Gilt die Genehmigungsfiktion für Fahrkosten?

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Mamamarti
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Gilt die Genehmigungsfiktion für Fahrkosten?

Beitragvon Mamamarti » 19.09.2019, 14:37

Hallo,
mein Sohn wird in einem anderem Bundesland in einem Skoliosen Zentrum operiert. Wir haben bereits am 1.8. bei der KK die Übernahme der Kosten für den liegend Transport nach Hause beantragt.
Heute, 7 Wochen später kommt ein Brief das die Fahrkosten nicht genehmigt werden.
Er kann die OP angeblich in einer anderen geeigneten Klinik machen lassen.
Ich habe in der Klinik angerufen und die machen gar keine OPs!
Die KK schlägt also vor, das wir eine Skoliose von 114 Grad in einer Klinik machen lassen, die solche OP noch nie durchgeführt hat. Und für diese Glanzleistung habe sie sich 7 Wochen Zeit gelassen.
Was kann ich tun?

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Sabine1970
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Re: gilt die genehmigungsfiktion für fahrkosten?

Beitragvon Sabine1970 » 19.09.2019, 14:57

Hallo M.,

check PN.

Grüße,
Sabine

Ullaskids
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Re: gilt die genehmigungsfiktion für fahrkosten?

Beitragvon Ullaskids » 19.09.2019, 17:17

Hallo,
wieso braucht ihr denn überhaupt einen Liegendtransport?
Bei uns war es so, dass unsere Tochter ein paar Tage nach OP wieder sitzen durfte und auch zunehmend konnte und die Fahrt nach Hause (2 Wochen und 5 Tage waren wir im KH) mit Schmerzmitteln (zu der Zeit noch Novalgin, das hat sie noch ein paar Wochen in kleiner Dosis danach gebraucht) sehr gut hinbekommen hat.
Bei uns war es auch ein anderes Bundesland (das hat niemanden interessiert...), aber trotzdem nur eine Stunde Fahrzeit. Es war eine Versteifung von den Schulterblättern bis zum Becken, also sehr langstreckig, und eine ähnliche Gradzahl wie bei euch.
Viele Grüße,
Ulla mit Tochter (15): Gendefekt, Epilepsie, Skoliose etc.

Mamamarti
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Re: gilt die genehmigungsfiktion für fahrkosten?

Beitragvon Mamamarti » 19.09.2019, 19:29

Hallo,
Er ist nicht sitzfähig und hat eine angepasste Sitzschale. Nach der OP bekommt er eine neue aber erst Zuhause. Wir fahren so um die 8 Stunden. Ich kann ihn nicht mit einer frischen Wunde in die alte Sitzschale pressen.
Hat deine Tochter auch eine Sitzschale und ist sie darin nach Hause gefahren?
Ich denke halt das er dann ganz schön Schmerzen bekommen wird. Die Sitzschale ist schon extrem.
LG Marti

Ullaskids
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Re: gilt die genehmigungsfiktion für fahrkosten?

Beitragvon Ullaskids » 19.09.2019, 20:16

Hallo,
ja, sie hat auch eine Sitzschale. Das Sanitätshaus kam nach 1 Woche in die Klinik und hatte den Sitzschalenrohling ein paar Tage später fertig (bezogen wurde erst später, aber das ist funktionell ja egal).
Hätte das Sanitätshaus das nicht leisten können, hätte die Klinik das übernommen. Sie haben eine Abteilung, die sowas macht.
8 Stunden Fahrzeit ist natürlich enorm, ich kann mir kaum vorstellen, wo man wohnen muss, dass es keine nähere Klinik für diese OP gibt. Es sind doch einige Kliniken in Deutschland, die damit Erfahrung haben. Um welche Klinik geht es denn, und aus welchem Bundesland reist ihr an?
Viele Grüße,
Ulla mit Tochter (15): Gendefekt, Epilepsie, Skoliose etc.

Mamamarti
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Re: gilt die genehmigungsfiktion für fahrkosten?

Beitragvon Mamamarti » 19.09.2019, 20:51

Schön Klinik Neustadt. Wir kennen einige die dort operiert wurden und es super geklappt hat. Und wiederum einige die woanders operiert wurden und nicht zufrieden waren.
Ist auch eine Frage des Vertrauens.
Könnte der Gipsabdruck so schnell nach der OP gemacht werden? Uns haben sie gesagt das es Wohnort nah gemacht werden sollte.
Ich bin hauptsächlich enttäuscht das die KK sieben Wochen gebraucht hat um uns an eine Reha Klinik zu verweisen die überhaupt keine OP macht und das eine geeignete Behandlung nennt
Liebe Grüße Marti

Ullaskids
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Re: gilt die genehmigungsfiktion für fahrkosten?

