Reittherapeutin (Sabine)

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Kunigunde123
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Wieviel Trabben ist darf ein Kind ???

Beitragvon Kunigunde123 » 15.01.2008, 08:32

Hallo,
und toll dass wir nun auch jemand zu diesem Thema haben.

Unser Sohn nun 6 Jahre Epilepsie, Psychomotorisch behindert, nicht sprechend,
reitet seit Ende 2004. Er hat eine ausgebildete Reittherapeutin und viel Fortschritte darunter gemacht. Vor allem im Motorischen Bereich. Er liebt die Pferde und manchmal wenn es ihm nicht gut ging, sind wir ohne Stunde zu haben hin. Alleine wenn er das Pferd roch ging es ihm schon wieder sichtlich besser. Nun war viel ausgefallen ( sie hat alles abgebaut und macht nur noch unseren) so wir haben noch ein reiten in der Woche angefangen . Wenn es nicht ausfällt hat er 2 mal sonst 1 mal reiten in der Woche je 1/2 Std.
Er trabt für sein Leben gerne. Er sitzt auf einem Ped mit Voltigiergurt u hält sich fest. Ich jogge nebenher, wenn was wäre, um ihn zu schnappen. Das klappt spitzte und er juchzt vor Vergnügen und lautiert vor allem nach dem Traben mehr. (Die 2 . hat Trainerscheine und macht Gesundheitsreiten).

Er profitiert von beidem durch die unterschiedlichen Handhabungen und Pferde ein Haflinger ein Araber.
Wie viel reiten darf ein Kind ? Wie viel Traben ist gesund ? ( Es wird nur getrabt solange er die Körperspannung hält)Wir reiten aus über Wiese und Feld und das macht ihm auch mehr Spaß als in der Halle.

Vielen Dank für Antworten im Voraus.
LG Sigrid
ex Frühchen, EEG nach Lennox Gastaut, therapiefraktäre Epi. mit Statusneigung, ,SLC9A6c.603+3A>c:p? Neue
Variante, hypergonadotophen Hypogonadismus, dyskinetische CP, Athetose, erworbene Hüftdysplasie, non verbal, Button, immer wieder lebensbedrohliche Situationen gemeistert u PT mit FAS

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sabine g
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Beitragvon sabine g » 15.01.2008, 22:06

Liebe Sigrid,

bei zweimal die Woche reiten à einer halben Stunde, selbst wenn´s jeweils eine Stunde wäre, hätte ich bei einem sechsjährigen Kind keine Bedenken. Aber genau dafür wird im Ther.Reiten, bzw. von jedem der verantwortungsvoll mit Menschen (-kindern) mit Handicap auf dem Pferd arbeitet, vor Beginn ein Attest über die medizinische Unbedenklichkeit eingeholt. Wir Reitpädagogen/Reitausbilder können eben nicht in die Kinder hineinschauen, wir wissen nicht, ob zB ein Herzfehler vorliegt oder ob die Epilepsie gut eingestellt ist, oder ob auf dem Pferd mit Anfällen zu rechnen ist. Zu Deiner Beruhigung: Mir ist bislang kein Fall eines Anfalls AUF dem Pferd bekannt, zudem schreibst du ja, du gehst selbst nebenher um ihn ggf zu dir hinzuziehen.

Zur Frage des wieviel Trabens: "Solange er die Körperspannung hält", ist schon die völlig richtige Antwort. Wenn nämlich der Kopf hin und herschlägt, das Kind unkontrolliert immer weiter nach hinten hoppelt oder seinen Sitz zu einer Seite hin verliert, dann hat der Ausbilder eigentlich schon fast den richtigen Zeitpunkt zum Aufhören verpasst. Wie bei jedem Training, viele kurze gute Phasen bauen den Körper schneller auf als eine lange Überforderung. Für ein Kind mit Epilepsie würde ich mir allerdings statt Trab, welcher den Muskeltonus hochfährt eher den harmonisierenden Galopp wünschen. Allerdings hat jedes Pferd einen anderen Bewegungsausschlag im Trab, es gibt auch (wenige) Pferde, bei denen fühlt sich das wie ein fliegender Teppich an, da ist die Wirkung dann nicht so heftig. Galopp natürlich nicht im Nebenherrennen übers Feld, sondern als kurze Start- oder Schlussphase (je nach Zielsetzung) in der Halle/auf dem Reitplatz an der Longe.

