Anwaltssuche? Betreuungszeiten nach Scheidung

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mariannna
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Re: Anwaltssuche? Betreuungszeiten nach Scheidung

Beitragvon mariannna » 08.10.2019, 15:33

Noch als Hinweis, wir haben gemeinsames Sorgerecht. Mir gegenüber ist er nicht Unterhaltsverpflichtet da ich wieder verheiratet bin. Aktuell gibt es die Diskussion über die gesetzliche Betreuung die er natürlich zu 50% für sich beanspruchen möchte. Das er seinen Umgang auf Null herabsenken kann ist mir bekannt und wäre mir wirklich lieb und recht.... Aber ist er mit seinen Voraussetzungen wirklich auch kostentechnisch aus der Nummer raus?

Hallo Wenzeline,

Ich verstehe genau, was Du meinst!
Der Gesetzgeber hat in den letzten Jahren -besonders 2013- die Rechte der Väter massiv gestärkt, gerade was den Umgang und die Betreuung ihrer Kinder betrifft! (Z.B. Das automatische gemeinsame Sorgerecht bei einem in einer Ehe geboren Kind.)
Fairerweise müsste dementsprechend auch die Verpflichtung der Väter bei der Betreuung ihrer Kinder auch verstärkt werden- jedenfalls meinem Gerechtigkeitsempfinden nach!
Natürlich kann und sollte man niemanden zwingen, mehr Zeit mit seinem Kind zu verbringen, als er wirklich möchte. Aber den finanziellen Ausgleich für die vermehrten Frembetreuungskosten (weil er die halben Ferien nicht übernimmt), den kann man schon erwarten .
Denn auch Frauen müssen heutzutage oft arbeiten, um Geld zu verdienen und haben nicht unbegrenzt Urlaubstage zur Verfügung. (Auch der nacheheliche Unterhalt würde ja zugunsten der Männer geändert, so dass die meisten alleinerziehenden Frauen ihren Lebensunterhalt selbst verdienen müssen, sobald das jüngste Kind 3 Jahre alt ist).

Mit Sätzen wie "sei doch froh, dass er sich überhaupt etwas kümmert" würde ich mich nicht zufrieden geben.
Warum solltest DU Wenzeline die Kosten für 3 Wochen Ferienbetreuung bezahlen (egal ob aus irgendwelchen Töpfen oder mit Geld), nur weil ER seine Ferienhälfte nicht übernimmt??
DU übernimmst ja deine Ferienhälfte, so wie ich es verstehe oder?

Leider kenne ich die Rechtslage da nicht, aber vll kann Jörg ja noch etwas dazu schreiben.
Von der Logik her würde ich sagen, dass der Vater die Fremdbetreuungskosten übernimmt, wenn er seine Ferienhälfte nicht übernehmen will/kann.

Also z.B.bei 13 Wochen Ferien im Jahr minus 5 Wochen, die durch die OGS abgedeckt sind, bleiben noch 8 Wochen, die das Kind durch die Eltern betreut werden, also rechnerisch für jeden 4 Wochen.
Wenn dein Ex von seinen 4 Wochen z.B. nur 2 Wochen übernimmt, sollte er mMn die Kosten für 2 Wochen Fremdbestimmt übernehmen. Damit kommt er eig noch gut weg, denn dir würde wahrscheinlich schon die Fremdbetreuung von 8-16h reichen und nicht 24Std oder?

Lass dich mal gut beraten.
LG,Marianna

mariannna
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Re: Anwaltssuche? Betreuungszeiten nach Scheidung

Beitragvon mariannna » 08.10.2019, 15:44

Wenzeline hat geschrieben:
Noch als Hinweis, wir haben gemeinsames Sorgerecht. Mir gegenüber ist er nicht Unterhaltsverpflichtet da ich wieder verheiratet bin. Aktuell gibt es die Diskussion über die gesetzliche Betreuung die er natürlich zu 50% für sich beanspruchen möchte. Das er seinen Umgang auf Null herabsenken kann ist mir bekannt und wäre mir wirklich lieb und recht.... Aber ist er mit seinen Voraussetzungen wirklich auch kostentechnisch aus der Nummer raus?



