Darf Schule Praktikum vorschreiben?

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Regina Regenbogen
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Re: Darf Schule Praktikum vorschreiben?

Beitragvon Regina Regenbogen » 17.09.2019, 14:09

Bei uns müssen sich die Schüler auch selbst darum kümmern, da wird nichts zugeteilt oder Fachrichtungen vorgeschrieben. Wer bis zum letzten Schultag vor dem Praktikum keine Praktikumsstelle hat, muss in der Zeit den Unterricht eines anderen Jahrgangs besuchen und bekommt einen entsprechenden Negativeintrag.
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
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Re: Darf Schule Praktikum vorschreiben?

Beitragvon Silvia & Iris » 17.09.2019, 14:13

Hallo Katrin,

was verstehst du unter Ferialpraktikum?
Liebe Grüße
Silvia
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Sohn *03/2006 AVWS + was so dazu gehört

Leasanne
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Re: Darf Schule Praktikum vorschreiben?

Beitragvon Leasanne » 20.09.2019, 18:47

mmh...welchen Sinn macht eine Doppelversicherung - und damit eindeutig eine Überversicherung? Im Fall der Fälle weisen dann alle Versicherungen die Zuständigkeit von sich.
Ganz einfach:
Weil die private Unfallversicherung (soweit man sie hat) nicht zahlen muss für Unfälle beruflicher Natur. Dazu gehören auch Praktika oder der Schulbesuch. Und auch die Krankenkassen sind für Behandlungskosten, die aufgrund beruflicher Tätigkeit (auch Praktika und Schulbesuch) entstehen zB. durch einen Unfall nicht zuständig. Die werden die Kosten zwar erstmal tragen, sich das Geld aber beim Versicherten bzw beim Arbeitgeber wieder holen wollen. Deswegen ist in D die gesetzliche Unfallversicherung Pflicht. Also nix mit Überversicherung.
Das Kind könnte sogar während des Praktikums Geld verdienen im Rahmen des Mindestlohns.


Falsch! Der Mindestlohn gilt in D erst ab 18 Jahren, nicht in der Ausbildung und nicht für Menschen ohne Berufsabschluss, egal in welchem Beruf. Auch Praktikanten mit einer Praktikumszeit unter 3 Monaten haben kein Recht auf Mindestlohn., egal ob Schulpraktiku oder freiwillig.
Liebe Grüße
Leasanne
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Eva (*’76), Burn-out, alleinerziehend
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Re: Darf Schule Praktikum vorschreiben?

Beitragvon Leasanne » 20.09.2019, 19:03


Die private Haftpflichtversicherung der Eltern deckt in der Regel keine Haftpflichtschäden im Praktikumsbetrieb ab. Die Unfallversicherung (BG) des Betriebes greift in der Regel nicht für Praktikanten, einzig die Krankenversicherung über die Eltern hat während eines Praktikums Bestand. Natürlich gibt es auch Ausnahmen, aber meinen Kindern wurde zu Anfang desöfteren ein freiwilliges Praktikum abgelehnt, weil es dafür keinen Träger wie z. B. die Schule oder das Arbeitsamt oder das Jobcenter gab. Seitdem wir den Abschluß der entsprechenden Versicherung anbieten, gibt es da keine Probleme. Und das ist mir durchaus 6€ in der Woche wert.
Du wirfst da gerade was durcheinander. Die private Haftpflicht deckt Schäden an fremden Eigentum ab, je nach Vertrag auch im Beruf. Hat nix mit Unfall zu tun.
Die private Unfallversicherung deckt Unfälle im privaten Bereich ab und kommt für die Folgekosten z. B. eines Fahhradunfalls in der Freizeit auf, während die eigene Krankenversicherung die Kostenfür die Behandlung des unfalls aufkommt.
Ist der Unfall aber nun während einer beruflichenTätigkeit passiert, wozu auch Praktika und der ganz normale Schulbesuch), dann greift die gesetzliche Unfallversicherung und kommt für die Behandlungskosten und Folgekosten des Unfalls auf. Diese Versicherung hat jeder Betrieb und ist gesetzlich vorgeschrieben. Deine Aussage, dass
die BG (die ja Träger der gesetzlichen UV sind) für Praktikanten nicht greift, ist schlicht und ergreifend falsch, genauso wie die Aussage, dass die Krankenversicherung auf jeden Fall Bestand hat. Bestand ja, aber das heisst nicht, dass sie zuständig ist und zahlen muss.
Liebe Grüße
Leasanne
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Re: Darf Schule Praktikum vorschreiben?

