Esstörungen?! (Kind verweigert feste Kost)

Hier könnt ihr Fragen rund ums Thema Ernährung stellen. Usern, deren Kinder über eine Sonde ernährt werden, möchten wir hier ebenfalls eine kleine Austauschplattform bieten.

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Karin K.
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Beitragvon Karin K. » 22.02.2005, 15:46

Hallo Karin!

Unser Stefan ist auch ein Sondenkind. Er ist vor einigen Tagen 6 Jahre alt geworden und hat seit seinen ersten Lebenswochen Probleme mit der Gewichtszunahme (jetzt ist er sechs Jahre alt und wiegt 14 kg bei einer Größe von 110 cm).
Wir haben uns auch immer Sorgen gemacht, weil er von sich aus kaum etwas gegessen hat und seine Ernährung weit von einer gesunden Ernährung entfernt war.
Jetzt haben wir es geschafft, dass er nur noch wenn er krank ist Nahrung sondiert bekommt. Sonst ist er von der Sonde völlig entwöhnt.
Stefan war, so wie viele andere essgestörte Kinder aus ganz Europa, bei einer Esstherapie in der Grazer Kinderklinik bei Frau Professor Dunitz-Scheer. Dort haben wir und auch der Kleine gelernt, dass er nur essen muss, was und wann er selbst möchte (Stefan ernährte sich wochenlang nur von Milchschnitten!!!). Es hat sehr lange gedauert, bis wir Eltern gelernt haben, dass sich nicht alles ums Essen drehen darf. Unser Kerl ging da schon sehr oft ans "Limit". Aber letztendlich ist hat er es dann doch geschafft.
Also Zwang und Ähnliches helfen sicher nicht weiter. Auch vom sogenannten "Zwangsfüttern" während dem Spielen wurde uns absolut abgeraten.
Natürlich kann man eine derartige Therapie nur unter ärztlicher Aufsicht machen. Aber wir sind sehr stolz darauf, dass wir das durchgezogen haben (auch wenn es oft sehr schwer war!!!). Jetzt hat unser Stefan ein völlig normales Essverhalten, wenn es ihm gut geht. Wir haben uns auch damit abfinden müssen, dass er halt ein sehr zarter Knabe ist, den man nicht mit Gleichaltrigen vergleichen kann.

Übrigens: Die Aussage von deinem Kinderarzt finde ich schon ein wenig extrem! Vielleicht gibt es ja in deiner Nähe jemanden, der sich mit Ernährungsstörungen bei Kleinkindern besser auskennt. Wir hätten es wahrscheinlich ohne professionelle Hilfe nicht geschafft, Stefans Essprobleme in den Griff zu bekommen.

Liebe Grüße und weiterhin alles Gute

Karin Kohlfürst
mit Stefan geb. 02/99 (div. Fehlbildungen am Verdauungstrakt, intestinale Resorptionsstörung, Gedeihstörung, langzeitparenterale Ernährung, PEG-Sonde, ..., Hochbegabung), sowie Simon geb. 05/96 und Sebastian geb. 03/03

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AnnaL
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Beitragvon AnnaL » 22.02.2005, 22:55

Halllo Katrin,

Es gibt in Deutschland einen Psychologen, der in Graz gelernt hat. Er hat uns und vielen anderen Familien bei der Sondenentwöhnung und bei Essschwierigkeiten geholfen. Ich kann ihn Dir nur sehr empfehlen. Oft reicht auch schon ein Gespräch mit ihm um zu wissen wie es weitergeht oder ob es mit ihm weitergehen muss.
Seine Homepage: www.Markus-Wilken.de
Wir haben damals unseren Sohn von der Sonde entwöhnt als die Aussentemperaturen nachts nur spärlich wenn überhaupt unter die 20 Grad Marke sanken. Und die Ärzte haben gesagt, dass es nicht klappt, und wir haben gesagt, dass er uns das beweisen soll, und er hat gesagt: Durst.
Steh ihm doch mal zu, dass er Dich mal nerven will/kann mit seiner Essverweigerung, sei froh, dass er trinkt, und räum ab, wenn Essen fertig ist.
Viel Glück
Anna


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