Daniela (Integrationshelferin an Förderschule)

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Daniela Schmidt
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Daniela (Integrationshelferin an Förderschule)

Beitragvon Daniela Schmidt » 24.01.2011, 17:22

Hallo erstmal an Alle. Schon seit fast einem Jahr lese ich leise mit und hab mich jetzt endlich nach Rücksprache mit der Mutter meines Integrationskindes registriert.

Ich arbeite seit ca. eineinhalb Jahren mit meinem Integrationskind. Diagnostiziert wurde bei ihm unter anderem das CFC-Syndrom. Er ist ein 14jähriger Junge, schwerst mehrfach behindert, unheimlich süß und lieb. Ich bin ungelernt, habe keine Vorausbildung. Dennoch hab ich von Beginn an einen guten Kontakt zu ihm aufbauen können. Jeder an unserer Schule ist begeistert von unserem Verhältnis zueinander und besonders die Eltern sind sehr zufrieden mit mir.

Das soll's zunächst erstmal gewesen sein. Ich hoffe auf viele Kontakte und freue mich darauf, noch mehr dazu zu lernen.

Ich danke im Voraus.
Paul, geb. 28.06.1999
Integrationskind, CFC Syndrom, schwere Mehrfachbehinderung, Bewegungsstörung, Körperwahrnehmnungsstörung, Minderwuchs, muskuläre Hypotonie

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Roy1969
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Beitragvon Roy1969 » 24.01.2011, 22:28

Hallo Daniela,

willkommen in diesem Forum.

Ich freue mich von einer I-Kraft zu lesen, da unser Anton laut Einschätzung der Ärzte ab der Einschulung (wird wohl die GB-Schule) ebenfalls eine I-Kraft benötigen wird.

An der für uns zuständigen GB-Schule ist es so das die I-Kräfte Kinderpflegerinnen oder Erzieherinnen sind, an anderen Schulen sind I-Helfer ebenfalls ohne "Vorausbildung", das ist wohl unterschiedlich geregelt. :?: :!:

Du schreibst du hast keine Vorausbildung (gut, ich persönlich finde ja das Einfühlungsvermögen und Lebenserfahrung auch eine Art von Vorausbildung sind :wink: ) - wie kam es denn das du diese schon sehr herausfordernde Aufgabe zu deinem Beruf gemacht hast?

Neugierige Grüße :)
Roswitha
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Beitragvon Isolde » 25.01.2011, 07:24

Hallo liebe Daniela,

herzlich Willkommen hier in unserem Forum,
wir freuen uns über einen regen Austausch untereinander,
und natürlich freuen wir uns auch sehr, wenn auch Du uns ein bisschen mit Deiner Erfahrung zur Seite stehen kannst.

Wie Du schon richtig erkannt hast bin ich eine Mutter mit einem Jungen der ebenfalls das CFC-Syndrom hat. Leiden tut er sicher nicht darunter. Er hat zwar seine Baustellen die ihn aber derzeit zumindest gesundheitlich nicht sehr tangieren. Sein Problem ist eher die geistige Behinderung mit hyperaktiver Neigung und auch sicher autistischen Verhaltensweisen. Alles 3 zusammen macht uns das Leben nicht unbedingt einfach.
Gesundheitlich gehört Jonathan nicht unbedingt zu den "typischen" CFC-Kindern.
Wie ich aber mittlerweile gelernt habe gibt es da sehr wohl ziemliche Unterschiede.
Ich durfte ja schon mit vielen Eltern Kontakt haben und die eine oder andere Familie kenne ich auch persönlich und somit auch die Kinder.

Ich schließe mich einfach mal der Frage von Roswitha an wie es dazu kam dass Du eine solch herausfordernde Aufgabe zu Deinem Beruf gemacht hast.

..............................................................

:roll: :roll: :roll: Übrigens (das sehe ich ja jetzt erst bei näherem Hinschauen) - ich sehe gerade am Geburtsdatum Deines I-Kindes,
ich glaube, ich kenne das Kind - ja, die Abkürzungen und das Geburtsdatum.
Ganz einfach - sag mal der Familie in der Dein I-Kind lebt gaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaanz liebe Grüße. Ich bin ihr noch einen Brief mit meiner neuen Adresse schuldig :lol: :lol: :lol: :roll: :wink:
Mein Jonathan ist genau auf den Tag um 1 Jahr jünger als dieses Kind.

Ist ja jetzt lustig.

Freue mich von Dir zu lesen - gerne auch über PN dann,
weil es dann doch zu persönlich werden könnte hier.

Ganz liebe Grüße - Isolde mit Jonathan
„Ich habe den lieben Gott in manchen Kneipen besser kennengelernt als in manchem Bibelkreis.“ Rainer Maria Schießler, Pfarrer in München St. Maximilian

Jonathans CFC-Syndrom + Unsere Vorstellung + https://www.facebook.com/CfcAngelDeutschland

Daniela Schmidt
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Beitragvon Daniela Schmidt » 25.01.2011, 11:08

Hallo Ihr beiden,

ich freu mich sehr über Eure Antworten.

