Kind in GB/KB-Schule - Kommunion dennoch vor Ort?

Hier könnt ihr Diskussionen bezüglich religiöser Fragen und Meinungen führen - oder auch einfach über religiöse Feste wie Taufen, Konfirmationen etc. brichten. Für Familien mit besonderen Kindern haben religiöse Sitten und Gebräuche schließlich auch einen besonderen Charakter.

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Jutta mit Jonas
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Kind in GB/KB-Schule - Kommunion dennoch vor Ort?

Beitragvon Jutta mit Jonas » 15.11.2012, 12:22

Hallo zusammen,

Jonas ist ja nun erst in der ersten Klasse, aber ich überlege nun schon, wie es ablaufen wird mit der Kommunuon.
Jonas geht in eine GB-Schule in eine KB-Klasse.Die Schule ist 32km vom Wohnort entfernt.
Ansich würde ich Jonas gerne hier vor Ort zur Kommunion gehen lassen, einfach weil Autofahrten irgendwie immer mit Stress verbunden sind aber auch, weil ich gerne möchte das er Konakte hier vor Ort hat.

Hat das schon jemand so praktiziert?Wie waren Eure Erfahrungen?

Liebe Grüße

Jutta mit Jonas
Jonas*23.11.04 :therapieresistente Epilepsie(epileptische Encephalopathie),Z.n. rezidivierendem Status epilepticus, ICP, Skoliose,pulmonale Hypertonie, sauerstoffpflichtig,Pankreasinsuffizienz , chronische Pankreatitis, Fundoblikatio, seit 13.06.2015 gibt es den Mausebärenstern, der schönste, hellste und lustigste, aber hier fehlt das Lachen.

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Beitragvon Sandrad » 15.11.2012, 12:54

Ich!
Steffen ist dieses Jahr zusammen mit seiner 2 Jahre jüngeren Schwester zur Kommunion gegangen. Er ein Jahr später, sie ein Jahr vorgezogen. Hatte das im Vorfeld recht früh mit dem Pfarrer abgesprochen. Allerdings ist hier ein recht kleiner Ort. Wäre er regulär letztes Jahr gegangen, wäre er das einzige Kind gewesen, dieses Jahr waren wir immerhin 5 Kinder.
Geklappt hat das sehr gut, weil Pfarrer und Katechese auf ihn zugegangen sind.

Wenn du Fragen hast, gerne.

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Kind in GB/KB-Schule. Kommunion dennoch vor Ort?

Beitragvon Marianne56 » 15.11.2012, 13:09

Hallo Jutta,

wie ich in Deinem Profil gesehen habe, ist Dein Sohn ähnlich schwerbehindert wie unser Sohn Florian.

Florian hat damals die Korbinianschule für GB-Kinder in Steinhöring (Oberbayern) besucht. In dieser Einrichtung wurde auch der Kommunionunterricht (während der normalen Unterrichtszeiten, ohne zusätzliche Fahrten) von einem für GB-Belange ausgebildeten Religionslehrer durchgeführt. Wir hatten die Kirche im Ort für den Kommunionsgottesdienst alleine für uns. Allerdings mußten wir auch für die ganze Gestaltung selber sorgen, incl. Blumenschmuck etc.

Ich kann nur sagen, es war einzigartig schön. Florian hört gut und sieht gut, kann aber nicht sprechen und kann natürlich auch keine ganze Hostie schlucken. Sämtlich Abläufe wurden auf die Anforderungen der KInder zugeschnitten. Ein Chor von Grundschulkindern aus der Nachbargemeinde hat den Gottesdienst musikalisch umrahmt, da ja ein Grossteil unserer Kinder gar nicht sprechen gewschweige denn singen kann. Wir haben heute noch ( Florian ist mittlerweile 29 Jahre alt), ein Video vom kompletten Gottesdienst.

Für Florian waren diese Gottesdienste auch die Grundlage dafür, dass er heute sehr gerne und mit grossem Interesse auch zusammen mit seiner Wohngruppe die Gottesdienst in der Dorfkirche besucht, in der sich seine Wohnpflegeeinrichtung befindet. Vor allem die musikalisch gestalteten Teile des Gottesdienstes begeistern ihn.

Ich wage zu bezweifeln, dass eine Kommunionvorbereitung und erst recht der Gottesdienst, der auf nichtbehinderte Kinder zugeschnitten ist, einem so schwerbehinderten Kind gerecht werden kann. Schon alleine die Tatsache, dass die Rollstuhlkinder nur mit grossen Schwierigkeiten in den Altarraum gelangen können etc.

