Ich bin dann mal weg – täglich auf dem Jakobsweg

Hier könnt ihr Diskussionen bezüglich religiöser Fragen und Meinungen führen - oder auch einfach über religiöse Feste wie Taufen, Konfirmationen etc. brichten. Für Familien mit besonderen Kindern haben religiöse Sitten und Gebräuche schließlich auch einen besonderen Charakter.

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RenateT
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Beitragvon RenateT » 29.05.2013, 10:31

Hallo Mirjam

gehst du allein? Wie ist das mit Gepâck? Wie mit Unterkunft? Teuer?

Renate
Mutter von drei nichtbehinderten Kindern und von Tikvah: schwere Entwicklungsstörung des Gehirns, Epilepsie, frühzeitige Pubertät

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Beitragvon mirjam » 31.05.2013, 17:21

Hallo Renate,

ja ich gehe ganz alleine und bin auch schon aufgeregt. Ich habe jetzt schon im Vorfeld eine Zugticket gekauft und starte in Le Puy en Velay und laufe dann jeden Tag so weit wie ich kann/will. Mir geht es nicht in erster Linie darum Kilometer runterzulaufen.
Das Gepäck nehme ich mit :D Deshalb überlegt man bzw. ich ganz genau was wird wirklich benötigt? Denn das schleppt man ja dann auch.

Unterkünfte gibt es in ganz verschiedenen Preiskategorien und auch Klöster, es gibt Pilgerherbergen mit einen großen Schlafsaal für ca. 10 Euro die Nacht oder auch Privatunterkünfte die dann bis 25 Euro kosten nach oben keine Grenzen.

Persönlich ist das meine größte Angst mit so vielen in einen Schlafsaal, deshalb denke ich werde ich mehr zahlen und immer wieder mal ein Einzelzimmer o.ä mieten.

Liebe Grüße
Mirjam

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Beitragvon RenateT » 31.05.2013, 17:38

Hallo Mirjam

wenn man aber eigentlich kein Pilger ist und doch diesen Weg laufen will, kann man dann auch in Pilgerherbergen oder Klöstern übernachten? Oder nehmen die nur echte Pilger? Ich dachte nämlich, das könnte auch was für uns sein. Aber wir wollen eben nicht als Pilger gelten und ich will da auch ehrlich drin sein. Wir würden den Weg nur laufen, weil er vermutlich gut beschildert und unterhalten ist und man (vermutlich) immer eine Unterkunft findet. Ich hab mir mal die Streckenabschnitte angeschaut. Mir ist das eindeutig zu viel, das würde ich nicht schaffen. Höchstens 15 km pro Tag.

Renate
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Beitragvon mirjam » 31.05.2013, 20:04

Hallo Renate,

ich habe mir das "Pilgerbuch" vom Steinverlag bestellt. Das finde ich besser von den Strecken her. Dort sind nicht nur eine Tagesetappe mit der vorgegebenen Kilometerzahl sondern die Strecke von Herberge bis zur der nächsten Übernachtungsmöglichkeit, sodass man sich viel besser seine Entfernung einteilen kann.
Ich denke 15 Kilometer ist für mich auch realistisch.

Also wie schon oben geschrieben bin ich eigentlich auch kein Pilger in dem Sinn aber bzw. was ist ein Pilger im ursprünglichen Sinne heute noch?

Ich glaube nicht dass der Weg an sich heilig ist, möchte aber für mich die Zeit nutzen viel zu beten und neue Richtung zu finden und dass bietet sich dort sehr an, es gibt viele schöne Kirchen und auch Gottesdienste und Impulse die angeboten werden.

Aber auch einfach das gehen/wandern in der Natur (Schöpfung Gottes) sind glaube ich tolle Voraussetzungen um ruhig zu werden und innezuhalten Auch der Gedanke dass Menschen doch auch viele sich letzthin doch auch aus einer ernsten Sehnsucht nach Gott diesen Weg schon gelaufen sind, finde ich hat was.

