Angst vor der Lehrerin

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

Moderator: Moderatorengruppe

Forumsregeln
EmmaLuisa11
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 186
Registriert: 09.04.2015, 13:38
Wohnort: Schwerin

Angst vor der Lehrerin

Beitragvon EmmaLuisa11 » 20.08.2019, 09:22

Hallo,
ich brauche mal euren Rat.

Seit diesem Schuljahr hat meine Tochter eine neue Sport/Schwimmlehrerin.
In der ersten Stunde Schwimmunterricht sollten alle Kinder in ein 2m tiefes Becken, auch die, die nicht schwimmen können. Dazu gehörte auch meine Tochter.
Sie ist dann unter Panik ins Wasser gegangen (mit einer Schwimmnudel). Da sie aber ständig Angst hatte unter zu gehen, ist sie dann wieder raus gegangen. Daraufhin sollte sie unter Anweisung der Lehrerin wieder ins Wasser. Allerdings hatte sich meine Tochter geweigert und ihr auch gesagt, dass sie Angst hat. Die Lehrerin hatte sie dann angebrüllt, aber meine Tochter ist dennoch nicht zurück ins Wasser und hat sich stattdessen an den Beckenrand gesetzt.
Heute früh fragte meine Tochter mich, ob ich ihr eine Sportbefreiung schreiben könne, weil sie heute wieder Sport mit dieser Lehrerin hat. Ich erklärte ihr aber, dass so ein Attest nur vom Arzt ausgestellt werden dürfe.
Eine Mutti hat mich heute früh angeschrieben und erzählt, dass ihr Sohn ganz bitterlich geweint hat und heute nicht zur Schule gehen möchte, weil er so eine Angst vor dieser Lehrerin hat. Auch er wurde in der letzten Stunde von ihr angeschrien.
Ich kann und möchte so ein Verhalten von einer Lehrerin nicht dulden, die ihre Macht missbraucht.
Habt ihr einen Rat, wie ich weiter vorgehen kann?

Liebe Grüße
Angelina
Angelina,*76
Nico,*80
Eva,*02 gesund
Emma,*11 BNS-Epilepsie

Werbung
 
Benutzeravatar
Engrid
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 13793
Registriert: 24.10.2011, 10:36

Beitragvon Engrid » 20.08.2019, 09:40

Hallo Angelina,

die anderen Eltern ins Boot holen, und beschweren. Eigentlich bin ich dafür, erst mit der Lehrkraft zu reden. Wenn die so massiv die Kinder anschreit und einschüchtert, würde ich vielleicht doch auch gleichzeitig zur Schulleitung.
Die Kinder bestärken, dass sie alle Bescheid sagen, damit das transparent ist.
Ich hatte selber mal ein ganzes Schuljahr lang Angst vor einer solchen Schwimmlehrerin, die EINE Doppelstunde hat mir das ganze Schuljahr vergällt!


Ich hätte als Mutter, wenn die Lehrerin unbelehrbar ist, notfalls auch keine Hemmungen, meinem Kind eine Sportbefreiung für das Jahr zu erkämpfen. :wink:
Ich geh aber davon aus, dass die Lehrerin schnell „Kreide frisst“, wenn sie einen Rüffel von oben und Gegenwind von den Eltern hat. Habe ich auch schon hautnah erlebt (ging nicht um mein Kind), und das hat dem Kind sehr wohlgetan. Das ist viel besser als eine Befreiung! :D

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

HeikeLeo
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 723
Registriert: 18.05.2015, 19:34
Wohnort: Baden-Württemberg

Re: Angst vor der Lehrerin

Beitragvon HeikeLeo » 20.08.2019, 10:01

Liebe Angelina,

armes Kind. Ich würde dem Kind erst einmal die Sportentschuldigung geben. Immerhin ist es NUR Sport.

Gleichzeitig aber den von Engrid vorgeschlagenen Weg gehen.

