Lehrer widerspricht der Evolutionslehre

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Marc6892
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Beitragvon Marc6892 » 21.11.2012, 01:04


der Glauben eines Wissenschaftlers kann doch kein Maßstab für die Wahrheit seiner Erkenntnisse sein. Maßstab ist die Überprüfbarkeit und die praktische Anwendung.

LG Michael
Hallo Michael,

insofern gebe ich dir Recht.
Die Wahrheit seiner Erkenntnisse sollten den Wissenschaftler zum Glauben führen - nicht umgekehrt.
Natürlich planen Wissenschaftler Ihre Untersuchungen aufgrund von Annahmen, aber sie dürfen natürlich nicht Ihre Ergebnisse den Annahmen anpassen, wenn diese nicht übereinstimmen.

Einen Glauben aufgrund von wissenschaftlichen Erkenntnissen findest du z. B. bei Francis S. Collings (Buchtitel: Gott und die Gene).
In seinem Buch weist er wissenschaftlich sehr gut und nachvollziehbar nach, dass es einen Planer und Urheber (Schöpfer) geben muss. Wissenschaftliche Beobachtungen brachten diesen ehemaligen Atheisten dazu an einen Schöpfer zu Glauben.

Sein Gottesbild entspricht zwar nicht unbedingt dem meinen, aber seine Ausführungen in Punkto Schöpfung fand ich zumindest begrenzt auf die nachgewiesenen Erkenntnisse sehr gut. Er bringt dann leider auch einige Thesen wo seinen Möglichkeiten Grenzen gesetzt sind - aber wenn man das zu trennen weiss, ist das Buch lesenswert.

Und Collins ist sicher nicht der einzige. Übrigens gehört Collins weder zu den Kreationisten noch zu ID - von daher mal etwas anderes.

Eines seiner Schlussfolgerungen:
"Also müssen diejenigen, die sich für den Atheismus entscheiden, eine andere Grundlage für Ihre Position finden. Die Evolution ist es nicht." :-)
:wink: :arrow:
"Das Tolle daran, die einzige zwischen richtig und falsch unterscheidende Art zu sein, ist, daß wir uns immer genau die Regeln ausdenken können, die uns gerade in den Kram passen. - Die letzten ihrer Art, Douglas Adams

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Elke07
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Beitragvon Elke07 » 21.11.2012, 02:11

Hallo,

ich hab es mir jetzt nicht angetan, alles durchzulesen (bis irgendwann hatte ich mal mitgelesen, es dann aber aufgegeben). Aber nachdem gerade auch der "Warum lässt Gott Leid zu"-Thread mal wieder in diese Richtung abdriftet, schreibe ich halt doch noch mal hier was...

Kreationismus ist erstmal ein weites Wort, was vom ursprünglichen Wort her ja nur heißt, dass die Welt geschaffen wurde. Von wem (der christliche Gott, Allah, sonstwer) und wie (Schöpfung in 6 Tagen, Schöpfung in Millionen Jahren, Schöpfung durch "Gott sprach und es geschah" oder durch theistische Evolution oder ...) bleibt offen. Verwendet wird es in der Regel für Anhänger der Schöpfungslehre, ohne theistische Evolution. Aber selbst da gibt es Unterschiede, z.B. gibt es sowohl Anhänger der Schöpfungslehre, die eine Schöpfung in 6 Tagen und eine "junge Erde" propagieren als auch Anhänger einer Schöpfung in Milliarden von Jahren. Außerdem sind die Anhänger mal mehr und mal weniger "fundamentalistisch". Von Aussagen, die einfach dahergesprochen werden, ohne dass jemand wirklich Ahnung vom Thema hat, aber behauptet, dass sie wissenschaftlich sind, halte ich nichts. Genauso wie es meiner Meinung nach auch blödsinnig ist, die Mikroevolution (also innerhalb von Artgrenzen oder "Grundtypen") abzulehnen. Jemanden, der behauptet, dass der Wolf nicht der Vorfahre vom Haushund sei, kann ich auch nicht wirklich ernst nehmen. Die Mikroevolution können wir ja direkt beobachten. Behauptungen, dass man die Evolutionstheorie (welche eigentlich? gibt mehrere ;-)) wissenschaftlich widerlegen bzw. die Schöpfung beweisen könne, macht einen Wissenschaftler auch für mich eher unglaubwürdig...