Der Jakobsweg ab Le Puy soll einer der schönsten von der Landschaft her sein und wie du schreibst gut ausgeschildert usw.
Es gibt ja diesen Pilgerausweis den man kostenlos beantragen kann und mit dem man dann übernachten kann. Der ist ja nicht konfessionsgebunden. Ich glaube sie freuen sich einfach über Leute die den Alltagsstress entfliehen wollen und zur Ruhe kommen dadurch und vlt. die eine oder andere Gottesbegegnung haben.
Ich glaube nicht dass du das ein schlechtes Gewissen haben musst.
Ich glaube man kann aber auch ohne übernachten? Bin mir aber nicht sicher.


Liebe Grüße
Mirjam

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Beitragvon silke83 » 31.05.2013, 20:50

Ich hab das Buch gelesen von einem Mann, der den Jakobsweg im Rollstuhl gemacht hat. und ich muss sagen, ich hab echt einen totalen Respekt schon von Leuten die das ohne Handicap schaffen, mit Handicap ist es noch um einiges mehr Herausforderung.

Ich könnt mir das mangelnder Kraft auch mit Rolli sowie nicht vorstellen, aber ein kleines Stück wäre auch für mich irgendwann mal sicher auch eine gute Sache.
LG Silke
(*83) Muskelerkrankung - Myopathie unklarer Genese, Trisomie X (mit Z.n. frühkindlicher Epilepsieform)

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Beitragvon RenateT » 31.05.2013, 21:13

Mirjam

bist du denn sowieso sehr sportlich oder hast du trainiert oder gehst du einfach so los?
Entschuldige die Fragen, aber ich finde das super spannend.
Wie ist das mit Angst unterwegs?

Ansonsten Danke für deine Antworten.
ich werde in Gedanken ein bisschen mit dir mitwandern.

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Beitragvon mirjam » 31.05.2013, 21:31

Hallo Renate,

ich bin gar nicht sportlich :D Ich habe mir einfach vorgenommen in meinen Tempo zu laufen (wohl eher gemächlich :D ) Ich möchte da gar keinen Druck haben, vielleicht auch mal den Bus nehmen wenns gar nicht geht oder einfach mal einen Tag ne Ruhepause machen.......mal sehen.

Angst habe ich gar keine.

Was ich gespannt bin wie es mir geht 3 Wochen mit mir zu sein (und Gott). Niemand zum schnacken usw. Totales Kontrastprogramm ....bei mir daheim ist immer was los mit 6 Kindern.
So ein paar Tage halte ich es ganz gut aus, brauche immer einen Tag um zur Ruhe zu kommen aber drei Wochen...............bin ich sehr gespannt wie gut ich es aushalte.

Eine Kollegin hat mir ein Pfefferspray geschenkt :) mit den Ratschlag auf die Windrichtung zu achten.


Ich habe gerne das Buch von Hape Kerkeling gelesen "ich bin dann mal weg" das hat mir auch viel Mut gemacht.

Die letzten Wochen habe ich mich Gedanklich schon sehr damit beschäftigt auch so ganz praktische Sachen, was nehme ich mit? Was wiegt nicht soviel. Stöcke oder nicht? Nur die Psalmen und NT oder ne ganze Bibel (zu schwer)
T-Shirts die schnell trocknen und leicht sind.........Microfaserhandtücher usw.

Schlafsack oder nicht usw. Der Rucksack soll ja nicht mehr wiegen wie ca. 8-10 Kilo, also der gepackte Rucksack :D


Ich berichte dann wenn ich wieder daheim bin, falls es dich interessiert, dann kann ich dir hoffentlich auch Mut machen.

LG Mirjam

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Beitragvon RenateT » 31.05.2013, 21:58

Hallo Mirjam

ja, interessiert mich wirklich.

Ich kann mir auch gar nicht vorstellen um 3 Wochen alleine zu sein. Obwohl ich ein Mensch bin, der gerne allein ist.

Ein NT+Psalmen gibt's piepklein, oder evtl. ja auch auf dem Smartphone, falls du das hast.
NT+Psalmen würde ich schon mitnehmen, die ganz Bibel eher nicht.

