Abgetrieben!

Hier könnt ihr Gedichte, Texte und kleine Geschichten zum Thema "besonderes Kind" einstellen und darüber dikutieren.

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Lienchens Mama
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Beitragvon Lienchens Mama » 03.12.2010, 15:40

Hallo Norbert,

ich glaube nicht, dass es auch nur einen Bauherrn gibt, der ein Haus bauen lässt, ohne Pläne, mit genauen Angaben usw.... also, ohne fertige Baupläne. Ohne die ist es noch nicht einmal möglich auch nur einen Bauantrag einzureichen, geschweige denn genehmigen zu lassen.
Du siehst, Pläne sind wichtig. Bei Häusern und in unserem Leben und überhaupt. Wer würde Geld bezahlen für ein Haus, wo er vorher nicht weiß, was hinterher bei raus kommt. Es ist wichtig zu wissen, wo das Ziel ist.
Hast du schon mal einen Wettkampf ohne Ziel gesehen? Sinnlos, oder?

LG Angela

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NorbertMN
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Beitragvon NorbertMN » 03.12.2010, 15:54

Hallo Angela,

ich glaube, hier erreicht das Bild seine Grenze.

Ausgangspunkt der ganzen Diskussion war, dass ich in der Abtreibungsdebatte vor "fundamentalistischen Lösungen" gewarnt habe. Die Fundamentalisten wollen da immer "klare Grenzen". Ich meine dagegen, dass es die in dieser Frage nicht geben kann. Zieht man sie trotzdem, wird es unmenschlich.

Das kann man schon auf den Fundamentalismus schlechthin verallgemeinern.

Wer glaubt, er hat mit seiner Grundüberzeugung (also dem "Fundament") schon das Instrument in der Hand, mit dem er alle anfallenden Fragen beantworten könnte, läuft Gefahr, doktrinär und totalitär zu werden. Ich bin dagegen für eine Ethik des Aus- und Abgleichs verschiedener Interessen. Dabei gibt es selten "saubere" Lösungen (und schon gar keine "Endlösungen"). Dafür aber menschliche.

Gruß,
Norbert
Vater von Lorenz, Jg. 1994, frühkindlicher Autismus mit schwerer bis schwerster geistiger Behinderung. Tochter Jg. 88, berufstätig und außer Haus

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Beitragvon RenateT » 03.12.2010, 18:56

Es juckt mich in den Fingern...aber vorläufig gelingt es mir noch, mich zu beherrschen. :D :D :D

Trotzdem liebe Grüsse

Renate
Mutter von drei nichtbehinderten Kindern und von Tikvah: schwere Entwicklungsstörung des Gehirns, Epilepsie, frühzeitige Pubertät

"Mut ist Angst die gebetet hat." Corrie ten Boom

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Beitragvon Gisi » 03.12.2010, 19:00

*malbisschenjuckpulverausstreu*
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und Nina 10/01 frühkindlicher Autismus, seit Juni 2009 in einer Wohngruppe
Das Gegenteil von "gut" ist "gut gemeint"!

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Beitragvon RenateT » 03.12.2010, 19:03

vorläufig niesse ich nicht!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! :D :D :D :D :D

Renate
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Beitragvon Stephanie2 » 03.12.2010, 19:29

Hallo Norbert,
danke für Deine tollen Beiträge. Frau freut sich über diese sehr menschliche und dogmafreie Sichtweise. Konsens findet man mit denen, die meinen die einzige Wahrheit zu kennen, schon per se nicht. Eine Wahrheitsdiktatur kann nicht tolerieren was abweicht. Es ist eine endlose Schleife des sich selbst bestätigenden Rechtes, über andere erhaben zu sein. Auf solche der Art der Bevormundung mag auch ich gerne verzichten.
Schönes Wochenende

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Beitragvon Gisi » 03.12.2010, 19:48

Stephanie, ich werde aus deinen Beitrag nicht schlau. Ist der nun Ironisch oder nicht :oops:
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Das Gegenteil von "gut" ist "gut gemeint"!

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Beitragvon Stephanie2 » 03.12.2010, 19:51

Brauchst nicht rot werden.
Was daran sollte ironisch sein? Ich meine es so, wie es da steht.

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Beitragvon MarkusB. » 03.12.2010, 20:24

Hallo zusammen,

interessant finde ich an der Diskussion, dass jeder seinen eigenen Standpunkt hat und diesen auch zu begründen weiß. Der eine findet die (Möglichkeit der) Abtreibung völlig legitim, der nächste wiegelt ab und der dritte bezeichnet es als Mord. - Die Diskussion scheitert erst in dem Moment, wo man versucht, andere von seinem Standpunkt zu überzeugen; vor allem wenn die Ansichten bzw. Argumentationsgrundlagen weit auseinander liegen.

Warum ist es so schwer, eine Meinung zu akzeptieren, die von der eigenen abweicht? Ist es nicht gerade die Vielfalt der Meinungen, die charakteristisch ist für den Begriff der (Entscheidungs-) Freiheit? - Oder habe ich da etwas fundamentales :wink: übersehen?
Liebe Grüße
Markus

Ich bin übrigens der Junge auf dem Avatar, ein Asperger-Autist. Das war ich 1981 im Alter von 6 Jahren.
Weitere Infos in meiner Vorstellung. | Mein Projekt: Infos und Adressen zur Autismusdiagnostik.

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Beitragvon NorbertMN » 03.12.2010, 23:27

Markus, das verstehe ich nicht. Nix gegen Vielfalt der Meinung, aber wenn es um Strafe oder Straffreiheit der Abtreibung geht, muss man ja am Ende zu einer Lösung kommen, die dann für alle gilt. Deshalb wird gestritten.

Und an Respekt für die andere Meinung mangelt es hier in diesem Thread kein bisschen! Wir gehen alle anständig miteinander um, finde ich.

Gruß,
Norbert
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