Esstörungen?! (Kind verweigert feste Kost)

Hier könnt ihr Fragen rund ums Thema Ernährung stellen. Usern, deren Kinder über eine Sonde ernährt werden, möchten wir hier ebenfalls eine kleine Austauschplattform bieten.

Moderator: Moderatorengruppe

Karin & Alex (28+5 SS

Esstörungen?! (Kind verweigert feste Kost)

Beitragvon Karin & Alex (28+5 SS » 21.02.2005, 13:07

Hallo an alle,

grade erst habe ich mich vorgestellt und schon habe ich mein erstes Problem: :(

unser Sohn (16 Monate, extreme Frühgeburt) will ausser flüssiger Nahrung (Trinkbrei) absolut nichts zu sich nehmen! Das war vor einiger Zeit schon mal anders. Er hat eigentlich bis vor November alles gegessen, solange es nur pürriert war. Aber dann hat er eine schwere Bronchitis bekommen und seit dem will er aus irgendwelchen Gründen überhaupt nichts anderes mehr als sein Fläschchen. Ich mache mir totale Sorgen, weil ich glaube dass er nicht dass bekommt mit dieser einseitigen Nahrung, was er braucht!

Mein Kinderarzt meinte sehr gefühlvoll: "geben Sie ihm einfach solange nichts, bis er das isst was Sie wollen!". :? Also Bitte!!!!! Ich kann mein Kind doch nicht 3 Tage oder mehr hungern lassen?? Solange hält er das mit Sicherheit durch.

Hat vielleicht irgendjemand einen Ratschlag für mich, wie ich das Problem in den Griff kriegen kann??

Danke im Voraus,

Karin

Werbung
 
Ulli
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 825
Registriert: 10.09.2004, 22:42
Wohnort: Marpingen

Beitragvon Ulli » 21.02.2005, 13:24

Hallo Karin,

meine Kleine ist leider auch so ein Kind, das schlecht ißt :( , da muss ich auch immer Tricks auffahren, dass sie wenn sie krank war wieder richtig anfängt zu essen.

Ich habe dann immer langsam wieder angefangen z.B. mit Joghurt und Brei, den ich dann aber schon etwas dicker gemacht habe dass sie ihn vom Löffel nehmen musste. :)
Weiterhin habe ich dann immer genau das gekocht, was sie gerne mag und sie immer mit an den Tisch gesetzt, wenn wir gegessen haben. Vom eigenen Teller hat sie dann zwar nie gegessen, aber dann wenigstens etwas von meinem. Wenn sie partout nicht wollte, dann habe ich sie mit spielen abgelenkt und dann zwischendurch mal einen Löffel oder ein Stückchen Brot ohne Rinde in den Mund geschmuggelt :wink: Als sie dann wieder auf den Geschmack gekommen war, hat sie dann immer mehr wieder vom Tisch gegessen.

Aber so ist sie heute auch noch, wenn sie krank ist, dann möchte sie nur ihr Flasche. Egal ob Nahrung oder Brei. Gebe ihr dann aber fast nur Brei. Denn sie ist auch immer grenzwertig mit ihrem Gewicht.

Es könnte aber auch sein, dass dein Sohn gar keine gemahlene Nahrung mehr möchte, sondern eher wie die Erwachsenen essen möchte. Probier es ganz einfach mal aus. So eine Phase hat jetzt meine Kleine. Könnte ja auch sein.

Aber bei allem musst du viel Geduld zeigen, denn sonst schaltet jedenfalls meine Kleine auf stur und macht gar nichts mehr. :cry:

Aber ablenken mit spielen, bis sie wieder auf den Geschmack gekommen ist, hat bis jetzt immer geholfen und uns auch schon 2x vor dem Krankenhaus bewahrt.

