An wen kann ich mich bei Autoaggression wenden?

In dieser Rubrik könnt ihr euch über diverse Krankheitsbilder austauschen - z. B. Skoliose, Kyphose, Cerebralparese usw.

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Melanie_Ho
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An wen kann ich mich bei Autoaggression wenden?

Beitragvon Melanie_Ho » 24.08.2019, 13:21

Hallo zusammen,

ich bin neu im Forum, obwohl ich schon hier und da als nicht Mitglied Hilfe gefunden haben.

Jetzt brauche ich dringend Hilfe, bei einem Thema bei dem wir einfach nicht weiter kommen.

An wen kann ich mich wenden, bei autoaggressivem Verhalten? Unser 4-Jähriger schlägt sich
zunehmend stärker und häufiger. Die Nächte sowie die Tage sind extrem anstrengend, und alle
Beteiligten kommen an die Grenzen. Unser Kind ist auf dem Stand eines 8 Monate alten Kindes,
kann sich nicht mitteilen, hat einen HC, ist Shunt versorgt und hat eine medikamentös gut
eingestellte Epilepsie.

Im SPZ habe ich den Eindruck nimmt man uns nicht ernst, wir bekommen hier keinerlei Hilfe-
stellung.

Daher suchen wir dringend (egal wo in Deutschland):

- Kliniken oder Ärzte, die sich darauf ggf. sogar spezialisiert haben
- Beratungsstellen, die uns hier weiterhelfen können

Ich würde mich freuen, wenn ich gute Tipps und Ideen bekommen könnte, wo wir uns
professionelle Hilfe suchen können.

DANKE euch!

Viele Grüße,
Melanie

RikemitSohn
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Re: An wen kann ich mich bei Autoaggression wenden?

Beitragvon RikemitSohn » 24.08.2019, 14:45

Hallo,
mein Sohn hat sich früher auch selbst verletzt indem er sich gegen den Kopf schlug. Obwohl er normal intelligent ist, war das Thema sehr schwierig zu lösen, weil er in diesen Momenten schwer zu erreichen war. Auch ich hatte das Problem, dass man mich nicht so richtig ernst nahm. Irgendwie sahen das die wenigsten als echtes Problem.
Habt ihr einen Psychiater, der euch betreut? Das wäre vielleicht passender als ein SPZ bei dieser Symptomatik. Ich denke, dass der erste wichtige Schritt wäre, herauszufinden, warum er das macht. Das ist gerade bei einem Kind wie eurem( wahrscheinlich ohne Sprache? Versteht Zusammenhänge nicht?) sehr schwierig.
Vielleicht könnt ihr euch auch an die AWO oder Ähnliches wenden um Adressen zu bekommen.

LG Rike
Mama mit Sohn 2004 ADHS und HB

Anna-Nina
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Re: An wen kann ich mich bei Autoaggression wenden?

Beitragvon Anna-Nina » 24.08.2019, 16:09

Hallo,
falls er Levetiracetam bekommt könnte das ein Anhaltspunkt sein. Das Medikament macht u. U. äußerst aggressiv.

Meine Tochter drehte total durch damit.

LG
Anna

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LasseUndJohannes
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Re: An wen kann ich mich bei Autoaggression wenden?

Beitragvon LasseUndJohannes » 24.08.2019, 16:29

Hi Melanie,
das ist schwer da Hilfe zu bekommen. Viele kennen sich damit nicht aus. Uns hat dann der Kinderarzt nach unserem Umzug geholfen. Zufallsglück. Mit Medikamenten und Helm und gepolsterten Bett.

