Protest gegen das geplante Intensivpflegegesetz

So manches Kind muss aufgrund seiner Behinderung besonders intensiv betreut werden - z. B. mit Hilfe eines Pflegedienstes. Viele Kinder werden von einer Krankenschwester in Kindergarten oder Schule begleitet, um optimal versorgt werden zu können. Das gilt beispielsweise für viele tracheotomierte Kinder. In dieser Rubrik können sich Eltern von so genannten Intensivkindern über die besonderen Bedürfnisse ihrer Kinder austauschen.

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Angela77
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Re: Protest gegen das geplante Intensivpflegegesetz

Beitragvon Angela77 » 26.08.2019, 14:13

Hallo zusammen,
nochmal ich ;)
Auch mir kam "die Presse" in einem andere Zusammenhang seltsam gleichgeschaltet vor.
Vermutlich versteht der durchschnittliche Journalist von derart komplexen Problematik eher wenig.
Aber dass die Gegenargumenten der Interessenvertreter oftmals offensichtlich nicht mal gelesen werden, hat mich erschrocken,
Hätte man sie gelesen, hätte man sie aufgreifen und sich ggf. auch dagegen positionieren können.Auch letzteres wäre für mich völlig okay gewesen.
Hat man aber in der Regel nicht. Inhaltliche Argumente wurden auch von der Presse so gut wie ausschließlich igenoriert, zumindest zunächst.
Auch das macht mir Sorgen in dem Sinne, wohin unsere Gesellschaft steuert. Ich bin als Mutter eines Kindes, das von den meisten Menschen einfach nur als Kostenfaktor gesehen wird, verdammt nochmal davon abhängig, dass auch die Rechte von Minderheiten geschützt werden. Kompexe Dinge vereinfacht darstellen, moralisch überhöhen und abnicken lassen, all das hatten wir schon mal vor vielen, vielen Jahren.
LG
Angie
Bene (2008): regressiver Autismus, schwerste expressive Sprachentwicklungsstörung (bei sehr gutem Sprachverständnis!), Bildung von Casiomorphin und Gliadorphin
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Angela77
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Re: Protest gegen das geplante Intensivpflegegesetz

Beitragvon Angela77 » 26.08.2019, 15:39

Hallo zusammen,

bevor die Aussage unten missverstanden wird:
Hallo zusammen,
nochmal ich ;)
Auch mir kam "die Presse" in einem andere Zusammenhang seltsam gleichgeschaltet vor.
Kompexe Dinge vereinfacht darstellen, moralisch überhöhen und abnicken lassen, all das hatten wir schon mal vor vielen, vielen Jahren.
LG
Angie
Ich behaupte NICHT, dass Herr Spahn/ das BMG/ die Presse bewusst so agieren, dass man sie in die Nähe unserer braunen Vergangenheit rücken könnte oder gar sollte.
Es geht mir primär noch nicht mal um die Inhalte von Spahns Gesetzen - auch wenn ich diese persönlich zumindest in Teilen als "viel zu einfach gedacht" und als potenziell sehr riskant - betrachte.
Ich mache mir vielmehr Sorgen, dass die gesellschaftspolitische Diskussionskultur soweit gelitten hat und weiter leiden könnte, dass ein realistisches Risiko besteht, das Politiker mit brauner Gesinnung, zeitnah "auf diesen Zug aufspringen" könnten - und keinem fällt es - zumindest vorerst - mehr auf ....

Ich hoffe, ich konnte damit ein paar Missverständnisse vermeiden :oops:

LG
Angie
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heidipet
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Re: Protest gegen das geplante Intensivpflegegesetz

Beitragvon heidipet » 26.08.2019, 17:23

Hallo Angie,
der Vergleich mit "es war einmal in Deutschland" drängt sich aber auch mir auf. Ich glaube allerdings, dass Herr Spahn einfach nicht gewußt hat, was er da anrichtet. Für ihn ist Beatmung=Scheintot. Jetzt kommt er mit:" das betrifft nicht Leute, die mit tragbaren Geräten ausgestattet sind". Der Mann weiß schlicht und einfach nicht, wovon er redet. Nun mag er nicht mehr zurückrudern, weil dann müßte er ja seine - sagen wir höflicherweise Blauäugigkeit - zugeben.
Die Frage stellt sich, was schlimmer ist: Absicht (Geiz) oder Unfähigkeit, Fehler einzugestehen.
Gruß
Heidi
Gruß
Heidi

