Mir ist zum heulen

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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grace
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Re: Mir ist zum heulen

Beitragvon grace » 10.08.2019, 20:29

Hallo Beate,

Einen I-Helfer für was? Habe ich da etwas überlesen oder dein Kind ist nur leicht motorisch zurück und hochsensibel? Das sind doch keine ausreichende Gründe um einen I-Helfer beantragen zu können.

Ich muss da Engrid recht geben, wenn du deinem Sohn nichts zutraust, negativ denkst und nicht an deinen Ängsten arbeitest wirst du sie 1:1 an deinen Sohn übertragen.

Was sollte denn schon passieren wenn er alleine mit dem Bus fährt? Du musst ihn stolz un ruhig zum Bus begleiten, freundlich lächeln und winken wie alle anderen Mütter auch, keine Panik wenn er weint, keine dramatischen Umarmung oder verzweifelte Gesten, dein Sohn fährt nur zum Kindergarten!

Ich habe auch einen u.a ängstlichen Sohn der zu Phobien neigt und wenn ich eins gelernt habe in all den Jahren ist es das man Ängste NICHT durch vermeiden der Angstmachenden Situationen verliert, ganz im Gegenteil, sie werden immer schlimmer und am Ende ist man in einem Labyrinth drin aus dem man nur sehr schwer wieder heraus kommt!

Suche dir sofort Hilfe, einmal in der Woche findet sich sicher eine Betreuung für deinen Sohn damit du zur Therapie gehen kannst, das schafft Ihr!

LG

Grace

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LarissaD
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Re: Mir ist zum heulen

Beitragvon LarissaD » 11.08.2019, 19:28

Ich würde ihn einfach selbst bringen, wenn ich da ein doofes Gefühl hätte. Alle diese Vorschläge, wie man das machen kann, sind prima für Kinder, die kein Problem mit so etwas haben. Bei einem hochsensiblen Kind, bei dem schon zweimal die Eingewöhnung scheiterte, würde ich das Risiko nicht eingehen, dass nach dem Stress des alleine Fahrens die Überreizung schon so massiv ist, dass dann nicht mehr genug Kraft für die Anpassungsleistung im Kindergarten übrig ist. Ich hatte das bei meinen beiden Kindern nicht gewollt (eins hochsensibel, aber sonst gesund; eins chronisch krank und durch Arztsituationen einfach misstrauisch gegenüber Fremden und ängstlich, dass nicht genug aufgepasst wird, dass ihr nicht weh getan wird). Und die Fahrer sind meist keine Fachkräfte. Es gibt genug Beiträge über die oft schwierigen Hol- und Bringsituationen.
Vertrau auf Dein Gefühl.
Auch der Paranoide wird manchmal echt verfolgt.
Viele Grüße, LarissaD

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Re: Mir ist zum heulen

Beitragvon Sophie* » 11.08.2019, 22:27

Hallo Beate,
wir fahren unseren Sohn schon drei Jahren in den Kindergarten und holen ihn auch selbst ab. Unsere gesunde Tochter haben wir ja auch immer in den Kindergarten gebracht und abgeholt. Warum muss denn ein Kind mit Beeinträchtigungen immer umbedingt mit dem Bus bzw. Taxi fahren? Das kann und darf man ja zum Glück selbst entscheiden. Es muss sich gut anfühlen und machbar sein. Unser Sohn ist in einem Schulkindergarten mit klaren Zeiten und bisher haben wir das sehr gut in unseren Tagesablauf einpflegen können auch wenn wir beide arbeiten. Einfach auf den Bauch hören. :)
Herzliche Grüße und einen schönen Abend.
Sin
Schön geschrieben und bringt meine Gedanken zum Thema gut auf den Punkt.
Sophie* mit Mini *2015 (Muskelhypotonie, globale Entwicklungsstörung, v. a. kognitiv und statomotorisch, Knick-Senkfüße, Makrozephalus, Epilepsie u. a. mit Myoklonien und Absencen, GdB 50)

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Re: Mir ist zum heulen

Beitragvon LunaBluna » 11.08.2019, 22:39

Würde auf jeden Fall mit dem Jugendamt über einen I-Helfer sprechen, ich denke, wenn es der richtige ist, wird er ihm sehr helfen können.

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Engrid
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Re: Mir ist zum heulen

Beitragvon Engrid » 12.08.2019, 02:48

Hallo,

ich bin jetzt ganz selbstverständlich davon ausgegangen, dass Beate den Fahrdienst BRAUCHT, und beantragt hat - der wird einem ja nicht aufgezwungen, im Gegenteil. Und dann, Beate, sollst Du jetzt bitte tun, was Du in Deinem Innersten selber weißt, nämlich nicht zaudern, sondern Sicherheit ausstrahlen. Dem Kind zutrauen, dass es das schafft. WEIL es hochsensibel ist und mit Dir „mitschwingt“, Deine Ängste direkt spiegelt.
Wenn Du den Fahrdienst NICHT brauchen solltest, dann spricht nichts dagegen, ihn anfangs oder komplett selber zu fahren und auch, wie schon in Deinem vorigen Thread geraten, ihn das erste Mal in den Bus zu setzen - wenn die Zeit dafür reif ist - auf dem Heimweg, wenn es eh zu Mami geht.

