Langzeitstillen ein no go?

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Lisaneu
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Re: Langzeitstillen ein no go?

Beitragvon Lisaneu » 10.09.2019, 18:59

Das stillen bis zu 10 Jahren das habe ich nicht in der Blöd-Zeitung gelesen, sondern es gab zu dem Thema hier vor circa 2 Jahren eine Sendung im Fernsehen die ich zufällig gesehen habe; inwiefern die seriös recherchiert worden war kann ich euch nicht sagen, es waren aber verschiedene Mütter mit großen Stillkindern (3 bis 5 Jahren) eingeladen und die haben nicht gesagt das es nicht stimmen kann, deren Meinung war das es das Kind entscheiden muss wann es der richtige Zeitpunkt ist, die Teilnehmenden Pediater und Psychologen dagegen waren damit nicht einverstanden, aber jetzt alles zu erklären würde zu lang werden.
Naja, zwischen den 3-5jährigen Kindern aus der Doku und 10jährigen Stillkindern ist ja ein gewaltiger Unterschied. Ich kenne einige Langzeit-Still-Mütter, aber keine, die ein Schulkind gestillt hat. Warum Psychiater und Kinderärzte gegen stillen in dem Alter sein sollten ist mir ein Rätsel. So gesehen wäre für mich zumindest eine kurze Erklärung durchaus interessant. Denn die WHO empfiehlt jedenfalls nach entsprechender Beikosteinführung ausdrücklich "eine Gesamtstilldauer von bis zu 24 Monaten und darüber hinaus".

Und gerade die von dir angesprochen Mutter- und Großmutter-Generation hat kaum gestillt. Da müssen wir schon in die Urgroßeltern-Generation zurückschauen, wo das stillen noch funktioniert hat und wo es durchaus üblich war, weit über den 1. Geburtstag hinaus zu stillen. Meine Mutter (Jahrgang 1947) bekam die Brust bis sie ca. 2 Jahre alt war - dann war schon ihr Brüderchen unterwegs.

Es galt lange Zeit als "unhygienisch" zu stillen, Flaschenmilch galt als moderner und gesünder. Und in einer Zeit, wo ein Baby nach Gewichtstabelle mindestens soundsoviel Gramm pro Woche zunehmen sollte, war natürlich SOFORT das stillen "schuld", wenn das nicht geklappt hat. Ich kenne etliche Frauen der Jahrgänge 1930 bis 1970, denen ausdrücklich vom stillen abgeraten wurde oder es wurde ihnen gleich ärztlich verboten, zu stillen.

Damals war wirklich alles ein Grund war, nicht zu stillen: eine Frau, die ich kannte, durfte nicht stillen, weil sie Zwillinge hatte, eine andere, weil das Kind mit Kaiserschnitt geholt wurde, die dritte weil das Kind nicht "genug" zugenommen hat, die vierte weil ihre Milch angeblich zu wenig war...in den 1970er Jahren kam noch das Argument der Umweltverschmutzung hinzu, so nach dem Motto die Umwelt und unsere Nahrung wären schon so vergiftet dass man dem Kind mit dem stillen schadet. So, als wären die künstlichen Kuhmilch-Produkte einer anderen Umwelt entnommen :roll: . Erst Mitte der 1990er Jahre hat man das stillen langsam "wiederentdeckt".

Tatsächlich bin ich aber nicht der Ansicht, dass das Kind ALLEIN darüber entscheiden soll, wann es abgestillt wird Je nach Situation sollen entweder das Kind ODER die Mutter ODER beide gemeinsam entscheiden, wann die Stillzeit vorbei ist.

Hätte mich mein 9 Monate altes Baby beim stillen nicht wiederholt und sehr schmerzhaft blutig gebissen, hätte ich sicher nicht von heute auf morgen abgestillt. In dem Fall habe ICH das stillen beendet, weil es für MICH nicht mehr gepasst hat.
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
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Jolichen
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Re: Langzeitstillen ein no go?

Beitragvon Jolichen » 10.09.2019, 19:15

Liebe Lisaneu
Darf ich dich fragen ob du gleich abgestillt hast nachdem dein schatz dich so wüst gebissen hat oder hast du noch versuchtves anders zu lösen? Ich frage nur aus neugier weil mein schatz mit 11 monate sein erstes zähnchen bekommen hat und ich jetzt angst habe dass diese beisserei unser "stilluntergang" werden könnte?
Lg jolichen
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GretchenM
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Re: Langzeitstillen ein no go?

