Diagnostik Rückmeldung Sonderpädagogin

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Familiekühl
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Diagnostik Rückmeldung Sonderpädagogin

Beitragvon Familiekühl » 19.09.2019, 16:05

Guten Tag ins Forum,

Ich benötige ein wenig Input.

Es geht um die Fragebögen bei einer Diagnostik. Da geht es um das Verhalten usw.

Die Schule, die negativ eingestellt ist, hat unglaubliche Antworten gegeben.

Z.B. würde das Kind andere einschüchtern, bedrohen, schikanieren, bestehlen (Überfall, Taschendiebstahl). Beginnt raufereien und Schlägereien. Und das weitgehend.

Für selbiges Kind gab es an dieser Regelschule bereits drei Hilfeplangespräche, ein runder Tisch, drei Elternsprechtage, zwei Elternabende, diverse Telefonate.

Dabei ging es um Unterrichtsstörungen, fehlende Hausaufgaben, das dazwischen rufen, sich einmischen in Dinge die das Kind nichts angehen. Zu spät aus der Pause kommen usw. Es ging niemals um Gewalt, Diebstahl etc.

Fragebogen abgeben ? Fragt man in der schule nach ? Beim runden Tisch sagte die Klassenleitung ihr Kind lügt nicht. Laut Fragebögen lügt das Kind immer.

Was also tun ?

Vielen Dank!

LG

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SandyErgo
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Re: Diagnostik Rückmeldung Sonderpädagogin

Beitragvon SandyErgo » 19.09.2019, 16:49

Am besten wäre es, wenn Aussagen schriftlich untermauert werden könnten > entweder von Euch (im positiven) oder auch von der Schule > als Nachweis, dass das Thema schon mal angesprochen wurde.
Vermutlich steht aber im Hilfeplan nichts zu dem Thema. Und bei Rundem Tisch bzw. Elternsprechtagen > wurde da ein Protokoll geschrieben? So kenne ich das von uns - da würde so was vermerkt werden.
Aus den Gründen, Nichtnachweisbarkeit im Streitfall, lass ich mich auch nicht mehr auf Telefonate ein, sondern verlange ein Gespräch (mit Gesprächsprotokoll).

LG
Mama 12/77
mit Tochter 11/06 FG 30+6 (nach HELLP-Syndrom) Kombinierte umschriebene Entwicklungsstörung mit noch leichter Sprachentwicklungsstörung, Hämochromatose (homozygot C282T im HFE-Gen)
und Sohn 08/09 FG 34+1 ADHS und kombinierte umschriebene Entwicklungsstörung mit starker Betonung der aktiven Sprache

SandyErgo
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Re: Diagnostik Rückmeldung Sonderpädagogin

Beitragvon SandyErgo » 19.09.2019, 16:53

PS:
Manche Fragebögen sehe ich aber auch kritisch.
1. Da fehlen einfach Abstufungen zwischen Extremen.
2. Bzw. die Fragen sind so formuliert - dass man das Gegenteil von dem versteht, was eigentlich gefragt/gemeint ist und dementsprechend auch antwortet also falsch.

>> Das 2. passiert ist - könnte man das ausschließen???
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RikemitSohn
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Re: Diagnostik Rückmeldung Sonderpädagogin

Beitragvon RikemitSohn » 19.09.2019, 17:17

Hallo,

ich würde als ersten Schritt ein Gesprächstermin mit der Schule machen und mit neutralem Zeugen dorthin gehen. Sie sollen dir diese Rückmeldungen erklären. Dann kannst du vielleicht besser einschätzen, was wie passiert ist.
Ob du den Fragebogen so abgeben sollst, kann ich nicht sagen. Irgendetwas wird bei deinem Sohn gerade schief gehen und ob dieser Bogen hilfreich oder schädlich ist, musst du entscheiden. Gehe in dich und überlege, wie sich diese Aussagen auf die Diagnose auswirken. Wäre es sinnvoll sie nicht abzugeben oder ergibt sich mit ihnen ein klareres Bild.

LG Rike
Mama mit Sohn 2004 ADHS und HB

kati543
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Re: Diagnostik Rückmeldung Sonderpädagogin

Beitragvon kati543 » 19.09.2019, 18:16

Hallo,
ich würde die Schule fragen, warum sie Gewalttaten nicht für erwähnenswert hält gegenüber Dir. Insbesondere die Anwesenden des Runden Tischs werden sich ja noch an die Gespräche erinnern oder Protokoll geführt haben. Vielleicht fragst du einfach mal nach BEVOR du die Schule konfrontierst.
Ich würde die Institution, die Dir den Fragebogen gegeben hat, bitten, Dir noch einen Fragebogen auszuhändigen, für eine weitere Person (Hort, Therapeut, Schulbegleiter,...) - hast du mehrere Personen, kopiere den Bogen und gib den an alle weiter. Einen Fragebogen, der ausgefüllt wurde, würde ich nicht zurückhalten. Irgendwann fällt dir das auf die Füße.
Aber manchmal füllen Menschen diese Fragebögen wirklich total gegensätzlich aus. Das habe ich bei mir und meinem Mann gemerkt als es um unsere Kinder ging. Wir hatten einfach vollkommen unterschiedliche Gegebenheiten im Hinterkopf beim Ausfüllen. Alle fanden übrigens tatsächlich statt. Wir haben diese nur unterschiedlich gewichtet.
LG
Katrin
Katrin (Epilepsie)
O. (Frühk. Autismus (HFA), Sprachentwicklungsstörung, Ptosis, Hypotonie, AVWS, LRS, Vd. Valproatembryopathie)
D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Esstörung, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Mikrodeletion 3p26.3, Vd. Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)

