Kompressor für Rollstuhlreifen - ein Hilfsmittel ?

Hier könnt ihr die Hilfsmittel eurer Kinder vorstellen, z. B. Reha-Buggy, Pflegebett, Stehtrainer, Therapieliege usw. - gerne auch mit Foto.
Ihr könnt hier übrigens auch Fragen bezüglich Technik und Anwendung verschiedener Hilfsmittel stellen.

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Beate139
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Kompressor für Rollstuhlreifen - ein Hilfsmittel ?

Beitragvon Beate139 » 18.09.2019, 16:32

Hallo Leute,

mein Sohn hat seit Juli seinen Rollstuhl. Dies gibt ihm endlich die Möglichkeit, wieder am öffentlichen Leben teil zu haben, denn längere Gehstrecken sind schon lange nicht mehr möglich.

Nun haben wir Gummi-Luft-Bereifung. Die Reifen verlieren immer mal wieder Luft, sodaß ich gezwungen bin, mit den Reifen zum nächsten Baumarkt in die Fahrradabteilung zu gehen, damit sie wieder aufgepumpt werden.
Ich habe gehört, das es spezielle Akku-Kompressoren gibt für die Rollstuhlbereifung. Werden die als Hilfsmittel auch von der Krankenkasse bezahlt ? Irgendwo habe ich mal gelesen, das alle Hilfsmittel, die man als gesunder Mensch nicht benötigt (und dazu gehört auch ein solcher Kompressor) von der Krankenkasse bezuschußt wird.
Ich habe also bei der Krankenkasse angerufen und die haben mir gesagt, das ein Kompressor nicht dazu gehört und das ich den selbst zahlen müsste.
Was stimmt denn nun ?

Die Gummi-Luft-Bereifung haben wir damals gewählt, weil mein Sohn oft an Schmerzen im Rückenbereich leidet und der Luft-Puffer die Unebenheiten auf dem Gehweg und der Straße besser abfangen kann.

Liebe Grüße
Beate

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angela
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Re: Kompressor für Rollstuhlreifen - ein Hilfsmittel ?

Beitragvon angela » 18.09.2019, 17:08

Hallo Beate,

ich befülle die Reifen entweder an einer Tankstelle (allerdings ist da meistens nur ein geringer Druck möglich, außer es gibt dort die Möglichkeit für LKW die Reifen befüllen zu lassen) bzw. hab ich in meinem Auto einen Kompressor und damit geht es auch super.

Wäre das nicht auch noch eine Alternative? Wobei ich nicht weiß was so ein Kompressor kostet im Baumarkt - viel kann es doch eigentlich nicht sein.

Und sind eure Reifen richtig gut befüllt? Nicht das immer zu wenig Luft drin ist und ihr deswegen so oft nachfüllen müßt?

LG - Angela
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Gesa
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Re: Kompressor für Rollstuhlreifen - ein Hilfsmittel ?

Beitragvon Gesa » 18.09.2019, 17:24

Moin,

ich habe vor Jahren den Kompressor bezahlt bekommen, aber nur, weil ich damals allein wohnte und mich nicht selber um das Aufpumpen kümmern konnte.

Es ist nichts anderes, als man eigentlich für ein Fahrrad auch braucht, als gesunder Mensch reicht eine gute Standpumpe. Die meisten Rollis haben Autoventile. Kleine Kompressoren im Baumarkt kosten um die 20 Euro maximal, dafür lohnt sich der Streit mit der Kasse m.E. nicht, zumal ich schätze, dass es keinen Erfolg haben wird.

Je nach Reifenart ist der Druck auch sehr unterschiedlich, ich fahre wegen des geringeren Rollwiderstandes einen sehr hohen Druck, den gibt es an Tankstellen tatsächlich nicht, aber für die "normale" Fahrradbereifung reicht es selbst hier um die Ecke bei der Tankstelle mit dem Uraltkompressor aus. Da bei Euch die Luftreifen wegen Federung dran sind, sollte da dann sinnvollerweise auch eine Bereifung sein, die nicht allzuviel Druck hat.

Es gibt übrigens auch viele gute Kissen, die die Stöße ziemlich gut auffangen, und z.B. bei ProActiv auch eine dehnbare Sitzbespannung, das bringt auch sehr viel.

Lg Gesa
Rollstuhlfahrerin mit unklarer Diagnose, vor vielen Jahren Unfall mit Kopf- und Beinverletzungen, über die Jahre Verschlechterung, seit mittlerweile 15 Jahren Rollifahrerin; Erfahrungen in Rollisport, Rollstuhlversorgung sowie behindertengerechtem Autoumbau

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Re: Kompressor für Rollstuhlreifen - ein Hilfsmittel ?

