Mitarbeiterin FED u. Master-Schreiberin Persönl. Budget

Hier stellen sich verschieden Fachleute vor, die im REHAkids Forum aktiv sind.

Moderatoren: Tobias, Moderatorengruppe

Mareike HP
Heilpädagogin
Heilpädagogin
Beiträge: 23
Registriert: 13.06.2008, 13:20
Wohnort: Teltow
Kontaktdaten:

Beitragvon Mareike HP » 17.06.2008, 17:33

Huhu,

wenn es einem so schwer gemacht wir, das PB zu beziehen, dann frage ich mich, ob die die Leute mit Behinderungen auf den Arm nehmen wollen. Die Broschüre in leichter und normaler Sprache rauszugeben ist ja ganz schön...Aber wenn dann ein Mensch mit Down Syndrom bei einer Sevicestelle anruft und so abprallt wie es mir und anderen geschehen ist, ist doch klar, was passiert!
Ich glaube auch nicht, dass Eltern, die gerade sowieso viel im Leben zu klären haben in der Lage sind, sich noch "unnötig" mit Behörden herum zu zanken, weil sie nicht in eine herkömmliche FF stelle gehen wollen. Bin mal gespannt, wie die Sache weiter geht.
Liebe Grüße
Mareike

Werbung
 
Benutzeravatar
claudia christiane
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 2104
Registriert: 01.04.2006, 19:36
Wohnort: Berlin / Brandenburg

Beitragvon claudia christiane » 23.06.2008, 09:59

hallo,
ich bin mit dem pB sehr zufrieden. wir bekommen die 31€ verbrauchsmittelpauschale und den i-status (mehrbedarf) zur privaten kita bezahlt. die verbrauchsmittelpauschale hätten wir nie in bar ausgezahlt bekommen. die i-kostenerstattung hat die möglichkeiten der sachbearbeiter enorm erleichtert. damit bekommt mein kind genau das was er individuell braucht. fahrtkosten nutzen wir nicht. freizeitassi machen wir, wenn mein sohn älter ist.

ich habe leider die erfahrung machen müssen, dass wirklich niemand bescheid weiß. nicht die leute, welche bezahlen müssen - noch die leute, welche damit echt arbeitsmäßig eine alternative von hätten (zum beispiel: frühförderung in potsdam bzw. die tollen infoveranstalltungen zum thema pB laufen auch inhaltlich völlig falsch- die eingeladenen experten von aok .... sind völlig falsch informiert ebenso auch der behindertenbeauftragte der stadt)

wenn ich mir da den freizeitassi überlege, wie man mit freude an der arbeit geld verdienen kann.... .
liebe grüße claudia
es grüßt herzlich
claudia

1,80 m großes, pupertierendes Goldstück: hörgeräte, hirnfehlbildung m. verlust d. marklageranteile u.d. thalamus ... . lernblockaden, aktivitäts-, aufmerksamkeitsstörung, lordose, platt-, senk- spitzfuß, hüftdysplasie, hemiparetische diplegie mit dynamic walk orthese und einlage, US-oschiene nachts, silikonhandschiene..

Mareike HP
Heilpädagogin
Heilpädagogin
Beiträge: 23
Registriert: 13.06.2008, 13:20
Wohnort: Teltow
Kontaktdaten:

Beitragvon Mareike HP » 23.06.2008, 15:05

Liebe Claudia,

...gerade für mich als Heilpädagogin ist es wichtig, möglichst viele Infos über das PB zu bekommen. Schließlich möchte ich damit weiter in selbstständiger Form arbeiten! Ich frage mich nur, wie es sein kann, dass so viele Leute in den Ämtern usw. nicht Bescheid wissen. Woher hast du denn letztendlich die Infos bekommen?
Ich würde auch gern FF anbieten, bzw. eine heilpädagogische Förderung incl. Diagnostik und Förderung sowie interdisziplinärer Zusammenarbeit mit den anderen Menschen, die mit dem Kind zu tun haben. Ich weiß nur noch nicht so genau, worauf die Eltern genau Anspruch haben! Das Geld für den FeD z.B. gibt es nicht ausbezahlt. Was bekommen die Eltern denn für einen I.-Kitaplatz? Und was für FF? Liebe Grüße
Mareike

anke
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1438
Registriert: 24.06.2004, 10:24