Vielleicht gibt es aber für Euch die Möglichkeit, sich jeweils bei einer anderen Kommunionfeier bei GB Kindern / nichtbehinderten Kindern zu informieren, bzw. mit den "Kommunionmüttern" Kontakt aufzunehmen. Ich denke, deren Erfahrung sollte aussagekräftig sein.

Falls Du noch Fragen hast, kannst Du mir gerne eine PN schicken.

VG

Marianne56
Marianne, 59, Alois,64, mit Florian, 32, schwere perinatale Asphyxie, weitreichender Hirnschaden, Tetraspastik, Anfallsleiden, geistige Behinderung,seit Dezember 2003 stationär in Wohpflege, Wolfgang, 30, gesund und munter

Die Menschen, denen wir eine Stütze sind, geben uns den Halt im Leben.

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Beitragvon Jutta mit Jonas » 16.11.2012, 08:28

Hallo Ihr Lieben,

danke für Eure Antworten.

Also in die Kirche kommen wir hier barrierrefrei.
Klar ein Problem wäre der Vorbereitungsunterricht.
Aber wenn Jonas dann immer nach Mosbach muß dafür......
Und die Kommunion selbst, wenn Jonas einen schlechten Tag hat, dann noch die Fahrt......Vor Ort hätten wir viel mehr Chance, das es dann auch klappt.......

Liebe Grüße

Jutta mit Jonas
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Beitragvon Isolde » 16.11.2012, 11:40

Hallo liebe Jutta,

ich meine hier schon gelesen zu haben,
in anderen Threads,
dass es die Möglichkeit gibt,
- wenn der PFarrer zugänglich ist -
dass man auch eine kleine Hauskommunionfeier machen kann - d.h. dass Jonas im Rahmen daheim vom Pfarrer die Erstkommunion empfängt.

Ich kann in solchen Fällen wie bei Euch nur empfehlen,
die Schule anzusprechen wieweit sie die Kinder im Rahmen des Religionsunterrichts darauf vorbereiten können,
wobei Jonas natürlich nun jetzt an einer evangelischen Schule ist,
aber dort gibt es auch katholische Pfarrer,
oder aber mal direkt das Gespräch mit dem Gemeindepfarrer suchen wie man überein kommen kann,
dass Jonas diese Möglichkeit der Erstkommunion eingeräumt werden kann,

denn ein weiteres Handicap werden ja die Kommunionunterrichtsstunden sein an denen Jonas sicher auch immer mal wieder aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen kann.

Ihr habt ja noch mind. 2 Jahre Zeit,
Jonathan ging auch erst mit 12 Jahren zur Erstkommunion - im Rahmen seiner Münchner Schule.
Den Stress mit der Kirchengemeinde wollte ich nicht haben, denn er hat ja eh keinen Kontakt zur Kirchengemeinde gehabt. Er kannte nur den Pfarrer weil das mal mein Ex-Chef war :lol: .
Aber er war dann doch besser im Rahmen der Schule aufgehoben. Ein ehemaliger Pfarrer vom Kinderzentrum in München führte die Kommunion durch und unser Gemeindepfarrer hat sich auf den Weg in die Kirche gemacht um dem Gottesdienst beizuwohnen und das Geschenk der Gemeinde zu überreichen.
Ist für mich eine wirklich unvergessene Geste.

Aber wir können uns darüber gerne auch unterhalten bei einem nächsten Besuch, was es für Möglichkeiten gibt und wie man es einfädeln könnte.

Liebe Grüße an Jonas - ich hoffe die Erkältung bessert sich - Isolde
„Ich habe den lieben Gott in manchen Kneipen besser kennengelernt als in manchem Bibelkreis.“ Rainer Maria Schießler, Pfarrer in München St. Maximilian

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Beitragvon Jutta mit Jonas » 16.11.2012, 11:55

Hallo Isolde,

ich hatte in der Schule mich schon mit Jonas Ergotherapeutin unterhalten.
Wir haben schon jeweils auch die Vor-und Nachteile abgewägt:In Mosbach ist wohl auch nicht jedes Jahr Kommunion.erst wenn dann einige (behinderte) Kinder zusammen kommen.
Irgendwie fände ich es halt einfach schon, wenn Jonas hier vor Ort einige Kinder kennenlernen dürfte.

Durch die vielen Klinikaufenthalte und dadurch das der Kiga halt schon außerhalb war, bestehen quasi keine Kontakte.

Und ich glaube einfach das Jonas, wenn er einen guten Tag gerade hätte es unheimlich gemießen würde, die Feierlichkeit in der Kirche-Habe aber natürlich auch Bammel vor Ablehnunng von Seiten der andere Eltern und Kinder :oops:

Fitt ist Jonas leider immer noch nicht, ist verschleimt, hustet, würgt, schwitzt, hat erhöhte Temparatur....

