SBA Merkzeichen

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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Anna-Nina
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SBA Merkzeichen

Beitragvon Anna-Nina » 08.08.2019, 17:22

Hallo zusammen,

wir haben heute unseren SBA bekommen. Wir bekamen GdB 80 und Merkzeichen H. Das ist soweit schon mal gut. (Tochter hat eine schwere Epilepsie mit täglichen Anfällen, Lernbehinderung ua)

Ausgeschlossen wurde aber G und die anderen. Gerade bei G steht dabei, das dies gilt, wenn man sich nicht selbständig im Straßenverkehr bewegen kann u.a. auch durch innere Leiden, oder infolge von Anfällen oder von Störungen der Orientierungsfähigkeit.
Meine Tochter hat überhaupt keinen guten Orientierungsinn - ich kann sie eigentlich nirgens alleine hinlaufen lassen. Auch hat sie täglich Anfälle weswegen ich sie natürlich auch nicht alleine auf die Straße schicken kann.

Dann müsste uns doch eigentlich G auch zustehen oder? Was bringt denn G? Lohnt es sich das noch zu ändern?

Vielen Dank für eure Antworten.

LG
Anna

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Tina&Andi
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Re: SBA Merkzeichen

Beitragvon Tina&Andi » 08.08.2019, 20:38

Hallo Anna,

habe mal in Internet geschaut.

Dies ist der Gesetzestext.

Dies liegt z.B. bei Funktionsstörungen der unteren Gliedmaßen und/oder der Lendenwirbelsäule mit einem Grad der Behinderung von mindestens 50 vor. Eine Störung der Orientierungsfähigkeit liegt z.B. bei Menschen mit Seheinschränkungen mit GdB 70 oder Menschen mit geistigen Einschränkungen mit GdB 100 vor.

Kann sein dass deine Tochter GdB von 100 braucht.

LG
Tina
Tina : Tetraspastik, beinbetont,

Andi : Tetraspastik, armbeton, vorallem schreibfaul

MamavonMaja
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Re: SBA Merkzeichen

Beitragvon MamavonMaja » 08.08.2019, 21:10

Hallo Anna,
hier wird es recht ausführlich beschrieben:
https://www.betanet.de/merkzeichen-g.html
"Das Merkzeichen G kann auch erteilt werden bei: Hirnorganischen Anfällen, in der Regel ab einer mittleren Anfallshäufigkeit mit einem GdB von mindestens 70, wenn die Anfälle überwiegend am Tag erfolgen" Trifft das auf deine Tochter zu?
Ich glaube, mit G kannst du ein Kfz auf sie anmelden und steuerlich befreit werden, wenn du es nur für sie nutzt. Korrigiert mich bitte, wenn das unabhängig vom Merkzeichen ist.
Ich finde B (Begleitung) relavant für den Alltag. Im ÖPNV, bei Zugreisen und bei wirklich sehr vielen Freizeitaktivitäten kannst du kostenlos begleiten.
LG, Katharina
Katharina mit Löwenkind 01/17 (27. SSW, 950 gr., IVH lll° bds, Mediainfarkt, bds. Pneumothorax, ANS IV, BPD, NEK, operativer Verschluss des PDA, spastische armbetonte Hemiparese)

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KrisM
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Re: SBA Merkzeichen

Beitragvon KrisM » 08.08.2019, 21:19

MamavonMaja hat geschrieben:Ich glaube, mit G kannst du ein Kfz auf sie anmelden und steuerlich befreit werden, wenn du es nur für sie nutzt. Korrigiert mich bitte, wenn das unabhängig vom Merkzeichen ist.
Ich finde B (Begleitung) relavant für den Alltag. Im ÖPNV, bei Zugreisen und bei wirklich sehr vielen Freizeitaktivitäten kannst du kostenlos begleiten.
LG, Katharina


Hallo,

mit G kann man entweder eine Minderung der Kfz-Steuer um 50% oder eine Wertmarke für den ÖPNV bekommen. Nur mit aG kann man komplett von der Kfz-Steuer befreit werden.

Viele Grüße Kristin
Rollstuhlfahrerin

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Jaqueline
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Re: SBA Merkzeichen

Beitragvon Jaqueline » 08.08.2019, 21:28

Hallo,

ich würde in jedem Fall Widerspruch einlegen wegen G und B!
Die Begleitung ist ja sicher auch bei Benutzung der öffentlichen Verkehrsmitteln nötig, schon alleine wegen der Anfallsgefahr. Das B wird gerne nicht gewährt, weil es angeblich nur gilt, wenn man Hilfe beim Ein- und Aussteigen braucht. Das stimmt aber nicht. Auch die Gefährdung während der Fahrt zählt.
LG Jaqueline
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Mann: Epilepsie (VNS seit 2008)
Tochter: * 01/2015 und Tochter ET 2020

Für immer im Herzen.