Pfefferspray hab ich auch eins; :D

Mein Rucksack auf dem Westweg wog 7 kg. Ich war da noch sehr jung und sehr fitt.
Stöcke sind oft im Weg, aber sehr hilfreich, wenn's nass und rutschig ist.

Photoapparat hast du doch auch dabei, oder? Finde ich im Zeitalter der digitalen Photos sehr wichtig, denn dann kann man noch ganz lang nachgeniessen und die Erinnerungen verblassen nicht so schnell.

Wie kommst du denn an den Ausganspunkt? TGV, Flugzeug, Auto?

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Beitragvon Anne-Katharina » 01.06.2013, 09:34

Hallo Mirijam! Ich wünsche dir einen "buen Camino", eine erlebnisreiche, eindrückliche Zeit mit vielen Begegnungen - seien es die Natur, die Stille, deine Mitpilger oder die tollen Begegnungen am Wegesrand.
So viele Bekannte und Freund von mir sind zur Zeit unterwegs, in Frankreich, in Spanien, in Deutschland...
Und eigentlich wäre ich heute auch wieder gen Spanien aufgebrochen, aber meine Gesundheit, speziell die MS, haben mich meine Pläne nicht in die Tat umsetzen lassen. Derweil bin ich in der Reha und hoffe, dann mal wieder fitter zu werden, so dass die Kraft und Energie zumindest für ein Teilstück wieder reicht.

Hier wurde die Frage gestellt, ob man auch als "Wanderer" und nicht als Pilger in den Herbergen schlafen darf. Jeder, der sich einen Pilgerausweis ausstellen lässt - und das tut fast jeder, egal welcher Beweggrund, darf in den Herbergen schlafen. Was ist ein echter Pilger? Einige behaupten von sich "richtige" Pilger zu sein. Aber ist nur der ein richtiger Pilger, der jeden Meter zu Fuß geht, sein Gepäck alleine trägt, täglich 30km und mehr läuft und mindestens die gesamte Route durch Spanien läuft ein "echter" Pilger? Diese Toleranz habe ich auf meinen über 2000 gelaufenen Kilometern manchmal vermisst - besonders auf der Traditionsroute Camino Francés, bekannt durch Hape Kerkeling. Nicht jeder hat die Möglichkeit 5 Wochen zusammenhängenden Urlaub zu nehmen, die Gesundheit jeden Berg zu erklimmen oder, oder, ..., aber dennoch sind es in meinen Augen echte Pilger. Viele Wanderer werden auf dem Weg zu Pilgern und auch in Santiago kann man - ganaz nach Beweggrund - verschiedene Pilgerurkunden bekommen. Pilger die nur sportliche, kulturelle Gründe angeben bekommen eine andere Urkunde, als Pilger mit religiös, spirituellem Hintergrund. Es gibt soviele Gründe sich auf den Weg zu machen und der Weg ist auch nicht in Santiago zu Ende. Santiago de Compostela ist eine wunderbard Stadt am Wegesrand, aber der Weg geht weiter. Irgendwie sind wir doch alle immer unterwegs, das ganze Leben lang...

Mal wieder etwas lang geworden, aber ich habe schon so viel über dieses Thema nachgedacht, dass mich auch fünf Jahre nach meiner ersten Ankunft in Santiago beschäftigt.
Ein schönes Wochenende wünscht
Anne
Zustand nach Pankreatitis, Meningitis und 15 OP´s, Multiple Sklerose

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mirjam
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Beitragvon mirjam » 01.06.2013, 10:18

Hallo Anne-Katharina,

ich wünsche dir von Herzen dass du wieder fit wirst und dich bald wieder auf den (Jakobs)-Weg machen kannst.

@ Renate, ich fahre mit den Zug von Stuttgart über Strasbourg nach Le Puy. Die Zugfahrt ist echt lang, ich bin von morgens 8 Uhr bis abends 19 Uhr unterwegs.
Einen Photo nehm ich mit und mal gespannt was mir so vor die Linse kommt :D

Heute werde ich noch ein paar Kleinigkeiten besorgen und morgen mal noch meine Liste durchgehen............


Einen schönen Samstag

Mirjam


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