Familiekühl
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Re: Diagnostik Rückmeldung Sonderpädagogin

Beitragvon Familiekühl » 19.09.2019, 18:38

Hallo Rike,

Danke für deine Antwort. Wir werden Mal nachfragen wie die auf solche Aussagen kommen.

Ich weiss nicht ob es schädlich ist. Aber das ist einfach nicht richtig. Wir denken, dass es sinnvoll ist diese nicht abzugeben, da das Kind in eine Schublade gesteckt wird, in die es eindeutig nicht reingehört.

Hallo Sandy,

Bei uns an der Grundschule gehörte ein Protokoll zu jedem Termin dazu. An der weiterführenden Schule gibt es so etwas nicht. Aber ich werde in Zukunft drauf bestehen. Ich müsste Mal nachschauen, aber vom HPG gibt's das bestimmt. Die Dame hat ja einen Bericht geschrieben.

Mir fällt gerade ein, dass die Sonderpädagogin Mal meinte (ihre persönliche Meinung) dass das Kind auf eine Förderschule besser aufgehoben wäre, weil die Schule zu gross sei. Hätte sie da nicht argumentieren können, weil das Kind Gefahr für die Allgemeinheit ist ?

Ich finde die Fragen klar und verständlich, dass sehen andere Personen natürlich anders sehen.

Folgende Fragen

Beginnt mit anderen Kindern körperliche Auseinandersetzungen oder Schlägereien.

Schikaniert, bedroht oder schüchtert andere ein

Lügt oft, um sich Güter oder Vorteile zu verschaffen oder um Verpflichtungen zu entgehen. (O-Ton Klassenlehrerin/runder Tisch "ihr Kind lügt nie"

Hat jemand in dessen Anwesenheit bestohlen (Überfall, Diebstahl, Erpressung)

Kann man die Fragen falsch verstehen ? Oder sind die Auswahlmöglichkeiten unklar ?
Als Auswahl hat man folgende Abstufungen

Gar nicht, ein wenig, weitgehend, besonders

Bei allen Fragen würde weitgehend angekreuzt. Das Kind hat allerdings noch nie gestohlen. Oder eine Schlägerei angefangen. Es wert sich nicht Mal. Ja es benutzt unflätige Ausdrücke. Es schlichtet Streit, geht dazwischen, versucht zu helfen. Es verpetzt sich selber. Ich habe Energy getrunken (strengstens verboten!/bin im Schwimmbad bei rot gerutscht usw. ) Es gab jedes Mal Konsequenzen. Wird jetzt auf dem Schulweg von der ikraft begleitet, darf nicht rutschen usw.

Es wird auch nichts schön geredet oder übersehen. Die nachmittags Betreuung hat die selben Fragebögen ausgefüllt. Es ist als wenn da zwei verschiedene Kinder beschrieben werden.
Wie bei Jekyll und Hyde

Habt einen schönen Abend!

LG

Kristiina
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Re: Diagnostik Rückmeldung Sonderpädagogin

Beitragvon Kristiina » 20.09.2019, 09:41

"Es verpetzt sich selber. Ich habe Energy getrunken (strengstens verboten!/bin im Schwimmbad bei rot gerutscht usw. ) Es gab jedes Mal Konsequenzen. Wird jetzt auf dem Schulweg von der ikraft begleitet, darf nicht rutschen usw."

Zwar nicht Deine Frage, aber sowas hasse ich. Da werden Kinder ja direkt zum Lügen erzogen! Wenn ein Kind so ehrlich ist muss es eine andere Reaktion geben als die üblichen Konsequencen...

LG,
Kristiina
2 tolle Söhne, 4/2008- gesund, und 5/2010-vermutlich ADHS, Diagnostik läuft.

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Re: Diagnostik Rückmeldung Sonderpädagogin

Beitragvon Sheila0505 » 20.09.2019, 10:58

Hi, zu deiner eigentlichen Frage, kann ich auch nicht mehr schreiben als bereits geschrieben wurde.
Ich würde halt um eine Erklärung bitten und ggf Kontakt zu Personen aufnehmen, welche Zeuge bei den HPGs waren und mit Ihnen über den Fragebogen sprechen - evtl wäre es möglich den HPG Bericht zum Belegen heranzuziehen?