Die Wissenschaftler, die sich seriös und wissenschaftlich damit befassen, als "pseudowissenschaftlich" zu diffamieren, finde ich aber nicht fair. Irgendwo wurde "Wort und Wissen" erwähnt - diese arbeiten meiner Meinung nach sehr wissenschaftlich. Sie sehen sich die Fakten an und interpretieren sie - das halt ggf. anders als die Evolutionsbiologie. Wer legt fest, welche Interpretationen die korrekten sind?
Auch in der Evolutionstheorie gibt es manches, was unklar, lückenhaft oder unlogisch/ hochgradigst unwahrscheinlich ist.
Genauso lässt sich mit der Schöpfungstheorie nicht alles erklären.
Ein seriöser Wissenschaftler - ganz gleich aus welchem "Lager" - gibt zu, dass er lediglich Schlüsse aus Fakten gezogen hat und dass da auch seine subjektive Meinung eine Rolle spielt.
Den Anhängern der Schöpfungslehre wird vorgeworfen, dass sie alles durch die "Brille" Gott sehen und von daher nicht neutral argumentieren/ interpretieren. Durch die "Brille" "es gibt keinen Gott" zu sehen, ist aber neutral?!?

Wie das Leben auf der Erde entstanden ist, lässt sich nicht im naturwissenschaftlichen Sinne beweisen. Ein naturwissenschaftlicher Beweis beruht auf Experimenten, die jederzeit reproduzierbar sind (also dass unter gleichen Bedingungen auch immer das gleiche Ergebnis rauskommen muss). Ist also im Hinblick auf die Entstehung des Lebens schlichtweg nicht machbar.
Wir haben lediglich Indizien - und wie bei einem juristischen Prozess müssen diese gedeutet werden. In der Deutung kann es durchaus Unterschiede geben.
Auch entwickelt sich die Wissenschaft ja immer weiter und plötzlich sind Dinge doch ganz anders... Der Beckenknochen des Wals hat doch eine Funktion, genauso der menschliche Blinddarm oder die Lanugobehaarung eines Fetus. Artbildung kann auch mal in 100 Jahren stattfinden und nicht nur in Jahrmillionen, wie der absolut überzeugte Evolutionsbiologe Axel Meyer (bei dem ich übrigens meine Evolutionsbiologievorlesung hatte ;-)) herausfand (Buntbarsche in Kraterseen).
Der eindeutige Fakt ist also, dass die Viecher nicht wirklich lang Zeit hatten, sich so unterschiedlich zu entwickeln. Wie man das jetzt interpretiert, ist meiner Meinung nach nicht eindeutig. Man kann darin natürlich die Evolutionstheorie bestätigt sehen, man könnte aber genauso gut daraus schließen, dass die Erde nicht unbedingt Milliarden Jahre alt sein muss, um eine Artenvielfalt zu ermöglichen ;-) Oder dass die Marsmenschen neue Spezies ausgesetzt haben. Oder eine Entstehung aus dem nichts. Oder :lol:. Sicher kann man sagen, dass das eine wahrscheinlicher und das andere unwahrscheinlicher ist, dennoch spielt hier das (subjektive) Denken jeder Person eine Rolle. Wer legt also fest, dass nur die Deutung im Sinne der Evolutionsbiologie die Wahrheit ist?

Und ich für mich habe eigentlich je länger ich Biologie studiert habe umso mehr Dinge gefunden, die mich an der Evolutionstheorie zweifeln lassen. Bei vielem frage ich mich, wie das funktionieren konnte - denn die Übergangsformen mussten ja a) lebensfähig sein und b) irgendeinen Vorteil bieten und nicht nur "Materialverschwendung" betreiben, denn sonst hätten sie nach dem Grundsatz der Evolution "survival of the fittest" ja eigentlich verschwinden müssen. a) bedeutet also z.B., dass ALLE Zwischenstufen von Zellen lebensfähig sein mussten, während eine Teil des Genoms eines eingeschlossenen Bakteriums sukzessive in den Kern gewandert ist (Endosymbiontentheorie bei Mitochondrien und Plastiden). Andererseits kann aber auch schon eine einzige falsche Base in der DNA letal sein... Und b) finde ich im Hinblick auf die ganzen Zwischenstufen interessant.