Beitragvon anke » 23.06.2008, 16:07

Hallo Nicole,

also wir haben es eigentlich gar nicht selber beantragt. Das ging eigentlich automatisch über den Kindergarten. Die Blinden FF kommt nun etwa alle 3 mOnate in den KiGA und wir finden die Förderung nicht optimal.
Nach Kostenträgern habe ich gefragt und da kam raus, dass der Landkreis meint, dass die KK das bezahlt, die KK sagt, dass die Eingliederungshilfe das bezahlen muss, das LAnd Niedersachsen sagt, dass es Sache des Sozialamtes ist, die wiederum verweisen an den Landkreis. Ich bin derzeit ein wenig überfordert mit der Situation, wie ich es am besten löse, da in Niedersachsen diese Leistung freiwillig ist. Jedoch muß ja auch eine freiwillige Leistung eine Gesetzesgrundlage haben!

LG
Anke
Anke mit Joost (*16.03.04+ 21.12.2018), massiver HC, massive Hirnfehlbidung mit Nichtanlagen, ICP, blind und seinen großen Schwestern Anna (*95), Clara (*02) und Lucas (*08) und natürlich Papa Dirk

Ingo
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 54
Registriert: 13.02.2007, 18:41
Wohnort: Wetter(Ruhr)

Beitragvon Ingo » 23.06.2008, 16:38

Hallo Nicole,

ich habe schon einiges über das Persönliche Budget gehört und gelesen. So richtig schlau daraus bin ich jedoch nicht geworden. Gibt es denn keine Kurzinfo-Broschüren davon.
Ich selber arbeite als Kinderversorger in einem Sanitätshaus und stehe meinen Kunden mit allen Informationen die ich bekommen kann zur Verfügung. Würde mich über einen Tipp freuen.

Grüße Ingo

Gela1
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 573
Registriert: 28.08.2006, 15:32
Wohnort: Wolfsburg

Beitragvon Gela1 » 23.06.2008, 17:50

Hallo,

ich bekomme jetzt das PB anstatt der Windelversorgung. Das sind 100,00 Euro pro Monat. So wie mir der Mitarbeiter der KK sagte, bekomme ich wohl auch das Geld für den FeD einschließlich der Verhinderungspflege. Das glaube ich aber erst, wenn ich es auch habe.

LG
Gela

Benutzeravatar
claudia christiane
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 2104
Registriert: 01.04.2006, 19:36
Wohnort: Berlin / Brandenburg

Beitragvon claudia christiane » 23.06.2008, 20:23

es wurde hier im forum schon sehr viel geschrieben. leider ist es fast unmöglich dem nicht wissenden schriftlich hier im forum das pB zu erklären. das problem ist, dass man das system verstanden haben muß, selbstverständlich gibt es selbst dann noch unklarheiten, welche man dann geziehlt im forum loswerden kann.

nur eben ersteinmal die flyer lesen und versuchen es zu verstehen. das pB heißt eben persönliches budget und es ist eben auf jeden persönlich zu geschnitten, dass wiederum macht es so kompliziert. dafür ist es das größte geschenk- wenn man es verstanden hat. also- es lohnt sich.
informationsquellen sollten hier genannt sein http://www.REHAkids.de/phpBB2/viewtopic ... et+claudia

liebe mareike,
wie ich oben schon geschrieben habe, ist das pB auf die persönlichkeit zugeschnitten. wenn der jenige welche viel förderung braucht, hat er die viele förderung zu bekommen. bekommt er anfangs zu wenig- beantragt man mehr.... = individuel.
preise für die dienstleistung bestimmt der markt, den hilfebedarf wie schon immer: der amtsarzt oder in vertretung auch der kinderarzt oder oder
die beruflichen voraussetzungen für den dienstleister sind mit und ohne pB die gleichen.
claudia
es grüßt herzlich
claudia

1,80 m großes, pupertierendes Goldstück: hörgeräte, hirnfehlbildung m. verlust d. marklageranteile u.d. thalamus ... . lernblockaden, aktivitäts-, aufmerksamkeitsstörung, lordose, platt-, senk- spitzfuß, hüftdysplasie, hemiparetische diplegie mit dynamic walk orthese und einlage, US-oschiene nachts, silikonhandschiene..