Angela77
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Re: Protest gegen das geplante Intensivpflegegesetz

Beitragvon Angela77 » 26.08.2019, 21:02

Hallo Heidi,
für einen Politiker bzw. dessen "Opfer" ist beides brandgefährlich :(
Ich hoffe einfach, dass die Interessenvertreter für den Bereich der Intensivpflege notfalls vors Bundesverfassungsgericht ziehen, um das Gesetz zu kippen.
Die Richter, die noch dazu ganz stark in der Öffentlichkeit stehen, haben ja keinerlei Interesse, das Ego einzelner zu stützen.
SIE werden die Argumente objektiv gewichten MÜSSEN. Für die Menschen, die jetzt aber monatelang in Sorge leben müssen, ob das BVerfG auch wirklich zu ihren Gunsten entscheidet, ist es grausam ... Das kann man nicht so einfach wegschieben. Dafür ist es zu existenziell für die Betroffenen.
Vielleicht wäre es besser, Herr Spahn würde sich auf einige wenige Themen konzentrieren, diese aber tiefer durchdringen (lassen). Sein "Arbeitseifer" in allen Ehren, aber wenn die Qualität der Gesetze darunter leidet, schadet er - zumindest inaller letzter Konsequenz- auch sich selbst. Könnte er Fehler eingestehen, wäre vielleicht sogar der gegenteilige Effekt denkbar: Rückhalt in der Wählerschaft und Vertrauensvorschuss für die Zukunft.
Nachdenkliche Grüße
Angie
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Re: Protest gegen das geplante Intensivpflegegesetz

Beitragvon heidipet » 27.08.2019, 07:19

Hallo Angie,
da unser Sohnn unweigerlich auch eines Tages dazugehört, zögen wir dann auch dorthin. Aber die Hoffnung bleibt, dass entweder das Gesetz nicht kommt oder es einer vor uns kippt.
Ich wollte schon immer mal nach Straßburg .....

Gruß
Heidi
Gruß
Heidi

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Re: Protest gegen das geplante Intensivpflegegesetz

Beitragvon Angela77 » 27.08.2019, 15:29

Hallo Heidi,
ich drücke euch alle Daumen, dass ihr diesen Weg nicht SELBST beschreiten müsst!
LG
Angie
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Re: Protest gegen das geplante Intensivpflegegesetz

Beitragvon heidipet » 27.08.2019, 16:37

Hallo Angie,
bitte auch die großen Zehen. Für alle, die es betrifft.
Gruß
Heidi

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Re: Protest gegen das geplante Intensivpflegegesetz

Beitragvon monika61 » 27.08.2019, 16:44

Hallo zusammen.

Offener Brief von Arnd Hellinger
Berliner Behindertenzeitung
https://www.facebook.com/als.mobil.ev/p ... 2933?__xts__

LG
Monika

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Re: Protest gegen das geplante Intensivpflegegesetz

Beitragvon HeikeLeo » 27.08.2019, 17:34

Hallo an Alle,

leider fürchte ich, dass Herrn Spahn Eifer nicht überall so kritisch gesehen wird.

Im Stern wurde er letztlich auch über alle Maßen gelobt. Dabei sind bislang alle Gesetze, die ich von ihm gesehen habe, mit extrem heißer Nadel gestrickt und ALLE gehen zu Lasten der Persönlichkeitsrechte einzelner. So ein Prozedere gab es in Deutschland schon mal.

Und damals hat die große Mehrheit solchem Vorgehen auch zugejubelt. Die Gesetztesvorhaben, die er angeworfen hat, sind ja auch teilweise hier im Forum , sehr begrüßt worden. Ich habe große Sorge, dass es bei diesem Gesetz auch so sein könnte. Immerhin funktioniert ja Demokratie nach dem prinzip: drei Füchse und ein Hase bestimmen mehrheitlich, was es zum Abendessen gibt.
Für solche Fälle braucht es dann einen starken Rechtsstaat - die Presse läuft ja auch der populären Meinung nach.

Ich bin da durchaus in Sorge.

Liebe Grüße
Heike

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Mamamarti
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Re: Protest gegen das geplante Intensivpflegegesetz

Beitragvon Mamamarti » 28.08.2019, 15:42

Hallo, den STERN Artikel fand ich auch unmöglich. Habe die Petition unterschrieben.
LG Marti


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