Wie schon oben geschrieben wurde, kannst du die Auslöser und typischen Situationen herausfinden? Und ist die Auto Aggression auf bestimmte "Methoden" begrenzt? Unser hat sich immer "nur" den Kopf an die Wand gehauen. Der Helm wirkte da Wunder, indem er den Schmerzreiz verhinderte und uns die Sekunden zum eingreifen verschaffte. Er wollte sich gar nicht weh tun, er wollte keinen Schmerz spüren, obwohl er willentlich den Kopf anschlug. Aus dem gleichen Grund liebt er das gepolsterte Bett, denn es tut dort nicht weh. Der fehlende Schmerz reduzierte bei uns auch mittelfristig das auto aggressive Verhalten deutlich.

Es gibt Kliniken speziell für entwicklungsverzögerte bzw geistig behinderte Kinder mit herausfordernden Verhalten. Uns wurde hier Meckbeuren von der Stiftung Liebenau vorgeschlagen. Aber nicht speziell wegen der Auto Aggression. Prinzipiell sollte es sowas überall in Deutschland geben. Halt nicht oft. Dort könnte Erfahrung vorhanden sein.
Johannes 2008, extremes ADHS, Fehldiagnose (?) Autismus
Benedikt 2014, non verbal, auto aggressiv, ADHS, atypischer Autismus

Melanie_Ho
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Re: An wen kann ich mich bei Autoaggression wenden?

Beitragvon Melanie_Ho » 24.08.2019, 20:12

Jannik schlägt sich mit der flachen Hand oder gefaustet mit den Knöcheln voran ins Gesicht/Kopf,Nase,Mund,Ohren. Teilweise mit blutigem Ausgang, da er richtig doll zuschlägt.

Er bekommt seit einem Jahr Vimpat (Lacosamid), davor Topiramat umd davor Sabril. Ich denke nicht, dass es vom Medikament kommt.

Die Ursachen sind schwer auszumachen. Manchmal denke ich er hat plötzlich Schmerzen wo auch immer (Haben schon Ohren, Kiefer/Zähne, Shunt abklären und auch ausschließen können.) Er macht es auch wenn er zornig ist, ihm etwas runterfällt. ein Lied kommt was er nicht mag, es an der Türe klingelt oder das Telefon oder inzwischen wenn er sich eigentlich freut. Was mich total irritiert sind seine nächtlichen Attacken, er wacht nicht richtig auf, aber er klopft sich, und davon wacht er dann auf und schreit. Das Schreien ist in den letzten Wochen auch mehr geworden.

Er bekommt nachts ab und an Melatonin. damit er noch mal einschläft. Circadin hat uns nicht geholfen.

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Alexandra2014
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Re: An wen kann ich mich bei Autoaggression wenden?

Beitragvon Alexandra2014 » 25.08.2019, 07:31

Hallo,
falls er Levetiracetam bekommt könnte das ein Anhaltspunkt sein. Das Medikament macht u. U. äußerst aggressiv.

Meine Tochter drehte total durch damit.

LG
Anna
Levetiracetam „kann“ aggressiv machen. Muss es aber nicht. Es gibt Kinder (und Erwachsene), die kommen da jahrelang prima mit zurecht und sind anfallsfrei.

Überlege mal, welche Angst deine Aussage bei Eltern auslösen kann, die Leve gerade eindosieren...

Du kannst nicht von deiner Tochter auf alle anderen schließen.

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

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Alexandra2014
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Re: An wen kann ich mich bei Autoaggression wenden?

Beitragvon Alexandra2014 » 25.08.2019, 07:35

Jannik schlägt sich mit der flachen Hand oder gefaustet mit den Knöcheln voran ins Gesicht/Kopf,Nase,Mund,Ohren. Teilweise mit blutigem Ausgang, da er richtig doll zuschlägt.

Er bekommt seit einem Jahr Vimpat (Lacosamid), davor Topiramat umd davor Sabril. Ich denke nicht, dass es vom Medikament kommt.