Liebe Grüße

Jutta mit Jonas
Jonas*23.11.04 :therapieresistente Epilepsie(epileptische Encephalopathie),Z.n. rezidivierendem Status epilepticus, ICP, Skoliose,pulmonale Hypertonie, sauerstoffpflichtig,Pankreasinsuffizienz , chronische Pankreatitis, Fundoblikatio, seit 13.06.2015 gibt es den Mausebärenstern, der schönste, hellste und lustigste, aber hier fehlt das Lachen.

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Beitragvon MarenW » 16.11.2012, 13:36

Hallo Jutta,

meine Tochter ist evangelisch und wurde konfirmiert. Ich wollte unbedingt, dass die Konfirmation in "ihrer" Gemeinde statt findet. Ich habe aber, weil sie nicht am üblichen Konfirmandenunterricht teilnehmen konnte, einen Mittelweg gefunden. Eine Pfarrerin, die auch in der Schule ab und zu Gottesdienste macht, hat meine Tochter vorbereitet, manchmal während des Schulalltages, manchmal kam sie zu uns nach Hause. An einem Tag hat sie mit Annika am Konfirmandenunterricht teilgenommen, damit alle Jugendlichen meine Tochter kennen lernten.
Annika ist dann mit der ganzen Gruppe konfirmiert worden, sie war wirklich mittendrin. Der Pfarrer der Gemeinde und die Pfarrerin haben gemeinsam den Gottesdienst gehalten. Da Annika nicht sprechen kann, wurde der Konfirmationsspruch von der Pfarrerin vorgetragen und Annika hat gestrahlt. Es war ein wunderschöner Tag für sie.

Ich hatte auch Bedenken, wegen der anderen Eltern, aber hinterher (nach Monaten) habe ich erfahren, dass viele Eltern diese Konfirmation als ganz besonders und sehr schön empfunden haben.

Vielleicht könnt ihr auch so eine ähnliche Lösung finden.

Gruß Maren
Annika (08/96), V.a. Mitochondriopathie,
Choreaathetose, Opticusatrophie, Atmungsregulationsstörung, PEG, schwere Skoliose, CPAP-beatmet, Epilepsie

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Beitragvon Isolde » 16.11.2012, 13:54

Habe aber natürlich auch Bammel vor Ablehnunng von Seiten der andere Eltern und Kinder :oops:
Hallo liebe Jutta,

das glaube ich noch nicht einmal dass sie Euch ablehnen werden,
das liegt alles ganz viel am Pfarrer und denjenigen die den Kommunionunterricht begleten.
Es gibt auch sicher gemeinsame Gottesdienste wo Ihr vielleicht doch dann mal hinkönnt.

Dass die Schule nur Erstkommunion macht wenn genügend Kinder da sind kann ich nachvollziehen - war bei Jonathan auch nicht anders, deswegen war er am Ende dann 12 Jahre gewesen, aber das war für uns okay - mir lag dran, dass er überhaupt gehen darf.

Ich würde auch versuchen zuerst die Gemeinde vorzuziehen.
Ihr könnt Euch doch mal den Pfarrer nach Hause einladen zu einem Kaffee. Dann kann er Jonas auch gleich kennenlernen, falls er Euch nicht doch schon kennt aufgrund des Todes Deiner Mutter.
Und vielleicht könnt Ihr dann mit ihm einfach durchsprechen, welche Möglichkeiten Ihr habt,
und auch die Möglichkeit durchsprechen einer evtl. Hauskommunion, sollte Jonas eben doch einen schlechten Tag an jenem Weißen Sonntag haben oder gar (was nicht passieren soll) in einem Krankenhaus wäre.

Ich glaube immer an irgendwelche Lösungen,
und in dem Fall auch,
daher empfehle ich eben immer das persönliche und auch offene Gespräch vor Ort.

Ich komme dann auch in den Gottesdienst ..... - ist doch ein Wort, oder?

Liebe Grüße - Isolde
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Beitragvon Isolde » 16.11.2012, 13:55

PS: @Jutta

achja - Du kannst Dich ja nun auch auf das Thema Inklusion berufen .... :roll: :wink:

Liebe Grüße - Isolde
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Beitragvon Jutta mit Jonas » 16.11.2012, 16:21

Huhu Isolde,

ja der Pfarrer kennt unsere Familie seit Jahren.Jonas auch seit der Taufe.Mal sehen.

Liebe Grüße

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