Wohngruppe

Hier könnt ihr euch rund ums Thema Autismus austauschen.

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Senem
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Re: Wohngruppe

Beitragvon Senem » 24.07.2019, 19:38

Hallo,

stimmt, da habt ihr recht.
Gruß

Selbstbetroffen mit einigen Baustellen

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grace
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Re: Wohngruppe

Beitragvon grace » 24.07.2019, 20:14

Hallo Joris,

Was machst du denn wenn du wütend wirst? Schlägst du? Trittst du? Oder schreist du rum?

Hast du es schon mal mit einem Wutkissen oder Wutball versucht? Das sind gepolsterte Objekte die man „verprügeln“ kann wenn man Wut bekommt und niemand kommt zu Schaden.

Mein Sohn bekommt bei Wutanfällen immer Lust die Türen einzutreten, also haben wir hinter dem Haus alte Bretter aufgestellt die er dann treten darf und sonst hat er noch ein Wutkissen in seinem Zimmer, es hilft ihm gut, er hat allerdings nicht so oft Wutanfälle und kann sich auch ganz gut kontrollieren.

Habt ihr mal einen Zimmerplan gemacht wo du bestimmst wo alle deine Sachen liegen sollen? Wenn du dich daran gewöhnst dich an diesen Plan zu halten findest du alles schnell wieder und hast alles unter Kontrolle.

Außerdem sollte deine Mutter dein Zimmer ausmisten und alle unnötigen Sachen raustun, mein Sohn kommt mit vielen Sachen nicht zurecht und ich ehrlich gesagt auch nicht, ich werde auch sehr schnell furchtbar wütend wenn ich etwa nicht finde und kann dich da gut verstehen.

Könntest du eventuell mal für ein paar Wochen zu Freunden oder Verwandten damit deine Mutter ein bisschen Abstand bekommt und sich mal ausruhen kann?

Du schreibst sehr erwachsen und vernünftig für dein Alter, ich hoffe wirklich das ihr eine Lösung findet.

LG

Grace

Sophie-11
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Re: Wohngruppe

Beitragvon Sophie-11 » 24.07.2019, 21:12

grace hat geschrieben:Könntest du eventuell mal für ein paar Wochen zu Freunden oder Verwandten damit deine Mutter ein bisschen Abstand bekommt und sich mal ausruhen kann?

Oder wäre es vielleicht sogar hilfreich, wenn Deine Mutter mal ein Weilchen rauskäme, eine Kur o.Ä.? Das Problem scheint ja irgendwie zwischen Dir und Deiner Mutter zu liegen.

Wenn Du nicht an Dir selber merkst, wann ein Wutanfall naht, kannst Du vielleicht die Situationen bzw. Auslöser, bei denen das passiert, herausfiltern und dann auf rationaler Ebene gegensteuern, also z.B. wenn Du etwas nicht sofort findest, erstmal ablenken, bevor Du weitersuchst?

LG!
fünfköpfige, irgendwie ASS-nahe Familie mit dem Großen *12/2007, dem Mittleren *09/2010 mit Diagnose F84.5 und Vd auf ADHS, und der Kleinen *02/2014

Jorise
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Re: Wohngruppe

Beitragvon Jorise » 24.07.2019, 21:22

Danke nochmal für die Antworten. Wir haben demnächst noch mal einen Termin beim Jugendamt wo alles genauer besprochen wird.

Hallo Grace,
Meistens werfe ich Dinge durch die Gegend oder schlage um mich. Manchmal schlage ich auch nur mich selbst.
Ich habe gar nicht mehr so viele Sachen. Meistens sind es eher Sachen die ich ständig brauche (zb Geldbörse und Ticket, Kopfhörer oder meine Brille).

Ich habe ganz viele Sachen, die helfen sollen auch gegen normale Unruhe, aber das hilft nicht wenn ich direkt richtig wütend bin. Als ich klein war habe ich ganz oft meine stundenlang aufgebauten Lego Sachen kaputt gemacht, weil ich in dem Moment möchte, dass etwas kaputt geht. Danach tut es mir immer sehr leid.

