Erörterung vor Gericht - Tipps

Hier könnt ihr die Hilfsmittel eurer Kinder vorstellen, z. B. Reha-Buggy, Pflegebett, Stehtrainer, Therapieliege usw. - gerne auch mit Foto.
Ihr könnt hier übrigens auch Fragen bezüglich Technik und Anwendung verschiedener Hilfsmittel stellen.

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Mamamarti
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Erörterung vor Gericht - Tipps

Beitragvon Mamamarti » 04.10.2019, 13:10

Hallo,
Wir werden bald eine Erörterung vor Gericht wegen dem Reha Buggy haben. Die KK beantragt beharrlich eine Klage Abweisung und meint es wäre eine Doppelversorgung.
Nun ist es so dass ich erfahrungsgemäß sehr schnell eingeschüchtert bin und es nicht schaffe bei solchen Terminen klar und bestimmt aufzutreten. In schlimmsten Fall könnte ich anfangen zu Heulen.
In dem Augenblick fällt mir einfach nichts mehr ein obwohl ich echt tausend gute Argumente für den Buggy habe. Hinterher könnte ich mich treten.
Kennt jemand den Verlauf solcher Termine?
Kann ich mich irgendwie vorbereiten?
Liebe Grüße Marti

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Re: Erörterung vor Gericht - Tipps

Beitragvon Silvia & Iris » 04.10.2019, 13:32

Hallo Mamamarti,

auch wenn ich jetzt nicht wirklich der richtige Ansprechpartner bin, aber weshalb Doppelversorgung? - Was habt ihr denn bereits alles an Hilfs- und Rehazubehör?
Ich denke, da fehlen noch ein paar Infos für eine weiterführende Antwort!

Liebe Grüße
und viel Erfolg...
Mir haben sie nun auch gesagt, weil meine Tochter jetzt einen Stehständer erhält hat sie nun keinen Anspruch mehr auf ein neues und passendes Sitzschalenuntergestell?? (Wachstum!) - aber dieses Kapitel kommt erst im November auf uns zu...
Liebe Grüße
Silvia
Tochter *03/2003, PCH, HG-versorgt, ein Sonnenschein
Sohn *03/2006 AVWS + was so dazu gehört

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Alexandra2014
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Re: Erörterung vor Gericht - Tipps

Beitragvon Alexandra2014 » 04.10.2019, 13:47

Hallo!

Mach dir vorher eine Liste mit Argumenten. Die darfst du vor Gericht auch ruhig auspacken und vorlesen.
Die Richter sind eigentlich recht einfühlsam bei solchen Angelegenheiten.

Ich war nun schon vier Mal vor Gericht (2x als Zeuge) und es war nur einmal blöd. Da war ich als Zeuge eines Autounfalls aber auch das Zünglein an der Waage und der Richter hat mich unter Druck gesetzt. Hat mir aber nichts ausgemacht. ;-)

Als wir wegen unsere Kindes (Behandlungsfehler) vor Gericht waren, war alles ganz entspannt.

Das wird schon!

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

Mellie
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Re: Erörterung vor Gericht - Tipps

Beitragvon Mellie » 04.10.2019, 14:34

Hallo,

ich gehe mal davon aus, dass Du ohne Anwalt klagst. Denn sonst könntest Du den Anwalt bitten, Deine Argumente vorzutragen.

Der Richter wird den bisherigen Sachstand vorlesen. Die Gegenseite wird einfach nur sagen, dass die Klage abgewiesen werden soll. Du musst dann erklären, warum der Reha Buggy notwendig ist und es sich hierbei um keine Zweitversorgung handelt.

Wenn Du zu nervös bist, dann verfasse ein Schreiben mit Deinen Argumenten und lege es dem Richter und der Gegenseite bei dem Erörterungstermin vor. Danach musst Du aber trotzdem noch überzeugend sein.

