"negative" Spikes temporal?

Hier geht es um Epilepsie und die Behandlung verschiedener Epilepsie-Formen mit Medikamenten.

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Linda Pi
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"negative" Spikes temporal?

Beitragvon Linda Pi » 27.08.2019, 00:14

Hallo Ihr Lieben,
ich muss meinen Beitrag nochmal schreiben, irgendwie hab ich ihn nicht richtig gesendet...
Heute waren wir mit Benni wieder zur EEG Kontrolle. Der Assistenzarzt meinte, es sieht noch besser aus als das letzte Mal und die spitzen seien Vertexwellen, was ja völlig in Ordnung sei. Dann kam die Oberärztin dazu und meinte, das sind sicher keine Vertexwellen. Es sieht aus wie Spikes und die sind auch den den für Benni typischen Stellen. Sehr suspekt waren ihr diese spitzen aber, weil sie nach unten, anstatt nach oben gingen. Sie hat alle eegs verglichen und ewig geschaut. Da das Gesamtbild im Moment aber gut aussieht, warten wir mal das nächste eeg ab. Er hat auch wieder Verlangsamungen und irgendwas mit Betawellen meinte sie... Hatte von euch das schonmal jemand gesehen, dass ein Spike nach unten geht? Wir hoffen natürlich, dass vllt die Elektrode nicht richtig saß.
Liebe Grüße Linda

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BauerM
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Re: "negative" Spikes temporal?

Beitragvon BauerM » 27.08.2019, 16:12

Hallo Linda,

bin leider da nicht so kompetent bei dem EEG obwohl ich eines Zuhause habe, ev arbeite ich mich da ein, dann kann ich dir da ev weiterhelfen. Das dauert aber sicher momante. "negative Spikes" ist meine ich deine Interpratation oder ist das ein Fachtermini (Fachbegriff) den sie verwendet haben? Ein so komplexes EEG ist schon schwer zu beurteilen, wenn sich selbst die Ärzte unsicher sind ... Betawellen sind nicht gut, aber die Elektoren werden richtig gesessen sein, weil man den Widerstand sieht, d.h. man sieht wenn die nicht richtig anliegen, dass der Widerstand zu hoch ist. Einmalige Betawellen heißen aber noch nichts, dauerhafte würden auf einen Untergang des Hirngewebes hindeuten, zumindest soiel ich weiß, oder andere Ursachen (zB Gefäßanatomien, hier wäre ein MR Bildgebung indiziert umd frühestmöglich Behandlungskonsequenzn auszuschließen!)... ev ein MRT machen lssen oder bzgl der Epi ein MRS (MR Spektroskopie).

MFG
Selbst betroffen & beschäftige mich zwar seit 8, bald 30, intensivst mit Psychologie, Neurobiologie, seltenen Erkrankungen und Medizin allg., schreibe zwar viel mit Ärzten & führte Foren dazu, aber ich habe kein Studium! Meine Publikationen wurden privat publiziert! Meine Ideen bitte als Laie verstehen & mit Ärzten absprechen!

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Yael
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Re: "negative" Spikes temporal?

Beitragvon Yael » 27.08.2019, 17:38

Betawellen sind nicht gut, aber die Elektoren werden richtig gesessen sein, weil man den Widerstand sieht, d.h. man sieht wenn die nicht richtig anliegen, dass der Widerstand zu hoch ist. Einmalige Betawellen heißen aber noch nichts, dauerhafte würden auf einen Untergang des Hirngewebes hindeuten, zumindest soiel ich weiß, oder andere Ursachen (zB Gefäßanatomien, hier wäre ein MR Bildgebung indiziert umd frühestmöglich Behandlungskonsequenzn auszuschließen!)... ev ein MRT machen lssen oder bzgl der Epi ein MRS (MR Spektroskopie).
Ähm, nur um hier mal der Panik vorzubeugen: Betawellen an sich sind völlig normal und gesund und treten bei jeder wachen Person auf. Das kommt alles auf den Kontext an und lässt sich deshalb hier schwer beurteilen.