Die Ursachen sind schwer auszumachen. Manchmal denke ich er hat plötzlich Schmerzen wo auch immer (Haben schon Ohren, Kiefer/Zähne, Shunt abklären und auch ausschließen können.) Er macht es auch wenn er zornig ist, ihm etwas runterfällt. ein Lied kommt was er nicht mag, es an der Türe klingelt oder das Telefon oder inzwischen wenn er sich eigentlich freut. Was mich total irritiert sind seine nächtlichen Attacken, er wacht nicht richtig auf, aber er klopft sich, und davon wacht er dann auf und schreit. Das Schreien ist in den letzten Wochen auch mehr geworden.

Er bekommt nachts ab und an Melatonin. damit er noch mal einschläft. Circadin hat uns nicht geholfen.
Hallo Melanie,

ich würde damit zu einem erfahrenen Kinder- und Jugendpsychiater gehen (nicht zu einem Psychologen), am besten in die Ambulanz einer kinderpsychiatrischen Klinik, wenn ihr sowas in der Nähe habt.
Ich würde auf die Dringlichkeit hinweisen. So ist es möglich, dass ihr dazwischen geschoben werden könnt, falls jemand absagt. Leider sind die Wartezeiten sonst recht lang.

Gruß
Alex

Edit: es könnten auch Anfälle sein, die man als solche von außen nicht erkennt (Auren z.B.).
Wart ihr mal in einem Epilepsiezentrum? Das würde ich vorm Kinderpsychiater vielleicht noch anstreben.
Je nachdem, wo ihr herkommt, kämen Kidron/Bethel, Vogtareuth oder Kehl/Kork in Frage...
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

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Re: An wen kann ich mich bei Autoaggression wenden?

Beitragvon RikemitSohn » 25.08.2019, 09:11

Hallo,
ich finde die Vorschläge von Alexandra sehr gut.
Autoaggression kann sich verselbstständigen. Wenn es anfangs nur in einigen Situationen vorkommt, kann es später zu viel nichtigeren Anlässen genutzt werden. Ob das auf dein Kind zutrifft, kann ich natürlich nicht sagen. Nur als Überlegungsansatz gedacht.
LG Rike
Mama mit Sohn 2004 ADHS und HB

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Re: An wen kann ich mich bei Autoaggression wenden?

Beitragvon Melanie_Ho » 25.08.2019, 12:49

Wir sind schon lange in Kork und Anfälle sind es scheinbar nicht.

HeikeLeo
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Re: An wen kann ich mich bei Autoaggression wenden?

Beitragvon HeikeLeo » 25.08.2019, 18:04

Liebe Melanie,

in wechen Situationen genau treten die Autoaggressionen auf. Gibt es einen Zusammenhang? Die Ursachenforschung halte ich für wichtig.

Meiner schlägt und kratzt, wenn ihm etwas weh tut. Ein Kühlpad kann da manchmal Wunder wirken - warm oder kalt. Muss man eben ausprobieren. Bei der Vorgeschichte scheinen mir Kopfschmerzen auch nicht ganz unrealistisch.

Medikamentennebenwirkungen muss man auch unbedingt im Auge behalten.

Lacosamid ist ursprünglich auch als Schmerzmittel gedacht gewesen. Eventuell fällt die leichte Wirkung zur Schmerzverhinderung auch langsam weg, so dass Schmerzen durchkommen, die vorher durch das Medikament kontrolliert wurden, weil er jetzt älter und größer ist? Also die Ursachenforschung halte ich für wichtig. Und ich fürchte, da müsst Ihr viel selbst herausfinden. Nur Ihr wisst genau, was um Sohn so drumherum abgeht. Das kann ein Fachmensch kaum abnehmen.

[quote"=Alexandra2014"]Überlege mal, welche Angst deine Aussage bei Eltern auslösen kann, die Leve gerade eindosieren..[/quote]
Anna-Nina hat von ihren eigenen Erfahrungen erzählt. Das könntest Du auch tun, anstatt gegen Anna-Nina so zu pöbeln. Ich fand Deine Bemerkung nicht in Ordnung, die von Anna-Nina schon.

Liebe Grüße
Heike


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