Autismustherapie

Hier könnt ihr euch rund ums Thema Autismus austauschen.

Moderator: Moderatorengruppe

Barney
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 23
Registriert: 07.05.2019, 14:11

Autismustherapie

Beitragvon Barney » 08.07.2019, 23:20

Hallo,
unsere Tochter 16 hatte den zweiten Termin im ATZ. Schon nach der ersten Sitzung, fragte sie ob sie nochmal hin müsste. Nach weiteren Fragen erklärte sie, das ihr das Thema Schule wichtig ist und habe sich nicht getraut oder geschafft es bei der Sitzung zu klären und bat um meine Unterstützung.
Zu Beginn bat ich dann um ein kurzes Gemeinsames Gespräch, was der Therapeutin nicht so Recht war, da es die Zeit meiner Tochter wäre und ob meine Tochter mich darum gebeten habe und würde jetzt nicht verstehen worum es ging und es wäre ja gerade erst der Anfang. Das hat uns dann sehr verunsichert und nun möchte unsere Tochter gar nicht mehr zu ihr. Das ist jetzt grob erklärt. Unserer Tochter war das Thema jetzt wichtig, egal ob es erst der Anfang der Therapie ist. Hätte ich mich raushalten müssen und nicht der verlängerte Arm wie es die Therapeutin nannte sein sollen???.....bin total verunsichert und habe gerade das Gefühl die Therapie ruiniert zu haben.
Bitte um Unterstützung.
Vg

Benutzeravatar
Regina Regenbogen
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 7091
Registriert: 12.07.2008, 18:37
Wohnort: Ostfriesland

Re: Autismustherapie

Beitragvon Regina Regenbogen » 09.07.2019, 07:04

Ich habe es auch nicht genau verstanden. War der Termin für deine Tochter ungünstig gelegt, also in die Schulzeit oder hat ihr nicht gefallen, dass das Thema Schule nicht gleich bei der ersten Sitzung zur Sprache kam? Wenn letzteres, wäre es wohl günstiger gewesen, deine Tochter in ihrer Ungeduld nicht noch zu unterstützen.
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
Sohn * 09/2001 - ADS
Tochter * 04/1998 - nix
Tochter * 08/1989 - Peronaeusparese

Anjali
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 2711
Registriert: 15.02.2008, 11:15

Re: Autismustherapie

Beitragvon Anjali » 09.07.2019, 07:27

Hallo,

Nein, du hast die Therapie nicht ruiniert, aber warum sollte sich deine Tochter weiterhin auf eine Therapie einlassen können, der du quasi schon gar keine Chancen mehr einräumst?
Im Vorfeld hattest du dir Sorgen gemacht, ob es deiner Tochter in der Therapie gefallen könnte.
Deinen Einmischung war verständlich und gut gemeint, aber in Zukunft würde ich versuchen, mich etwas zurückzuhalten.
Deine Tochter spürt deine Unsicherheit. Sie orientiert sich in der Wertung der Therapie auch an dir.
Wenn dir die Therapie wichtig ist, dann gib der Therapeutin eine Chance und bestärke deine Tochter darin, die Therapie weiterhin zu besuchen.
Viele Grüße
Anja

Mutter mit Sohn (18 Jahre / Asperger-Autist)

HeikeLeo
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 736
Registriert: 18.05.2015, 19:34
Wohnort: Baden-Württemberg

Re: Autismustherapie

Beitragvon HeikeLeo » 09.07.2019, 16:11

Liebe Barney,

bei autistischen Kindern sind wir Eltern die Dolmetscher. Wenn die Therapeutin das nicht weiß und nicht damit umgehen kann, kommt mir das sehr bedenklich vor.

Dein Bauchgefühl und das Bauchgefühl Deiner Tochter hat ja auch schon eine Aussage getroffen.