Beitragvon GretchenM » 10.09.2019, 20:10

Hallo,

Lisaneu, genauso ist es. Gerade unsere Eltern (bei mir Jahrgang 28 und 35) waren ja diejenigen denen das Stillen gerade richtiggehend ausgeredet wurde und ich denke auch das gerade das sich heute noch stark auswirkt, sogar so weit, dass die weibliche Brust nicht mehr so stark in ihrer Funktion als Nahrungsspender wahrgenommen wird sondern vorrangig sexualisiert. Es galt einerseits als "gesünder" nicht zu stillen, auf der anderen Seite vermied die 50er-Jahre- Mutter mit dem Fläschchen auch dass irgendjemand außer ihrem Ehemann die bloße Brust sah. Und rundherum lauter Leute die Argumente gegen das Stillen brachten, teilweise geprägt von einer Haltung die von J. Haarer kommen konnten ("das Kind bloß nicht mit zu viel Zärtlichkeit zum Haustyrannen machen!")

Ich komme aus einer Familie in der zum Glück schon vor dreißig Jahren wieder damit angefangen wurde ausgiebig zu stillen. Daher fühlt es sich für mich eher seltsam an wenn so heftig dagegen gewettert wird.

Was ich richtig interessant finde:auch meine Mutter ist nach allem, was sie im Leben erlebt hat, überzeugt davon, dass Langzeitstillen das Beste ist, was einem Kind passieren kann - wenn es für Mutter und Kind so passt.

Und:damit ist natürlich kein Schulkind gemeint sondern zwei, drei Jahre alte Kinder und auch keine absolute Grenzenlosigkeit und Selbstbedienung in aller Öffentlichkeit. Erziehen muss man auch ein Stillkind ;-)

Schönen Gruß
GretchenM

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Re: Langzeitstillen ein no go?

Beitragvon GretchenM » 10.09.2019, 20:10

Hallo,

Lisaneu, genauso ist es. Gerade unsere Eltern (bei mir Jahrgang 28 und 35) waren ja diejenigen denen das Stillen gerade richtiggehend ausgeredet wurde und ich denke auch das gerade das sich heute noch stark auswirkt, sogar so weit, dass die weibliche Brust nicht mehr so stark in ihrer Funktion als Nahrungsspender wahrgenommen wird sondern vorrangig sexualisiert. Es galt einerseits als "gesünder" nicht zu stillen, auf der anderen Seite vermied die 50er-Jahre- Mutter mit dem Fläschchen auch dass irgendjemand außer ihrem Ehemann die bloße Brust sah. Und rundherum lauter Leute die Argumente gegen das Stillen brachten, teilweise geprägt von einer Haltung die von J. Haarer kommen konnten ("das Kind bloß nicht mit zu viel Zärtlichkeit zum Haustyrannen machen!")

Ich komme aus einer Familie in der zum Glück schon vor dreißig Jahren wieder damit angefangen wurde ausgiebig zu stillen. Daher fühlt es sich für mich eher seltsam an wenn so heftig dagegen gewettert wird.

Was ich richtig interessant finde:auch meine Mutter ist nach allem, was sie im Leben erlebt hat, überzeugt davon, dass Langzeitstillen das Beste ist, was einem Kind passieren kann - wenn es für Mutter und Kind so passt.

Und:damit ist natürlich kein Schulkind gemeint sondern zwei, drei Jahre alte Kinder und auch keine absolute Grenzenlosigkeit und Selbstbedienung in aller Öffentlichkeit. Erziehen muss man auch ein Stillkind ;-)

Schönen Gruß
GretchenM

Chaosmarie
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Re: Langzeitstillen ein no go?

Beitragvon Chaosmarie » 11.09.2019, 10:27

Hallo,

meinen Jüngsten habe ich viereinhalb Jahre lang gestillt. Wenn mir das jemand vorher gesagt hätte, hätte ich demjenigen einen Vogel gezeigt. Letztendlich fand ich die lange Stillzeit genauso stimmig wie der Umstand, dass seine Geschwister jeweils schon nach einem guten halben Jahr gar nichts mehr von der Muttermilch wissen wollten. Als die Beikostzeit begann, machte mein Jüngster klar, dass er auf seine Milchmalzeiten nicht verzichten wollte, was keinesfalls dazu führte, dass er sich später nach Lust und Laune, oder gar in der Öffentlichkeit bedienen durfte. Es hatte sich irgendwann in der Tagesstruktur eingespielt,dass wir uns zu bestimmten Zeiten zurück zogen, und eventuell etwas später wieder auftauchten. Was ich Langzeitstillenden unbedingt empfehen möchte, ist, peinlich genau auf den eigenen Mineralstoffhaushalt zu achten. Knochen und Zähne können schnell Mangelerscheinungen zeigen, und bei Letzteren sind sie nicht unbedingt leicht zu beheben! Ich gehöre auch nicht zu den Frauen, die beim Stillen abgenommen haben. Stillen macht nämlich Hunger, und zu schnell liegt ein bisschen mehr auf dem Teller als es sollte. Die Pfunde begannen erst später zu verschwinden, nach dem Abstillen,und manche sind bis heute geblieben.

lg

Marie
"Scheffin" *2006 gesund und topfit, hochbegabt
"Prinzesschen" *2007 fröhliche und charmante Kannerautistin
"kleiner Bruder" *2011 gesund, quietschfidel, Verdacht auf Hochbegabung.

