Protest gegen das geplante Intensivpflegegesetz

So manches Kind muss aufgrund seiner Behinderung besonders intensiv betreut werden - z. B. mit Hilfe eines Pflegedienstes. Viele Kinder werden von einer Krankenschwester in Kindergarten oder Schule begleitet, um optimal versorgt werden zu können. Das gilt beispielsweise für viele tracheotomierte Kinder. In dieser Rubrik können sich Eltern von so genannten Intensivkindern über die besonderen Bedürfnisse ihrer Kinder austauschen.

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Quirin_Mama
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Re: Protest gegen das geplante Intensivpflegegesetz

Beitragvon Quirin_Mama » 17.08.2019, 22:10

unterschrieben!

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Biancamit2
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Re: Protest gegen das geplante Intensivpflegegesetz

Beitragvon Biancamit2 » 17.08.2019, 22:31

heidipet hat geschrieben:Hallo,
ist Euch eigentlich aufgefallen, dass mit diesem Referentenentwurf alle Pflegekräfte unter Generalverdacht gestellt werden?
Nach dem Text sind alle Pfleger entweder kriminell oder unfähig.

Ich könnte echt ko.....


Ja, leider. Aber DAS blende ich aus, und verbuche es unter Dummheit, oder Unwissenheit des Schreiberlings....
Wenn ich davon ausgehe, dass das genau so gemeint und durchdacht ist, müsste ich meinen Job an den Nagel hängen...
Bianca mit Sohn (2004, Skoliose, LRS) und Tochter (02.2009 Frühchen 29+0, ICP, PVL, spastische Diparese, und manch anderes) und zwei Sternchen *2003 *2008 fest im Herzen

Sinale
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Re: Protest gegen das geplante Intensivpflegegesetz

Beitragvon Sinale » 17.08.2019, 23:07

Hallo Zusammen,

wenn dieses Gesetz beschlossen wird, werden entsprechende Heime wie Pilze aus dem Boden schießen. Pflegekräfte werden vermutlich aus dem Ausland o. Ä. kommen. Zu Beginn der Gültigkeit des Gesetzes wird es nicht genug Heime / Pflegekräfte geben. Dies schützt jedoch nicht davor, dass die Umsetzung des Gesetzes politisch vorangetrieben werden wird.
Viele Grüße
Sinale

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Re: Protest gegen das geplante Intensivpflegegesetz

Beitragvon Angela77 » 18.08.2019, 12:30

Hallo,
unterzeichnet!
Ich wünsche den Betroffenen sehr, dass Herr Spahn/deas BMG wenigstens auf diese Petition und die entsprechenden Meinungen der Fachgesellschaften zumindest inhaltlich reagiert. Bei einer anderen Gesetzesiniative, bei der über 140.000 Stimmen gesammelt wurden und sich nahmhafte Experten gegen die Art und Weise der Umsetzung der Gesetzesiniative ausgeprochen haben, erfolgte nämlich keinerlei inhaltliche Reaktion, im Gegenteil: Das Gesetz wurde sogar verschärft. So funktioniert Demokratie nicht und kann auch kein Vertrauen in die Regierung wachsen ...

Und ja, AUCH aus diesem Grunde kann man sagen, dass Herr Spahn wirklich "hemdsärmelig" re(a)giert ... Ich zumindest würde mich bei dieser Art von "Diskussionskultur" seinerseits in Grund und Boden schämen und hoffe, dass es noch mehr Leute gibt, die genau DAS kritisieren, denn DAS ist m.E. in jedem Fall kritikwürdig, egal, wie man zu den einzelnen Gesetzesvorhaben an sich stehen mag ...
Ich würde sogar sagen, dass manche Formulierungen/Argumentationen in den Gesetzesiniativenabsolut irreführend sind. Ob er bzw. das BMG das bewusst macht oder einfach nur einfach zu naiv an gewisse Fragestellungen herangeht, vermag ich nicht zu beurteilen. Schlimm fände ich beides ...