Hallo Wenzeline,

Ich verstehe genau, was Du meinst!
Der Gesetzgeber hat in den letzten Jahren -besonders 2013- die Rechte der Väter massiv gestärkt, gerade was den Umgang und die Betreuung ihrer Kinder betrifft! (Z.B. Das automatische gemeinsame Sorgerecht bei einem in einer Ehe geboren Kind.)
Fairerweise müsste dementsprechend auch die Verpflichtung der Väter bei der Betreuung ihrer Kinder auch verstärkt werden- jedenfalls meinem Gerechtigkeitsempfinden nach!
Natürlich kann und sollte man niemanden zwingen, mehr Zeit mit seinem Kind zu verbringen, als er wirklich möchte. Aber den finanziellen Ausgleich für die vermehrten Frembetreuungskosten (weil er die halben Ferien nicht übernimmt), den kann man schon erwarten .
Denn auch Frauen müssen heutzutage oft arbeiten, um Geld zu verdienen und haben nicht unbegrenzt Urlaubstage zur Verfügung. (Auch der nacheheliche Unterhalt würde ja zugunsten der Männer geändert, so dass die meisten alleinerziehenden Frauen ihren Lebensunterhalt selbst verdienen müssen, sobald das jüngste Kind 3 Jahre alt ist).

Mit Sätzen wie "sei doch froh, dass er sich überhaupt etwas kümmert" würde ich mich nicht zufrieden geben.
Warum solltest DU Wenzeline die Kosten für 3 Wochen Ferienbetreuung bezahlen (egal ob aus irgendwelchen Töpfen oder mit Geld), nur weil ER seine Ferienhälfte nicht übernimmt??
DU übernimmst ja deine Ferienhälfte, so wie ich es verstehe oder?

Leider kenne ich die Rechtslage da nicht, aber vll kann Jörg ja noch etwas dazu schreiben.
Von der Logik her würde ich sagen, dass der Vater die Fremdbetreuungskosten übernimmt, wenn er seine Ferienhälfte nicht übernehmen will/kann.

Also z.B.bei 13 Wochen Ferien im Jahr minus 5 Wochen, die durch die OGS abgedeckt sind, bleiben noch 8 Wochen, die das Kind durch die Eltern betreut werden, also rechnerisch für jeden 4 Wochen.
Wenn dein Ex von seinen 4 Wochen z.B. nur 2 Wochen übernimmt, sollte er mMn die Kosten für 2 Wochen Fremdbetreuung übernehmen. Damit kommt er eig noch gut weg, denn dir würde wahrscheinlich schon die Fremdbetreuung von 8-16h reichen und nicht 24Std oder?

Lass dich mal gut beraten.
LG,Marianna

Wenzeline
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Re: Anwaltssuche? Betreuungszeiten nach Scheidung

Beitragvon Wenzeline » 08.10.2019, 15:48

Noch als Hinweis, wir haben gemeinsames Sorgerecht. Mir gegenüber ist er nicht Unterhaltsverpflichtet da ich wieder verheiratet bin. Aktuell gibt es die Diskussion über die gesetzliche Betreuung die er natürlich zu 50% für sich beanspruchen möchte. Das er seinen Umgang auf Null herabsenken kann ist mir bekannt und wäre mir wirklich lieb und recht.... Aber ist er mit seinen Voraussetzungen wirklich auch kostentechnisch aus der Nummer raus?

Hallo Wenzeline,

Ich verstehe genau, was Du meinst!
Der Gesetzgeber hat in den letzten Jahren -besonders 2013- die Rechte der Väter massiv gestärkt, gerade was den Umgang und die Betreuung ihrer Kinder betrifft! (Z.B. Das automatische gemeinsame Sorgerecht bei einem in einer Ehe geboren Kind.)
Fairerweise müsste dementsprechend auch die Verpflichtung der Väter bei der Betreuung ihrer Kinder auch verstärkt werden- jedenfalls meinem Gerechtigkeitsempfinden nach!
Natürlich kann und sollte man niemanden zwingen, mehr Zeit mit seinem Kind zu verbringen, als er wirklich möchte. Aber den finanziellen Ausgleich für die vermehrten Frembetreuungskosten (weil er die halben Ferien nicht übernimmt), den kann man schon erwarten .
Denn auch Frauen müssen heutzutage oft arbeiten, um Geld zu verdienen und haben nicht unbegrenzt Urlaubstage zur Verfügung. (Auch der nacheheliche Unterhalt würde ja zugunsten der Männer geändert, so dass die meisten alleinerziehenden Frauen ihren Lebensunterhalt selbst verdienen müssen, sobald das jüngste Kind 3 Jahre alt ist).

