Frontallappen-Epilepsie... oder doch nicht??

Hier geht es um Epilepsie und die Behandlung verschiedener Epilepsie-Formen mit Medikamenten.

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Ario
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Re: Frontallappen-Epilepsie... oder doch nicht??

Beitragvon Ario » 31.08.2019, 21:33

Also so wie ich es verstanden habe sollte laut der Neurolgin das Oxcarbazepin die strukturelle Epilepsie bestätigen... Warum, kann ich nicht genau sagen, vielleicht ist es auch explizit bei uns der Fall.
Das ist echt nicht einfah mit der Epilepsie da muss ich Lisa08 recht geben, wenn selbst die Fachärze manchmal überfordert sind..

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Erica
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Re: Frontallappen-Epilepsie... oder doch nicht??

Beitragvon Erica » 31.08.2019, 21:36

Moin,

Also dass ein bestimmtes Medikament beweist, ob eine Epilepsie strukturell bedingt ist oder nicht, habe ich noch nie gehört...wäre mir neu.

LG
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Re: Frontallappen-Epilepsie... oder doch nicht??

Beitragvon Ario » 31.08.2019, 21:43

Kann es sein, dass eher die fokale Epilepsie damit bestätigt werden sollte??
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BauerM
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Re: Frontallappen-Epilepsie... oder doch nicht??

Beitragvon BauerM » 31.08.2019, 22:20

Herzlichen Dank für eure Antworten und Beiträge.

@Bauerm, dass mit dem MRS kannte ich bisher noch nicht werde ich aber mal beim nächsten Termin anspreche.
Hallo Ario,

gerne. Ich lese mich auch gerade zum MRS ein, leider kennen es viele Neurologen nicht und es muss auch gut gemacht werden. Also sollte das durch einen erfahrenen Epileptogenen und einer guten Uniklinik gemacht werden. Anders wie bei einem MRT ist das MRS deutlich schwerer richtig zu machen, dafür erhält man sehr wichtige Informationen.

Ich kann mir schwer vorstellen, dass es einen unterschied macht ob die Epi strukturell bedingt ist oder nicht, wenn es um die Medikamente geht. Ich weiß aber eigentlich gerade wenig warum das wichtig sein soll, ev wegen neurochirurgischen Eingriffen? Dann müsste oder so eine ganz genaue Diagnostik erfolgen und wenn es nur um das Medikament geht, gibt man das einfach das was am besten wirkt, egal ob strukturell oder nicht... Bich würde mich vielleicht mal Entzündungsherde Konzentieren. Ein Bekannter hatte ne Zyste am Ohr und dadurch dann irgendwann ne Meningitis bekommen. So episodische können bei Entzündungen vorkommen, bei ihm waren mehrer MRTs negativ, also unauffällig, trotz akuter Meningitis, also Hirhautentzündung. Er bekam dadurch ne Psychose, aber Epi wäre auch möglich, zumindest theoretisch wurde es schon beschrieben. Auch wenn ich da jetzt keinen direkten Fall persönlich kenne. Eine Lumbalpunktion wird aber schon gemacht worden sein, nehme ich an? Ob man Entzündungen bei negativer Liqour/ Hirnwasserdiagnostik sieht, weiß ich nicht. Glaub nicht, aber es gibt ja auch diverseste Bildgebungen. Eventuell wäre auch die MR Takto sehr hilfreich bzgl Strukturelle Schäden. Da sieht man die Nervenbündel grafisch dargestellt. Die MR Bildgebung kann heute extrem viel, in den letzten Jahren wurde hier extrem geforscht. Diese Bildgebungen sind auch schon im klinischen Alltag in großen Kliniken in Betrieb, ist also schon nicht mehr nur experimentell.

LG
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Re: Frontallappen-Epilepsie... oder doch nicht??

Beitragvon Alexandra2014 » 01.09.2019, 08:29

Kann es sein, dass eher die fokale Epilepsie damit bestätigt werden sollte??
Vielleicht meinte die Ärztin die Differenzierung zwischen fokal und generalisiert.
Es gibt auch Absencen (die ja generalisiert sind), die mit Kopf- und Blickdrehung einhergehen und OxC wirkt zwar auch auf sekundär generalisierende Anfälle, aber bei primären Generalisierungen ist es nicht Mittel der Wahl. Da käme dann eher z.B. Ethosuximid oder Valproat zum Einsatz.

Gruß
Alex
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Re: Frontallappen-Epilepsie... oder doch nicht??