Viele Grüße und schönen Sonntag!
Und allen direkt Betroffenen viel Kraft mit dieser belastenden Situation umzugehen. Ich kann zumindest ein bisschen nachfühlen, wie es euch ergehen mag, wenn man trotz aller Sorgen und Mühen, die euer Leben ohenhin schon mit sich bringt, nun auch noch mit einer solchen Gesetzesiniative bedroht wird!
Und ja, man kann sich von Gesetzesiniativen bedroht fühlen - dann nämlich, wenn es um die eigenen Gesundheit und Lebensqualität bzw. seiner nächsten Angehörigen geht ... Da mag die Allgemeinheit noch so sehr, durch eingesparte Kosten z.B., profitieren :twisted:

LG und rausschleich ...
Angie
Bene (2008): regressiver Autismus, schwerste expressive Sprachentwicklungsstörung (bei sehr gutem Sprachverständnis!), Bildung von Casiomorphin und Gliadorphin
Vorstellung plus Diäteffekte:
http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic73493.html

Primär nächtliche Epilepsie im motorischen Sprachzentrum (leider erst erkannt im März 2015!!!)

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Re: Protest gegen das geplante Intensivpflegegesetz

Beitragvon Biancamit2 » 19.08.2019, 01:53

ANgela77,
da profitiert keine Allgemeinheit davon. Für die betroffenen ist es in jeder Art und Weise der Horror, für die Angehörigen ebenso.
Für die Pflegekräfte heißt es, noch mehr Heime, also noch weniger qualifiziertes Personal pro Heim, also noch mehr Überstunden und noch mehr Fehler bei der Arbeit ( probiert mal einer rumänischen Krankenschwester eine Übergabe zu machen, da kommt Freude auf).
Und für alle anderen, für die Allgemeinheit, ändert sich dadurch NIX. Die eingesparten Kosten bekommt doch niemand direkt zu Gesicht. Deswegen werden keine KK Beiträge gesenkt, es werden nicht andere Dinge einfacher genehmigt oder so. Das Plus der KK steigt an, und das wars.
Ich glaub, wenn meine Kinder groß sind, dann bin ich ca 45, dann geh ich in die Politik und werd Gesundheitsministerin. Da bin ich ja dann noch ein junger Hüper...
Grüßle
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Re: Protest gegen das geplante Intensivpflegegesetz

Beitragvon Angela77 » 19.08.2019, 13:10

Hallo Bianca,
streng genommen würde die Allgemeinheit ja doch von dem Gesetzesentwurf profitieren. Geld, das so eingespart werden könnte, könnten - zumindest theoretisch - für andere Dinge ausgegeben werden. Ich nehme also an, dass Kosteneinsparung - neben einem gewissen Profilierungswunsch als tatkräftiger Minister - ja auch die eigentlich primäre Absicht von Herrn Spahn ist. Und das ärgert mich, weil man eben in diesen Fällen eine Interessenabwägung zugunsten von Menschen machen sollte, die wirklich schon - und zwar in der Regel schicksalshaft - in einer sehr schwierigen Lebenssituation leben müssen.
Platt gesagt: Die überwiegenden Mehrheit hätten von der Kosteneinsparung zwar theoretisch jeweils einen minimalen finanziellen Nutzen, wenige Betroffene und Angehörige müssten in diesem Fall jedoch eine katastrophale Beschneidung ihrer Lebensqualität hinzunehmen.
Und wenn dabei auch noch von einer "Stärkung der Intensivpflege" gesprochen wird, dann empfinde ich das schon zynisch, obwohl ich niemanden persönlich kenne, den es betrifft - einfach, weil ich mich durch andere Erfahrungen einfühlen kann, was es heißt, wenn einem in ohehin schon schwierigen Lebenssituationen faktisch Prügel zwischen die Beine geworfen werden, die dann auch noch "frech" als unterstützende Maßnahmen "verkauft werden" ...
Nachdenkliche Grüße
Angie
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Re: Protest gegen das geplante Intensivpflegegesetz

Beitragvon Senem » 19.08.2019, 13:33

Hallo,

es geht also wieder nur ums Geld.

