Musikunterricht an der Förderschule

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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antonin
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Musikunterricht an der Förderschule

Beitragvon antonin » 16.09.2019, 19:36

Hallo,

neues Schuljahr (Bayern) und alle Termine durchgeschüttelt...
Die Situation:
Junior (10J) ist auf Förderschule GE und in allen Bereichen sehr heterogen (Sprache super, Mathe naja), alles immer tagesformabhängig. Dazu sehr oft sehr leicht sehr erschöpft. ABER was er zum Erstaunen aller richtig gut kann, also talentiert ist, ist Schlagzeug spielen. Dieser Unterricht läuft privat, spät am Nachmittag, wo er noch mal alle Reserven mobil macht. Nun kann der Schlagzeuglehrer zu diesem Termin nicht mehr.
Junior hat auch 2 Schulstunden Musikunterricht in der Förderschule. Da singen sie ein paar Kinderlieder, machen was an Triangel und Glockenspiel, er musste schon öfters raus, weil ihm da der Krach von vielen Kindern an den Rand gebracht hat.
Idee:
Könnte er nicht innerhalb des Musikunterrichts seinen Schlagzeugunterricht bekommen? Der Schlagzeuglehrer (diplomierter Schlagzeuglehrer) gibt seinen Unterricht eine Straße weiter. Junior hat einen Schulbegleiter, der ihn bringen könnte, dabei bleiben und wieder zur Schule bringen könnte.
Wäre so etwas tatsächlich denkbar oder ist das gegen jede Regel dieses ... Schulsystems? Welche Fallstricke gibt es und könnten aus dem Weg geräumt werden?
Ich würde gerne vorher von euch ein paar Meinungen hören (Ermutigungen? :D ), bevor ich mich in der Schule schlau mache... :roll:
viele Grüße, Antonia

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Engrid
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Beitragvon Engrid » 16.09.2019, 19:45

Hallo,

das geht aus rechtlichen Gründen nicht, dass ein Kind in der Schulzeit auswärts privat Unterricht bekommt.

Aber wenn der Lehrer so gut ist, und um die Ecke wohnt, dann kann vielleicht der Lehrer in die Schule kommen. Allerdings muss er dann offiziell eingebunden werden, das ist dann eben ein Schulprojekt. Falls nötig, kann man dafür Gelder durch Spenden oder vom Förderverein locker machen. Aber Schulen sollten dafür auch was übrig haben. Rede mal mit dem Elternbeirat, die helfen „schieben“.

An Juniors Förderschule GEnt kommt zb auch jemand von auswärts für ein Musikprojekt. Oder auch mal für ein Kunstprojekt.

Grüße
Engrid
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Re: Musikunterricht an der Förderschule

Beitragvon antonin » 16.09.2019, 21:24

In der Schule gibt es leider kein Schlagzeug... :roll:

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Engrid
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Beitragvon Engrid » 16.09.2019, 21:36

Vielleicht erstmal mit Bongos oder so Sitztrommeln anfangen?
Oder ein Schlagzeug leihen?
Oder eine Kooperation mit der örtlichen Musikschule (dann mit deren Lehrern)?
Gäbe es denn einen passenden Raum?
Vielleicht mal im Verein mit jemand vom Elternbeirat den Musiklehrer der Schule kontaktieren?

Wenn es nur für EIN Kind gedacht ist, wird die Schule nicht ziehen. Aber Schlagzeug bzw Percussion ist für viele Förderschuler interessant, und auch unter musiktherapetischen Aspekten wertvoll.

Grüße
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Re: Musikunterricht an der Förderschule

Beitragvon kati543 » 16.09.2019, 21:46

Hallo,
ich wüsste nicht, wie das gehen sollte. Das Kind hat (zumindest in Deutschland) eine SCHULpflicht und eine Straße weiter beim Schlagzeuglehrer (egal ob mit Diplom oder nicht), ist es einfach nicht auf Schulgelände. Damit kommt es schon einmal nicht seiner Schulpflicht nach und so steht schon eine absolute Grundregel im Wege.
Mit viel good will wäre es vielleicht möglich, dass der Lehrer deines Sohnes in die Schule kommt. Dann müsste dein Sohn damit aber klarkommen, dass der Lehrer diesen Unterricht ALLEN Kindern anbietet.
LG
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Re: Musikunterricht an der Förderschule

Beitragvon HeikeLeo » 17.09.2019, 09:04

Könnte er nicht innerhalb des Musikunterrichts seinen Schlagzeugunterricht bekommen? Der Schlagzeuglehrer (diplomierter Schlagzeuglehrer) gibt seinen Unterricht eine Straße weiter.
bei der Schule von unserem großen Sohn gab es ein Projekt der Schule mit der örtlichen Musikschule. Da sind einmal pro Woche eine Schar Kinder mit dem Schulbus in die Musikschule gekarrt worden, um dort von den Musikschullehrern unterrichtet zu werden. Mein Sohn war von diesem Projekt natürlich ausgeschlossen. Aber generell gibt es solche Projekte.

Schulpflicht ist ja nur in der Praxis Schulhausanwesenheitsplficht. Die Schulpflicht wird durch alles erfüllt, was eine individuelle Schule als Unterricht deklariert. Da muss nur eben die beschulende Schule überzeugt werden. Einfach wird das nicht.

Viel Glück!

Liebe Grüße
Heike

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Re: Musikunterricht an der Förderschule

Beitragvon antonin » 18.09.2019, 14:09

Hallo,

vielen Dank für eure Beiträge, auch wenn sie mich etwas deprimiert haben. Es ist ja nicht so, dass ich eine Extra-Bratwurst möchte, weil mir irgendwas einfach nur missfällt oder zeitlich nicht passt.
Es ist tatsächlich so, dass er in diesem einen Fach eine besondere Begabung hat und der Unterricht noch nicht mal von einer Musiklehrerin gehalten wird. Er ist also unterfordert und war im letzten Schuljahr auch ganz oft draußen im Gang, weil er drinnen rumgekaspert hat. Musikprojekte mit Bongos usw. bringen da auch nichts, weil es eben um fachlich viel höherwertigen 1:1 Unterricht geht. Ein hochbegabter in Mathe wäre ja auch nicht mit ein paar Tischspielen zufrieden....
Ich werde es einfach wagen und den Rektor ansprechen. Mehr als auslachen kann er ja schließlich auch nicht, aber vielleicht es ja tatsächlich auch Lösungen im Sinne des Kindes, abseits der Paragrafen....

viele Grüße
Antonia

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Beitragvon Engrid » 18.09.2019, 14:47

Hallo Antonia,

ich würde das auf jeden Fall ansprechen, Du hast völlig recht. Die Situation ist unbefriedigend jetzt, wir unterstellen der Schule mal, dass ihr an einer Verbesserung gelegen ist ;-P und auf der Basis kann man als Mutter tatsächlich dann auch durchaus einiges erreichen, mit konstruktiven Gesprächen und Hartnäckigkeit.

Grüße
Engrid
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