Lamotrigin einschleichen - ab wann Wirkung und welche?

Hier geht es um Epilepsie und die Behandlung verschiedener Epilepsie-Formen mit Medikamenten.

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Tina7006
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Beitragvon Tina7006 » 07.03.2011, 11:56

Da bin ich echt zuversichtlich, das auch wir mit dem Lamotrigin unseren Sohn "wieder bekommen"!!!

Wir waren erst für 2 Wochen im Krankenhaus wegen einer Unverträglichkeit gegen Topimarat.
Felix hat nicht mehr gegessen, getrunken und nicht mehr am Leben teilgenommen, er hat nur noch
apatisch rumgesessen und Löcher in die Kuft gestarrt.
Zum Glück waren wir noch in der Eindosierungsphase und konnten einfach abbrechen.

Jetzt bekommt er Valproinsäure (vorher auch schon) 300 - 0 - 300
Oxcarbamazepin (Neu, für Übergang) 150 - 0 - 150
und Lamatrogin in der Eingewöhnung 2,5 mg nur morgens, wegen der Hautausschläge.

In 3 Wochen gehen wir auf 2,5 - 0 - 2,5 und dann langsam hoch bis 10 - 0 - 10.
Dann soll das Oxcarbazepin wieder raus.
Durch die Valproinsäure ist 10 mg auch unsere Höchstdosis.

Inzwischen geht es Felix wieder einigermaßen gut, er ißt wieder ordentlich,
Löcher starren macht er nur noch selten, aber trinken ist aus..............
Keine Chance er trinkt nicht mehr.
Wir durften nach Hause mit der Vorgabe mindestens 300 ml Wackelpudding am Tag zu geben und trinken üben :shock:

Haben jetzt diverse Schnabeltassen und Becher gekauft und üben, aber der kleine Bock will nicht :twisted:
Bin völlig hilf- und ratlos. Bisher hatte er immer noch seine Nuckelflasche, aber die will er ÜBERHAUPT nicht mehr.

LG Tina
Tina *70,Sven *77 und Felix *11/06 Spina bifida, Shunt versorgt (9. OP) ACM Typ II, Epilepsie (VNS seit 02/2013), Hirnsubstanzminderung, Kleinhirninfarkte, Seh-Verarbeitungsstörung, komplexe Entwicklungsstörung, PEG 04/11; PS III, GdB 100%, sehr fröhlich und lustig

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Dani+Feli
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sicherer Wechsel zu Lamotrigin?

Beitragvon Dani+Feli » 07.03.2011, 21:48

Hallo Conny,
eine 100%ige Anfallsfreiheit gibt es ja eh nicht, leider.
Wir könnten diese kleinen Anfälle respektieren, wenn es Feli nicht seelisch
oder motorisch beeinträchtigt.
Wenn alle 4 Wo 1 Anfall käme, würde das Gehirn nicht lernen können,
anfallsfrei zu werden. Deshalb sollten wir wechseln, wenn OXC nicht so
reicht. Das OXC zu erhöhen, würde die Motorik wieder verschlechtern.
Das LTG einzuschleichen dauert sehr lange.
Gibt es etwas dazwischen?
Am 18.03.11 haben wir das EEG und das Arztgespräch.
Bis dahin kann ich ruhig abwarten.
LG Dani

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Beitragvon Irmi 2 » 08.03.2011, 11:52

Hallo Dani,

könnte es denn eine Möglichkeit sein, OXC gaaaanz langsam nochmal anzuheben in derDosis ,wenn ihr das Gefühl habt ,das es sonst gut wirkt?

Meinst Du mit "gibt es etwas dazwischen" ein Medi für die Übergangszeit ,bis LTG richtig wirkt?

@Tina: schön ,das es Felix besser geht, das Nicht Trinken ist natürlich blöd!Wahrscheinlich hast du es schon mit allem möglichen probiert...kannst du ihn mit besonderen Getränken ,die es sonst nicht gibt ( zb Saft ,Fanta, Trinkpäckchen oä) "locken" ? Oder Strohhalm? Ansonsten: Wackelpudding ,Obst mit hohem Flüüssigkeitsanteil ,Suppe und immer wieder probieren :?

LG Conny

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Beitragvon Dani+Feli » 08.03.2011, 16:54

Hallo Conny,
ja, ein 3. Medikament um OXC rauszuschleichen.
Würde das leicht erhöhte OXC, nicht wieder die Motorik beeinträchtigen?
Wirkt denn LTG schon ab 10-0-10 oder ab 25-0-25 als Monomedikament?
LG Dani

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Beitragvon Irmi 2 » 08.03.2011, 18:20

Hallo Dani,

als "Übergangsmedikament" wird gerne Frisium genommen ( aber nicht nur ,ist auch als Dauermedi zT im Einsatz),eben bis das "Hauptmedi" wirkt und dann wird es wieder abgesetzt. Ob es auch für eure Epilepsieform gut geeignet wäre ,weiß ich nicht, aber du kannst es ja mal im Hinterkopf behalten und gegebenenfalls den Doc fragen.

Ob und inwiefern OXC die Motorik ( wieder ) beinträchtigt ist schwierig ,manchmal ist es so ,wenn man ein Medi ganz,ganz langsam hochdosiert ,das es dann besser verträglich ist ...Wurde es denn bei euch rasch hochdosiert oder sowieso schon langsam?