Beitragvon kati543 » 24.09.2019, 11:36

mmh...welchen Sinn macht eine Doppelversicherung - und damit eindeutig eine Überversicherung? Im Fall der Fälle weisen dann alle Versicherungen die Zuständigkeit von sich.
Ganz einfach:
Weil die private Unfallversicherung (soweit man sie hat) nicht zahlen muss für Unfälle beruflicher Natur. Dazu gehören auch Praktika oder der Schulbesuch. Und auch die Krankenkassen sind für Behandlungskosten, die aufgrund beruflicher Tätigkeit (auch Praktika und Schulbesuch) entstehen zB. durch einen Unfall nicht zuständig. Die werden die Kosten zwar erstmal tragen, sich das Geld aber beim Versicherten bzw beim Arbeitgeber wieder holen wollen. Deswegen ist in D die gesetzliche Unfallversicherung Pflicht. Also nix mit Überversicherung.
So einfach vielleicht doch nicht. Wir sprachen über eine zusätzliche, von den Eltern abgeschlossene Praktikantenversicherung - nicht über eine private Unfallversicherung, Krankenversicherung oder gesetzliche Unfallversicherung. Gehst du zurück, siehst du, dass ich sogar geschrieben habe, dass die Kinder über die gesetzliche Unfallversicherung versichert sind - daher übrigens mein Rückschluss und die Frage, warum eine Doppelversicherung:
Also Praktikantenversicherung und gesetzliche Unfallversicherung.
Für Schäden, die die Kinder anrichten könnten, käme meine Haftpflicht auf. Auch diesbezüglich brauche ich keine Praktikantenversicherung. Also wieder eine Doppelversicherung.

Das Kind könnte sogar während des Praktikums Geld verdienen im Rahmen des Mindestlohns.


Falsch! Der Mindestlohn gilt in D erst ab 18 Jahren, nicht in der Ausbildung und nicht für Menschen ohne Berufsabschluss, egal in welchem Beruf. Auch Praktikanten mit einer Praktikumszeit unter 3 Monaten haben kein Recht auf Mindestlohn., egal ob Schulpraktiku oder freiwillig.
Du leitest aus einem „KÖNNTE“ echt einen Rechtsanspruch ab? Meine Aussage war korrekt. Es gibt bestimmte Praktikumsarten, bei denen man tatsächlich einen RECHTSANSPRUCH auf MINDESTLOHN hat und zwar ab dem ersten Tag. Da ist das Alter des Praktikanten egal - übrigens auch die Tatsache, dass er (höchstwahrscheinlich) noch keine Berufsausbildung zu dem Zeitpunkt hat. Du schreibst die einzige zusätzliche Bedingung ja schon selbst.

LG
Katrin
Katrin (Epilepsie)
O. (Frühk. Autismus (HFA), Sprachentwicklungsstörung, Ptosis, Hypotonie, AVWS, LRS, Vd. Valproatembryopathie)
D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Esstörung, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Mikrodeletion 3p26.3, Vd. Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)

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Re: Darf Schule Praktikum vorschreiben?

Beitragvon kati543 » 24.09.2019, 12:01

Hallo Regina,
mmh...welchen Sinn macht eine Doppelversicherung - und damit eindeutig eine Überversicherung?
Es handelt sich nicht um eine Doppelversicherung und schon gar nicht um eine Überversicherung. Die private Haftpflichtversicherung der Eltern deckt in der Regel keine Haftpflichtschäden im Praktikumsbetrieb ab. Die Unfallversicherung (BG) des Betriebes greift in der Regel nicht für Praktikanten, einzig die Krankenversicherung über die Eltern hat während eines Praktikums Bestand. Natürlich gibt es auch Ausnahmen, aber meinen Kindern wurde zu Anfang desöfteren ein freiwilliges Praktikum abgelehnt, weil es dafür keinen Träger wie z. B. die Schule oder das Arbeitsamt oder das Jobcenter gab. Seitdem wir den Abschluß der entsprechenden Versicherung anbieten, gibt es da keine Probleme. Und das ist mir durchaus 6€ in der Woche wert.
Hallo Regina,
die gesetzliche Unfallversicherung ist verpflichtend vorgeschrieben für alle Unternehmen. Möchte dein Kind ein FREIWILLIGES Praktikum machen, ist es dort automatisch mit unfallversichert. Damit ist zumindest dieser Teil der Praktikantenversicherung sinnlos. Auf jeder seriösen Homepage im Internet kannst du diese Information finden - insbesondere natürlich auch bei der BG selbst.
Naja, die GKV hat immer Bestand - wäre auch schlimm, wenn nicht. Nur bei Unfällen im Praktikumsbetrieb hilft das herzlich wenig.
Nun, Praktikanten sind eigentlich normalerweise selbst während des Studiums noch über ihre Eltern haftpflichtversichert. Gibt es einen ordentlichen Praktikumsvertrag, gibt es natürlich auch noch die Haftpflichtversicherung des Unternehmens.