Und ja, es gibt ja sowohl positive als auch negative Signale im EEG (je nach Lokalisation der Elektrode an dem Dipol) - bei den epilepsietypischen Spikes hat man soweit ich weiß ja meist beides kurz hintereinander. Auch da kann man jetzt ohne Kontext nichts sagen fürchte ich?
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BauerM
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Re: "negative" Spikes temporal?

Beitragvon BauerM » 27.08.2019, 18:12

Betawellen sind nicht gut, aber die Elektoren werden richtig gesessen sein, weil man den Widerstand sieht, d.h. man sieht wenn die nicht richtig anliegen, dass der Widerstand zu hoch ist. Einmalige Betawellen heißen aber noch nichts, dauerhafte würden auf einen Untergang des Hirngewebes hindeuten, zumindest soiel ich weiß, oder andere Ursachen (zB Gefäßanatomien, hier wäre ein MR Bildgebung indiziert umd frühestmöglich Behandlungskonsequenzn auszuschließen!)... ev ein MRT machen lssen oder bzgl der Epi ein MRS (MR Spektroskopie).
Ähm, nur um hier mal der Panik vorzubeugen: Betawellen an sich sind völlig normal und gesund und treten bei jeder wachen Person auf. Das kommt alles auf den Kontext an und lässt sich deshalb hier schwer beurteilen.

Und ja, es gibt ja sowohl positive als auch negative Signale im EEG (je nach Lokalisation der Elektrode an dem Dipol) - bei den epilepsietypischen Spikes hat man soweit ich weiß ja meist beides kurz hintereinander. Auch da kann man jetzt ohne Kontext nichts sagen fürchte ich?
Kennst du dich mit EEG besser aus? Betawellen kommen doch physiologisch nur generalisiert vor, als nicht wenn man einen Alpha Grundrhytmus hat, so sieht man beim Einschlafen generalisierte Betawellen, isolierte signifikante Ableitungen sind mWn nicht normal, wobei es hierwohl darauf ankommt ob die dauerhaft vorhanden sind. Spikes und Waves sieht man ja sogar recht einfach per Google, das ist wie Faszis bei dem EMG. Das würde wohl jeder Neuro einfach erkennen, das erkennen ja sogar die Laien im Schlaflabor und befunden es, ohne dass es Neurologen sind.
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Alexandra2014
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Re: "negative" Spikes temporal?

Beitragvon Alexandra2014 » 27.08.2019, 18:36

Hallo!

Ich schließe mich Yael an!
ß-Wellen können auch durch Müdigkeit, Leichtschlaf etc. oder bei zentralnervös wirkender Medikamente, wie Benzos oder Barbiturate, vorkommen.

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

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Re: "negative" Spikes temporal?

Beitragvon Anne1301 » 27.08.2019, 21:33

Hallo,
meine Kinder haben auch Beta-Wellen in ihren EEGs. Unsere Neurologin sagte, dass diese nicht pathologisch sind, sondern einfach eine Eigenart bei meinen Kindern. Aus ihrer Sicht völlig unbedenklich.

Gruß
Anne
A. (*2012) und B. (*2014) vermtl. unbekannter Gendefekt, Epilepsie, Rumpfhypotonie, globale Entwicklungsverzögerung (insbesondere Feinmotorik und Sprache)

Linda Pi
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Re: "negative" Spikes temporal?

Beitragvon Linda Pi » 27.08.2019, 22:00

Hallihallo!
Nein ich glaube, dass negative spikes ein Fachbegriff ist, das war wohl eher um zu erklären, dass die Spitze nach unten geht.
Das mit den Wellen hat er wohl oft in den eegs, ist aber von der Zeit her im Rahmen. Meist nur höchstens 10 Prozent der ganzen Zeit.
MRT haben wir schon längst gemacht. Benni hat Marklagergliosen temporal und occipital.
Also ich denke dass das Gesamtbild vom eeg nicht sooo schlimm ist, da hatten wir schon viel schlimmere eegs, in denen die gesamte Zeit 1 Spike pro Sekunde aufgezeichnet wurde. Also von daher versuche ich es relaxed zu sehen. Mich hat nur interessiert, ob es jemand kennt, dass ein Spike nach unten zeigt.
Liebe Grüße

Linda Pi
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Re: "negative" Spikes temporal?