Ab wann Lamotrigin wirkt ,ist schwierig zu sagen , ich habe schon von Kindern mit einer Minidosis gehört ,wo es gewirkt hat ,andere bekommen es hochdosiert...Das ist eben so schwierig bei Epilepsie und den Medi`s: es kann je nach Kind --oder Erwachsenen --so unterschiedlich von Wirkung und Nebenwirkung sein,was der eine super verträgt ,ist für den nächsten ein Desaster :(


LG Conny

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Wechsel der Medis?

Beitragvon Dani+Feli » 08.03.2011, 18:40

Hallo Conny,
.
Das ist eine gute Frage zu OXC.
Die ersten 3 Abende bekam Feli 0-0-75mg, 8 Tage 0-0-150mg, 8 Tage 150-0-150mg. Es wurde seine Aussprache schlechter. 8 Tage auf 75-0-150mg, 8 Tagen auf 75-0-75mg gegangen sind.
Ist das nun alles schnell oder langsam gewesen?
Mit 150-0-150mg waren wir sogar im unteren Wirkspiegelbereich, so das
der Doktor meint, dann wäre es irgendwann besser auf LTG zu wechseln.
Denn mit OXC 75-0-75mg, sind wir nicht mehr im Wirkspiegelbereich und haben leider die kleinen Anfälle. Die Motorik ist wieder besser.
LG Dani

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Beginn mit LTG!

Beitragvon Dani+Feli » 09.03.2011, 21:20

Hallo ihr Lieben,
heute hatte Feli wieder einen Anfall, somit riefen wir auch den Neurologen
an und besprachen den Wechsel auf Lamotrigin.

Sollte man immer mit 2,5mg anfangen oder kann man mit 5mg anfangen.
Feli ist 20kg schwer und 120cm groß. Sonstige Allergien oder Hautprobleme hat er bisher nicht gehabt.
Die Aufdosierung soll nach 2 Wo um 5mg steigen. Ab 10mg, jede Woche steigern. Das kommt mir alles zu schnell vor?
Bei 20-0-20mg LTG sollen wir stehen bleiben.
Hilfe! Danke!
LG Dani

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Beitragvon Irmi 2 » 10.03.2011, 12:00

Hallo Dani,

das tut mir leid ,das so schnell nun wieder ein Anfall kam!

Somit haben sich die Fragen zum OXC erübrigt ,hmm?


Ich weiß gar nicht mehr ,wie schnell wir LTG gesteigert haben :oops: ist schon so lange her! Auf jeden Fall mit der niedrigen Dosis anfangen ,auch wenn es einem wenig vorkommt und lange dauert----> sollte es zu einer Reaktion kommen ist damit nicht zu spaßen!
Auch ohne Allergien und Hautprobleme kann eine Reaktion auftreten ,es ist zwar sehr selten ,aber trotzdem ist Vorsicht geboten!
Wenn 20-0-20mg erstmal die Zieldosis ist ,habt ihr ja noch Luft nach oben , wünsche euch natürlich ,das es gut wirkt ,aber es ist ja auch beruhigend ,wenn man weiß ,man hat noch Spielraum!

Alles Gut Conny

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Lamotrigin mit 2,5mg oder 5mg starten?

Beitragvon Dani+Feli » 12.03.2011, 09:39

Hallo ihr Lieben,
der Doc meinte, wir dürfen schon mit 5mg anfangen (20kg,120cm,6J).
Kann ich auch die 1. Wo mit 2,5-0-2,5mg anfangen und die 2.Wo mit 5mg 1x weiter machen? Die 5mg werden nach 2 Wo erhöht auf 10mg/Tag 1x oder
5-0-5mg . Was ist besser wegen der Hautreaktionen?
Was für Kriterien gibt es für die Anfangsdosis und Anfangszeiträume beim
aufdosieren über den Tag verteilt oder 1x abends oder 1x morgens?
LG Dani

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Reni08
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Beitragvon Reni08 » 12.03.2011, 21:08

Hallo Dani,
Paul hat therapieresistente Epilepsie mit Myoklonien in dem rechten Arm. Wir haben schon ca.15 Medis durch.
Er hat jetzt Orferil long 150 - 225, Frisium 2,5 - 0,5, Lamotrigin 25 - 25

Als wir das Lamotrigin eingeschlichen haben, damals nur mit Frisium(bekommt er schon von 5 Monaten an), hat Paul 4 Wochen lang 2mg bekommen.
Er war damals 10 Monate und ca 8kg. Man musste den Körper langsam sensibilisieren. Ein zu schnelles eindosieren würde Allergische Reaktion hervorrufen und dann könnte man Lamotrigin nicht mehr nehmen.
Bei Paul war es das Erste, neben Cotison, das was gebracht hat.
Wir haben dann festgestellt, dass er morgens mehr krampft und nach der Medigabe nicht mehr.
Dann haben wir Orferil dazugenommen weil es den Spiegel gleichmäßiger hält.

Also ich würde lieber langsamer reingehen.
Viel Erfolg!
LG Renate
Paul*2008 schwere Asphyxie nach vorzeitiger Plazentalösung, therapieresistente Epilepsie, kein sitzen oder krabbeln.
Sagt Mama, Papa und meist gute Augensprache. Mit dem Rollifahren klappts auch immer besser.
E.*2010 kleiner Wirbelwind


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