suche Fördermöglichkeiten für Handmotorik

Ein besonderes Kind braucht auch besondere Anregungen - nicht zu viel und natürlich auch nicht zu wenig. Gute Spieltipps kann man immer gebrauchen!

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Anne81
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Re: suche Fördermöglichkeiten für Handmotorik

Beitragvon Anne81 » 25.07.2019, 11:33

Herzlichen Dank! Therapiesand haben wir auch, gute Idee, werd ich mal wieder ausprobieren, hab ich ihm lange nicht gegeben, weil er ihn immer entweder in den Mund genommen oder wild durchs Zimmer geworfen hat...

Er ist kognitiv auch stark beeinträchtigt, wir üben gerade dass ich ihm zwei Sachen hinlege, z.B. kleines Auto und ein kleiner Ball den er gut greifen kann. Dann fordere ich ihn auf : "gib mir bitte den Ball" klappt bisher so mittelprächtig aber ich denke das wird er in Zukunft schaffen. Ich denke dank dem Austausch mit euch, dass ich erstmal mit realgegenständen mehr üben muss bevor er zweidimensional auf ein Bild zeigt.

Danke euch

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Lissy_s
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Re: suche Fördermöglichkeiten für Handmotorik

Beitragvon Lissy_s » 25.07.2019, 15:44

Hallo Anne,

uns ging es mal sehr ähnlich, sowohl was die feinmotorischen Fähigkeiten, als auch die eingeschränkte Geduld/Konzentration/Ausdauer anging/angeht. Dementsprechend habe ich mir auch die Frage gestellt "wie fördern?" und hatte nicht ansatzweise so tolle Ideen wie du - ich war total begeistert und konnte nicht anders als weiter darüber zu grübeln...

Einiges ist vllt. (noch) nicht für euch geeignet/umsetzbar oder ihr habt es schon versucht und es ist eher nicht die Kombination Feinmotorik und Konzentration dabei, aber ich dachte vllt ist trotzdem eine Anregung für euch enthalten:
- wenn euer Sohn es toleriert: verschiedene Materialien zum Fühlen zB Scheuerschwämme, Federn, Kies (Fantasie kennt da glaub ich keine Grenzen) zB auch in Dosen zum Fühlen anbieten - bei uns der Hit waren Linsen, ggf könnte man auch in eine größere Plastikbox viele Linsen (bei uns haben sich Tellerlinsen bewährt, rollen nicht weg und lassen sich besser aufkehren) schütten und darin Gegenstände, die er greifen kann "versenken" und er darf in den Linsen wühlen und die Schätze wieder zu Tage fördern; als Steigerung ggf irgendwann anschließend die Gegenstände in Dosen einsortieren
- wenn er Geräusche auch gut findet z.B. auch Material wie Backpapier, Luftpolsterfolie, ggf. Alufolie (hier natürlich ggf. schwierig wegen in Mund nehmen) zum Knistern, Knautschen etc. anbieten
- Tücher aus einer Tücherbox ziehen (wir haben wegen des hohen Verschleißes irgendwann eine leere Feuchttücher-Dose genommen und da Jongliertücher rein gepackt)
- Was das konzentrieren, überlegen, handeln angeht haben wir auch viel geübt, indem wir ihm (wie du auch schon mit den Bildern vom Fernsehen und den Seifenblasen) zwei Sachen zur Auswahl gegeben haben (Bücher, die wir anschauen können; Gläschen, die er essen kann oder oder) und ihn dann zwischen den Realgegenständen haben auswählen lassen - hat zugegebenermaßen tagesformabhängig mal besser und mal schlechter geklappt und ist auch heute noch so, aber insgesamt hat sich das kurz inne halten und überlegen verbessert; ich hatte am Anfang oft das Gefühl, er weiß nicht was wir von ihm wollen und wurde deshalb ungeduldig
- da unser Sohn auf Licht, blinken, Musik etc. schon immer abgefahren ist, hatten wir dementsprechend auch viel Elektronik-Babyspielzeug; die sogenannte "Entdeckerlock" hat uns v.a. für die Feinmotorik gute Dienste erwiesen (große Knöpfe mit verschiedenen Funktionen (drehen, drücken...), von denen einer auch mit der ganzen Hand gut zu bedienen ist und durch die Faszination für die Effekte war die Motivation entsprechend viel damit zu spielen groß, wodurch der Rest auch nach und nach erlernt wurde

Ich drück dir die Daumen, dass es weiter voran geht und finde es wie gesagt super toll wie kreativ du an diese Herausforderung heran gehst!

Liebe Grüße
Lissy
L. mit Sohn *8/16 - V.a. idiopathische Epilepsie, ICP, Mikrozephalie, globale Entwicklungsverz., keine Sprache, PG 4, GdB 60

Mamanicole
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Re: suche Fördermöglichkeiten für Handmotorik

Beitragvon Mamanicole » 08.09.2019, 00:02

Guten Abend,

die Tochter von Freunden "übt" mit ihrer Mutter beim Kochen. Sie schneidet weichere Sachen (z.B. den Schinken für den Nudelauflauf), stopft Füllung in die Paprika, zupft Salat und sticht alles mögliche aus. Dabei wird viel genascht (mit dem Finger Teig aus der Schüssel aufnehmen).