Liebe Grüsse
Sabine

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Semmal
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Beitragvon Semmal » 02.03.2008, 20:37

Hallo Sabine hättest du vielleicht einen link für mich wo ich adressen n meiner nähe finden kann wegen hippotherapie danke
Gruß Kerstin
Saskia,Melissa 07.02.2003 extreme Frühgeburt 680g schwer 30,5 cm groß,bzw klein. 2 1/2 Jahre entwicklungsverzögert

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Beitragvon sabine g » 04.03.2008, 22:35

Liebe Kerstin,

hier zwei Links auf der Page des Dt. Kuratoriums für Ther. Reiten. Bundesland anklicken und bei Praktikaplätzen auf HT achten.

http://www.dkthr.de/weiterbildung.php?n2=praktika

http://www.dkthr.de/dkthrfakten.php?n2= ... richtungen

Liebe Grüsse
Sabine

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Beitragvon ehemaliger User » 16.03.2008, 11:50

Hallo ,
wollte mich auch mal wieder melden . Wenn ich Eure Beiträge so lese haben wir ja noch Glück mit Therapeutin und Pony gehabt ! Mittlerweile ist das Pony nur noch begrenzt reitbar aufgrund seines Alters . Yannick legt aber mittlerweile wenn er bei mir ist auch wert auf die anderen Aufgaben um das Tier herum was ich sehr schön finde . Er bringt Bienchen mit Hilfe auf die Koppel oder holt sie ( manchmal macht er auch nur die Stalltür auf und lässt sie laufen kluges Pony geht allein zur Koppel grins ) .
Als 2 Tier hab ich mittlerweile ein Teddyzwergkaninchen für die Kinder . Durch die Arbeit mit dem Pferd hab ich den Eindruck das Nicky auch wert auf die Versorgung der Tiere legt . Seit dem beginn ist meiner Meinung nach die Motorik , Sprache , Selbstbewusstsein erheblich besser geworden . So langsam beginne ich mich nach einem neuen auch für Nicky geeigneten Pferd umzusehen wobei ich auch hier wieder Nickys ehemalige Kg kontaktieren werde . Auch wenn Sie seit einigen Jahren nicht mehr nötig ist zum Glück !

Tschüss Papa Bernd

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Beitragvon Jonas » 16.03.2008, 15:14

Hallo
Jonas macht auch eine Reittherapie mit. Er ist schon 1 Jahr dabei und uns allen gefällt uns sehr gut. Jonas ist auch schon vom Pferd gefallen und ich war froh, das er einen Helm auf hatte. Am Anfang mochte er den Helm auch nicht, doch mit der Zeit hat er sich daran gewöhnt. Ich habe ihm gut zugeredet und ihn abgelenkt und dann ging es. Die Pferdetherapie ist super und es hilft. Jonas sein Gleichgewicht ist besser geworden und er hat jetzt ein tolles Selbstbewustsein. Kann ich nur empfehlen. Es ist gut wenn beide Elternteile diese Therapie mitmachen und das Kind unterstützen.
Gruß Silke

ehemaliger User

Beitragvon ehemaliger User » 22.03.2008, 17:53

Hallo ,
hatte Yannick heute zum ersten mal dieses Jahr länger auf dem Pferd . Er wäre ein super Reiter . Das Bienchen zeigte zum ersten mal das es langsam zu alt wird und war zickig . Er hat alles ausgeglichen Perfekt Er arbeitet mit den Schenkeln und treibt das Pferd vorwärts 1A .