Dass man 6€ zahlen muss als „Eintrittskarte“ für das Praktikum ist natürlich etwas ganz anderes und irgendwie auch traurig. Zumal ich ganz ehrlich ernsthaft bezweifele, dass die Versicherung im Fall der Fälle zahlt - sie wird wohl einfach auf die gesetzliche Versicherung verweisen.

LG
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Re: Darf Schule Praktikum vorschreiben?

Beitragvon Regina Regenbogen » 24.09.2019, 14:36

Dass man 6€ zahlen muss als „Eintrittskarte“ für das Praktikum ist natürlich etwas ganz anderes und irgendwie auch traurig.
Stimmt, traurig ist das. Ich kann mir das nur mit dem Alter meiner Söhne erklären, denn seitdem sie 16 Jahre alt sind, war das nicht mehr erforderlich. Leider haben meine Söhne schon mit 14 und 15 Jahren den Wunsch nach freiwilligen Praktika zur Berufsorientierung gehabt. Und dann ging es eben nicht anders. Sei es wie es ist, mein Jüngster hat jetzt am Freitag die Zusage für ein Praktikum in den Herbstferien bekommen, inklusive Praktikumsvertrag, Arbeitskleidung und zusätzliche Versicherung nicht nötig. Wenn es gut läuft, möchte er dort auch seine Ausbildung machen. Ein Elterngespräch hatten wir auch schon, insgesamt ist das ein Betrieb, wo man sein Kind gerne hingibt zur Ausbildung.
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Re: Darf Schule Praktikum vorschreiben?

Beitragvon Silvia & Iris » 24.09.2019, 15:03

Hallo Regina,

ja, wenn man die Zeit um 100 Jahre zurück dreht... dann ist man dort, wo die Eltern den Lehrherren monatlich etwas gezahlt haben, damit das Kind überhaupt eine Ausbildung erhält... - das darf man auch nicht vergessen...
- Nachdem ich da jetzt auch bin... hatte ich letztens ein Gespräch darüber und ja, wir müssen wirklich froh sein, dass die Kinder heute sogar etwas dafür erhalten!
Liebe Grüße
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Re: Darf Schule Praktikum vorschreiben?

Beitragvon Leasanne » 24.09.2019, 21:40

Du leitest aus einem „KÖNNTE“ echt einen Rechtsanspruch ab? Meine Aussage war korrekt. Es gibt bestimmte Praktikumsarten, bei denen man tatsächlich einen RECHTSANSPRUCH auf MINDESTLOHN hat und zwar ab dem ersten Tag. Da ist das Alter des Praktikanten egal - übrigens auch die Tatsache, dass er (höchstwahrscheinlich) noch keine Berufsausbildung zu dem Zeitpunkt hat. Du schreibst die einzige zusätzliche Bedingung ja schon selbst.

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Schulpraktika und freiwillige Ferienjobs oder Ferienpraktika Minderjähriger (um die geht es ja hier) werden vom Mindestlohn nicht erfasst. Entschuldige bitte, dass ich das nicht haarklein auseinanderklamüsert habe. Beim nächsten Mal stelle ich dann links zu den entsprechenden Gesetzestexten, deren Kommentierung und zu entsprechenden Urteilen dazu ein. Dann kann sich jeder das für ihn passende raussuchen. Alternativ kann ich dazu auch eine wissenschaftliche Abhandlung abhalte, wenn gewünscht. Oder ich denke mir meinen Teil und halte die Klappe.
Liebe Grüße
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