Weg Schule zum Hort bei Sehbehinderung...

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Anika14
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Weg Schule zum Hort bei Sehbehinderung...

Beitragvon Anika14 » 31.07.2019, 11:37

Hallo zusammen,

mein Sohn soll nächstes Jahr eingeschult werden. Nach der Schule wird er den Hort besuchen müssen, und da kommt ein Problem auf uns zu. Er muss auf dem Weg dorthin (ca. 800m) eine Hauptstrasse überqueren, die stark befahren ist. Es gibt einen Schulhelferüberweg, der aber nur morgens durch Schulweghelfer gesichert ist. Eine Ampel kann scheinbar aus verkehrsrechtlichen Gründen nicht installiert werden, da sie Sichtwege für die Autos nicht ausreichen (4 Strasseneinmündungen und 3 gewerbliche Ausfahrten innerhalb von 50m). Mein Antrag, die gesamte Kreuzung zu beampeln, wurde ebenfalls abgelehnt.

Jetzt frage ich mich: wie kommt mein sehbehindertes kleinwüchsiges Kind sicher in den Hort? Wer ist dafür zuständig (in Bayern)? Muss ich das selber organisieren? Er wird mit I-Begleitung in eine Regelschule gehen, ich kann doch nicht jeden Tag 15 Minuten FED einsetzen, damit der Weg abgedeckt ist, oder muss ich doch?
Anika mit
Maxi Bub (*04/11) fit & überschlau
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Jakob05
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Re: Weg Schule zum Hort bei Sehbehinderung...

Beitragvon Jakob05 » 31.07.2019, 11:44

Kann ihn die I-Kraft nicht begleiten ? Zumindest bis über die Strasse ? Bei 800m wäre das ja keine Ewigkeit. Das könnte mit der Schule geklärt werden.
Der Hort könnte den Kindern auch eine Betreuung entgegenschicken, zumindest bis zur Strasse.
Vielleicht kannst du auch über den Elternbeirat Mitstreiter für eine Schulwegsicherung am Nachmittag finden, denn das scheint ja nicht nur für dein Kind gefährlich zu sein.
Ansonsten würde ich versuche verbindliche "Lauf-Busse" also Kindergruppen zu bilden, die gemeinsam zum Hort laufen und keinen vergessen. Bei uns wurde das in der ersten Woche vom Hort organisiert.
Cordula (65) mit I. (86), M. (88 mehrfachbehindert, HF-Autist), J. (†28.07.05,*02.08.05,37.SSW) + K. 10/07 (GS, HD, Rachenfehlbildung,Tracheostoma)

Anika14
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Re: Weg Schule zum Hort bei Sehbehinderung...

Beitragvon Anika14 » 31.07.2019, 12:12

Bis Weihnachten hilft der Hort beim Überqueren, danach machen es die Kinder selber und es ist toitoitoi auch noch nie was passiert. Aber diese Kinder sehen halt alle gut... Ich denke, dass wir die Begleitung bis nach der Hausaufgabenzeit auch für den Hort genehmigt bekommen, da mein Sohn ja auch eine große Essthematik an der Backe hat und vermutlich auch dann noch extra bekocht werden muss.
Aber vor der Strasse habe ich echt Respekt.
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kati543
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Re: Weg Schule zum Hort bei Sehbehinderung...

Beitragvon kati543 » 31.07.2019, 12:12

Hallo,
eine Schulbegleitung kann bei Bedarf auch für den Schulweg eingesetzt werden. Ich würde das einfach mit beantragen und entsprechend begründen.
Ggf. kann sogar das Sozialamt erreichen, dass die Hauptstraße etwas behindertenfreundlicher wird. Einmalkosten bevorzugen die eindeutig vor Dauerkosten. Unbedingt dem Amt deine Probleme schildern und auch, was du alles unternommen hast.
LG
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Re: Weg Schule zum Hort bei Sehbehinderung...

Beitragvon Silke Bu » 31.07.2019, 14:44

Hallo Anika,
wir hatten tatsächlich mal eine Schulbegleitung NUR für den Weg mittags von der Regelschule zur Tagesstätte. Das hat damals eine andere Mama übernommen. Dann sollte die Verlängerung für die I-Kraft doch eigentlich auch kein Problem sein, oder?
Evtl. brauchst du auch noch Begleitstunden für Ferientage, Ausflüge oder so im Hort, dann könntet ihr das pauschal auch mit beantragen.

Viele Grüße
Silke
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Beitragvon Engrid » 31.07.2019, 16:50

Hallo,

wie die anderen schreiben: I-Kraft für den Weg zum Hort beantragen, bzw die Verlängerung der Zeit der I-Kraft dafür. Das ist eine ganz klare Indikation: Behinderungsbedingt gehört der Weg zur Schule und von der Schule zum Bereich „Hilfe zur angemessenen Schulbildung“ (Eingliederungshilfe) - das ist genau die selbe Grundlage wie für den Fahrdienst in die Schule, wenn sie behinderungsbedingt weiter weg ist (Förderschule zb).

Ansonsten mal mit dem kommunalen Behindertenbeauftragten und nochmal mit dem Zuständigen für die Verkehrssicherheit sprechen - dann muss halt mittags auch ein Helfer an die Kreuzung, oder nochmal geprüft werden, was man da machen kann. Das geht ja wohl nicht an, dass der Weg von der Schule zum Hort gefährlich ist. Und morgens braucht es einen Lotsen, mittags nicht - wo ist denn da die Logik??? :icon_scratch:

Grüße
Engrid
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Re: Weg Schule zum Hort bei Sehbehinderung...

Beitragvon Anika14 » 31.07.2019, 17:11

Heute kam der Vorschlag der Gemeinde, dass er ja einen anderen Weg nehmen könnte (60 Höhenmeter rauf und wieder runter, das nur nebenbei). Dieser Weg ist meiner Meinung nach allerdings fast noch gefährlicher, denn da muss er auf einem Gehweg gehen, der gerade mal 50cm breit ist. Zudem einen Zebrastreifen queren, der ebenfalls an einer hochbefahrenen Strasse liegt. Da ist zwar 30, aber dran halten tut sich keiner. Und diese Stelle ist auch noch unübersichtlicher wie der Schulweghelferüberweg... FÜr mich keine Lösung des Problems.
Aber Danke für den Hinweis mit der I-Kraft. Ich werde mal im Bezirk vorfühlen, wie die das sehen.

Und nein, logisch ist das nicht. Das sind halt Eherenamtliche und die Gemeinde hat schon Probleme die Morgenzeit abzudecken. Mittags haben die Kinder ja zwischen 11:20 und 13:05 Schluß, das ist halt eine ordentlich Zeitspanne, das werden sie mit Ehrenamtlichen keinesfalls abdecken können.
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Re: Weg Schule zum Hort bei Sehbehinderung...

Beitragvon Engrid » 31.07.2019, 17:19

Hallo

„vorfühlen“ führt gewöhnlich zu Absagen. Der Kostenträger zahlt nicht gerne, wenn es irgendwie anders geht.
Wenn, dann „beantragen“ :wink:
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Re: Weg Schule zum Hort bei Sehbehinderung...

Beitragvon maikeb » 01.08.2019, 14:37

Sucht Euch vorsichtshalber schon einmal einen Anwalt mit Schwerpunkt auf Sozial- und Verwaltungsrecht. Gut wäre auch eine Rechtsschutzversicherung.


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