Die Impfpflicht wurde heute beschlossen!

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Angela77
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Re: Die Impfpflicht wurde heute beschlossen!

Beitragvon Angela77 » 09.08.2019, 16:16

Richtig, aber die Epidemien werden doch aktuell gar nicht größer., die Impfquoten steigen. Die Zahlen, die das BMG für seinen ersten Gesetzesentwurf genutzt hat und die dann nach Kritik von außen kommentarlos aus dem Regierungsentwurf entfernt wurden, sagen das Gegenteil. Deswegen sage ich ja, man sollte zumindest noch kurzfristig versuchen, mit flankierenden Maßnahmen hinzukommen. Sobald sich die Infektionslage oder Impfquote wirklich signifikant verschlechtert, ist das Mittel Impflich dann u.U. sogar geboten.

Liebe Grüße
Angie
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Angela77
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Re: Die Impfpflicht wurde heute beschlossen!

Beitragvon Angela77 » 09.08.2019, 16:33

Bin auf dem Sprung ...
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Engrid
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Beitragvon Engrid » 09.08.2019, 16:43

Hallo Regina,

Die Informationspflicht der Kinderärzte gibt es schon viele Jahre, demnach sollte die breite Mehrheit der Eltern schon lange wenigstens annähernd so gut informiert sein.
Nur weil die Pflicht besteht, heißt das halt nicht, dass sie gut umgesetzt wird, oder dass sie die ausreichende und richtige Maßnahme war. Offensichtlich war’s nicht so, und jetzt gibt’s zur Informationspflicht die Impfpflicht, und auch da sagen die Experten, dass es bessere Maßnahmen gäbe. Bzw dass die Maßnahme kontraproduktiv sein könnte, weil zu erwarten ist, dass die Impfraten für freiwillige Impfungen zurückgehen, wenn Masern-Impfpflicht ist.


Theoretisch sind ja zb auch die U-Untersuchungen dazu da, Entwicklungsauffälligkeiten rechtzeitig zu erkennen. Sollte. Heißt halt nicht, dass es auch so ist, wie ich als ratlose Mama damals mit meinem extrem auffälligen Kind über Jahre erfahren musste, in einer renommierten (!) Kinderarztpraxis.

Grüße
Engrid
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Regina Regenbogen
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Re:

Beitragvon Regina Regenbogen » 09.08.2019, 17:11

Engrid hat geschrieben:Theoretisch sind ja zb auch die U-Untersuchungen dazu da, Entwicklungsauffälligkeiten rechtzeitig zu erkennen. Sollte. Heißt halt nicht, dass es auch so ist, wie ich als ratlose Mama damals mit meinem extrem auffälligen Kind über Jahre erfahren musste, in einer renommierten (!) Kinderarztpraxis.


Du möchtest die mangelnde fachliche Eignung mancher Ärzte (was ich aus eigener Erfahrung auch sehr gut kenne) ernsthaft mit reinem Verwaltungskram (aus einer Impfplantabelle und Informationsbroschüren ablesen und -fragen und Häkchen in der Patientenakte machen) vergleichen?
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
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Re: Die Impfpflicht wurde heute beschlossen!

Beitragvon HeikeLeo » 09.08.2019, 17:24

Du möchtest die mangelnde fachliche Eignung mancher Ärzte (was ich aus eigener Erfahrung auch sehr gut kenne) ernsthaft mit reinem Verwaltungskram (aus einer Impfplantabelle und Informationsbroschüren ablesen und -fragen und Häkchen in der Patientenakte machen) vergleichen?


na klar. Ist das Eine wie das Andere. Die Häkchen in den Tabellen machen NOCH schlechter qualifizierte Leute.

Liebe Grüße
Heike

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Engrid
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Beitragvon Engrid » 09.08.2019, 17:25

Hallo Regina,

ging es nicht um Information(spflicht)? Ob Patienten besser informiert sind mit
reinem Verwaltungskram (aus einer Impfplantabelle und Informationsbroschüren ablesen und -fragen und Häkchen in der Patientenakte machen
??

Für mich ist das vergleichbar, ja: Jemand denkt sich am Schreibtisch eine Maßnahme aus, die etwas verbessern soll. Helfen tut es nur, wenn’s gut durchdacht UND gut umgesetzt wird.
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Re: Die Impfpflicht wurde heute beschlossen!

Beitragvon Sheila0505 » 09.08.2019, 21:58

Hi, liest sich ja wunderbar: Kinderärzte „informieren“ und „klären auf“ und et voila: alles supi, es wird „brav“ und „oft genug“ geimpft.

Ich sehe das sehr skeptisch hinsichtlich der praktischen Umsetzung. Inwiefern und wie weit müssen Ärzte Aufklärungspflicht gewährleisten und sich obendrein Kapazitäten hierfür frei schaufeln um das zu bewerkstelligen/ ihre Pflicht zu erfüllen?