Ich will und kann ja auch keinen zur Schöpfungstheorie bekehren (ist mir prinzipiell eigentlich egal, was wer in dieser Hinsicht denkt), aber "Kreationismus" mal pauschal als abwertenden Ausdruck zu verwenden und dessen Anhänger (ebenso pauschal) als pseudo- oder unwissenschaftlich zu bezeichnen, finde ich nicht fair und auch nicht wissenschaftlich - eine sachlich-fachliche, faire Diskussion sollte doch möglich sein. Und es ist nun mal so, dass die Evolutionstheorie nicht letztendlich beweisbar ist. Wenn ihre Anhänger das einfach mal zugeben würden, wäre ich völlig zufrieden. Es ist die Theorie, die aktuell am verbreitetsten ist und für am wahrscheinlichsten gehalten wird, die ihre Stärken und halt auch ihre Schwächen hat. Nicht mehr und nicht weniger. Und mehr müssen Lehrer von mir aus auch ihren Schülern nicht erzählen.

*notetomyself: diesen Thread nicht nach Mitternach lesen*
LG Elke, die nicht "unter ihrem Autismus leidet", auch wenn er den Alltag oft verkompliziert

Autismus (diagn. 2012), Insomnie/ Schlafstörungen + Tagesmüdigkeit, Depressionen, Hashimoto, Asthma

Link-Tipp: AutismusFAQ - Autisten beantworten Fragen zu Autismus

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Beitragvon ehemalige Userin » 21.11.2012, 07:23

Hallo Elke,

das was Du hier schreibst ist Deine persönliche Meinung. Und es ist einfach so, dass die anerkannte Wisenschaft boykottiert wird. Eine eigene Meinung zu haben und Dinge die widerlegt und als nicht erwiesen zu betrachten sind, das dann frecherweise und unverschämter Weise mit entsprechenden Büchern in Schulen zu integrieren eine ganz andere. Schließlich werden Lehrpläne nicht gemacht, dass eigene Glaubensüberzeugung nun als Biologieprüfung durchgeführt wird.

http://de.wikipedia.org/wiki/Studiengem ... und_Wissen

Die Rezeption der Studiengemeinschaft Wort und Wissen ist in der Fachwelt vergleichsweise marginal. Es gibt nur wenige Biologen, die sich mit ihr beschäftigen, da nach deren Auffassung die meisten ihrer Thesen einer fachwissenschaftlichen oder methodologischen Prüfung nicht standhalten[14].


Wo kommen wir hin, wenn Gläubige nun frei erfunde Naturwissenschaften unter die Leute bringen, wie es beliebt. Dann haben wir dann in Zukunft neben zig Religionen/ Strömungen , dann auch zig Wissenschaften. :roll:

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Beitragvon JuleWo » 21.11.2012, 07:39

Toller Beitrag, Elke,

Danke dafür - auch wenn er nur eine weitere Reaktion (wie bereits erfolgt) erzeugen wird...

Ich habe neulich den Thread noch einmal überflogen. Es gibt viele sehr ausgewogene und reflektierte Beiträge zu lesen. Schade, dass keiner davon einfach mal stehen bleiben darf ohne plump abgebügelt zu werden.

Liebe Grüße
Jule

@Esthe: Ich glaube lieber an Gott als an die heilige Wikipedia und lieber nehme ich die Bibel wörtlich (die schon so lange Bestand hat) als mich kurzfristigen Meinungshoheiten anzuschließen.
... mit Konrad (*2002) - Frühchen (28+3 SSW), Epilepsie (V.a. Panayiotopoulos Syndrom) (anfallsfrei), Sonstige tiefgreifende Entwicklungsstörung (F84.8), Zystennieren - daraus resultierender Bluthochdruck
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Beitragvon ehemalige Userin » 21.11.2012, 07:43

Hallo Jule,

wenn Du meinst es plump abgebügelt, wenn man als Eigene Meinung gelten lässt, was EIGENE Meinung ist. Bitteschön.