Tschüss und schöne Ostern wünscht Papa Bernd

ehemaliger User

Beitragvon ehemaliger User » 27.03.2008, 18:30

Hallo Sabine ,
bin mal neugierig kennst Du eigentlich auch Pegasus - Steinfurt ? Bin jetzt mal bei denen auf der Homepage gewesen weil mich meine Freundin daraufhingewiesen hat . Fand den Ansatz Intressant .
Gruss Papa Bernd

sabine g
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Beitragvon sabine g » 27.03.2008, 21:08

Hallo Bernd,

nein, kannte ich bis eben nicht, aber habe mich durch deren Page gelesen. Was ist es genau, was Dich an deren Ansatz besonders anspricht? Ich tippe mal, dass dort die psychologischen Effekte/Wirkungen/Wechselwirkungen in der Mensch/Pferd Beziehung besonders herausgestrichen werden?! Falls ja, dann dazu folgende Anmerkungen von mir:

Dies sind keine neuen Erkenntnisse. Fast jeder, der mit Pferden zu tun hat, weiß um diese Dinge, auch die alten Reitmeister schon. Das daraus heute ein kommerzieller Zweig der Fortbildung rund um´s PFerd entstanden ist (so zB die Anbieter des "Pferdisch", einer sauteuren aber Banalitäten vermittelnden Kursform, die zwei der dort arbeitenden Frauen offenbat besucht haben), ist abenteuerlich, aber schön, wenn sich so Geld machen läßt. Es gibt ja auch einen eigenen Ausbildungsweg, für diejenigen, die das Pferd in der psychotherapeutischen Arbeit einsetzen möchten, aber eben nur für Fachpersonal.

Bzgl. der starken Betonung der psychologischen Effekte des Reitens möchte ich daher zu bedenken geben, dass die Anbieterin des Ganzen eine Diplom Sozialpädagogin ist, keine Psychologin oder Fachärztin für Psychiatrie, also eher niemand der verantwortlich weil ausgebildet mit den Nebeneffekten, die beim Reiten psychologisch ausgelöst und manipuliert werden können, umgehen kann/darf/sollte?!

Die Anlage macht einen sehr gepflegten und finanziell soliden Eindruck, allerdings ist auch die Schar der aufgeführten Praktikanten beachtlich, die die zu leistende Arbeit vermutlich (!!) gering entlohnt erbringen...

Die finanziellen Dinge sind für Eltern inkonkret bis nachteilig: Was heißt denn 1h/Woche, aber in den Ferien schon mal nicht... und was ist, wenn man nicht kann? Man weiß gar nicht, für wieviele Einheiten man seinen Monatsbeitrag bezahlt! Die langen Kündigungsfristen sind echt ein Kostenfaktor, wenn ein Kind nicht mehr möchte oder kann... Und über den Vereinsbeitrag setzt sich der Preis pro Einheit aus mehreren Komponenten zusammen, die meist nicht auf einen Einzelpreis umgerechnet werden.

Soweit, aber jetzt erzähl mal, was Dir warum gut gefiel- nach so viel Gemotze von mir...

Liebe Grüsse
Sabine

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ehemaliger User

Beitragvon ehemaliger User » 28.03.2008, 20:24

Hallo ,
das war doch kein gemotze . Hier oben bei uns ist in der Richtung nicht viel los . Die KKs zahlen es nicht oder nur selten und Hippotherapeutinnen / en sind dünn gesät . Ich find den Ansatz eines Integrativen RV intressant . Selbst hier bei uns gibt es einige RV die über Hallen und eventuell über Schulpferde verfügen ! Warum sollte es da nicht möglich sein etwas zu bewegen . Mit dem Pferdisch geb ich Dir voll recht ist im Moment Mode . Nur ich fänd es halt gut wenn die Möglichkeiten zum Reiten unter Anleitung zunehmen würden . Sicher nichts für jedes Kind aber für die breite Basis müsste es etwas bringen .

Tschüss Papa Bernd


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