Umzug, um Einschulung zu umgehen

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Biancamit2
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Re: Umzug, um Einschulung zu umgehen

Beitragvon Biancamit2 » 29.08.2019, 19:34

Nur so als Denkanstoß, wenn du umziehst um der Einschulung zu entkommen, dann nach 2 Monaten zurück kommst, dann muss das Kind ja trotzdem in genau diese Schule. Ich glaub nicht dass du dann so ein gutes Verhältnis zum Rektor hast.
Außerdem, wenn dein Kind mit grade 5 schon im Zahlenraum bis 20 rechnet, glaubst du, er langweilt sich nicht wenn er 2 Jahre jetzt noch in den Kindergarten muss? Und was bringt er sich in den zwei Jahren noch bei? Dann hat er den Wissenstand eines 3 Klässlers wenn er mit 7 in der ersten Klasse beginnt?
Da ist dann die Unterforderung auch schon vorprogrammiert...

Grüßle
Bianca mit Sohn (2004, Skoliose, LRS) und Tochter (02.2009 Frühchen 29+0, ICP, PVL, spastische Diparese, und manch anderes) und zwei Sternchen *2003 *2008 fest im Herzen

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Claudia80
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Re: Umzug, um Einschulung zu umgehen

Beitragvon Claudia80 » 29.08.2019, 20:38

In BA-Wü ändert sich ab kommenden Schuljahr der Stichtag wieder. Es ist dann wieder der 30.06. Bis 30.09. sind es dann Kann-Kinder.

eval
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Re: Umzug, um Einschulung zu umgehen

Beitragvon eval » 29.08.2019, 21:24

Hallo Claudia,
schön wäre es..aktuell ist (nach Beschwerde des Städtetages) ein Stufenmodell geplant, wonach es im
nächsten Jahr eben noch nicht der 30.06 wäre. Stand in den letzten Tagen in den größeren Zeitungen.

Viele Grüße

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Tanja2014
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Re: Umzug, um Einschulung zu umgehen

Beitragvon Tanja2014 » 29.08.2019, 21:43

Hallo,

vielleicht gibt es bei Euch ja eine freie/private Schule in erreichbarer Nähe. Dann könntet Ihr da mal abklären, ob die eine Rückstellung für Euren Sohn in Erwägung ziehen würden. Wenn die Rückstellung dann durch ist, geht das Anmelde-Prozedere ein Jahr später dann wieder von vorn los und Ihr könntet ihn dann ja trotzdem an der staatlichen Schule anmelden.
Viele Grüße
Tanja
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Engrid
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Beitragvon Engrid » 29.08.2019, 23:49

Hallo,

ein Umzug, also ein kompletter Umfeldwechsel für ein Kind, das körperlich und kognitiv fit ist, schon rechnet, nur weil man als Mutter pauschal findet, das wäre als Schulalter zu jung???
Oder ein gefakter Umzug, was ist das für eine Message fürs Kind???
Wenn die schwächste Seite Deines Kindes die sozial-emotionale ist, dann würde ich grade lieber drauf gucken, dass das Kind im Umfeld bleibt und mit den Kindern, die es vom Kiga kennt, in die Schule kommt.

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

Anjali
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Re: Umzug, um Einschulung zu umgehen

Beitragvon Anjali » 30.08.2019, 07:31

Hallo,

Deine Prinzipien kann ich nachvollziehen, ich habe früher einmal ähnlich gedacht. Heute sehe ich das allerdings kritisch.

Die Frage ist halt, ob diese Prinzipien deinem Sohn auch wirklich gerecht werden.

Was ist, wenn er nächstes Jahr auch lieber zur Schule gehen würde, als weiter im Kindergarten zu bleiben?
Er wäre ja auch voraussichtlich der einzige seiner Schulanfängergruppe und ?Freunde? der nicht eingeschult werden würde.
Was ist, falls er sich -als eigentlich schulreifes Kind- im Kindergarten langweilen wird?