Nicole 79
Professional
Professional
Beiträge: 12
Registriert: 10.06.2008, 18:39
Wohnort: Griesheim

Beitragvon Nicole 79 » 23.06.2008, 23:34

Hallo zusammen!

Hier war ja heute mal wieder richtig viel los. Da versuche ich doch schnell auch noch mal meinen Teil dazu beizutragen, das die Diskussion in Schwung bleibt.

Erst mal wieder vielen Dank für die Informationen zu eueren Erfahrungen mit dem Persönlichen Budget! Dieser Praxisbezug ist für mich eine große Motivation :-)

Ich kann Claudia nur beipflichten, dass es schwierig ist das PB kurz und knapp schriftlich vorzustellen allerdings gibt es ein paar ganz einfache Grundzüge die sich kurz und knapp zusammenfassen lassen:
-das PB bringt keine neuen Leistungen, die man nicht auch ohne Budget hätte erhalten können
-das PB ist nur eine andere Form der Leistungserbringung, d.h. der Kostenträger gibt dem Antragsteller das Geld für die benötigten Hilfen direkt und nicht dem ausführenden Leistungserbringer wie bisher. (Daher hat man mehr Gestaltungsspielräume!)
-das PB kann trägerübergreifend gewährt werden, d.h. EIGENTLICH reicht es bei einem Leistungsträger (z.B. örtliches Sozialamt oder Krankenkasse) von dem man eine Leistung als Budget bekommen will einen Antrag auf trägerübergreifendes Persönliches Budget zu stellen, und der MÜSSTE dann EIGENTLICH alles weitere klären
-in einer Zielvereinbarung werden die Rahmenbedingungen zwischen dem Budgetnehmer und der gewährenden Stelle festgehalten, unter anderem kann darin ein Nachweis über die Verwendung festgelegt werden...

So viel als ganz grobe Orientierung um eine Idee vom PB zu erhalten.
Ich finde es ist eine ganz nette Alternative für manche Leistungen, einfach weil man dann wirklich mehr mitbestimmen, bzw. Gelder sinnvoller einsetzen kann.
Das komplette Rundumprogramm trägerübergreifendes PB stelle ich mir gerade wenn ein sehr hoher Hilfebedarf vorhanden ist sehr anstrengend vor, da man dann fast zu einem Abrechnungs-Profi werden muss... Manager-Fähigkeiten sind dabei bestimmt von Vorteil.
Aber für einzelne Teilbereiche (und jeder Leistungsberechtigte hat das Recht zu wählen ob er seinen Anspruch als Sachleistung oder als Budget erhalten möchte) sehe ich es als sehr sinnvoll an.

@ Mareike & Claudia: von meinem Standpunkt aus, sind die Voraussetzungen für den Dienstleister mit und ohne PB nicht die gleichen. Denn wenn eine Sachleistung beantragt und gewährt wird, kann man i.d.R. nicht selbst bestimmen, wo man diese haben will, man kann einen Wunsch äußern, der aber nur beachtet wird, wenn das Amt damit einverstanden ist. Beim PB hat man selbst die Macht, denjenigen zu erwählen, den man haben will :D
So kann man das Geld dann auch freiberuflichen Heilpädagogen geben, die nicht in einer der "akzeptierten" Frühförderstellen arbeiten.

@Anke: Hast du es schon mit dem Antrag auf trägerübergreifendes Budget versucht? Denn dann müssen sie miteinander ausmachen, wer welchen Teil des Budgets zahlt und nicht dich von einer Stelle zu nächsten jagen. Gerade bei Frühförderleistungen ist es wirklich eine recht komplexe Finanzierungsgrundlage, da es sich um eine Komplexleistung von Krankenkasse und Eingliederungshilfe handelt, die dazu in jedem Bundesland auch noch unterschiedlich auf landesrechtlicher Ebene geregelt werden kann... :roll:
Welche Leistung ist denn in Niedersachen freiwillig? Die BlindenFF? Habt ihr denn auch noch eine andere Frühförderung für euren Nachwuchs?