Ihr wollt also wissen, wie ich dazu gekommen bin, nun als Integrationshelferin zu arbeiten?

Ich war ohne Job in meinem Beruf als Bürokauffrau und stets bemüht etwas zu finden. Meine Arbeitsvermittlerin hat sich dann "verquatscht" und mir von einem Ein-Euro-Job als Schulassistentin erzählt. "Das möchte ich unbedingt machen", sagte ich sofort. Doch so begeistert war sie davon nicht. Ich hab also gebettelt darum, mich um diesen Job bewerben zu dürfen. Dass ich dort quasi "kostenlos" arbeiten würde, war mir egal. Es war das, was ich machen wollte. Ich arbeitete dann also ein Jahr als Schulassistentin im Schulteil für Lernbehinderte Kinder in einer 3. Klasse.

Das bereitete mir großen Spaß und ich war sehr traurig, dass dieser Job nach einem Jahr auslaufen würde. Alle waren aber so begeistert von meiner Arbeit, dass sich all meine Kolleginnen und Kollegen bei einer Mitarbeiterversammlung für mich einsetzten. Der Job als Integrationshilfe für T. war frei geworden, weil sich seine bisherige für einen neuen Job an einem Kindergarten beworben hatte.

Man fragte mich also, ob ich das machen wollte. Und ich sagte sofort zu. Ich lernte T. kennen und zwischen uns entstand sofort eine Verbindung.

Ja, ich habe keine Ausbildung im Bereich der Kindererziehung. Ich lebe nur von meiner Erfahrung als Mutter und dem, was ich hier an der Schule täglich dazu lerne. Ich werde von allen Seiten unterstützt und man nimmt kaum noch wahr, dass ich nicht die Ausbildung der andere besitze. Die Eltern meines Integrationskindes haben damit zum Glück auch kein Problem. Ihnen war die Persönlichkeit und die Nähe zu T. viel wichtiger.

T. hat sich schnell an mich gewöhnt und inzwischen hat er einen unübersehbaren Bezug zu mir. Alle schwärmen davon, weil sie ihn noch als "anderes" Kind kennen. Unruhig, weinerlich, er soll den ganzen Tag "gejammert" haben. Das ist heute anders. T. geht es sogar so gut, dass er mittlerweile den Schulalltag komplett bewältigen kann. Vorher war er "nur" bis mittags in der Schule.

Für mich ist die Arbeit mit T. und den anderen Kindern eine Erfüllung. Es ist kein Job. Ich gehe jeden Tag gern hier her und freue mich hier tätig sein zu dürfen. Ich weiß, dass ich das vielen Menschen zu verdanken habe.

Liebe Isolde...., ich melde mich per PN bei dir!

ganz liebe Grüße an euch alle!
Paul, geb. 28.06.1999
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Beitragvon Isolde » 25.01.2011, 13:11

Hallo Daniela,

ja T. ist auch ein ganz Süßer - das stimmt und er kann so toll lachen.
T. und Jonathan kennen sich auch, aber Jonathan sieht wieder etwas anders aus - ich schicke Dir dann mal per PN ein Bild,
damit Du auch den Unterschied sehen kannst wie facettenreich das CFC-Syndrom am Ende ist, alleine nur von außen betrachtet.

Aber - ich finde es ganz klasse, dass sich damals Deine Kolleginnen und Kollegen so für Dich eingesetzt haben,
dass Du Deine Tätigkeit behalten kannst.
Das finde ich super und spricht sehr für Dich,
bzw. ein gutes Stück gegen die ARGE.

Ich wünsche Dir weiterhin ganz viel Freude in Deiner Arbeit.

Liebe Grüße - Isolde
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Beitragvon SimoneKesh » 10.07.2013, 18:20

Liebe Daniela,
da deine Enträge hier schon sehr alt sind, hoffe ich, dass du überhaupt noch in diesem Forum bist. Auf unseren Sohn kommt wahrscheinlich auch die Notwendigkeit einer I-Kraft zu, obwohl wir da noch 2 Jahre Zeit haben. Wenn ich das richtig verstehe, kommen I-Kräfte zum Einsatz, wenn ein behindertes Kind in eine Regelschule bzw. Inklusionsschule soll, richtig?Wenn das Kind in eine reine Förderschule geht, dann nicht? Würdest du denn sagen, dass T. gut zwischen all den nicht-behinderten Kindern integriert ist? Ich habe schon gehört, dass Inklusion zwar ein guter Gedanke ist und die nicht-behindetren Kinder die behindetren eigentlich gut akzeptieren, aber wenn es darum geht, außerhalb der Schule oder am Nachmittag etc Freundschaften zu schließen, dann bleiben die behinderten Kinder außen vor, weil sie ja doch "ziemlich uncool sind".
Würde mich sehr über deine Einschätzung freuen.


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