Müssen sie sich Zeit für Diskussionen nehmen? Müssen sie Aufklärungsgespräche erzwingen wenn notwendig? Werden Aufklärungsflyer ausgehändigt zu den U‘s welche bei XY Eltern umgehend im Müll landen? Konkret: wie soll was genau umgesetzt werden in den Kinderarztpraxen (Arztpraxen generell) um einen letzen Versuch zu starten, Impfquoten langfristig und beständig hoch zu halten ohne Impfpflicht? Offene Impfstände, digitaler Impfpass und wie noch?
Was sollte konkret anders laufen? Was sollte/dürfte das kosten? Wer macht das und wo? Bundesweit überall?

Wenn ich daran denke, wie beharrlich erstaunlich viele Eltern mit ihrem Besser-als-der-Arzt-es-weiß Impfungen partout ablehnen, ganze Familien ungeimpft am Leben aller teilhaben und uneinsichtig bleiben (wollen!) - da begrüße ich die Masernschutzimpfungpflicht und bin dankbar und froh, dass sie endlich auf dem Tisch liegt. Auch wenn ich eine Pflicht per se durchaus hinterfrage.

Hier nur ein kleines und kurzes Beispiel von überaus vielen: Erst neulich waren wir auf einem Fest: Mutter von 3 Kindern und Erzieherin - nebenbei erwähnt sie - ziemlich überzeugt davon was sie glaubt über Impfungen zu wissen, dass sie und alle ihre Kinder „überzeugt davon nicht geimpft“ sind.

Was soll ein Kinderarzt dieser Frau Bitteschön erzählen? Wieviel Zeit sollte er sich nehmen müssen und investieren?

Wenn man mich fragt: ich bin total erleichtert, dass damit hoffentlich bald Schluss ist. Über die Gefahr zu diskutieren, dass Schlupflöcher gesucht und gefunden werden könnten, steht für mich überhaupt nicht in Relation. Mittel und Wege Gesetze zu umgehen gibt es überall und auch damit muss gelernt werden, umgegangen zu werden.
Ich bin zudem davon überzeugt, dass die Zahlen der überzeugten Nichtimpfer und Impfskeptiker weitaus höher liegen als angenommen/geschätzt, diese zudem dank Social Media stetig am Wachsen sprich Zunehmen sind.

Ich möchte als Mutter eines ehemals sehr kranken Kindes ohne ausreichenden Immunschutz die Gesundheit unimpfbarer, kranker, immungeschwächter/-supprimierter und/oder noch nicht impfbarer Kinder in einer geimpften/geschützten Umgebung wissen. An das Pflichtbewusstsein zu appellieren geht ins eine Ohr rein und ins andere raus, Aufklärungsinhalte werden ins unendliche zerlegt, zerpflückt, mit Thesen und überwiegend selektierten Zahlen kritisiert und zu dementieren versucht und ja: nicht zu knapp mit alternativen bzw nicht belegbaren Fakten gekontert. Einige vermeintliche Zahlen und Fakten lassen sich ausschließlich auf diverse Internetseiten wiederfinden und klar: bei den Gesichtern dahinter. Und man muss mal hinterfragen wer das tatsächlich ist: zumeist „Ärzte“ welche sich mit ihren altervativen Methoden ein goldenes Näschen verdienen.

Irgendwann reicht es und wer tatsächlich glaubt, dass Impfkampagnen, Aufklärungsarbeit und Co diesen Antiimpftrend/Strom aufhalten könnten, irrt sich meiner Meinung nach gewaltig. Im Gegenteil sogar: meiner Meinung nach bräuchte es erst wieder erlebensnahe größere Epidemien mit Todesfällen - damit die Angst vor Masern zumindest temporär wieder größer wäre, als Bedenken bzgl einer Schutzimpfung.

Ich persönlich bin sehr zufrieden und glücklich, niemanden mehr im Freundeskreis zu wissen, welcher seine Kinder aus Überzeugung nicht impfen lässt. Da habe ich gut und erfolgreich aussortiert und so werde ich es auch weiterhin handhaben.

Eine gelungene und langfristige Maserneradikation ist letztendlich das große Ziel der Masernschutzimpfungspflicht und um das zu Erreichen, sehe ich persönlich die Übernahme der Verantwortung via Impfpflicht von Seiten des Staates als längst notwendig an. Wir haben längst genug Zeit und Geld in Aufklärung investiert, zumindest kenne ich tatsächlich NIEMANDEN der nicht über das Impfangebot Bescheid weiß und NIEMANDEN welcher nicht um dringende Impfempfehlung bzgl Masern wüsste bzw weiß.