ABER: Wir haben gerade eine ähnliche Geschichte zwei Jahre lang durchgestanden und ein Häufchen Elend als Kind zurückbehalten. Vordergründig hat die Lehrerin getan, als ob sie Kreide gefressen hätte - aber hinter einem kleinen Feigenblatt ihr böses Spiel weitergespielt.
Man kann aber durchaus auch mal Glück haben mit der Schulaufsicht. Deswegen würde ich es trotzdem probieren. Etwas anderes bleibt einem auch nicht übrig.

Trotzdem gleichzeitig Schutz des Kindes. Wir hatten am Ende mehr als 130 Fehltage im Schuljahr - aber haben dafür nachträglich den Segen bekommen. Bei uns ware es leider nicht nur Sport.

Liebe Grüße
Heike

joris
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 550
Registriert: 11.12.2007, 10:03

Re: Angst vor der Lehrerin

Beitragvon joris » 20.08.2019, 11:26

Hallo Angelina,

ich würde das Gespräch mit der Lehrerin suchen und mir ihre Version der Schwimmstunde anhören und gemeinsam nach einer Lösung für ein "Wohlfühlklima" suchen. Sollte sie uneinsichtig sein, dann würde ich das Gespräch mit dem Schulleiter suchen. Bei uns war die Schwimmlehrerin alleine einfach überfordert, gestresst und dadurch ungeduldig und barsch. Bei uns ist dann eine Mutter abwechselnd mitgefahren und hat die ängstlichen Kinder im flachen Wasser betreut. Nicht alle haben Schwimmen gelernt, aber alle konnten angstfrei die Schwimmstunde absolvieren.
Ich hoffe, ihr findet eine gute Lösung!
Alles Gute,
Joris

LovisAnnaLarsMama
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 786
Registriert: 12.10.2016, 22:23

Re: Angst vor der Lehrerin

Beitragvon LovisAnnaLarsMama » 20.08.2019, 11:33

Hallo,
ist es das Kind mit der Epilepsie? Dann würde ich sie ganz einfach vom Schwimmen befreien, da zu gefährlich.
Lg
Meine drei kleinen Wunder: Wunderkind (2009), Schneckenkind (2011) und der kleine Bruder (2015): Hemiparese, expressive Sprachenwicklungsstörung, Epilepsie und diverse Baustellen nach Asphyxie/Frühgeburt

Benutzeravatar
Jaqueline
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 8323
Registriert: 20.07.2006, 21:29
Wohnort: NRW

Re: Angst vor der Lehrerin

Beitragvon Jaqueline » 20.08.2019, 13:07

Hallo Angelina,

ein Kind, das nicht schwimmen kann ins 2 m tiefe Wasser lassen, würde ich gar nicht erlauben. Schon gar nicht mit nur einer Schwimmnudel. Unbedingt das Gespräch mit der Lehrerin suchen! Ich nehme mal an, dass sie alleine ist mit der ganzen Klasse? Und dann Nichtschwimmer in der Tiefe (wohl auch mehrere), das kann sie doch gar nicht gewährleisten.
LG Jaqueline
Spastische Tetraparese, Kyphose
Mann: Epilepsie (VNS seit 2008)
Tochter: * 01/2015 und Tochter ET 2020

Für immer im Herzen.

Christiane81
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 131
Registriert: 27.01.2016, 08:11

Re: Angst vor der Lehrerin

Beitragvon Christiane81 » 20.08.2019, 13:58

Hallo Angelina,

Also zuerst einmal halte ich es für absolut wichtig, dass Dein Kind schwimmen lernt.

ABER: SO lernt sie es sicher nicht! Kein Wunder, dass Deine Tochter Angst hat, das war von der Lehrerin ein absolutes Unding und meiner Meinung nach auch absolut verantwortungslos. Eine Schwimmnudel ist keine Schwimmhilfe, das war einfach richtig gefährlich. Selbst wenn die Lehrerin direkt neben dem Becken war - was, wenn zwei oder mehr Kinder die Schwimmnudel verlieren, will sie die gleichzeitig aus dem Wasser ziehen?
Nein. Das geht nicht.
Welche Wege Du gehen kannst, haben andere bereits geschrieben. Ich kann Dich nur bestärken, das so nicht hinzunehmen und Deine Tochter für den Schwimmunterricht befreien zu lassen, wie auch immer. Mein Kind würde da nicht mehr mitmachen.

