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Hier könnt ihr euch rund ums Thema Autismus austauschen.

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Jorise
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Wohngruppe

Beitragvon Jorise » 21.07.2019, 20:31

Hallo,
Ich bin neu hier (meine Vorstellung:https://www.REHAkids.de/ftopic135525.html) aber ich habe eine sehr wichtige Frage, die mich momentan sehr beschäftigt.

Ich habe zur Zeit sehr viele Probleme mit Wutausbrüchen. Ich kann meistens gar nicht sagen warum das passiert oder wieso ich so reagiere. Wir haben schon seid langem eine Familienhilfe, die uns helfen soll. Also mir in der Schule besser zurecht zu kommen und meinen Eltern mit mir zurecht zu kommen. Die hat uns aber nicht wirklich geholfen (vielleicht weil sie überhaupt nicht nett war und weil ich nicht mit ihr reden wollte).
Das Jugendamt und meine Eltern möchten jetzt, dass ich in eine Wohngruppe für Autistische Kinder und Jugendliche komme.

Das ist das schlimmste was überhaupt passieren kann. Ich will auf keinen Fall von Zuhause fort.
Ich stehe aktuell auf einer Warteliste für eine Therapie im ATZ aber bis ich dort hin kann, dauert es noch Monate wegen der Wartezeit.
Hat jemand noch eine Idee was ich/wir tun können?
Joris (13 adhs und Autismus)
Vorstellung: viewtopic.php?f=19&t=135525&p=2180805#p2180805

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Dario
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Re: Wohngruppe

Beitragvon Dario » 21.07.2019, 23:52

Hallo Jorise,

ich kann sehr gut verstehen, dass du auf keinen Fall von zu Hause weg möchtest. Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass man Kinder und Jugendliche nur dann aus der Familie nehmen sollte, wenn es keinen anderen Hilfsmöglichkeiten mehr gibt. Ob das in deinem Fall berechtigt ist oder nicht, können wir als Außenstehende hier im Forum schwer beurteilen.

Wenn es nur an der Wartezeit auf einen Platz im ATZ liegt, dann sollte das eigentlich kein Grund sein, dich in eine Wohngruppe einzuweisen. Da müsste es andere Möglichkeiten geben, die Wartezeit zu überbrücken.

Falls deine Wutausbrüche der Hauptgrund sein sollten: Da wäre es hilfreich zu wissen, was die Auslöser für die Wutausbrüche sind. Nur dann kann man prüfen, wie man dir eventuell helfen kann. Magst du ein paar konkrete Situationen nennen, wo du deine Wut nicht kontrollieren konntest?

Muss dazu sagen, dass ich mich mit ADHS nicht auskenne, nur ein wenig mit Autismus.
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Re: Wohngruppe

Beitragvon Regina Regenbogen » 22.07.2019, 06:05

Jorise hat geschrieben:Ich habe zur Zeit sehr viele Probleme mit Wutausbrüchen. Ich kann meistens gar nicht sagen warum das passiert oder wieso ich so reagiere. Wir haben schon seid langem eine Familienhilfe, die uns helfen soll.


Welche Therapien wegen des ADHS hast du denn bisher gehabt? Bist du medikamentös eingestellt, bei einem KJP in Behandlung?
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Re: Wohngruppe

Beitragvon Jorise » 22.07.2019, 11:30

Hallo Dario,
Es liegt nicht nur an der langen Wartezeit, denke ich. Die Wutausbrüche kommen in ganz unterschiedlichen Situationen. Manchmal wenn ich nicht verstanden werde oder wenn ich etwas suche und es nicht finde oder wenn ich geärgert werde.