Das aus dem Jahrgang unseres Jüngsten laut Barmer rund jedes 5. Kind zum 2. Geburtstag nicht ausreichend geimpft wurde, mag den ein oder anderen überraschen. Mich überrascht es tatsächlich nicht, es ist das, was ich in Krabbelgruppen, Praxen, Kindergärten, Spielplätzen usw erlebe.

Und wenn ich an unsere Kinderarztpraxen denke: überall quellen sie über, großes Aufnahmestopp weil ihr Kontingent erschöpft ist. Unsere Praxis verfügt über mittlerweile 8 Kinderärzte/innen und sie erfüllen sogar den Luxus ganzjährig an Samstagen Notdienst anzubieten. Aber Ihnen noch zusätzlich Missioniersarbeit aufzubrummen (was anderes wäre es bei so vielen 9malklugen Eltern nicht), geht in den Forderungen eindeutig zu weit. Sie informieren über Impfempfehlungen und Impftermine, sie beantworten auch Fragen rund ums Thema und empfehlen wenn nötig auch mit Nachdruck. Poster hängen aus und sie erinnern auch über eine App an Termine. Übrigens erinnert unsere Krankenkasse auch über den Postweg an Schutzimpfungen.

Dennoch habe ich schon zich Eltern aus unserer Praxis erlebt, welche partout nicht impfen (wollen!).

Meinetwegen soll die Impfpflicht kommen, auch wenn es mir lieber gewesen wäre, sie wäre nicht notwendig. Aber wir können noch solch enorme Summen in Impfaufklärung und Impfangebot investieren, sie wird langfristig nötig sein.
Als ich in irgendeinem Link von dem Beispiel Baumarkt und das Angebot Vorort bzgl Tetanusschutzimpfung gelesen hatte, ja tolle Sache. Aber wie soll das Bitteschön in Punkto Masern umgesetzt werden? Denn darum geht es ja: Masern.

Klar wäre es super, wenn das Impfen per es leichter, bequemer und zielorientierter angeboten werden würde. Nur jene, welche einfach nicht wollen erreicht man dadurch schlussendlich auch nicht. Und wie gesagt: ich bin davon überzeugt, dass Anzahl derer weit-sehr weit unterschätzt werden und wir zudem einer stetigen Zunahme ausgesetzt sind.

Wenn man bedenkt, dass Masern eine Kontagiosität (Index) von nahezu 1 haben, ist die Notwendigkeit des Zieles einer dauerhaften Eradikation zum Wohle Aller indiskutabel. Es geht letztendlich darum wie dies zu erreichen ist. Und die Gesellschaft hat sich meines Erachtens nicht bewiesen, in der Lage zu sein, diese Verantwortung zu übernehmen und sie verkennt, dass Rechte auch mit Pflichten einhergehen.

Schönen Abend noch, Sheila

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Beitragvon Engrid » 09.08.2019, 22:09

Liebe Sheila,

Dein langer emotionaler Post ist ein gutes Beispiel dafür, wie aufgeheizt die Diskussion ist.
- Die Informationspflicht für Kinderärzte gibt es schon, war nicht durchschlagend.
- Die Experten, die im verlinkten Zeit-Artikel zu Wort kommen (u.a. auch der Ethikrat) sind gegen Impfpflicht, weil sie sie für kontraproduktiv halten, um die Impfrate zu erhöhen. Sie schlagen konkrete andere Maßnahmen vor.

Grüße
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Sheila0505
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Re: Die Impfpflicht wurde heute beschlossen!

Beitragvon Sheila0505 » 09.08.2019, 22:25

Ohje Engrid, zur Zeit stören mich einige Sachen die du so schreibst schon sehr. „Mein langer EMOTIONALER Beitrag/Post?

Ich mag solche unterschwellige Kritik so gar nicht leiden, sie wirkt einfach unehrlich.

Informationspflicht gibt es und sie findet auch statt, mir ist bewusst dass dem so ist. Aber Aufklärungsarbeit geht weit darüber hinaus. Wenn das unklar war in meinem „emotionalen Beitrag“ dann möchte ich das hier noch mal betonen: wieviel Aufklärungsarbeit kann man Ärzten abverlangen wenn es um 100% ihrer Patienten geht?

Zum nächsten: ja stimmt der Ethikrat sieht es anders als der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte. Mal sehen ob das so bleibt, wenn sie aktuelle Zahlen (Bspl Barmer) bzgl Impfquoten zur Kenntnis genommen haben.

Emotionale Grüße, Sheila

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Re: Die Impfpflicht wurde heute beschlossen!

Beitragvon Sheila0505 » 09.08.2019, 22:44

Hier erneut der Link, damit klar ist, auf was genau ich Bezug nehme:

https://www.kinderaerzte-im-netz.de/new ... taet-mase/


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