Ansonsten bleibe ich bei dem, was ich geschrieben habe. Und halte es auch nicht für zielführend, hier mitten in den Ferien zu raten, wegen Hochsensibilität und Trennungsangst beim Kind plus überängstlicher Mutter einen I-Helfer zu beantragen, das ist doch einfach nicht realistisch. Wenn das Kind im Kiga einen I-Helfer braucht (was ich nicht beurteilen kann), dann hätte der schon viel früher beantragt und sehr umfassend begründet und befürwortet werden müssen. (I-Helfer im HPK gibt es bei uns nur in sehr sehr seltenen Fällen)

Es gibt genug Beiträge über die oft schwierigen Hol- und Bringsituationen.
Hier liest man öfter mal Beiträge über Probleme, all die vielen, die keine Probleme haben, wo es gut läuft, die posten das nicht. Das ist die große Mehrheit.

Grüße
Engrid
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Beitragvon Engrid » 12.08.2019, 03:04

Übrigens, mein Sohn war auch im heilpädagogischen Kindergarten, in einer Kleingruppe. Im Regelkiga hätte er es nie geschafft, das haben wir gar nicht erst versucht. Definitiv kann ich heute sagen, er hätte dort innerhalb weniger Tage oder Stunden verweigert und dicht gemacht.
Der HPK dagegen war für ihn ein wunderbar warmes Nest, er wurde dort geliebt, gestärkt, aufgebaut und bestens gefördert. Wir zehren heute noch von dem, was er dort mitbekommen hat. Ohne diesen tollen Kiga wären wir heute bei weitem nicht da, wo wir sind.
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Re: Mir ist zum heulen

Beitragvon EmmaLuisa11 » 12.08.2019, 09:29

Hallo an alle,

bin ich hier wirklich die Einzige die das ganz anders sieht?
Dein Sohn ist 5 Jahre und keine 15 Jahre. Ich würde ihn nicht alleine fahren lassen, solange er es nicht selbst möchte. Mit einmal mitfahren ist es nicht getan, zumal dein Sohn hochsensibel ist. Ich würde mein Kind nie und unter keinen Umständen mit seinen Ängsten alleine lassen. Das habe ich noch nie gemacht und werde es auch nie machen.
Meine Tochter ist heute in die 3. Klasse gekommen und ich fahre sie nach vor zur Schule. Für uns kam ein I-Helfer nicht infrage.
Angelina,*76
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Beitragvon Engrid » 12.08.2019, 09:47

Hallo Emmaluisa,
nochmal: es spricht NICHTS dagegen, das Kind selber zu fahren, aber offenbar hat Beate den Fahrdienst ja beantragt.

Grüße
Engrid
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Re: Mir ist zum heulen

Beitragvon HeikeLeo » 12.08.2019, 11:03

Liebe Engrid,

damals, als mein Sohn klein war, ist uns der Fahrdienst tatsächlich aufgenötigt worden. O-Ton: Das machen wir so...
Ich habe es damals anlaufen lassen. War nicht gut. Dann habe ich die Rückfahrt wieder übernommen. Damit hatte ich auch eine Art Übergabe im Kindergarten. In der Schule haben wir dann die Fahrten wieder ganz selbst gemacht.

Bei uns war es so, dass wir den Fahrdienst nicht explizit beantragt hatten. Der war im Gesamtpaket dabei. Den Fahrdienst NICHT zu wollen, wurde als Rosinenpickerei gewertet.

Mit den Fahrdiensten gab es ein paar richtig gute und eine Menge richtig schlechte. Fahrdienst ist ein Nebenschauplatz. Aber es geht wie beim Gesamtpaket um die Frage, wer die Deutungshoheit behält. Deshalb rückt dann auch die Fahrerei in den Fokus. Es ist ja nicht nur der Transport.

Deshalb schicke ich Dir, liebe Beate, einen Booster für Selbstbewusstsein, damit Du Dich für das entscheiden kannst, was Du für richtig hälst. Wenn Kind abgeben, sich für Dich falsch anfühlt, dann ist es falsch. Gerade, wenn es von außen erzwungen wirkt. Klar, kann man es sich schönreden. Aber bezahlen muss man dann doch selbst. Alle Beratenden tragen ja nicht die Folgekosten. Und vielen - gerade professionellen Beratenden - geht es gerade ums Geld. Bei uns bleiben die nichtmonetären Folgekosten hängen.

Liebe Grüße
Heike

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Beitragvon Engrid » 12.08.2019, 11:35

Hallo,

Ja die „Deutungshoheit“ als Mutter mit zu behalten ist SEHR wichtig, dazu ist aber auch ganz grundlegend wichtig, dass man sich nicht von seinen Ängsten leiten lässt, sondern konstruktiv ansetzt.

„May your choices reflect your hopes, not your fears.“

Deine Skepsis, Heike, erwächst aus konkreten schlechten Erfahrungen. Mein Optimismus erwächst aus konkreten überwiegend guten Erfahrungen. Da steckt selbstverständlich auch viel Glück/Pech jeweils drin. Wenn ich aber eins gelernt habe beim „Aufziehen“ meines extrem speziellen Kindes, dann das: Die Geschichten der anderen sind die Geschichten der anderen. Die Geschichte meines Sohnes wird erst grade geschrieben.
Und das gilt auch für Beates Sohn. Es geht für ihn um diese konkrete HPK-Gruppe, um diesen konkreten Fahrdienst. Wir können höchstens Vergleichsfolien liefern. Und ermutigen.
Engrid
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