Einen Umzug in ein anderes Bundesland, nur um eine Einschulung zu umgehen fände ich -ehrlich gesagt- ziemlich übertrieben und ich denke ähnlich wie meine Vorschreiberin, dass das Thema Schule damit von Anfang an dramatisiert werden könnte.

Mein Sohn gehörte auch immer zu den jüngsten Schülern seiner Klasse, aber er war damit ja nicht alleine. Während seiner gesamten Schullaufbahn waren immer ca 6 bis 7 Klassenkameraden in ähnlich jungem Alter.
Viele Grüße
Anja

Mutter mit Sohn (18 Jahre / Asperger-Autist)

Ullaskids
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Re: Umzug, um Einschulung zu umgehen

Beitragvon Ullaskids » 30.08.2019, 08:47

Hallo,
ich habe es durch die ganze Schulzeit meiner gesunden Tochter (letztes Jahr Abi gemacht) erlebt, dass die Kinder, deren Eltern schon gerne zur Schule gegangen sind und die Schule und Bildung allgemein positiv gesehen haben, auch eine positive Schulzeit hatten.
Die Kinder dagegen, deren Eltern schon vorher nur den „Ernst des Lebens“, das „Ende der Kindheit“ und ähnliches in der Schule gesehen haben, haben diese Einstellung unbewusst gespiegelt.

Vielleicht hilft es manchmal auch (natürlich wenn keine Faktoren wie eine Behinderung etc. die Sache differenzierter machen - bei „ganz normalen“ Regelkindern halt) an der eigenen Einstellung zu arbeiten. Schule ist was tolles, es ist ein Gewinn an Lebensqualität, wenn man lesen und rechnen lernt und alle anderen Sachen, die man noch so mitnimmt (Sachkunde z.B.), sind teilweise superspannend...
Bei evtl. auftretenden Schwierigkeiten kann man dann immer noch handeln - im Notfall ein Jahr wiederholen, wenn es wirklich am Alter und der Reife liegt.
Viele Grüße,
Ulla mit Tochter (15): Gendefekt, Epilepsie, Skoliose etc.

Dine07
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Re: Umzug, um Einschulung zu umgehen

Beitragvon Dine07 » 30.08.2019, 09:27

In Baden-Württemberg soll der Stichtag für 2020 auf den 30.06 gelegt werden. Ich würde ganz offiziell einen Antrag stellen.
Liebe Grüße, Dine

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HeikeLeo
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Re: Umzug, um Einschulung zu umgehen

Beitragvon HeikeLeo » 30.08.2019, 12:32

Liebe Eva,

Du weißt ganz sicher am besten, was bei Euch passt.

Diese Jahr hatte ich bei einer Freundin sehr positive Erfahrungen mit einem drei Monate lang dauernden Umzug in ein anderes Bundesalnd gesehen. (!) Es ging aber nicht um Einschulung sondern um Schulabschluss. Ich habe mir das vorher nicht vorstellen können. Aber es war ganz sicher DER Bringer.

Ich habe einen Sohn als Kann-Kind später eingeschult - was ich im Nachhinein bereue. Ich habe eine Tochter vorzeitig als Kann-Kind eingeschult, was die einzig richtige Entscheidung war - obwohl mir wirklich ALLE abgeraten haben. Meine anderen Kinder sind regelgerecht eingeschult worden und es waren teilweise grobe Katastrophen. Die Schulgeschichte steht und fällt mit der jeweiligen individuellen Lehrkraft.

An sich ist es für Außenstehende wirklich egal. Im Laufe der Schulzeit gibt es unfassbar viel Fluktuation. Die Altersspanne der Schülerschaft wird im Laufe der Schulzeit immer inhomogener. Trotzdem schränken die allgemeinen Regeln die individuelle Entscheidung ein, die in sich sicherlich begründet ist. Insofern wünsche ich Dir ein glückliches Händchen. und setzte das durch, was Dir richtig scheint.

Liebe Grüße
Heike


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