerst mehrfachbehinderte Kinder waren dort kein Problem.
Mein Sohn war in einer Gruppe mit insgesamt 15 Kinder, davon 2 schwerst mehrfachbehinderte und er eben schwer mehrfachbehindert. Jedes der I-Kinder hatte eine 1:1 I-Kraft, dazu kam eine Pflegekraft einmal täglich für die beiden schwerst mehrfachbehinderten Kinder und die 2 Erzieher.
Die Kinder waren alle Teil der Gruppe und wurden immer inkludiert.
LG
Katrin
Katrin (Epilepsie)
O. (Frühk. Autismus (HFA), Sprachentwicklungsstörung, Ptosis, Hypotonie, AVWS, LRS, Vd. Valproatembryopathie)
D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Esstörung, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Mikrodeletion 3p26.3, Vd. Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)

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Anika14
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Re: große Regel-KiTa mit I-Kraft?

Beitragvon Anika14 » 08.09.2019, 14:01

Ich denke, der Hauptpunkt ist, dass das Kind in der Regelkita nicht erwünscht ist...
Mein Mini geht auch in eine Regelkita mit Vollzeit-I-Kraft (8:30 bis 16:15), er ist eines von 2 I-Kindern, insgesamt sind 80 Kinder dort in einem vollständig offenen System (was ja schon an sich für manche Kinder schwierig ist, für meine beiden allerdings perfekt). Mini war von Anfang an dort sehr willkommen, die Leitung hat sich sehr eingesetzt, dass wir den Platz bekommen haben. Wir haben zumindest im KiGa das Projekt Inklusion sehr erfolgreich gewuppt. Er hat viele Freunde und wurde noch nie gehänselt, trotz seiner sehr offensichtlichen Einschränkungen auch in Bereichen wie Essen und Windeln.
Dieser Erfolg steht und fällt aber natürlich mit dem Engagement der Erzieher und der Leitung (und natürlich der I-Kraft, ohne Vollzeit würde es definitiv nicht gehen).
Wenn daher die Leitung schon so negativ eingestellt ist, würde ich was anderes suchen...
Anika mit
Maxi Bub (*04/11) fit & überschlau
Mini Bub (*11/14) 33+0 SSW, Katarakt, Fütterstörung, Kleinwuchs, Reflux, muskuläre Hypotonie, starker Hypotonie & Hypersensitivität im Mund- & Rachenbereich, massiv gestörte Körperwahrnehmung, Hypoglykämien, Kamikaze mit viel Verstand, großem Herz & stets gut gelaunt, PG 3 und 80% G,B,H


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