Hallo Sophie,
Ich glaube meine Mutter hat mal ein Antrag für eine Kur gestellt, aber das würde nicht genehmigt. Irgendwann wollte sie das nicht nochmal beantragen.
Das mit dem Suchen ist oft sehr blöd. Oft sind es wirklich Situationen wo ich das was ich suche dringend brauche. Zb meine Brille für die Schule. Wenn ich dann nicht suche komme ich zu spät.
Joris (13 adhs und Autismus)
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Re: Wohngruppe

Beitragvon Chantal-Marie » 24.07.2019, 21:29

Wie wäre es mit einem Boxsack für überflüssige Energie? Da kannst du Wut ablassen und verletzt aber niemanden.

Deine Mama soll noch mal eine Kur beantragen und sich nicht abwimmeln lassen oder noch besser ist wenn sie sich kompetente Hilfe ins Boot nimmt der sich auskennt und die Kur durch boxt.

Gewöhn dir an deine Brille/Geldbeutel etc. immer an den gleichen Platz zu legen. Besorg dir eine Ablage und pack da immer alles gleich drauf wenn du ins Zimmer kommst. Das hilft ungemein.
Liebe Grüße von Chantal-Marie und Mama

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Re: Wohngruppe

Beitragvon Jorise » 25.07.2019, 19:32

Ich habe ein Trampolin wo ich mich viel auspowern kann und halt viele andere Sachen zur Wutumlenkung, wenn ich wirklich richtig wütend bin hilft das allerdings nicht.

Es gibt im Hauseingang extra eine Schublade für meine Sachen aber manchmal vergesse ich es einfach das da rein zu tun und nehme es dann wo anders mit ihn und dann finde ich es nicht mehr wieder.
Joris (13 adhs und Autismus)
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Re: Wohngruppe

Beitragvon Vicki » 28.07.2019, 21:00

Hallo,
die Informationen sind ein bisschen wenig.
Auf welche Schule gehst Du denn? Ist das für dich in Ordnung, oder macht das jede Menge Stress? was sich dann halt außerhalb der Schule äußert?

Gruss Vicki

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Chaosmarie
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Re: Wohngruppe

Beitragvon Chaosmarie » 17.08.2019, 22:18

Hallo Jorise,

wie alt bist Du? Wenn Du mindestens 14 bist hast Du Anspruch auf einen eigenen Rechtsbeistand, sprich Anwalt. Einen brauchbaren Anwalt zu finden, ist eine andere Sache, aber grundsätzlich musst Du ab dem Alter bei familienrechtlichen Verfahren vom Richter angehört werden. Kurzum, es wird sehr schwierig, Dich in eine Wohngruppe zu stecken wenn Du das nicht willst.

Zum Thema Familienhilfen kann ich aus eigener schlechter Erfahrung beisteuern, dass Du nicht unbedingt damit rechnen musst, dass eine Familienhilfe einer Familie hilft. Im Gegenteil: Die Leute arbeiten oft auf Honorarbasis. Das heißt, dass sie ihr Stundenkontingent reduziert bekommen, wenn es Euch besser geht. Und dass sie Geld verlieren, wenn nicht gleich ein kompatiblerr Einsatz in einer anderen Familie folgt. Merke: An einer gesunden Familie lässt sich nichts verdienen!

Es gibt aber auch in dem Business Leute, die ihren Job ernst nehmen und gewissenhaft arbeiten. Was Ihr jetzt tun könnt, ist Euch selbst auf die Suche nach einer passenderen und vor allem vertrauenswürdigen Person mit den richtigen Qualifikationen zu machen, die den Job für Euch übernehmen kann. Die stellt Ihr dann über das sogenannte Wunsch und Wahlrecht(SGB VIII, § 5) bei einem Träger Eurer Wahl (der natürlich einen Kooperationsvertrag mit dem Jugendamt haben muss) ein und damit solltet Ihr eigentlich aus der Klemme kommen. Also: Versucht, die ambulante 'Hilfe' durch eine andere ambulante 'Hilfe' zu ersetzen ehe Ihr Euch eine vollstationäre 'Hilfe' überstülpen lasst.

lg

Marie
"Scheffin" *2006 gesund und topfit, hochbegabt
"Prinzesschen" *2007 fröhliche und charmante Kannerautistin
"kleiner Bruder" *2011 gesund, quietschfidel, Verdacht auf Hochbegabung.

Was glaubt Ihr, was hier los wäre, wenn noch mehr Leute wüssten, was hier los ist!


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