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Re: SBA Merkzeichen

Beitragvon Emma5 » 08.08.2019, 23:06

Hallo,

Meine Tochter hat auch Epilepsie und auch täglich Anfälle mit kognitiven Problemen. Wir haben auch den SBA mit 40 % und H erhalten. Ich habe Widerspruch eingelegt. Mein Neurologe meinte darauf hin, dass die es erst bei einem Widerspruch sorgfältig prüfen.
Ich hab übrigens 100 %, B und G beantragt. Wenn du magst, kann ich dir mein Widerspruch schicken.

Liebe Grüße
Emma
Tochter 7 Jahre mit Absence Epilepsie (Lamotrigin und Petnidan)

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Re: SBA Merkzeichen

Beitragvon Freddy & Sohn » 09.08.2019, 06:56

KrisM hat geschrieben:Nur mit aG kann man komplett von der Kfz-Steuer befreit werden.


Hallo Kristin, hallo Emma,

wenn ich es richtig verstehe, kann man sich zumindest in HH auch mit H zu 100% von der Kfz-Steuer befreien lassen (s. Broschüre Nachteilsausgleiche FHH).

Was ich mich bei unserem Antrag auch gerade gefragt habe: Welchen Nutzen hat G überhaupt gegenüber H?

Viele Grüße
Freddy

monika61
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Re: SBA Merkzeichen

Beitragvon monika61 » 09.08.2019, 07:53

Hallo Anna,

schau mal hier:

ZITAT:
..."Das Merkzeichen G kann auch erteilt werden bei:
Hirnorganischen Anfällen, in der Regel ab einer mittleren Anfallshäufigkeit mit einem GdB von mindestens 70, wenn die Anfälle überwiegend am Tag erfolgen"....

Komplette Info:
https://www.betanet.de/merkzeichen-g.html

Hier gibt es ein Informationsfaltblatt "Epilepsie und Schwerbehinderung".
Da findest Du Infos zu den Merkzeichen und den Nachteilsausgleichen.
Schau auch mal zum Merkzeichen B:
https://www.epilepsie-vereinigung.de/wp ... 17-LOW.pdf

LG
Monika

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JasminsMama
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Re: SBA Merkzeichen

Beitragvon JasminsMama » 09.08.2019, 10:34

Hallo,
ich habe Dir eine PN geschickt.
LG
Sandra
Sandra 06/76
Jasmin Marie 05/02 globale Entwicklungsverzögerung, vis. Wahrnehmungsstörung, Lernbehinderung, starke Hyperopie rechts, hochpathologisches EEG (Besserung seit Jan. 12),
PG 3, SBA 80% B, G, H
***Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht***

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kati543
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Re: SBA Merkzeichen

Beitragvon kati543 » 09.08.2019, 11:53

Hallo,
eigentlich gibt es erst G und dann H...von der Schwere der Epilepsie aus gesehen. Ehe man wegen einer Epilepsie (ausschließlich Epilepsie) H erhält, muss schon eine sehr, sehr schwere Art vorliegen. Schon deutlich eher erhält man aber das G.
Ist dein Kind denn noch minderjährig oder schon erwachsen? Es ist nicht ganz unerheblich, welche Begutachtungsrichtlinien dann eben zutreffen.
Schau mal, dass ist der Passus, der auf dein Kind bezüglich des G zutreffen würde: „Bei hirnorganischen Anfällen ist die Beurteilung von der Art und Häufigkeit der Anfälle sowie von der Tageszeit des Auftretens abhängig. Im Allgemeinen ist auf eine erhebliche Beeinträchtigung der Bewegungsfähigkeit erst ab einer mittleren Anfallshäufigkeit mit einem GdS von wenigstens 70 zu schließen, wenn die Anfälle überwiegend am Tage auftreten.“ So steht es in den Richtlinien.
Bezüglich des H, was ihr ja schon habt - im Grunde bringt euch das G absolut gar nichts mehr. Dein Kind kann bereits die Öffis kostenlos nutzen oder ein KfZ auf sich anmelden - das funktioniert viel besser über das H (da wird der volle Betrag erlassen, H ist höherwertig als G). Ihr könnt den höchsten Behindertenpauschbetrag nutzen und ihr habt die vollen 15.000km die ihr euch anerkennen lassen könnt - mit Nachweis.
Ich habe ein Kind mit H und ein Kind mit B, G, H - der fühlbare Unterschied ist ausschließlich das B. Ich würde dir stark empfehlen, wie auch schon gesagt wurde, das B noch zu beantragen. Das brauchst du. Und dadurch dass dein Kind das H hat, hat es Anspruch darauf, dass auf Merkzeichen B geprüft wird.
LG
Katrin
Katrin (Epilepsie)
O. (Frühk. Autismus (HFA), Sprachentwicklungsstörung, Ptosis, Hypotonie, AVWS, LRS, Vd. Valproatembryopathie)
D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Esstörung, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Mikrodeletion 3p26.3, Vd. Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)


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