Doch egtl wollte ich zu Kristiinas Beitrag etwas schreiben, denn das sehe ich genauso.
Ehrlichkeit sollte man schätzen und würdigen. Heißt natürlich nicht, dass Ehrlichkeit dem Kind einen Freifahrtschein für Regelverstöße liefern sollte. Aber dennoch sollte man dem Kind vermitteln, dass Ehrlichkeit der beste Weg ist.

Unser 9jähriger weiß zum Beispiel genau, dass er weniger geschimpft wird, wenn er von sich aus kommt und etwas zugibt. Selbstverständlich entschuldigt das nicht sein Verhalten, z.B. wenn er was angestellt haben sollte. Aber schlimmer wäre es für ihn bzgl Konsequenz, so wenn er es versuchen würde zu vertuschen oder gar Lügen würde.

Es ist also in jedem Fall besser für ihn, er sagt es von sich aus, als dass wir es hinterher auf Umwegen erfahren. Und da sagen wir dann schon: gut dass du es von dir aus gesagt und zugegeben hast. Bei Kleinigkeiten können wir dann sogar sagen: „ist okay, aber nur weil du so ehrlich warst..“

In anderen Fällen, fällt die Konsequenz halt dann milder für ihn aus und das weiß er sehr genau, weil wir darüber sprechen und es ihm erklären.

Natürlich kann bei manchen besonderen Kindern die Sachlage schwieriger sein, Ehrlichkeit sogar ein Problem sein weil sie übertrieben und das Anstellen von Sachen (Regelverstöße) sogar provoziert werden, Konsequenzen herausgefordert werden und parallel dazu nicht fruchten.

Mag auch sein, dass die Gleichgültigkeit einfach überwiegt und Versuche einer Wertevermittlung hinsichtlich von Ehrlichkeit krankheits-, behinderungs- bzw störungsbedingt schlichtweg nichts bringen. Dennoch bin ich der Meinung, dass das Vorleben von Wertevermittlung, Ehrlichkeit in Form von Zugeben bei Regelverstößen zu wertschätzen, nur richtig sein kann.
Und insofern eine Institution wie eine Schule das nicht (mehr) tut, es das Kind sehr wahrscheinlich aufgegeben hat und/oder schlichtweg überfordert mit dem Kind ist oder gar dem Kind gegenüber nicht wohlgesonnen ist, womöglich genervt ist und sich keine Mühe mehr macht.

Klar muss das nicht richtig sein was ich schreibe, aber das dachte ich mir halt beim Lesen.
Und vielleicht stellt sich das bei euch ja auch gar nicht so dar, nur so hatte es sich für mich gelesen - also das es für euren Sohn in der Schule keinen Unterschied macht, ob er die Wahrheit sagt oder nicht. Außer dass er mit einem Verschweigen Strafe womöglich entgehen könnte.

Liebe Grüße

Bärbel99
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Re: Diagnostik Rückmeldung Sonderpädagogin

Beitragvon Bärbel99 » 20.09.2019, 13:41

Auf keinen Fall würde ich den Fragebogen zurück halten, wenn das raus kommt hast du deine Glaubwürdigkeit verloren.
Ist wirklich nichts dran an den geschilderten Situationen? Nicht immer bekommt an Regelschulen jeder alles mit, so zumindest unsere Erfahrung.
Bei der Autismustestung mussten wir, Erzieherin im Kiga (bei unserer Tochter) und Lehrer (bei unserem Sohn) solche Fragebögen ausfüllen.
Bei unserem Sohn waren die Fragebögen bei uns dreien nahezu identisch.
Bei unserer Tochter waren alle drei Bögen völlig unterschiedlich. Die leitende Erzieherin der Gruppe war nicht da in der Zeit und die Erzieherin die es dann ausgefüllt hat, hat viele Fragen gar nicht verstanden, was man sehr deutlich erkennen konnte. Mein Mann und ich hatten, wie schon jemand schrieb, völlig unterschiedliche Situationen im Kopf bei den Fragen.
VG, Bärbel
(Pflege) Sohn *2011 ASS und ADHS
(Pflege) Tochter*2013 ASS

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kati543
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Re: Diagnostik Rückmeldung Sonderpädagogin

Beitragvon kati543 » 20.09.2019, 14:08

Hallo,
ich kenne diese blöden Fragebögen. Die muss man unheimlich genau lesen. Mal sind sie so formuliert und mal anders herum. Mal ist gesagt, was das Kind angeblich tun soll und mal, was es nicht tun soll. Könnte es sein, dass die Lehrerin einfach den Bogen nur überflogen hat und die Feinheiten nicht gelesen hat?
Hast du den kompletten Bogen mal gelesen? Die Fragen wiederholen sich ja inhaltlich, sind aber immer anders gestellt.
LG
Katrin
Katrin (Epilepsie)
O. (Frühk. Autismus (HFA), Sprachentwicklungsstörung, Ptosis, Hypotonie, AVWS, LRS, Vd. Valproatembryopathie)
D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Esstörung, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Mikrodeletion 3p26.3, Vd. Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)


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