Schreib mir mal, ob es dir weiter geholfen hat. :)

Liebe Grüße
Ulli
Fabienne 9J schwere emotionale Störung mit sozialer Ängstlichkeit,schwere expressive und rezeptive Sprachstörung, Entwicklungsstörung schulischer Fertigkeiten, passagere depressive Störung, Verdacht auf Skoliose,LRS,Neurodermitis; Léa (2)Neurodermitis, Céline (8)Zustand nach Harnröhrenplastik 2002, Jessica (13)Neurodermitis

kerstinm
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 907
Registriert: 24.11.2004, 16:58
Wohnort: Bad Camberg

Beitragvon kerstinm » 21.02.2005, 14:44

Hallo Carin,

ich kann mich Ulli nur anschließen. Meine Tochter hatte bis sie 18 Monate alt war eine Magensonde. Wir haben sie mit oben genannten Tricks wieder an das Essen herangeführt. Mit Zwang geht gar nichts: Lieber mal ein paar Wochen eine etwas einseitige Ernährung als einen lebenslangen Widerwillen gegen das Essen. Für das Heranführen an das Essen mit dem Löffel empfehle ich Fruchtzwerge o. ähnliches. Frühchen können in der Regel die paar Extrakalorien gut gebrauchen. Ich witzel immer, dass Fruchtzwerge schon bessere Therapieerfolge erzielt haben als alle Übungen zu Mundmotorik.
Viel Erfolg: Das wird schon wieder. Solange Alex noch genug Flüssigkeit zu sich nimmt, ist erst mal keine Gefahr.
Kerstin

Benutzeravatar
Karin65
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1691
Registriert: 24.10.2004, 22:11
Wohnort: Norddeutschland
Kontaktdaten:

Beitragvon Karin65 » 22.02.2005, 08:23

Hallo Karin,

versuch doch erst mal solche Sachen wie kartoffelbrei. In Kartoffeln stecken nur gesunde Dinge drin.
Wenn du ihn nicht würzt, kannst du auch so komische Sachen wie Fruchtzwerge unterrühren. Hört sich merkwürdig an, aber Kinder mögen das.

(Das ist dann fast wie die blaue Soße bei Mc Do..... Die wird aus Apfelmus gemacht und schmeckt nach Ketchup.)

Versuche es einfach. Dann kannst du immer noch Erbsen oder kleine Möhrenstücke dazugeben, wenn dein Kind das Essen annimmt.

Gruß karin65

Sabine2
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 496
Registriert: 06.04.2004, 10:45
Wohnort: Karlsruhe

Beitragvon Sabine2 » 22.02.2005, 09:27

Hallo Karin,

meine Tochter hatte ja auch lange eine Magensonde. Im Prinzip hilft nur eins: Geduld.
Dein Sohn wird nicht verhungern oder einseitig ernährt. Mir sagte mal ein KiA, dass Kinder sich auch drei Wochen von Butterkeksen ernähren können. Der Mensch ist anpassungsfähig, sonst hätten wir die Evolution nicht überlebt. Und immerhin trinkt er.
Aber im Prinzip hat Dein Kinderarzt schon ein bisschen recht. Ich würde feste Mahlzeiten einrichten, an dem die ganze Familie isst. Du bietest ihm etwas an, wenn er nicht will, dann eben nicht. Dann würde ich ganz bestimmt sagen, 'Okay, Du bist satt. Dann kannst Du jetzt spielen' Und erst wieder zur nächsten Mahlzeit etwas anbieten. Mach kein Drama aus dem Essen und je mehr Dein Sohn spürt, dass es Dir ernst ist umso eher wird er das akzeptieren.

Dein Sohn scheint einen ausgeprägten Willen zu haben und das würde ich erst einmal positiv sehen. Aber ich würde schon versuchen, dagegen zu steuern, weil sonst bist Du irgendwann an dem Punkt, dass er nur noch einen Trinkbrei der Marke X mit dem Geschmack Y trinkt.

Das habe ich selbst mit meiner Tochter durchgezogen und die konnte (von der muskulären Seite) nicht essen.