Was glaubt Ihr, was hier los wäre, wenn noch mehr Leute wüssten, was hier los ist!

Jolichen
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Re: Langzeitstillen ein no go?

Beitragvon Jolichen » 11.09.2019, 10:35

Liebe marie
Wow 4,5 Jahre ich ziehe mein hut von dir. Hast fu fie mangelerscheinungen selbst gespürt oder hat dich jemand darauf angesprochen? Ich esse seid eh und je nur 3 Mahlzeiten und lasse sämtliche zwischenmahlzeiten weg und trotzdem gehts kein gramm runter.
Lg jolichen
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Re: Langzeitstillen ein no go?

Beitragvon JasminsMama » 16.09.2019, 09:01

Hallo,

knapp 1 Jahr ist noch lange kein Langzeitstillen. Ich hätte gerne 1 Jahr gestillt, weil ich viele Allergien habe, aber mein Kind wollte ab ca. 9 Monaten nicht mehr.
Ich glaube ab 15 Monaten heißt es offiziell Langzeitstillen.

Meine Cousine stillt ihre Kleine (1,5 Jahre) noch oft und ich finde das total ok.

Ich finde, das muss jede Mutter für sich entscheiden. Lass Dich bloß nicht verrückt machen.

LG und gute Nerven
Sandra
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Re: Langzeitstillen ein no go?

Beitragvon Jolichen » 16.09.2019, 10:23

Hallo Sandra
Mein grosser konnte ich auch nur 8 Wochen stillen wir hatten eine fiese mastitis und soor.
Vielen dank für deinen Zuspruch und euch eine gute Gesundheit
Lg
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Re: Langzeitstillen ein no go?

Beitragvon Lisaneu » 16.09.2019, 15:26

Liebe Lisaneu
Darf ich dich fragen ob du gleich abgestillt hast nachdem dein schatz dich so wüst gebissen hat oder hast du noch versuchtves anders zu lösen? Ich frage nur aus neugier weil mein schatz mit 11 monate sein erstes zähnchen bekommen hat und ich jetzt angst habe dass diese beisserei unser "stilluntergang" werden könnte?
Lg jolichen
Beim ersten Zähnchen war noch gar kein Problem. Und ich kenne etliche Still-Mütter, die auch als das Kind mehr Zähne hatte, nie gebissen wurden. Ich würde es einfach drauf ankommen lassen.

Mein Sohn hatte leider eine ziemlich fiese Kombi: zwei Zähne oben mit Spalt dazwischen, ein Zahn unten, der genau reingepasst hat. Das hat wirklich sehr weh getan. Ich schätze dass ich nach dem ersten Mal gebissen-werden noch ca. 2 Wochen probiert habe, weiter zu stillen. Aber mein Sohn hat mit dem beißen dann einfach jede Still-Mahlzeit beendet.

Beim letzten Mal, wo ich ihn gestillt habe, hat er so fest zugebissen, dass ich ihn (damals eben 9 Monate als) im Affekt im Bett ein Stück weggeschleudert habe. Dann habe ich ihn angeschrieen, was er sich eigentlich einbildet und dass ich das nicht mit mir machen lasse. Nachher habe ich geweint und spontan beschlossen, nicht mehr zu stillen. Und siehe da, mein Sohn, der bis dahin absolut NICHT aus einem Flaschi trinken wollte (nicht mal abgepumpte Muttermilch), hat instinktiv verstanden, dass der Milchhahn jetzt zu ist und war binnen 3 Tagen ein Flaschenkind (neben Beikost natürlich).

Ich habe dann nur noch wenn ich Druck verspürt habe die überschüssige Milch rausgestrichen (händisch, ohne Pumpe) und nach einer Woche war auch bei mir alles wieder ok.
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Re: Langzeitstillen ein no go?

Beitragvon Jolichen » 16.09.2019, 16:08

Liebe Lisaneu
Ohh das klingt ja echt unschön für beide. Toll dass dein sohn gleich so umstellen konnte. Ich lass mal alles auf mich zukommen. Mein sohn hat rin schneidezshn bekommen und den zweiten ausgelassen vund dafür den nebenan bekommen er hat auch eine zahnlücke aber oben noch keine Zähne. Vielen dank das du deine Erfahrung mit mir teilst.
Lg
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