Stephanie - Logopädin

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Doreen1976
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Beitragvon Doreen1976 » 16.07.2010, 11:19

Hallo Logo-Steffi, ich habe mal eine Frage hast Du auch erfahrung mit der Guk Therapie

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Line73
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Beitragvon Line73 » 16.07.2010, 13:41

Hallo Steffi,

zunächst auch von mir ein herzliches Willkommen in diesem schönen Forum :)

Vielleicht könntest Du mir auch bei meiner Frage helfen:

Anne hat Sprachschwierigkeiten, die wohl eher von der Mundmotorik herrühren. Seit knapp einem Jahr bekommt sie Logopädie. Gestern waren wir bei einer neuen Logopädin, die meinte, ihr Zungenbändchen wäre zu weit vorgewachsen. Gestern abend habe ich mal nachgesehen und es ist tatsächlich sehr weit vorne. So kann Anne keine spitze Zunge machen etc. Ihre Zunge ist eher wie ein "Pfannkuchen" :wink:

Würde eine kleine OP Sinn machen? Schließlich bräuchte sie dazu ja auch eine Vollnarkose. Wenn es nicht unbedingt nötig ist, würde ich natürlich davon absehen.
Oder kann man durch gezielte motorische Übungen die Sprache auch so verbessern, denn ansich kann sie auch alle Konsonanten sprechen. Nur die Verbindung klappt oft noch nicht (br, gr, fr usw.)

Vielen lieben Dank,

Line
Anne, geb. August 2005, Frühchen, ca. 12 Mon. entwicklungsverzögert in Sprache, Gleichgewicht, Fein-, Grobmotorik, Augen-Hand-Koordination, Konzentration, Verdacht auf audit. Wahrnehmungsstörung, schwacher Muskeltonus

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Beitragvon Logo-Steffi » 16.07.2010, 13:44

Hallo Doreen,
ja ich habe Erfahrung mit GuK. Was genau möchtest du denn wissen?

Gruß Steffi
"Die Stärken stärken schwächt die Schwächen"

Logo-Steffi
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Beitragvon Logo-Steffi » 17.07.2010, 09:42

Hallo Line,
wie in vielen Fällen, ist es auch bei deiner Frage ohne genaue Kenntnis der Situation im Mund sehr schwer zu beurteilen, ob eine OP sinnvoll wäre. Da deine Tochter die einzelnen Konsonanten bereits spricht, denke ich eher daran, dass der schnelle Wechsel zwischen 2 oder mehreren Lauten das Problem ist. Ich kenne viele Kinder, die trotz ganz kurzem Zungenbändchen gut sprechen können. Mein Vorschlag wäre:
intensiv Mundmotorik und hier v.a. alle Übungen die dehnende Wirkung haben, z.B. Zunge Richtung Nase, rausstrecken, Lippen ablecken - viel mit Zunge außerhalb vom Mund..... Daneben sollte auf jeden Fall auch der schnelle Positionswechsel geübt werden (nennt sich auf schlau Diadochokinese), z.B. mit züngeln wie eine Schlange, "Scheibenwischer" (schnell hin und her zwischen den Mundwinkeln, schnell auf und ab...) oder mit Sprüchen, z.B. große Uhren machen tik-tak...
Mit den Lauten P-T-K in verschiedenen Abfolgen und Variationen im Wort trainiert man auch diese Diadochokinese. Das weiß aber sicher auch deine Logopädin.
Frag sie mal, ob sie TAKTKIN kennt. Damit könnte man die gezielte Abfolge noch unterstützen und den Bewegungsplan sozusagen im Hirn festschreiben.

Grundsätzlich ist es so, dass Wörter, die eine abwechselnde Konsonanten-Vokal-Struktur haben leichter zu sprechen sind, als solche bei denen mehrere Konsonanten hintereinander kommen.Ddie motorische Leistung ist einfach deutlich höher, weil die Zunge längere Wege zurücklegen muss.
Wie gesagt, vor einer OP würde ich auf jeden Fall mit oben beschriebenen Mittel versuchen eine Verbesserung herbeizuführen. Falls das nicht gelingt, ist eine Op immer noch möglich. Wichtig ist, dass Anne gut schlucken kann. Falls die Zunge derart festgewachsen ist, dass es noch nicht einmal möglich ist, an den Ruhelagepunkt zu kommen (kleiner Hubbel gleich hinter den oberen Schneidezähnen), dann ist sofortiger Handlungsbedarf.
Ich wünsch euch viel Erfolg
bis dahin liebe Grüße
Steffi
"Die Stärken stärken schwächt die Schwächen"

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Beitragvon PatriciaS » 17.07.2010, 13:12

Hallo Steffi,

vielen Dank für Deine Antwort. Wir lassen es langsam angehen, werde auch noch mal die Logopädin im Kiga ansprechen.

