Frage zur Windelversorgung gesetzl. KK

Hier könnt ihr die Hilfsmittel eurer Kinder vorstellen, z. B. Reha-Buggy, Pflegebett, Stehtrainer, Therapieliege usw. - gerne auch mit Foto.
Ihr könnt hier übrigens auch Fragen bezüglich Technik und Anwendung verschiedener Hilfsmittel stellen.

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Ullaskids
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Frage zur Windelversorgung gesetzl. KK

Beitragvon Ullaskids » 21.07.2019, 09:32

Hallo,
wir befinden uns mal wieder mitten im allseits bekannten Minenfeld zwischen Krankenkasse und Windelversorger.
Zur Debatte steht gerade, was eine „bedarfsgerechte“ Versorgung ausmacht.
Nach unserer Ansicht ist das Material, Saugkraft und Passform (nicht alle Windelträger, die z.B. Größe M beziehen, sind gleich gebaut).

Dazu zwei Fragen, und ich wäre sehr froh, wenn mir das jemand mit Paragraphen oder Leitlinien untermauern könnte:

1) Kann verlangt werden, dass man nachts wickelt, um mit Windeln geringerer Saugstärke auszukommen?

2) Gelten Windeln mit Plastikfolie als bedarfsgerecht, oder gibt es ein Mindestmaß an Qualität, das man fordern darf? Also muss man auf die Folie allergisch reagieren o.ä., um eine Windel mit Textilaußenseite zu bekommen?
Viele Grüße,
Ulla mit Tochter (15): Gendefekt, Epilepsie, Skoliose etc.

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Beate139
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Re: Frage zur Windelversorgung gesetzl. KK

Beitragvon Beate139 » 21.07.2019, 10:02

Hallo Ulla,

ich versuche gerade nachzuvollziehen, warum du dich in das Minenfeld begeben hast. Die Krankenkasse zahlt doch lediglich einen Pauschbetrag, wenn du bessere/atmungsaktivere/passgenauere mit Textilaussenseite möchtest, musst du zuzahlen.
Verlangen, das man nachts wickelt, kann wohl keiner, aber ich denke auch nicht, das irgendwer jemanden mit voller Windel nachts einfach liegenlassen würde. Wenn mein Sohn nachts einstuhlt und er mich deswegen weckt, ist es für mich selbstverständlich, das ich ihm dabei helfe. Egal, ob ich früh morgens aufstehen muss, um zur Arbeit zu fahren.

Bei uns war es so, das wir uns haben Proben zuschicken lassen. Und ich war noch bei DM und habe mir ein paar Packungen, von denen ich dachte, sie wären geeignet, gekauft. Und dann hat mein Sohn probiert, mit welcher er am besten klarkommt. Und erst dann habe ich mir für genau die Einlage auch ein Rezept besorgt. Zuzahlen muss ich auch, aber solange es dem Kind gut damit geht, ist die Zuzahlung ok.

Ich habe neulich einen Pflegekurs gemacht. Und dort wurden Windeln mit Plastikfolie auch gezeigt. Sie gelten als Bedarfsgerecht, auch wenn sie - selbst nach Meinung der dortigen Krankenschwestern - nicht angenehm zu tragen sind. Speziell dann nicht, wenns draussen auch noch sehr warm ist.

Mit Paragraphen kann ich dir leider nicht weiterhelfen

Liebe Grüße
Beate

Sinale
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Re: Frage zur Windelversorgung gesetzl. KK

Beitragvon Sinale » 21.07.2019, 10:39

Hallo Beate,
Hallo Ulla,
......
Die Krankenkasse zahlt doch lediglich einen Pauschbetrag, wenn du bessere/atmungsaktivere/passgenauere mit Textilaussenseite möchtest, musst du zuzahlen.....
... Zuzahlen muss ich auch, aber solange es dem Kind gut damit geht, ist die Zuzahlung ok.....

Ich habe neulich einen Pflegekurs gemacht. Und dort wurden Windeln mit Plastikfolie auch gezeigt. Sie gelten als Bedarfsgerecht, auch wenn sie - selbst nach Meinung der dortigen Krankenschwestern - nicht angenehm zu tragen sind. Speziell dann nicht, wenns draussen auch noch sehr warm ist......

Liebe Grüße
Beate
es scheint bezogen auf die Informationen zu den Windeln ein schlechter Pflegekurs gewesen zu sein, denn auch dies ist falsch, hier die Erklärung dazu:

Folgend kann nachgelesen werden, wie eine individuelle bedarfsgerechte Versorgung für Kinder und Erwachsene in der individuell richtigen Stückzahl ohne wirtschaftliche Aufzahlung bzw. ohne das zusätzlich Windeln privat gekauft werden müssen, zu bekommen ist:

http://www.selbsthilfeverband-inkontine ... 65f67d49f1

Folgend zusätzlich ab dem Link aus der Praxis Hinweise aus REHAkids, da dieses Thema hier oft beschrieben wird:

http://www.REHAkids.de/phpBB2/viewtopic ... ln#1899294

Durch diese beiden Links ist es möglich, sich gegenüber der GKV bestenfalls schriftlich erfolgreich gegen die wirtschaftliche Aufzahlung, bzw. gegen den Privatkauf wehren zu können.

Zuständig ist hier die GKV, nicht der Lieferant! Die GKV kann hier aufgefordert werden, einen zuzahlungsfreien Lieferanten für das notwendige Produkt zeitnah zu finden, oder alternativ sich mit einem Lieferanten zu einigen.
Hallo .....,

der eine Link zur AOK hat sich inzwischen geändert. Über diesen Beitrag gibt es den Link mit den Infos zur benötigten Menge:
http://www.REHAkids.de/phpBB2/viewtopic ... 50#1948550

Es ist nicht leicht, sich gegenüber der GKV durchzusetzen, da die GKV immer wieder mit neuen fehlerhaften Argumenten aufwartet, deshalb der folgende Link:

Folgend positive Beispiele aus REHAkids, hinsichtlich der richtigen Inkontinenzversorgung:

phpBB2/viewtopic.php?t=130238&highlight=
Viele Grüße
Sinale

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Re: Frage zur Windelversorgung gesetzl. KK

Beitragvon Mamamarti » 21.07.2019, 10:51

Hallo Ulla,
ist schon lustig, was die KK Mitarbeiter alles von sich geben. Mir wurde gerade letzte Woche erzählt, die Kasse dürfte unmöglich Windeln mit Folie übernehmen, weil sie für eventuell eintretende Schäden haftbar wären.
Was soll ihr bekommen? Ich nehme an Delta Form von Abena?
Wenn eine Windel ausläuft, ist sie nicht bedarfsgerecht. Dafür muss dein Kind keine Allergie haben. Meiner bekommt übrigens von Folien Windeln riesige Pickeln.
LG Marti

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Re: Frage zur Windelversorgung gesetzl. KK

Beitragvon Sinale » 21.07.2019, 10:55

Hallo Ulla,

es gibt hier die Möglichkeit, die GKV schriftlich aufzufordern, dir schriftlich die Rechtsgrundlagen dafür zu nennen, dass du Nachts aufstehen musst, um die Windeln zu wechseln und dir gleichfalls die Rechtsgrundlage dafür zu nennen, dass Plastikwinden genutzt werden müssen, wenngleich diese nachweislich bei deinem Kind ungeeignet sind.

Auf genau diese beiden Fragestellungen wird die GKV dir keine Rechtsgrundlagen nennen können, da es keine gibt.