So, jetzt mache ich mal wieder Schluß und hoffe das ihr fleißig weiterdiskutiert und mir auf jeden Fall Rückmeldung gebt, falls ich mehr Verwirrung stifte als Klarheit verschaffe :wink:

Viele Grüße,

Nicole

connySL
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 113
Registriert: 12.04.2008, 14:41
Wohnort: Heidelberg

Beitragvon connySL » 24.06.2008, 08:17

hallo nicole!!
vielleicht darf ich mal kurz ausholen,denn der ganze bürokraten-dschungel ist für uns nicht-profis glaub ich ganz schön verwirrend...also mein kleiner bekommt seit letztem jahr frühförderung,was völlig problemlos angelaufen ist,da hab ich noch nicht mal einen antrag stellen müssen...physio übernimmt die krankenkasse und bei allem was darüber hinaus geht,hat sich mein kinderarzt quergestellt,er bräuchte erst genauere diagnosen...also,jetzt haben wir diagnosen:v.a.frühkindlichen autismus,fütterstörung,kombinierte entwicklungsstörung,§35a...jetzt bekommt er noch logo,allerdings verordnet von der kinderpsychatrie...es laufen jetzt anträge auf pflegegeld (bin ich mal gespannt!!) bei der krankenkasse und beim sozialamt anträge auf integrationshilfe und verhaltenstherapie...aber: erst muss ein antrag bei der kk gestellt werden auf integration,der wird aber von vorneherein abgelehnt,das wurde mir schon so gesagt...aber die ablehnung brauch ich wiederum fürs jugend- und sozialamt :oops: bei soviel unnötigem papierkram kann einem echt alles vergehn...und es werden ja echt papiere verlangt.... :cry: ich habe tatsächlich einen antrag auf einen antrag stellen müssen,und ich dachte das gibt es nur im film...liebe grüße conny
Ich selbst bin Asperger-Autistin ,mein Grosser ADSler,mein Kleiner Kanner-Autist...und wir sind alle gut so,wie wir sind!!!!!!!!!

Werbung
 
Nicole 79
Professional
Professional
Beiträge: 12
Registriert: 10.06.2008, 18:39
Wohnort: Griesheim

Beitragvon Nicole 79 » 24.06.2008, 09:24

Guten Morgen Conny!

Ich kann deinen Ärger nur zu gut verstehen. Da ich ja selbst in engem Kontakt mit den Eltern meiner Einzelförderungskinder bin, kriege ich derartige Antrags-Dschungel-Geschichten auch häufig mit... Das ist sehr frustrierend.
Das mit dem Antrag auf Integration bei der KK habe ich allerdings noch nie gehört... Das macht ja so gar keinen Sinn! :?
Den einzigen Hinweis den ich dir geben kann, der zur Entlastung führen sollte, wenn du auf die konsequente Durchsetzung deines Rechts pochst, ist der Hinweis auf § 14 SGB IX der nämlich besagt, dass ein Rehaträger wenn er nicht zuständig für eine Hilfe ist, die bei ihm beantragt wird, ihn an den vermeintlich zuständigen weiterleiten muss. :!:
Meistens ist es doch recht wirksam, wenn man selbst mit den §§ kontert und die Kostenträger mit Hilfe der Gesetzesgrundlage auf ihre Pflichten aufmerksam macht. Nur echt schade, dass das nötig ist und vor allem so viel Kraft kostet die man viel besser für andere Dinge einsetzen könnte...
In diesem Sinn würde ich den ablehnenden Stellen auf jeden Fall die Aufforderung entgegenbringen, den Antrag doch bitte an die zuständige Stelle weiterzuleiten, so wie es ihre Pflicht ist!
Ich wünsche Dir auf jeden Fall viel Erfolg und Durchhaltevermögen im Bürokratie-Dschungel. :)

Gruß,

Nicole


Zurück zu „Vorstellungsrunde - Pro's“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 7 Gäste