Beitragvon Ullaskids » 19.09.2019, 21:05

Wir waren in Heidelberg/Schlierbach mit dem Erfolg sehr zufrieden. Es hieß von Anfang an bei uns, dass die Wirbelsäule nach der OP gleich belastbar ist. Daher konnte der Abdruck gemacht werden, sobald der Kreislauf stabil genug war. Unser Sanitätshaus hielt sich auf Abruf bereit und hatte die Kapazitäten eingeplant. Allerdings hätte ich so kurz nach der OP auch keine 8stündige Fahrt im Sitzen geplant. Die eine Stunde bei uns (plus eine halbe Stunde, bis wir mit Sack und Pack am Auto waren, Parkhaus bezahlt usw.) waren schon lange, vielleicht wäre eine weitere Stunde gegangen, aber mehr nicht.
Eine andere Klinik suchen, die näher ist, kommt nicht infrage? 8h Fahrt nach Neustadt (ich nehme an, in Holstein?) würde ja heißen, dass ihr aus Süddeutschland kommt. Da gibt es ja mehrere renommierte Kliniken. Grundsätzlich kann ich die KK schon verstehen, auch wenn sie natürlich schlecht informiert waren, welche Klinik diese OP anbietet.
Viele Grüße,
Ulla mit Tochter (15): Gendefekt, Epilepsie, Skoliose etc.

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Jakob05
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Re: Gilt die Genehmigungsfiktion für Fahrkosten?

Beitragvon Jakob05 » 20.09.2019, 09:39

In Deutschland gilt immer noch die freie Arztwahl und ich gehe davon aus, dass ihr Eure Gründe habt, warum es diese Klinik sein muss. Eine solche OP-Entscheidung fällt ja nicht von heute auf morgen. Wart ihr denn nicht schon vorher dort ? Wer hat da die Fahrtkosten bezahlt ?
Warum die KK so lange braucht ? Keine Ahnung, aber wenn sie etwas so offensichtlich falsches als Grund für die Ablehnung anführen, habt ihr doch allebeste Karten, un in Widerspruch zu gehen.
Wenn wir mal wieder zu Orthop.OPs unterwegs sind, beantragt die Klinik einen Liegendtransport erst, wenn wir dort sind. DAnn kann ja leider erst entlassen werden, wenn die Genehmigung da ist. Da gabs noch nie Probleme.
Cordula (65) mit I. (86), M. (88 mehrfachbehindert, HF-Autist), J. (†28.07.05,*02.08.05,37.SSW) + K. 10/07 (GS, HD, Rachenfehlbildung,Tracheostoma)

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Re: Gilt die Genehmigungsfiktion für Fahrkosten?

Beitragvon Mamamarti » 20.09.2019, 14:04

Hallo,
Jetzt hat die Kasse eine andere Klinik aufgetrieben die diese OP auch machen könnte und 150 km entfernt ist. Sie wollen nur Fahrkosten bis zu dieser Klinik bezahlen. Auf dem Rest bleiben wir sitzen.
Meiner Meinung nach wird dadurch praktisch die freie Auswahl des behandelnden Arztes ausgehebelt da er sich als Grundsicherungsempfenger die Fahrt nicht leisten kann.
Kann mir jemand sagen ob die Genehmigung Fiktion hier Anwendung findet?
Dient der Transport der Sicherung der Kranken behandlung ? Dann wäre die Genehmigung Fiktion nach fünf Wochen eingetreten oder nicht?

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monika61
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Re: Gilt die Genehmigungsfiktion für Fahrkosten?

Beitragvon monika61 » 20.09.2019, 15:05

Hallo,

vielleicht helfen diese Infos Dir weiter:
https://www.betanet.de/fahrtkosten-kran ... erung.html

Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses über die Verordnung von Krankenfahrten,
Krankentransportleistungen und Rettungsfahrten nach § 92 Absatz 1 Satz 2 Nummer 12 SGB V
https://www.g-ba.de/downloads/62-492-14 ... -12-23.pdf


Hier findest Du Infos zur Genehmigungsfixtion:
https://sozialversicherung-kompetent.de ... osten.html

Knackpunkt ist wohl die Anspruchsvoraussetzungen:
" Fahrt zur nächsterreichbaren geeigneten Behandlungsstätte"




LG
Monika


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