Nimm Dein Kind auch zu diesem Termin mit. Du kannst auch beantragen, dass ein weiterer Familienangehöriger dabei ist. Ich hatte auch schon meinen Mann mit dabei.
Viele Grüße,
Mellie

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Re: Erörterung vor Gericht - Tipps

Beitragvon Annileinchen » 04.10.2019, 15:43

Du hast doch sicher alles schriftlich vorgetragen.
Bei Sozialgerichten wird zwar mehr gelabert als woanders, aber was vorgetragen ist, ist vorgetragen.
Einfach auf den Schriftwechsel berufen. Soll das Gericht doch notfalls, falls wirklich alles erörtert werden soll, die schriftliche Argumentation mit Dir durchgehen.

Henrymami
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Re: Erörterung vor Gericht - Tipps

Beitragvon Henrymami » 04.10.2019, 20:03

Wenn es ein Erörterungstermin ist, würde ich das kind mitnehmen.
Bestes Argument.
Lg
Henry 25.06.13 Goldberg sphrintzen megakolonsSyndrom
PEG, spastische zerbraparese Katarakt bds, Glaukom

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Re: Erörterung vor Gericht - Tipps

Beitragvon Mamamarti » 05.10.2019, 09:28

Hallo, danke für die Antworten.
Ich werde mir Stichpunkte notieren damit ich kein Blackout habe:) .
Darf mein Kind überhaupt mit, wenn nur ich in der Einladung stehe?
Hoffentlich kann er da schon sitzen, er hatte diese Woche eine Wirbelsäule OP.
Wie viele Vertreter schicken die Krankenkassen? Hoffentlich setzen mir nicht 5 Leute gegenüber.
LG Marti

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Re: Erörterung vor Gericht - Tipps

Beitragvon angela » 05.10.2019, 13:25

Hallo Marti,

ich hatte Franz damals bei Gericht mit dabei. Ob er in der Einladung stand weiß ich nicht mehr, allerdings hatte ich ja für ihn geklagt, außerdem hatte ich keine Betreuung an dem Tag für ihn und so kam er mit. Gestört hat es weder die Richterin noch die Vertretung des Sozialamtes.

Ich hatte meine Klageschrift und alles was danach noch an Schriftverkehr anfiel mit dabei.

Vom Sozialamt war eine Person anwesend, es war eine kleine Runde von Richterin, Sozialamtsvertreterin sowie Franz und mir.

Ich drücke dir die Daumen das du überzeugend auftreten kannst und alles gut läuft.

Das man nervös und aufgeregt ist ist klar. Du schaffst das.

LG - Angela
unsere Vorstellung: hier
Angela mit Eric (*93) und Franz (*98);
beide Dravet-Syndrom

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Re: Erörterung vor Gericht - Tipps

Beitragvon Rita2 » 05.10.2019, 13:50

Hallo Marti,

ich würde dir empfehlen jemanden mitzunehmen. Dann bist du nicht ganz alleine.
Auf jeden Fall würde ich jemand mitnehmen, wenn du dein Kind mitnimmst. Weil gleichzeitig deine Argumente vortragen und sich um das Kind kümmern geht meistens sehr schlecht.

Wenn du unsicher bist, ob du das darfst, kannst du ja einfach vorher beim Gericht anrufen und nachfragen.
Wenn die Verhandlung öffentlich ist, darf jeder hin der will. Wenn es nicht öffentlich ist, gehe ich davon aus, daß du trotzdem eine "Hilfe" mitbringen kannst.

Viel Erfolg
Rita
Rita mit Sohn *Dezember 1995, ohne Diagnose,
cerebrale Koordinations- und Tonusregulationsstörung mit Zehenspitzengang, kognitive und sprachliche Entwicklungsstörung, süßer Bengel

Mamamarti
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Re: Erörterung vor Gericht - Tipps

Beitragvon Mamamarti » 09.10.2019, 12:53

Hallo, vielen Dank.
Ich werde eine weitere Person beantragen.
Sein Papa möchte auch dabei sein.
Dann kann ich mich voll konzentrieren und er kann das Kind betreuen.
Dann fühle ich mich sicherer.
Liebe Grüße Marti


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