Beitragvon Linda Pi » 27.08.2019, 22:01

Huch, ich meinte KEIN Fachbegriff!

BauerM
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Re: "negative" Spikes temporal?

Beitragvon BauerM » 28.08.2019, 00:52

Hallo!

Ich schließe mich Yael an!
ß-Wellen können auch durch Müdigkeit, Leichtschlaf etc. oder bei zentralnervös wirkender Medikamente, wie Benzos oder Barbiturate, vorkommen.

Gruß
Alex
Hi,

das gilt dich allenfalls für generalisierte, also für den Grundrhythmus oder typische Muster wie zB nur Frontal (wobei ich mir da nicht sicher bin), aber normal dürfte im wachen Zustand keine Betawellenableitung vorhanden sein. So zumindest was ich weiß. Betawellen entstehen durch verminderte neuronale Erregbarkeit, also die Nerven sind weniger Aktiv, das ist natürlich beim Einschlafen gewollt, beim Müde sein ungewollt aber normal, aber wenn man wach ist und keine Medis nimmt sollten die normal nicht da sein und der Grundrhytmus konstant. Jedoch heißt das nicht, dass betawellen zwingend klinisch sein müssen, das hängt wohl stark von der Lokalisation ab. Man kann sich auch in den Kopf schießen, ohne dass man davon irgendwelche bleibenden Schäden hat, aber Betawellen hat man dann dort, bzw verminderte neuronale Aktivität, wo da Gewebe zerstört wurde.

Ich vermute unter physiologisch ist hier einfach gemeint, dass Betawellen nicht unbedingt zu kognitiven Einbußen führen müssen. Aber wenn sich das entwickelt und bleibt, sollte man da schon auf Ursachenforschung gehen. Es gibt ja auch Grad I, II, III abnorme EEGs usw.

Man müsste da schon den gesamten Befund haben, und auch im Verlauf, damit man da seriös was dazu sagen, kann. Isolierte nicht zentrale Betawellen erscheinen mir aber sehr komisch, ohne dass man dann im MRS etc weitere Auffälligkeiten finden würde. Auch Betawellen wenn man ausgeschlafen ist/ sein sollte sind doch nicht normal. Das würde dann auf CSF; Schlafstörungen etc hindeuten.

EEG ist halt nicht so einfach. Ich glaub nicht, dass hier im Forum ohne Befunde oder gar Bilder sich jemand, auch kein Arzt, kompetent dazu äußern könnte, so dass mehr diagnostischer Wert vorhanden ist. Ich würde mir da eine Zweitmeinung bei einer renommierten Uniklinik für Epileptologie (nicht irgend eine Uniklinik) einholen. Zumindest dann, wenn es klinisch (von den Symptomen her) Anhalt für eine negative Entwicklung geben sollte.

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Alexandra2014
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Re: "negative" Spikes temporal?

Beitragvon Alexandra2014 » 28.08.2019, 08:38

@BauerM:

deine Info ist schlicht falsch (nachzulesen in „Normales EEG der Erwachsenen und Kinder“, Thieme Verlag, Kapitel 6.2, Seite 55)

Selbstverständlich müsste man die genauen Befunde und das EEG gesehen haben, um irgendetwas beurteilen zu können. Zudem sollte man Neurologe, im besten Fall Epileptologe, sein. Und genau das schrieb Yael auch.

Der einzige, der hier wild irgendwelche Mutmaßungen loslässt, bist du.
Ich habe es dir schon in einem anderen Thread geschrieben: ein paar Fachbücher zu lesen, ersetzt kein Medizinstudium und keine Facharztausbildung.

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral


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