Mit Sätzen wie "sei doch froh, dass er sich überhaupt etwas kümmert" würde ich mich nicht zufrieden geben.
Warum solltest DU Wenzeline die Kosten für 3 Wochen Ferienbetreuung bezahlen (egal ob aus irgendwelchen Töpfen oder mit Geld), nur weil ER seine Ferienhälfte nicht übernimmt??
DU übernimmst ja deine Ferienhälfte, so wie ich es verstehe oder?

Leider kenne ich die Rechtslage da nicht, aber vll kann Jörg ja noch etwas dazu schreiben.
Von der Logik her würde ich sagen, dass der Vater die Fremdbetreuungskosten übernimmt, wenn er seine Ferienhälfte nicht übernehmen will/kann.

Also z.B.bei 13 Wochen Ferien im Jahr minus 5 Wochen, die durch die OGS abgedeckt sind, bleiben noch 8 Wochen, die das Kind durch die Eltern betreut werden, also rechnerisch für jeden 4 Wochen.
Wenn dein Ex von seinen 4 Wochen z.B. nur 2 Wochen übernimmt, sollte er mMn die Kosten für 2 Wochen Fremdbestimmt übernehmen. Damit kommt er eig noch gut weg, denn dir würde wahrscheinlich schon die Fremdbetreuung von 8-16h reichen und nicht 24Std oder?

Lass dich mal gut beraten.
LG,Marianna
Liebe Marianna,
vielen Dank für Deinen Zuspruch!!! Es tut gut!
Wir gehen nach den Sommerferien immer massiv am Stock! Von 13 Wochen sind bei uns durch die OGS leider nur 2 x 4 Tage abgedeckt :-( Er macht 3 Wochen (mit schön vielen Feiertagen damit er die maximale Ausbeute hat) und ich mache die restlichen 8 Wochen. Da wir auch mal in Urlaub möchten wo sie nicht mit möchte und uns die letzten Jahre dafür gesorgt hatte das es auch wirklich NULL Erholung für uns war decken wir bereits 2-3 Wochen mit Pflegerin zuhause ab. Wir beten immer das uns die gute Frau nicht abspringt wir haben da wirklich mit viel Aufwand eine schöne Lösung gefunden.

Bei dem Ex geht es insgesamt ums Prinzip. Machtmensch - er will ansagen aber nichts machen. Haut nur dumme Sprüche raus und windet sich wo es geht um die Verpflichtung. Wenns dann wieder um Macht geht wie Betreuung etc. alles was man brauchen kann um Frau weiter zu schikanieren ist er wieder aktiv dabei. Man erreicht Emotionen bei Ihm nur über Geld. Wenn ich wüsste was meine tatsächlichen Rechte sind kann ich besser entscheiden wie viel ich mir die nächsten Jahre noch gefallen lasse.
Ich lasse mich nicht weichkochen meine Tochter in ein Heim zu geben nur weil er keine Lust mehr hat. Aktuell unterstellt er mir Profitgier durch das Pflegegeld und das ich deshalb nicht einsehen will das unsere Tochter raus muss von Zuhause. Ich dagegen möchte Sie nur dann in ein eigenständiges Leben schicken wenn es eine Lösung gibt die ich mir für Sie gut vorstellen kann die zu Ihr passt und ich ein gutes Gefühl habe. Das ist doch wohl normal. Sie ist ja auch erst 17 Jahre alt, meine Augen sind aber immer offen für die Möglichkeiten die sich für Sie auftun.
Tochter *2002, 100% schwertbehindert, taubstumm, geistig retardiert und eingeschränkt, CHARGE Syndrom, PG5, ///. Sohn *2004 gesund, Sohn *2014 gesund
Es ist eine absolute Herausforderung für alle Kinder das beste herauszuholen so dass jeder sich optimal entwickeln kann und die Grundbedürfnisse aller Familienmitglieder befriedigt werden können

Michaela44
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Re: Anwaltssuche? Betreuungszeiten nach Scheidung

Beitragvon Michaela44 » 08.10.2019, 15:54

Kindergartenkosten sind nicht im normalen Kindesunterhalt enthalten sondern ein zusätzlicher Bedarf. Diesen tragen beide Eltern im Verhältnis ihrer Einkünfte zueinander. Ich könnte mir vorstellen, dass dies auch bei der notwendigen und nicht von der Pflegekasse übernommenen Fremdbetreuung (Pflegeeinrichting) eines behinderten Kindes so ist. Ich denke zudem, dass dir ein Richter einen Teil deines Urlaubes als echten Urlaub zusprechen würde, in dem du auch von der Pflege Urlaub hast. Dies sieht ja auch die Pflegeversicherung vor.
Asperger Autistin
mit neurodiverser Familie


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