LG - Patricia
Patricia mit Colin *04/2005, ehem. Frühchen 26.SSW, ICP mit beinbetonter Spastik, bisher nicht-shuntpflichtiger Hydrocephalus nach Hirnblutung II.°, Kleinhirnhypoplasie nach Hirninfarkt, Schwerhörigkeit, Strabismus, schwere Sprachentwicklungsbehinderung. 2016 erfolgreich an beiden Hüften operiert incl. Weichteil-OP. Ein richtig toller Kämpfer !

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Beitragvon Line73 » 17.07.2010, 13:25

Hallo Logo-Steffi,

vielen Dank für Deine schnelle Nachricht.

Beim Schlucken hat Anne eher mal Probleme, wenn sie nicht richtig kaut. Ich denke, das ist aber auch bei anderen Kindern so.

TAKTIN wird hier -soweit mir bekannt ist- von keinem Logopäden angeboten. Wir wohnen sehr ländlich und haben daher auch nur wenig Auswahl.
Unsere neue Logopädin wird nun auch mehr Zungenmotorik mit Anne trainieren, während die alte vorwiegend Spiele und PC-Spiele mit ihr gemacht hat.
Die Therapie bei der neuen Logopädin wird aber erst nach der Reha, also im Oktober beginnen.

Jedenfalls werden wir nun doch erst Mal die Reha abwarten. Wenn es nicht unbedingt nötig ist, werde ich sie auch nicht operieren lassen.

Vielen Dank für Deine Antwort und

LG Line
Anne, geb. August 2005, Frühchen, ca. 12 Mon. entwicklungsverzögert in Sprache, Gleichgewicht, Fein-, Grobmotorik, Augen-Hand-Koordination, Konzentration, Verdacht auf audit. Wahrnehmungsstörung, schwacher Muskeltonus

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Beitragvon ehemalige Userin » 17.07.2010, 14:17

Hallo Steffi

Auch von mir ein HERZLICHES WILLKOMMEN hier im tolen Forum.

Mein Sohn kam in der 26 ssw per Not Sectio auf die Welt.
Ab dem 3.8 besucht er einen HPK, wo er dann später auch Logo bekommen soll.

Im Sept wird er 3 Jahre und bekommt die 5 stunde jetzt Castillo Morallis. Machts Du soetwas auch?

Mein Sohn fing vor einem halben Jahr an mit sprechen, setzt noch verkehrte anfangsbuchstaben für die, die er noch nicht sprechen kann ein. Für das W das M für das J das N u.s.w oder läßt die anfangsbuchstaben ganz weg.

Er hat probleme mit der Mundmotorik, seine Zunge liegt beim sprechen unten und spricht daher undeutlich. Und er trinkt noch nicht aus einem Becher, er hat noch immer diesen Saugreflex von der Nuckelflasche.
Ich übe und übe mit Ihm aus dem Becher trinken, aber er nuckelt und saugt nur wie wild daran. Auch aus dem Strohhalm trinken klappt überhaupt nicht. Durch pusten ja, aber trinken nein.

Vielleicht hättest Du ja einige tipps für mich, wie wir das aus dem Becher trinken trainieren können.

Auch wurde bei ihm jetzt eine kleine Gaumenspalte festgestellt, da waren wir zum abklären um was für eine es sich handelt jetzt beim HNO. Es ist zum Glück nichts schlimmes und muß nicht behandelt werden, aber weiter kontrolliert werden.

Er kaut auch die Nahrung nicht richtig, er lutscht sie mehr weich. Er verschluckt sich schnell am essen und übergibt sich täglich. Einen Reflux wurde allerdings ausgeschlossen.

Noch mal HERZLICH WILLKOMMEN hier im Forum

Gruß Jessica :)

Logo-Steffi
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Beitragvon Logo-Steffi » 19.07.2010, 08:23

Hallo Jessica79,
hab jetzt mal geguckt, wie das Buch heißt, das ich im Kopf hatte wg. Fütterproblemen. Also es gibt ein allerdings sehr teures Buch (ca. 54 Euro), das sehr ausführlich alles beschreibt. Es heißt: "Mund- und Esstherapie bei Kindern" v. Suzanne Evans Morris und Marsha Dunn Klein. Dieses Buch wurde aus dem Amerikanischen übersetzt und ist wirklich gut geschrieben. Ein anderes, billigeres und evtl. ausreichendes Buch wäre: "Fütterstörungen - ein Ratgeber für Ess- und Trinkprobleme bei Kleinkindern" Dieses Buch kostet ca. 30 Euro. Den Autor kenne ich hier leider nicht. Aber ich habe geschaut - unter dem Titel ist es z.B. bei Amazon zu bekommen.