Und das ärgert mich....
Gruß

Selbstbetroffen mit einigen Baustellen

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Re: Protest gegen das geplante Intensivpflegegesetz

Beitragvon HeikeLeo » 19.08.2019, 14:40

Liebe Senem,

es geht ums Geld und es geht darum, dass sich Einzelne als Macher zeigen.

Liebe Grüße
Heike

Bika
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Re: Protest gegen das geplante Intensivpflegegesetz

Beitragvon Bika » 19.08.2019, 16:14

Sheila0505 hat geschrieben:Guten Tag Sandy,
das Masernschutzimpfungsthema und die geplanten Organspenderegeln (ICH finde beides SEHR sinnvoll, wichtig und notwendig) haben hier im Thread aber nix verloren.
Bzgl Organspende gibt es übrigens keinen „Zwang“.

Da kannst du gut und gerne in den aktuellen Threads mitdiskutieren. Aber es hier unter dem Deckmantel Intensivpflegegesetz (betrifft mich auch nicht, dennoch finde ich diesen Weg wie er beschrieben ist - da unterschreibe ich gerne die Petition - absolut nicht richtig - viel eher fatal für zich Betroffene. Muss mich noch Einlesen.) mit anzuheften, finde ich unpassend.

Liebe Grüße, Sheila


Hallo Sheila,

Ich für meinen Teil finde es ja immer unpassend und leicht übergriffig, wenn persönliche Sichtweisen anderer User, die hier kontextgebunden und bezogen auf die Gesamtpolitik des Herrn Spahn, mit dem Verweis
- das hat hier nix verloren - versehen werden.

Triggert es dich derart, dass du solches nicht einfach, als eben persönliche Sichtweise einer Userin, einfach stehen lassen kannst und wer bestimmt die Grenzen bis wohin man ausholen darf, um auf einen Gesamtzusammenhang hinzuweisen, (von dem dir Teilaspekte offensichtlich nicht passen)?
Sorry für meine Einmischung aber so ein Diskussionsverhalten empfinde ich als unfair.

LG

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Sheila0505
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Re: Protest gegen das geplante Intensivpflegegesetz

Beitragvon Sheila0505 » 19.08.2019, 19:03

Hallo Bika, so wie du mich hier angehst, ich sei „unfair, übergriffig“ und dieses „triggert es dich derart“, da kannst du dir eine „Entschuldigung“ bzgl „Einmischung“ ehrlich schenken.

Ich habe Sandy meine Meinung dazu recht sachlich geschrieben und auch wenn es mich nicht „persönlich betrifft“, so kenne ich Kinder aus dem Bekanntenkreis, welche auf Beatmung angewiesen sind. Und genau diesen Kindern kommt Spahns Masernschutzimpfungspflichtvorhaben Zugute: denn sie sind auf die flächendeckende und stabile Herdenimmunität angewiesen, jeder kleinste Infekt befördert sie direkt wieder in die Klinik.

Insofern: ja es stört mich hier in diesem Thread und auch allgemein bei solch wichtigen großen Themen und wenn ich das nicht schreiben/bzw dann keinen Einwand bringen darf, weil es laut Dir „übergriffig und unfair“ sei, mich hier „zurechtweist“ dann stellst du wohl ebenso Grenzen auf was erlaubt ist und was nicht.

Nur zu gerne würde ich jetzt das Thema Spahn und Masernschutzimpfungspflicht vertiefen, da die Kritik an seine Politik hier im Thread auch explizit darauf bzw explizit auf die Masernschutzimpfungspflicht u.a. abzielte. Aber es ist nun mal der falsche Thread dafür: so unfair und übergriffig du diesen Einwand von mir finden magst.

Und ja: es hat mich durchaus gestört, daher hatte ich mir die Zeit genommen mich einzuloggen und darauf zu antworten.

Schönen Abend noch Bika


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