Viele Grüße
Christiane

maikeb
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 160
Registriert: 20.11.2010, 12:47

Re: Angst vor der Lehrerin

Beitragvon maikeb » 20.08.2019, 13:59

Besprecht Euch mit den Pflegschaftsvorsitzenden. Die sind doch auch für so etwas zuständig. Dann kann man vielleicht ein gemeinsames Gespräch mit der Sportlehrerin führen. Sollte sie alleine mit der Klassen schwimmen sein, könnte sie auch - bei uneinsichtiger Schulleitung - eine Überlastungsanzeige schreiben. Dann muss der Schulleiter handeln, sonst haftet er selbst, wenn etwas passiert.

Im übrigen: Meinen autistischen Sohn würde sie auch mit Gebrüll nicht dazu bringen, ins Schwimmerbecken zu steigen. :roll: (Der würde aber zurückbrüllen. :mrgreen: )

Iris15
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 880
Registriert: 06.06.2008, 22:10
Wohnort: NRW

Re: Angst vor der Lehrerin

Beitragvon Iris15 » 20.08.2019, 14:51

!! Hallo, bitte, "seit diesem Schuljahr" heißt doch, GERADE erst, oder? Nun gab es also einen Vorfall. Eine Lehrerin schreit Dein Kind an. Warum musst Du hier fragen, was du tun sollst? Verstehe ich ehrlich gesagt nicht richtig. Neue Lehrerin, sie schreit mein Kind an, ich geh in die Schule und sage der Lehrerin, dass ich es nicht toleriere, wenn mein Kind von wem auch immer angeschrien wird und frage sie, was sie so in Wut gebracht hat. Punkt. Alles andere, Schulpflegschaft einschalten, Direktor und und - kennt ihr noch das Sprichwort: Mit Kanonen auf Spatzen schießen?

Ich habe gott weiß was für leider auch schlechte Erfahrungen im Laufe der Schulzeit unseres Sohnes erlebt, aber meistens (und ja, ich weiß, leider nicht immer) hat ein klares Wort mit einem selbstbewußten Auftritt gereicht. Man muss auch immer mal beide Seiten hören, oder?

Ist es das Kind mit Epilepsie, dann ist sowieso ein ausführliches Gespräch mit der Sportlehrerin von Nöten. Gerade zum Thema Schwimmen. Oder auch zum klettern in größeren Höhen. Aber das weißt du sicher.

Ich wünsche Dir, dass sich der Ärger schnell löst
und Deine Tochter bald auch eine umgängliche Sportlehrerin hat.

Viele Grüße
Iris
Sohn mit ideophat. generalisierter GM-Epi

Werbung
 
Silvia & Iris
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 3729
Registriert: 20.03.2007, 18:32
Wohnort: Österreich

Re: Angst vor der Lehrerin

Beitragvon Silvia & Iris » 20.08.2019, 17:39

Hallo Iris,

ich hatte auch so eine Lehrerin... eine vielleicht andere Konstellation, da sonst Sonderschule... - und das wollte ich wirklich vermeiden... und das wusste diese Lehrerin (Grundschule - alle Fächer...) - aber in diesem Fall ist es "nur" eine Lehrerin, die "nur" ein paar Stunden hat... - da kann man sicher anders agieren und einmal das Gespräch suchen... - ist es eine unsichere Anfängerin, die ihr Gesicht nicht verlieren will?

Welche Ursache hat der Wunsch der Lehrerin?... und welche Ausbildung hat sie um das zu verlangen?
Liebe Grüße
Silvia
Tochter *03/2003, PCH, HG-versorgt, ein Sonnenschein
Sohn *03/2006 AVWS + was so dazu gehört


Zurück zu „Kindergarten und Schule“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 15 Gäste