Viel Glück
Sabine mit Stella (06/2002, fröhliches Rollikind, globale Entwicklungsverzögerung unbekannter Ursache, spricht nicht, hat aber ein gutes Sprachverständnis, Schluckstörung)

Benutzeravatar
Semmal
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 763
Registriert: 31.01.2005, 20:02
Wohnort: salzweg

Beitragvon Semmal » 22.02.2005, 10:16

Hallo Karin ich kann das sehr gut verstehen, Saskia ist auch ein extremes Frühgeborenes sie ist jetzt 2 Jahre alt aber wenn ich ihr zum Mittagessen ein Gläschen gebe dann kann sie nicht mal das ganz essen. Sie wiegt 8 kg und das hat lange zeit gedauert bis wir so weit waren. Was das Essen angeht ist Saskia sehr wählerisch sie kann noch nicht richtig kauen bei etwas größeren Stücken spuckt sie es wieder aus.
Saskia,Melissa 07.02.2003 extreme Frühgeburt 680g schwer 30,5 cm groß,bzw klein. 2 1/2 Jahre entwicklungsverzögert

Karin & Alex (28+5 SS

Beitragvon Karin & Alex (28+5 SS » 22.02.2005, 11:14

Hallo alle miteinander,

ich danke euch für eure vielen netten Ratschläge, ich glaube ich werde das gleich heute mal ausprobieren. Dieses Problem lastet mir schon ziemlich auf der Seele, und ich glaube ich habe mich in der letzten Zeit einfach zu viel da reingestresst und ihn vielleicht auch ein bisschen zu sehr unter Druck gesetzt. :oops:

Er ist eigentlich am Abend (abends ist bei uns Mittagessen, weil mein Mann Mittags nicht da ist, und deswegen haben wir die warme Mahlzeit einfach auf den Abend gelegt) immer mit bei uns am Tisch, und manchmal isst er auch ein, zwei Bissen mit. Aber danach ist dann immer Schluß und er will nichts mehr. Mein größte Sorge ist halt, dass er wieder abnimmt, weil er gewichtsmäßig sowieso immer ziemlich an der unteren Grenze ist.

Naja, ich werde jetzt mal all Eure tollen Ideen ausprobieren, vielleicht klappts ja dieses Mal.

Gruß

Karin

Sabine2
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 496
Registriert: 06.04.2004, 10:45
Wohnort: Karlsruhe

Beitragvon Sabine2 » 22.02.2005, 11:22

Hallo Karin,

noch etwas: Stella war auch immer unterhalb der 3%-Perzentile und bei jedem Infekt war sie noch etwas weiter unten. Lange Zeit haben wir versucht, mehr Kalorien pro Mahlzeit in sie hinein zu bekommen, aber sie hat dadurch nicht mehr und auch nicht schneller zugenommen.
Ich würde mir an Deiner Stelle einfach eine Frist von zwei Wochen und eine Gewichtsgrenze setzen. Nach 2 Wochen wiegst Du ihn und schaust, ob Dein Konzept aufgegangen ist. Wenn er dann wirklich mehr als 5 Prozent abgenommen hat, kannst Du neu überlegen.
Viele Grüße
Sabine mit Stella (06/2002, fröhliches Rollikind, globale Entwicklungsverzögerung unbekannter Ursache, spricht nicht, hat aber ein gutes Sprachverständnis, Schluckstörung)

Benutzeravatar
Semmal
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 763
Registriert: 31.01.2005, 20:02
Wohnort: salzweg

Beitragvon Semmal » 22.02.2005, 11:26

Hallo Karin wenn die Kinder krank sind finde ich es normal das sie nicht einen all zu großen Appetit haben und auch einige Zeit danach. Versuch es mal mit einer Breze oder so was er halt am liebsten mag
Saskia,Melissa 07.02.2003 extreme Frühgeburt 680g schwer 30,5 cm groß,bzw klein. 2 1/2 Jahre entwicklungsverzögert

Werbung
 
Benutzeravatar
Kathrin Vortmann
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 210
Registriert: 07.07.2004, 19:52
Wohnort: Selm

Beitragvon Kathrin Vortmann » 22.02.2005, 13:48

Hallo Karin, ich habe auch das Problem mit Paula. Nur leider hat sie mal eine ganze Zeit schon Butterbrot und Kleinkinerekost gegessen und hat das leider ganz aufgegeben. Keiner kann mir sagen warum. Sie ernährt sich nur noch von Brei, pürierter Kost (ungern) und Naturjoghurt. Das einzige was sie noch nimmt sind Käsestangen. Ich kann Dir sagen, da ist es sehr schwierig mit der gesunden WErnährung.
Gruß Katty
2 Kinder, Luis gesund, Paula Hydrocephalus und Epilepsie,


Zurück zu „Ernährung / Sondennahrung / Verdauungsprobleme“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast