Schulbegleitung nach Paragraph 35a

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Nadine-ini
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Schulbegleitung nach Paragraph 35a

Beitragvon Nadine-ini » 20.07.2019, 23:14

Hallo
Ich habe hier schon mal eine ähnliche Frage gestellt.
Ich versuche seid 2,5 Jahren eine Schulbegleitung für meinen Sohn zu bekommen.
Nun habe ich einen aktuellen Bericht vom Spz
Dort steht drin
Verdacht auf Autismus, selektiver Mutismus und emotionale Störung des Kindes
Das seine Teilhabe am Alltag erheblich eingeschränkt ist, daher benötigt er eine Schulbegleitung paragraph 35a liegt vor.

Nun möchte ich es nochmal versuchen, eine Schulbegleitung zu beantagen.

Sollte ich noch etwas dazu schreiben, warum es so wichtig für ihn ist?
Pflegegrad und schwerbehindertenaus sind wohl eher irrelevant?
Ich muss einfach alles Wichtige wissen, damit wir vielleicht dieses mal keine Ablehnung bekommen

Liebe Grüße Nadine

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Engrid
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Re: Schulbegleitung nach paragraph 35a

Beitragvon Engrid » 21.07.2019, 13:20

Hallo,

die erheblich erschwerte Teilhabe musst Du konkret belegen, und zwar in Bezug darauf, wie die Schulbegleitung dafür die Teilhabe verbessern bzw ermöglichen soll. SBA und PG würde ich schon anführen, reicht aber nicht.

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
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Sophie-11
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Re: Schulbegleitung nach paragraph 35a

Beitragvon Sophie-11 » 21.07.2019, 19:33

Hallo,
die erheblich erschwerte Teilhabe musst Du konkret belegen
Das möchte ich noch mal unterstreichen. Die Prüfung bzgl. §35a läuft über 2 Stufen: erst muss eine Abweichung der seelischen Gesundheit festgestellt werden, und zwar im Vergleich zu anderen Kindern seines Alters - das geschieht beim Facharzt oder bei Euch im SPZ, habt Ihr also schon erledigt. :)

Und dann muss das Jugendamt selber bzw. eine Fachkraft feststellen, ob durch diese Abweichung die Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft beeinträchtigt ist oder dieses droht, und das ist der Knackpunkt und leider von der Fachkraft/dem Sachbearbeiter abhängig.

Die Regelung sieht vor, dass die drei Bereiche Familie, Schule und Freizeit/Freunde jeweils untersucht und bewertet werden, unter anderem durch Gespräche mit Eltern und Lehrern. Für eine Teilhabebeeinträchtigung an sich (Grundlage für die Finanzierung einer Therapie z.B.) reicht es, wenn einer der Bereiche stark beeinträchtigt ist, für einen Schulbegleiter müsste es natürlich der Bereich Schule sein. Daher könnte es schwierig sein, ohne Unterstützung der Schule hier etwas zu erreichen. Hier müsstest Du wirklich ganz konkret angeben können, wie genau er beeinträchtigt ist. Für die Argumentation wäre es hilfreich, wenn Du Dir genau klarmachst, was "Teilhabe" für Deinen Sohn bedeutet.

Mir hat beim Verständnis des Prozesses dieser Textsehr geholfen, auch wenn das Juristendeutsch für Fachfremde wie mich nicht ganz einfach zu durchdringen ist :wink: .

Ich wünsche Dir viel Erfolg und Durchhaltevermögen :)
fünfköpfige, irgendwie ASS-nahe Familie mit dem Großen *12/2007, dem Mittleren *09/2010 mit Diagnose F84.5 und Vd auf ADHS, und der Kleinen *02/2014

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Re: Schulbegleitung nach paragraph 35a

Beitragvon Nadine-ini » 21.07.2019, 20:49

Vielen Dank
Die Sachbearbeiterin des Jugendamtes war ja schon bei uns zu Hause, so wie in der Schule. Die Schule befürwortet die Schulbegleitung.
Psychiatrische Gutachten lagen auch schon vor so wie das SpZ. War alles nicht ausreichend.
Die Jugendamt Dame will es nicht einsehen/verstehen das es was bringenden würde. Ich habe mir den Mund fusselig geredet.
Ich glaube es ihr egal, da mein Sohn ja sehr still ist und niemanden stört, dass er verdummt, ist ihr egal
Langsam bin ich am verzweifeln

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Re: Schulbegleitung nach paragraph 35a

Beitragvon LasseUndJohannes » 21.07.2019, 21:07

Hi,
was war denn die Begründung für die Ablehnung im Bescheid vom JA? Denn diese Begründung ist ja der Punkt, der diesemal anders ausgehen soll. Für den neuen Antrag ... Du bzw ein Facharzt muss darlegen, wie dein Kind in seiner Teilhabe beeinträchtigt ist bzw welcher "Schaden" droht, wenn er keine SB bekommt.
Johannes 2008, extremes ADHS, Fehldiagnose (?) Autismus
Benedikt 2014, non verbal, auto aggressiv, ADHS, atypischer Autismus

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Re: Schulbegleitung nach paragraph 35a

Beitragvon Nadine-ini » 21.07.2019, 21:15

Es ist alles so unlogisch im Kindergarten bekam er ohne Probleme Einzelintegration, Frühförderung und dann kommt man zur Schule und bekommt nichts mehr.
Wisst ihr, ob es sonst noch irgendwelche Möglichkeiten gibt, für eine bessere Förderung. Angeblich soll er 4 Stunden in der Woche etwas Hilfe im Unterricht bekommen. Wobei das niemals ausreicht.

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Re: Schulbegleitung nach paragraph 35a

Beitragvon Nadine-ini » 21.07.2019, 21:20

Ich habe nur eine münliche Ablehnung bekommen, bzw ein Gegenangebot.
Sie meint er wird bei der schulbegleitung genauso verweigern, totaler Schwachsinn.
Lerntherapie außerhalb, war das Angebot , die nach Monaten immer noch nicht begonnen hat, aber eh nichts bringen wird, da er niemals dableiben Wird. Er bleibt ja nicht einmal bei der Ergo.

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Re: Schulbegleitung nach paragraph 35a

Beitragvon Engrid » 21.07.2019, 21:28

Hallo,

Du musst nur die richtige FORM wahren. Mund fusselig reden ist Energieverschwendung, eine mündliche Absage ist irrelevant.
Du musst IM SCHRIFTLICHEN ANTRAG gut und sauber begründen. Auch von der Schule solltest Du was Schriftliches und Eindeutiges haben („braucht“ und nicht „wäre gut“) Und wenn dann wirklich eine schriftliche Absage kommt, dann kannst Du in den Widerspruch.

Grüße
Engrid
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Re: Schulbegleitung nach Paragraph 35a

Beitragvon Nadine-ini » 21.07.2019, 22:31

Also warte ich lieber ab, bis die Schule wieder beginnt, damit die Schule auch etwas dazu beitragen kann? Oder stelle ich einfach nochmal einen neuen Antrag, ohne Schule?

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Re: Schulbegleitung nach Paragraph 35a

Beitragvon Engrid » 21.07.2019, 22:36

Hast Du denn nichts von der Schule? Ich dachte, die Schule befürwortet? Wenn Du nichts Schriftliches von von der Schule hast, dann würde ich mich korrekt auf die mündliche Aussage der Schule beziehen, die Du und das JA gehört haben (gibt’s ein Protokoll?)

So lange warten würde ich nicht.

Grüße
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