Beitragvon LovisAnnaLarsMama » 01.09.2019, 09:06

@BauerM: Du hat es schon wieder getan ;)
Man kann nicht immer gleich das volle diagnostische Programm auffahren- es muss innerhalb eines eines gewissen Rahmens gearbeitet werden.
Überlege doch mal: es stehen die Kosten in keinem Verhältnis zum eventuellen Ergebnis. Wo stehen solche Geräte, was gibt es überhaupt für Kapazitäten, wieviel Untersuchungen kann man einem Kind überhaupt zumuten, was ist evtl vermeidbar... In der Medizin muss nicht immer eine 100 %ige Ursache für etwas gefunden werden, da reicht es auch oft aus, wenn die Behandlung passt.
Lg
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Re: Frontallappen-Epilepsie... oder doch nicht??

Beitragvon BauerM » 01.09.2019, 10:20

Wo stehen solche Geräte, was gibt es überhaupt für Kapazitäten, wieviel Untersuchungen kann man einem Kind überhaupt zumuten, was ist evtl vermeidbar... In der Medizin muss nicht immer eine 100 %ige Ursache für etwas gefunden werden, da reicht es auch oft aus, wenn die Behandlung passt.
Lg
Diese Frage ist berechtigt, aber schwer zu beantworten. Ich behaupte mal, wenn die Behandlung eh schon klappt, dann würde ja das Bestreben nach weiterer Abklärung nicht bestehen. Das nächste ist, dass es halt eben Sachen geben kann, wie leicht erhöhter Hirndruck den man behandeln kann, den man aber zB nur im Phasenkontrast MR sieht. Zumindest ursächlich brhandelbare Ursachen sollten schon immer ausgeschlossen werden. Die Geräte werden ohnehin sehr stark für Forschung ausgelastet und da werden alle Untersuchungen herangezogen. Somit werden auch keine Ressourcen verschwendet. Ein unnötiges PET (radioaktiv) sehe ich da aber auch kritisch, das würde aber eh kaum ein Arzt machen. Ích vermute die Eltern können für den eigenen Fall die aufgeworfenen Fragen auch besser beantworten wie wenn ich dbzgl überlege ohne zu kennen, oder das jemand anders macht.

Wenn durch die Epi erheblicher Leidensdruck ausgeht, dann ist ein MR nun nicht gerade die Welt.

MFG
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Re: Frontallappen-Epilepsie... oder doch nicht??

Beitragvon Ario » 02.09.2019, 18:36

Das mit dem Oxcarbazepin hat mir über das Wocheende keine Ruhe gelassen, ich muste heute nochmal den Arzt fragen :)

Mit dem diagnostischen Charakter des OxC ist folgendes gemeint: durch das OxC soll der Verdacht auf das Dravet Syndrom nun vollständig eliminiert werden. Denn der Einsatz von OxC ist bei Dravet kontraproduktiv weil es die Anfallsituation verschlechtern würde.
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Re: Frontallappen-Epilepsie... oder doch nicht??

Beitragvon Alexandra2014 » 02.09.2019, 20:14

Das mit dem Oxcarbazepin hat mir über das Wocheende keine Ruhe gelassen, ich muste heute nochmal den Arzt fragen :)

Mit dem diagnostischen Charakter des OxC ist folgendes gemeint: durch das OxC soll der Verdacht auf das Dravet Syndrom nun vollständig eliminiert werden. Denn der Einsatz von OxC ist bei Dravet kontraproduktiv weil es die Anfallsituation verschlechtern würde.
Das stimmt!
Aber auch ohne Dravet kann durch OxC die Anfallssituation verschlechtert werden.
Meine Tochter bekommt durch das OxC ziemliche Myoklonien. Je höher die Dosis, desto schlimmer.
Kein Dravet bei uns!

Gruß
Alex
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Re: Frontallappen-Epilepsie... oder doch nicht??

Beitragvon BauerM » 03.09.2019, 01:03

Das mit dem Oxcarbazepin hat mir über das Wocheende keine Ruhe gelassen, ich muste heute nochmal den Arzt fragen :)

Mit dem diagnostischen Charakter des OxC ist folgendes gemeint: durch das OxC soll der Verdacht auf das Dravet Syndrom nun vollständig eliminiert werden. Denn der Einsatz von OxC ist bei Dravet kontraproduktiv weil es die Anfallsituation verschlechtern würde.
Hallo,

das ist ja ein Provokationstest bei Epi, dass sowas überhaupt gesetzlich erlaubt ist? Kontraproduktiv heißt ja kontraindiziert nehme ich an, wenn damit Anfälle ausgelößt werden können. Somit würde der Arzt gegen den hippokratischen Eid handeln, da ja selbst eine Bestätigung keinen gesundheitilichen Nutzen hat. Oder übersehe ich da was? Beim Dravet wäre doch eine klinisch psychologische Testung der geistigen Leistungsfähigkeit besser? Weis nicht obs schon angesprochen wurde, vermutlich ja schon, das SCN1A Gen wurde das schon untersucht?

MFG
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