Hallo Regina Regenbogen
Ich bekomme Medikamente und war schon mal in einer Kjp für ein paar Wochen außerdem hatte ich früher viel Ergotherapie und nach der Kjp fast ein Jahr lang normale Therapie.
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Re: Wohngruppe

Beitragvon Regina Regenbogen » 22.07.2019, 11:56

Jorise hat geschrieben:Ich bekomme Medikamente



Welche denn und wann wurde die Dosierung das letzte Mal überprüft? Bist du in laufender Behandlung bei einem KJP?
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Re: Wohngruppe

Beitragvon Dario » 22.07.2019, 19:17

Jorise hat geschrieben:Hallo Dario,
Es liegt nicht nur an der langen Wartezeit, denke ich. Die Wutausbrüche kommen in ganz unterschiedlichen Situationen. Manchmal wenn ich nicht verstanden werde oder wenn ich etwas suche und es nicht finde oder wenn ich geärgert werde.


Wegen des Ärgerns: Wissen deine Lehrer und Mitschüler, dass du Autismus und ADHS hast? Du hast ja das Recht, dass man in bestimmten Dingen Rücksicht auf dich nimmt, auch wenn Wutausbrüche natürlich keine Probleme lösen.

Das Problem, dass du dich nicht richtig verstanden fühlst, tritt das auch hauptsächlich in der Schule auf? Falls ja, vielleicht hilft auch da eine Aufklärung von Lehrern und Mitschülern. Du bräuchtest natürlich jemanden, der dich dabei unterstützt, z.B. deine Eltern oder einen Therapeuten.

Mit dem Suchen und nicht finden, das kenne ich auch, dass mich so etwas furchtbar nervös machen kann. Ein Patentrezept gibt es dafür kaum. Man kann nur versuchen, für sich selbst so gut wie möglich seine persönliche Ordnung zu schaffen. Wenn es doch mal passiert, dass man etwas nicht findet: Die meisten Dinge finden sich erfahrungsgemäß nach relativ kurzer Zeit wieder ein. In der Regel lohnt es die Aufregung nicht.

Deshalb lieber versuchen, Ruhe bewahren ( auch wenn das leichter gesagt ist als getan), ein paar Minuten an etwas anderes denken und sich ablenken. Später kann man dann immer noch weiter suchen. Wenn man innerlich wieder ruhiger ist, sind auch die Chancen größer, den verlegten Gegenstand wiederzufinden.
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Re: Wohngruppe

Beitragvon Jorise » 22.07.2019, 20:05

Hallo Regina,
Ich nehme elvanse und risperidon. Ich weiß nicht genau wann das das letzte Mal angepasst wurde.

Hallo Dario
Meine Lehrer und Mitschüler wissen von dem Autismus. Ich fühle mich auch manchmal zuhause sehr unverstanden. Manchmal suche ich Dinge die ich dringend brauche oder ich suche etwas was ich sofort brauche. Dann sind alle schon gestresst, weil wir los müssen und ich finde etwas nicht.
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Re: Wohngruppe

Beitragvon Regina Regenbogen » 22.07.2019, 20:23

Jorise hat geschrieben:Ich nehme elvanse und risperidon. Ich weiß nicht genau wann das das letzte Mal angepasst wurde.


Dann versuche es herauszufinden. In dem Alter, in dem du jetzt bist, ist es nicht ungewöhnlich, das die Dosierung "nachgebessert" werden muss. War bei meinen Jungs auch so.
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Re: Wohngruppe

Beitragvon Dario » 22.07.2019, 20:24

Hallo Joris,

hast du denn irgendeine Vertrauensperson in deinem Umfeld, mit der du offen über alles reden kannst? Jemand, bei dem du dich verstanden fühlst, der dich auch aktiv unterstützt?
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Re: Wohngruppe

Beitragvon Jorise » 22.07.2019, 20:35

Ich glaube so lange ist das gar nicht her. Aber ich weiß es nicht ganz genau. Das risperidon bekomme ich erst seit ein paar Wochen. Das weiß ich.

Zur Zeit weiß ich nicht wirklich mit wem ich reden kann, da meine Eltern ziemlich verzweifelt sind.
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