Umgang mit Stresssituationen

Hier könnt ihr euch rund ums Thema Autismus austauschen.

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Nadine94
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Umgang mit Stresssituationen

Beitragvon Nadine94 » 02.08.2019, 18:18

Hallo. Nach Jahren wollte ich mich wieder melden. Einiges hat sich in den letzten Jahren verbessert, durch die Therapien hab ich sehr viel für mich und mein Leben gelernt. doch da gibt es eine Sache, womit ich noch deutliche Schwierigkeiten habe.

In Stresssituationen habe ich noch immer Schwierigkeiten die Ruhe zu bewahren und gerate dann oft in eine Spirale aus der ich erst nach ein paar Minuten wieder rauskomme. Theoretisch weiß ich ja, was ich machen könnte, aber praktisch ist es ziemlich schwer und gelingt nur wenn ich es schon bevor es so richtig ausbricht abfangen kann. Z.b. bei spontanen Veränderungen, oder wenn etwas nicht so funktioniert wie erwartet, werde ich dann oft unruhig, das kann sich in z.b. Handbeißen oder darin äußern dass ich dauernd über das gleiche spreche, also wieso jetzt unbedingt diese Veränderung sein muss. Nach ein paar Minuten ist das dann zwar meist vorbei, aber es ist äußerst unangenehm für mich und auch die anderen Beteiligten. Was könnte ich da am besten tun, damit es mir auch gelingt, die Strategien besser umzusetzen? bzw. was macht ihr oder eure Kinder in diesen Situationen?

LG
Nadine
1994, blind, leicht autistisch, kleinwüchsig und andere Besonderheiten

Tina4K
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Re: Umgang mit Stresssituationen

Beitragvon Tina4K » 02.08.2019, 20:24

Mein Sohn hat zusätzlich auch ADHS. Wir üben mit ihm in der Stresssituation inne zu halten und ganz bewusst zu atmen und sich auf etwas in der Ferne zu konzentrieren. So etwas wie eine bewusst herbeigeführte Abwesenheit. Das funktioniert wenn ich dabei bin ist es ganz gut, alleine braucht er noch etwas Übung.

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Re: Umgang mit Stresssituationen

Beitragvon MarcelundMama » 02.08.2019, 22:27

Hallo!

Bei unserem Sohn hilft manchmal (er ist aber erst 7) "Ablenkung" in Form eines sauren Bonbons = ein anderer Reiz.
Würdest Du es schaffen, Dich auf z.B. das Auspacken eines Bonbons zu konzentrieren, das Bonbon in den Mund zu stecken und dadurch auf etwas anderes zu konzentrieren?
Welche Möglichkeiten kennts Du und wendest sie nicht an?

Gruss!

Joanna
Joanna (49) & Marcel (11.2011) ASS Diagnose Juni 2014 und ADHS im Januar 2018 als "Sahnehäubchen" oben drauf... ;o)

Nadine94
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Re: Umgang mit Stresssituationen

Beitragvon Nadine94 » 03.08.2019, 00:54

Hallo und danke für eure Antworten. Naja was ich manchmal schaffe ist z.b. tief durchatmen und erstmal versuchen zu beruhigen, bevor ich etwas sage z.b. wenn es um spontane Veränderungen geht. wenn ich das schaffe, dann entstehen solche Situationen und minutenlange Diskussionen nicht so leicht, wenn ich mir erstmal eine kurze Auszeit nehme. aber immer schaffe ich das nicht. ja das mit dem Bonbon könnte ich versuchen.
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Engrid
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Beitragvon Engrid » 03.08.2019, 08:44

Hallo Nadine,

freue mich, mal wieder von Dir zu lesen, und dann auch noch so Positives. Toll, dass Du so gut vorwärts gekommen bist.
Zu Deinem Problem: Ich hatte eine ähnliche Idee wie die mit dem Bonbon - vor einigen Wochen hatte eine Userin erzählt, ihrem Sohn hilft bei aufsteigender Wut oft eine kleine Menge Salz.
Ich denke, es geht im Grunde dabei darum, die Transmitterprozesse im Gehirn auszutricksen, mit einem sehr starken Geschmacks- oder auch Geruchsreiz. Ein Riechfläschchen mit einem starken Duft, saure Bonbons (gibt’s auch extrem sauer: Center Shocks), Salz, oder ein kleiner Schluck Sirup (Zuckerflash), ...

Abgesehen davon denke ich, vielleicht hilft es Dir auch, Dir selber einfach mal ganz unperfektionistisch solche „Fehler“ zuzugestehen. Ich finde es bis dahin schon eine tolle Leistung, insofern ist es vielleicht oft gar nicht schlimm, wenn Du ein paar Minuten „festhängst“.

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)


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