Castillo Morales mache ich NOCH nicht, finde ich aber als Methode seeeehr gut. Sobald ich Zeit habe und ein Seminar angeboten wird, werde ich das auf jeden Fall auch lernen. Allerdings braucht man sehr gute anatomische Kenntnisse und ein bisschen Routine, um die Methode effektiv anwenden zu können. Ich nehme an, deine Logopädin macht das sehr gut.

Wg der Gaumenspalte kann man geteilter Meinung sein. wir haben gelernt, dass auch sog. submuköse Spalten geschlossen werden müssen. Aber ich denke ihr seid in guten Händen. Wie ist es denn mit dem Stimmklang? Spricht er sehr nasal?
Das Trinken kann durchaus auch deshalb nicht funktionieren, weil im Mundbereich nicht der nötige Unterdruck erzeugt werden kann. Das Gaumensegel bleibt schwach und der 1. Saugreflex bleibt erhalten. Kannst das Thema ja mal mit deinem Arzt und deiner Logopädin diskutieren.

Bis dahin wünsche ich euch eine schöne Sommerwoche

liebe Grüße Steffi
"Die Stärken stärken schwächt die Schwächen"

ehemalige Userin

Ab wann Logo

Beitragvon ehemalige Userin » 05.10.2010, 17:19

Hallo

Ich habe einen fast 4 jährigen Sohn der eine sensorische Inegrationsstörung hat.

Beim letzten SPZ Termin habe ich die Ärztin gefragt wie es mit einer Sprachtherapie aussieht, weil mein Sohn lispelt. Sowohl die Ergotherapeutin als auch der Kindergarten hatte mich schon drauf angeprochen. Als Antwort bekam ich nur mit einer Sprachtherapie muss man warten bis Fabian 5 Jahre alt ist. Jetzt lese ich in einem Beitrag, dass mit 5 schon viel abgeschlossen ist.

So langsam werde ich wahnsinnig bei Ärzten. :roll: Auch die Ergotherapie zu bekommen war nicht einfach. Ich hab den Kinderarzt gewechselt, weil der frühere Arzt der Meinung war, dass sich alles von alleine auswächst.

Viele Grüße und lieben Dank für die Antwort
Steffie

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Logo-Steffi
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Beitragvon Logo-Steffi » 11.10.2010, 11:25

Hallo SteffieKoeln,
ich denke, in deinem Fall ist es zunächst einmal wichtig, herauszufinden, was Priorität hat. Sollte dein Sohn tatsächlich NUR lispeln, hat dein Kinderarzt durchaus recht. Aber oft ist das Lispeln nur die sichtbare Spitze des Eisberges und in Wirklichkeit steckt viel mehr dahinter. Du schreibst, dein Sohn hat eine sensorische Integrationsstörung. Es wäre nun zunächst einmal wichtig abzuklären, welche Bereiche es betrifft. Ist diese ganzkörperlich oder zB. auf den oralen Bereich (Mund) begrenzt? Diese Frage kann dir die ERgotherapeutin beantworten. Wenn noch große Defizite im gesamtkörperlichen Bereich da sind, ist es wichtig, diese zuerst zu behandeln. Darauf aufbauend kann dann die SI im Mundbereich erfolgen. Sicher gibt es auch logopädisch Möglichkeiten, beide Bereiche parallel zu behandeln, aber in erster Linie ist es wichtig, deinen Sohn nicht zu sehr zu überfrachten mit "Input", damit ihm auch noch Zeit zum Verarbeiten bleibt. Mögliche Wege sind z.B. eine Intervalltherapie (3-4 Monate Ergo - 3-4 Monate Logo - evtl. Pausen dazwischen) oder aber erst ERgo soweit weiterführen, bis die größten Defizite behandelt sind und dann erst Logo.
Es stimmt, wenn du sagt, mit 5 ist schon vieles gelaufen. MAn muss allerdings aber auch differenzieren, welchen Bereich der Logopädie es betrifft. Wortschatz und Grammatik sollten bei einem normal entwickelten Kind mit Ende 4 weitestgehend erworben sein. Es ist auch tatsächlich so, dass sich motorische Muster am Ehesten im frühen Alter korrigieren lassen. Es werden aber auch ältere Kinder (Jugendliche) durchaus noch erfolgreich behandelt.

Ich hoffe, diese Antwort hilft dir ein bisschen weiter.
Liebe Grüße
Logo-Steffi
"Die Stärken stärken schwächt die Schwächen"


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