Grundlage des Vorgehens der GKV sind die vereinbarten Festpreise zwischen GKV und dem Lieferant. Hier wird leider immer wieder versucht dieses Problem an die Versicherten weiterzugeben.
Viele Grüße
Sinale

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Re: Frage zur Windelversorgung gesetzl. KK

Beitragvon Ullaskids » 21.07.2019, 11:15

Hallo,
ich habe mich vielleicht missverständlich ausgedrückt. Bisher haben wir nur mit dem Versorger diskutiert (es kommt für uns ganz plötzlich, dass ein lange problemlos geliefertes Produkt vom Markt ist und man uns mit einem mit weniger Saugstärke oder alternativ mit höherer Saugstärke, aber Plastikfolie beliefern möchte - von Zuzahlung war nicht die Rede), das Schreiben an die KK mit der Aufforderung das für uns zu regeln ist gestern erst raus.

Die Krankenkasse hat hierzu noch nicht Stellung genommen, ich versuche nur herauszubekommen, wie ich potenzielle Argumente entkräften kann - dass ich gleich die richtigen Paragraphen zur Hand habe und die Rechtslage ganz genau kenne.

Wegen der Plastikwindeln - unsere Tochter hat etwa zweimal im Jahr mit Pilzinfektionen zu kämpfen, ein potenzieller Umstieg auf Folie lässt uns befürchten, dass dies noch viel öfter geschieht.

Und wegen nachts wickeln - so richtig will man uns mit nichts dickerem als Saugstärke 7 beliefern, was zur Folge hätte, dass wir nachts wickeln müssten. Mit Saugstärke 9 (wie von uns gefordert und jahrelang problemlos geliefert) müssen wir das nicht. Da reicht es problemlos.
Unsere Tochter ruft uns auch nicht, wenn die Windel ausläuft.

Mir sind also unsere Rechte und das Vorgehen bekannt, nur fehlen mir die Paragraphen dazu.
Viele Grüße,
Ulla mit Tochter (15): Gendefekt, Epilepsie, Skoliose etc.

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Re: Frage zur Windelversorgung gesetzl. KK

Beitragvon Ullaskids » 21.07.2019, 11:31

P.S.
Was ich besonders bräuchte, wäre eine Definition von „bedarfsgerechter“ Versorgung - ich weiß, dass das letztlich eine Festlegung ist, die Arzt und Patient gemeinsam treffen - aber in welcher Gesetzesgrundlage steht es, dass niemand anders da mitreden kann?
Viele Grüße,
Ulla mit Tochter (15): Gendefekt, Epilepsie, Skoliose etc.

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Re: Frage zur Windelversorgung gesetzl. KK

Beitragvon Sinale » 21.07.2019, 12:14

Hallo Ulla,

folgender Link weißt weiter unten auf der Seite auch die nötigen § auf und die mit den § in Zusammenhang stehenden Argumente:

https://www.selbsthilfeverband-inkontin ... 65f67d49f1

In der Hauptsache wird auf § 33 SGB V verwiesen:

https://dejure.org/gesetze/SGB_V/33.html
Viele Grüße
Sinale

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Re: Frage zur Windelversorgung gesetzl. KK

Beitragvon SarahmitFlorian » 21.07.2019, 13:19

Hallo Ulla,
schau mal in die Definition des Hilfsmittelverzeichnisses. Dort steht u.a. "Geeignet sind Produkte, die körpernah getragen werden und dabei eine feuchtigkeitsdichte und auch atmungsaktive Außenschicht aufweisen. "

Hier ist der link:
https://www.rehadat-gkv.de/info/index.h ... ginfo=true

LG sarah

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Re: Frage zur Windelversorgung gesetzl. KK

Beitragvon Ullaskids » 21.07.2019, 13:35

@Sarah,
danke, das ist ein guter Baustein fürs Gesamtbild zur Versorgung!

@Sinale,
Danke auch dir. Paragraph 33 (eigentlich ja nur Satz 1 in unserem Fall) ist halt sehr wenig konkret, da kann ich irgendwie nichts brauchbares für uns ableiten. Die Selbsthilfeseite hatten wir auch schon gefunden, fanden wir für unsere Frage auch nicht auf den Punkt...
Viele Grüße,
Ulla mit Tochter (15): Gendefekt, Epilepsie, Skoliose etc.


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