Elsbeth mit Sohn (Adoptivkind mit komplexer Traumafolgestörung und globaler Entwicklungsverzögerung)

Hier könnt ihr euch und euer Kind bzw. eure Kinder vorstellen.

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elsehamster
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Elsbeth mit Sohn (Adoptivkind mit komplexer Traumafolgestörung und globaler Entwicklungsverzögerung)

Beitragvon elsehamster » 18.09.2019, 21:28

Hallo,
unser Sohn wurde 2014 in Bulgarien geboren. 2018 durften wir ihn nach jahrelangem bürokratischen und gerichtlichem Kampf nach Hause holen. Er hat eine seelische Behinderung und ist in allen Entwicklungsbereichen stark verzögert.
Ich freue mich auf den Austausch....

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mel1220
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Re: Elsbeth mit Sohn (Adoptivkind mit komplexer Traumafolgestörung und globaler Entwicklungsverzögerung)

Beitragvon mel1220 » 19.09.2019, 09:53

Hallo,

da winke ich von Adomama zu Adomama mal zu :D
Unser Sohn war 2 als er zu uns kam. Zwischenzeitlich ist er schon 8.
Wir sind auf einem guten Weg, nach langem Kampf. Unsere einzige rießen Baustelle ist aktuell noch die Schule.
Hier fallen traumatisierte Kinder durch jedes Raster..... Hat uns schon die ein oder andere schlaflose Nacht gebracht.
Aber wir kämpfen weiter

Herzlich Willkommen

Mel

nina-st
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Re: Elsbeth mit Sohn (Adoptivkind mit komplexer Traumafolgestörung und globaler Entwicklungsverzögerung)

Beitragvon nina-st » 19.09.2019, 13:45

Unser Dauerpflegesohn kam mit 8 Monaten zu uns. Auch hochgradig traumatisiert......eine große Baustelle....

Herzlich willkommen!
Pflegesohn ,traumatisiert, blind, 6. Klasse Blindenschule

antonin
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Re: Elsbeth mit Sohn (Adoptivkind mit komplexer Traumafolgestörung und globaler Entwicklungsverzögerung)

Beitragvon antonin » 22.09.2019, 10:33

Hallo,
wir haben unser Kind (10,5J) mit 3,5J in Bulgarien abholen dürfen. Schule ist wie bei mel eine riesige frustrierende Baustelle. Wir haben noch nie eine ausführliche Diagnostik machen lassen (möchte die Schule jetzt aber), da wir im SPZ sehr schlechte Erfahrungen gemacht bzw. auf ziemliche Unwissenheit getroffen sind und wir unnötigen Stress unserem Kind unbedingt ersparen möchten.

Wie zeigen sich bei euren Kinder die Traumafolgestörungen? Wer hat bei euch was diagnostiziert? Würde mich gerne austauschen, gerne auch per PN.

viele Grüße,
Antonia

nina-st
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Re: Elsbeth mit Sohn (Adoptivkind mit komplexer Traumafolgestörung und globaler Entwicklungsverzögerung)

Beitragvon nina-st » 22.09.2019, 12:13

Unser Pflegesohn kam mit 8 Monaten zu uns. Da war schon klar, daß er hcohgradig vernachlässigt war und eine schwerste Mangelernährung hatte. Alles andere kam so mit der Zeit raus als die älteren Geschwister in den jeweiligen Heimen angefangen haben zu erzählen.

Er war schwer entwicklungsverzögert, das war von Anfang an klar. So nach und nach wurde deutlicher, daß er Symptome zeigt die nach heftigem ADHS aussehen.
Wir hatten angefangen uns über posttraumatische Belastungsstörungen schlau zu lesen, das Jugendamt hat uns gut beraten und wir hatten mehrere Fachberatungen. Es war dann schnell klar, daß es nur nach ADHS aussieht, aber tatsächlich Trauma bedingt ist. Zusätzlich KÖNNTE es auch noch ADHS sein, das kann man aber nur schwer auseinander sortieren. Er hatte echte Flashbacks die ihn sehr mitgenommen haben und eine heftige Ernährungsstörung.

Wir haben dann als Familie viel Grundlagen gelegt: Feste Regeln, Strukturen, feste Zeiten und Abläufe, klare Ansagen, keine Ausnahmen (GAR keine - Ausnahmen haben hier völligen Chaos zur Folge gehabt) .......Damit konnte er sich soweit stabilisieren daß ein halbwegs normaler Alltag möglich war.

Mit 7 Jahren gab es einen Auslöser für eine Re-Traumatiserung. Da kam er nicht wieder raus, es ging gar nichts mehr. Wir sind dann stationär in die neurologische Kinderklinik gegangen. Die haben dann (endlich muß man sagen) Medikamente angesetzt und sich drum gekümmert, daß er ambulante eine Traumatherapie bei einer Kinder-Jugend-Psychiaterin machen kann.
Das ging über 2 Jahre, sehr intensiv. Für Schule hatte er in dieser zeit keine Kapazitäten, er war teilzeit-krankgeschrieben und ist nur 3 Tage die Woche je 4 Std hingegangen.

Das hat ihm sehr gut getan, er hat gelernt damit umzugehen. Wir sind immer noch da angebunden und er wir medikamentös versorgt.

Jetzt, mit 12, ist bei weitem nicht alles prima - aber ohne Therapie und Medikamente wäre er lange nicht so fit wie er jetzt ist.

Wenn ihm kalt ist oder er Hunger hat rutscht er noch immer schnell in Dissoziationen ab - aber das haben wir mit im Blick.



Geholfen haben uns die Bücher von Dr. Bettina Bonus. Kann ich sehr empfehlen.

Es ist glaube ich total wichtig daß wir als Adoptiv-/Pflegeeltern die Experten für Trauma bei unseren Kinder werden und so viel lesen wie möglich. Das macht das Leben deutlich einfacher.....
Pflegesohn ,traumatisiert, blind, 6. Klasse Blindenschule

Moni
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Re: Elsbeth mit Sohn (Adoptivkind mit komplexer Traumafolgestörung und globaler Entwicklungsverzögerung)

Beitragvon Moni » 02.10.2019, 07:59

Hallo Elsbeth,
herzlich willkommen hier und wink zu allen anderen Pflege- und Adoptiveltern!
Wir haben eine gesunde Adoptivtochter und einen Pflegesohn mit Traumafolgestörung. Das "durch jedes Raster fallen" kennen wir auch.

Viele Grüße und guten Austausch hier


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