Beitragvon Line86 » 18.09.2019, 17:54

Hi, es gibt gute Standpumpen die du für akzeptables Geld kaufen kannst. Ich bin ja Selbstfahrerin und muss auch öfters Luft nachfüllen. Am besten gehst du in ein gut sortiertes Fachgeschäft und lässt dich beraten. Ich würde den Rolli mitnehmen und dort testen. Die Pumpe sollte bis 10bar gehen.
Lg Line
Ich habe selbst viele Besonderheiten (u.a. Psoriasis Arthritis, Asthma, z.n 20 Operationen) und Sonderpädagogin mit FS GENT/L im SBBZ KMENT

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Re: Kompressor für Rollstuhlreifen - ein Hilfsmittel ?

Beitragvon Britta70 » 18.09.2019, 19:17

Hallo,
ich würde auch in ein Fahrradgeschäft gehen und mich beraten lassen. Unsere Standpumpe kann Auto- und Fahrradreifen befüllen.
LG
Britta
Amelie (*05), hypoxischer Hirnschaden durch near-missed SIDS, Z. n. BNS-Epilepsie, Button, Tetraspastik, Tetraparese, cerebral blind, Hüftluxation links (operiert 2014), starke Skoliose (operiert 2016)

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Re: Kompressor für Rollstuhlreifen - ein Hilfsmittel ?

Beitragvon Beate139 » 18.09.2019, 20:53

Hallo Ihr,

vielen dank für eure Antworten. Ja, vermutlich lohnt es sich tatsächlich nicht, mit der KK darüber zu streiten. Ich hatte mal im Internet geschaut und dort lagen die Kompressoren speziell für Rollstühle auch über 100 Euro. Das fand ich recht teuer. An einen Fahrradladen hatte ich garnicht gedacht.
Es sollte natürlich schon auch einer sein, den mein Sohn notfalls auch selbst bedienen kann. Da käme eine Standpumpe eher nicht in Frage.
Ich werde mal die Fahrradläden und Baumärkte abklappern und schauen, was die da so im Angebot haben.

LG Beate

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Re: Kompressor für Rollstuhlreifen - ein Hilfsmittel ?

Beitragvon Jaqueline » 19.09.2019, 10:02

Hallo,

es gibt auch Tankstellen, die bis 10 bar pumpen können, wenn eine Werkstatt mit dabei ist. Wir haben so eine hier. Ansonsten gibt es wirklich günstige Kompressoren.
LG Jaqueline
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Mann: Epilepsie (VNS seit 2008)
Tochter: * 01/2015 und Tochter ET 2020

Für immer im Herzen.

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Re: Kompressor für Rollstuhlreifen - ein Hilfsmittel ?

Beitragvon Gesa » 19.09.2019, 12:51

Huhu,

ja, bloß keine speziellen Kompressoren, meist zu teuer für das, was sie bieten. Viel Glück im Fahrradladen oder Baumarkt!

Lg Gesa
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Re: Kompressor für Rollstuhlreifen - ein Hilfsmittel ?

Beitragvon Jakob05 » 20.09.2019, 09:50

Wichtig ist, das der Kompresor den nötigen Druck aufbringen kann. Unsere Standpumpe bis 15bar, kostet schon 50€, gleichwertige Kompressoren nicht weniger.
Die üblichen Angebote der Discounter schaffen meist nur 3-4bar. Unser Rollireifen wollen min.11bar.
Es ist auch völlig kontraproduktiv die Reifen eines Rollis zur Federung zu benutzen. Das erhöht den Reibwiderstand zur Strasse und macht den Rollis schwergängig, das Fahren anstrengend.
Richtig sind schmale, harte Reifen und ein passendes Sitzkissen /Sitzbespannung für den jeweiligen Fahrer.
Cordula (65) mit I. (86), M. (88 mehrfachbehindert, HF-Autist), J. (†28.07.05,*02.08.05,37.SSW) + K. 10/07 (GS, HD, Rachenfehlbildung,Tracheostoma)

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Georg Christa
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Re: Kompressor für Rollstuhlreifen - ein Hilfsmittel ?

Beitragvon Georg Christa » 26.09.2019, 10:01

Hallo. Also 11 bar ist definitiv zu hoch. Eine Luftbereifung hat immer auch eine federnde Wirkung, auch mit voll aufgepumpten Reifen. Reifen die nicht richtig befüllt sind bekommen leichter einen Schäden. Die meisten Reifenhersteller haben auf ihren Reifen den zu befüllenden Druck drauf stehen. Bei Schwalbe sind es in der Regel min. 6 Bar, max. 10 bar. Das Körpergewicht des Patienten beeinflusst dies


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