Liebe Grüße
Heike

Benutzeravatar
Regina Regenbogen
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 7091
Registriert: 12.07.2008, 18:37
Wohnort: Ostfriesland

Re: Autismustherapie

Beitragvon Regina Regenbogen » 09.07.2019, 16:25

bei autistischen Kindern sind wir Eltern die Dolmetscher.
Bei 16-Jährigen sollte das aber nicht mehr im Vordergrund stehen. Und ganz besonders nicht bei einer Therapie für den Teenager.
Wenn die Therapeutin das nicht weiß und nicht damit umgehen kann, kommt mir das sehr bedenklich vor.
Viel bedenklicher finde ich jetzt deine Wertung einer dir unbekannten Therapeutin.
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
Sohn * 09/2001 - ADS
Tochter * 04/1998 - nix
Tochter * 08/1989 - Peronaeusparese

HeikeLeo
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 736
Registriert: 18.05.2015, 19:34
Wohnort: Baden-Württemberg

Re: Autismustherapie

Beitragvon HeikeLeo » 09.07.2019, 17:20

Liebe Regina,
Bei 16-Jährigen sollte das aber nicht mehr im Vordergrund stehen.
sollte, hätte, Fahrradkette...

Deswegen bleibe ich da ganz sicher dabei: Hier hat eine Mutter ihre Tochter gedolmetscht oder das Dolmetschen angeboten. Die Therapeutin hat die Übersetzungshilfe abgelehnt, die autistisch-sprachige Tochter aber nicht verstanden. Da sind Missverständnisse vorprogrammiert.

Liebe Grüße
Heike

Barney
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 23
Registriert: 07.05.2019, 14:11

Re: Autismustherapie

Beitragvon Barney » 09.07.2019, 19:39

Ich verstehe die unterschiedlichen Ansichten.
Unsere Tochter hat erst seid kurzem die Diagnose und konnte zwei Jahre nicht in die Schule, aufgrund fehlender klarer Diagnose und fehlendem Verständnis. Deshalb hatten wir auf Verständnis und mehr Rücksicht auf die Bedürfnisse der Tochter gehofft. Ich sehe das so....wenn ich zum Zahnarzt gehe und mir tut der Zahn oben rechts weh, aber der Zahnarzt möchte erst die linke Seite anschauen, weil er immer so beginnt, dann wurde überhaupt nicht auf mein Bedürfnis eingegangen und mir in meiner Not geholfen. So hat sich das für meine Tochter angefühlt. Leider hat mich diese Situation auch total verunsichert und klar merkt sie das. Es soll auch kein Machtspiel werden. Darum geht es hier nicht.
Sehe das wie du Heike. Danke

Anjali
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 2711
Registriert: 15.02.2008, 11:15

Re: Autismustherapie

Beitragvon Anjali » 09.07.2019, 20:17

Gib deiner Tochter doch wenigstens die Chance, sich weiter zu entwickeln.
Du scheinst deiner Tochter überhaupt nicht zuzutrauen, kleineren Hürden zu nehmen und daran zu wachsen.
Viele Grüße
Anja

Mutter mit Sohn (18 Jahre / Asperger-Autist)

Anjali
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 2711
Registriert: 15.02.2008, 11:15

Re: Autismustherapie

Beitragvon Anjali » 09.07.2019, 20:36

...warum braucht Therapeutin eine Übersetzungshilfe? Die Schulproblematik sollte doch bekannt sein? Wurden denn keine Therapieziele besprochen?

Vielleicht solltest du etwas mehr Vertrauen in die
Professionalität der Therapeutin haben, ohne sie gleich des Unverständnisses zu verdächtigen.
Nur weil nicht am ersten Tag die Schulprobleme „geklärt“ wurden, heißt das nicht, dass sie nicht im Mittelpunkt der therapeutischen Arbeit stehen.
Ich würde mich echt ein bißchen zurückhalten und deiner Tochter und der Therapeutin zumindest den Hauch einer Chance auf eine erfolgreiche Aufarbeitung der Probleme lassen.
Viele Grüße
Anja

Mutter mit Sohn (18 Jahre / Asperger-Autist)

melly210
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 653
Registriert: 19.02.2018, 20:07

Re: Autismustherapie

Beitragvon melly210 » 09.07.2019, 22:51

Ich denke auch, nachdem sie schon 16 ist, wäre es besser gewesen, deine Tochter zu ermuntern die Therapeutin ggf darauf anzusprechen wenn es ihr wichtig ist. Autistisch oder nicht, Teenies nabeln sich eben schön langsam von ihren Eltern ab, und sollten daher daran herangeführt werden ihr Leben alleine zu meistern. Man sollte daher versuchen, ihnen erst Hilfestellung zu geben es alleine zu machen und nur dann selber eingreifen, falls das nicht klappt.


Zurück zu „Krankheitsbilder - Autismus“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: MSN [Bot] und 0 Gäste