Ansonsten können wir es uns ja in Zukunft ausuchen ob wir Kreationismus der Hardliner-Evangelikalen, der Zeúgen Jehovas oder aus dem Islam oder Sonstigen übernehmen wollen. Oder versch. Jeder das was er als richtig erachtet.

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Beitragvon RenateT » 21.11.2012, 08:07

Guten Morgen Ihr Lieben

persönlich finde ich die Seite http://www.genesisnet.info/ besser leesbar, übersichtlicher als Wort und Wissen.

Für diejenigen, die sich so eine Seite noch nie angeschaut haben, möchte ich sagen, dass bei genesisnet die beiden Seiten Schöpfung und Evolution sehr schön und in meinen Augen sachlich miteinander verglichen werden.

Selbstverstândlich ist genesis.net von Menschen, die glauben, dass Gott der Schöpfer ist.
Das ist aber auch nicht weniger neutral als die andere Seite, die überzeugt ist von Evolution.
Zwei verschiedene Ausgangspunkte über ein Geschehen, bei dem niemand dabei war.

Liebe Grüsse

Renate
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Beitragvon RenateT » 21.11.2012, 08:12

Ich schliesse mich an, Jule:

@Esthe: Ich glaube lieber an Gott als an die heilige Wikipedia und lieber nehme ich die Bibel wörtlich (die schon so lange Bestand hat) als mich kurzfristigen Meinungshoheiten anzuschließen.

Danke auch an Elke, die ja eine der Wenigen hier ist, die Biologie studiert hat. ist doch richtig, Elke?

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Beitragvon ehemalige Userin » 21.11.2012, 08:16

Hallo Renate,

ach weisst Du Wikepedia wurde von Dir auch schon öfters genutzt. Was Du glaubst, ist Dir überlassen. Aber dass wir keinen Gläubigenstaat haben, sondern eine Demokratie, das ist ja nun richtig . Vondemher hat man eben nicht die Freiheit einen persönlichen Glauben wissenschaftlich nach EIGNEN Maßstäben propagieren und zu lehren.

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Beitragvon RenateT » 21.11.2012, 08:28

Hallo Renate,

ach weisst Du Wikepedia wurde von Dir auch schon öfters genutzt. Was Du glaubst, ist Dir überlassen. Aber dass wir keinen Gläubigenstaat haben, sondern eine Demokratie, das ist ja nun richtig . Vondemher hat man eben nicht die Freiheit einen persönlichen Glauben wissenschaftlich nach EIGNEN Maßstäben propagieren und zu lehren.
Das ist richtig mit Wikipedia. Es ist allerdings nicht mein Glaubensbekenntnis. In einem Studium an Hochschule und Uni darf man hier in Belgien Wikipedia nicht als Quelle benutzen.

Genau! Wir haben eine Demokratie, in der es eine gewisse Freiheit gibt. Oder geben sollte halt. Der Mensch ist ja nicht für den Staat da, sondern der Staat für den Menschen. Der Staat steht im Dienst des Menschen (im Idealfall :D ) Und der Staat hat nicht das Recht, mir vorzuschreiben, ob ich mehr der Evolution glaube oder Gott.

Wieso hast du eigentlich die Freiheit einen "persönlichen Glauben wissenschaftlich nach EIGNEN Maßstäben propagieren und zu lehren.," Und ich nicht?

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Beitragvon ehemalige Userin » 21.11.2012, 08:34

, in der es eine gewisse Freiheit gibt.

Nur muss man sich an Vorgaben halten. Und in Biologie wird nichts aus der Bibel eingebracht. Das war schon immer so und wird auch so bleiben. Religion und Naturwissenschaften, Erdkunde, ect, sind ganz klar getrennt., Und Kreationismus als nicht anerkannte Pseudowissenschaft eingestuft. Nicht mehr und nicht weniger.

Und wenn Du das privater Weise miteinander verbindest , ist das der persönliche Glaube.


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