Sie hat einen besonderen Hocker mit dem sie am Herd stehen kann. Der hat eine Reling das sie nicht runter fällt. Sie darf dann dort auch umrühren.

Ich habe sie auch schon Muffins mit Dekoartikeln bestücken sehen. Dauert ein bisschen, aber die Kleine ist glücklich.

Liebe Grüsse

Nicole

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Inga
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Re: suche Fördermöglichkeiten für Handmotorik

Beitragvon Inga » 08.09.2019, 09:58

Hallo,
wir haben eine große (ca. 50x70x50) Plastikkiste mit Holzpellets darin. Das Kind dazu setzen, eine Flasche mit großer Öffnung, Plastikbecher usw. mit rein und das Spiel kann beginnen. Man kann auch ein Speisfass nehmen, unsere Kiste hat den Vorteil, dass sie einen Deckel hat, so kann man den Inhalt besser vor Staub schützen. Alle paar Monate tauschen wir die Pellets aus. Die alten werden dann zum Grillen genutzt. :D

Wir haben einen billigen gebrauchten Tisch gekauft , unten zwischen den Beinen 3 Seiten mit Holzplatten zu gemacht und alles mögliche zum Fühlen und Handeln dran geschraubt / geklebt. An die Tischplatte haben wir von unten Karken rein gedreht, da kann man dann noch alles mögliche dran hängen.
Da fällt mir ein, dass ich dazu noch gar keine Fotos in den Sammelthreat gestellt habe...muß ich dringend mal nachholen.
Vielleicht sind da aber auch noch Tipps für dich dabei:
ftopic134038.html

Was Joshua super schnell (3 Wochen) gelernt hat, war den Hörbert zu bedienten. Er findet es so genial, dass er damit selbst aussuchen kann, welches Lied er hören will, dass er es ruck zu raus hatte mit einem Finger zu drücken, das hat er vorher NIE gemacht. Der Hörbert ist - bis auf den Preis :? - eine super geniale Sache! Sehr zu empfehlen!

Gruß, Inga
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Nico 09 ADHS,...
"Joshua" 14 Epi, Hemi, Blind
Joleen 16 Schinzel-Giedion-Syndrom

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Unsere Vorstellung: http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic2393.html
Unsere Galerie: http://www.REHAkids.de/phpBB2/album_per ... er_id=1278

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Re: suche Fördermöglichkeiten für Handmotorik

Beitragvon Anne81 » 08.09.2019, 21:19

Danke ihr Lieben!
Inga, würdest du sagen es ist einfacher hörbert zu bedienen als einen tonie auf die tonie Box zu stellen?

Viele Grüße Anne

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Re: suche Fördermöglichkeiten für Handmotorik

Beitragvon Inga » 09.09.2019, 09:45

Hallo Anne, das kann man so nicht sagen, es ist ja eine ganz andere Handlung. Einmal muß man eine Figur greifen und auf eine bestimmte Stelle setzen und das andere Mal muß man Knöpfe drücken.
Joshua würde das mit dem Tonie nicht hin bekommen, aber ist ist ja zusätzlich zur Hemi und Entwicklungsverzögerung auch noch blind.
Beim Hörbert haben wir seine Hand auf gemacht und offen auf das Knopffeld gelegt und ihm dann den Zeigefinger runter gedrückt, so dass dann Musik an ging / wechselte. Man könnte natürlich auch direkt lernen mit dem Zeigefinger einzeln du drücken, aber du willst ja eigentlich vom Hausten weg und beim Zeigefinder einzeln nutzen ist ja der Rest der Hand gefaustet...
Nach ca. 2 Wochen hatte Joshua raus, dass er den Zeigefinger anspannen und dann dücken muß. Eine Woche später hat er dann auch verstanden, dass es mehrere Knöpfe gibt und wenn er die Hand verschiebt er noch mehr Musikauswahl hat.
Beim Tonie kann er sich eigentlich nur die CD / das Hörspiel aussuchen, beim Hörbert ist er noch autonomer, da kann er jedes einzelne Lied auswählen.
Joshua hat den Hörbert nun 2 Monate und weiß mittlerweile so in etwa wo welche CD gespeichert ist. Sehende Kinder bekommen das sicher sehr viel schneller hin, sie haben ja zusätzlich noch die Farben zur Orientierung. Josh sucht sich ganz konkret seine Lieblingslieder raus, dafür drückt er manchmal 20 - 30 x, wenn er dann aber hat, was er will, hört auch auch mal eine ganze Zeit ohne zu drücken.
Unsere Ärztin ist ganz begeistert, sie sagt, dass sie bei einem Talker-Einführung kaum ein ähnlich eingeschränktes Kind gesehen, was so schnell gelernt hat, wie man zielgerichtet drückt. Da hat der Hörbert halt den großen Vorteil, dass die Reaktion sofort nach dem Drücken kommt. Beim Talker sagt das Teil dann zwar was, aber eine weitere Person muß dann darauf erst Reagieren, damit es für das Kind Sinn macht.
Wie gesagt, ich kann den Hörbert sehr empfehlen, auch wenn der Preis echt weh tut.
Wobei der Tonie auf Dauer auch nicht viel günstiger ist, weil man ja jede Figur einzeln kaufen muß.
Gruß, Inga
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