Förderortwechsel

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LunaBluna
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Förderortwechsel

Beitragvon LunaBluna » 06.07.2019, 16:26

Hallo zusammen,
unser Teenie besucht eine Förderschule (E/S). Er hat sehr gute Noten. Er wird nach Hauptschulrichtlinien nach Typ A unterrichtet, höhere Abschlüsse bietet die Schule leider nicht an.
Nun ja, vieles läuft leider nicht optimal auf dieser Schule. Leider fühlt er sich zu dem auch überhaupt nicht wohl.
Er redet nun ständig davon, dass er wechseln möchte auf eine Regelschule und das er es dort nicht mehr aushält.
Leider hat er auch eine laute, teils sehr aggressive Klasse erwischt, Die Lehrer kommen dadurch auch stofflich wenig voran.
Weiterhin ist ihm oft langweilig vom Unterrichtsstoff.
Wir bekommen auch mit, dass ständig wiederholt wird.

Ein IQ Test brachte kognitiv ein normales Durchschnittsergebnis, manchmal braucht er halt länger, um etwas zu verstehen.
Sprachlich ist auch alles in Ordnung. Ausdrücken kann er sich.
Wie weit die Klasse zur Zeit stofflich ist, können wir schwer einschätzen, da wenig Einblick.
Noten sind fast alle auf 1-2.

Ich hatte diesbezüglich jetzt mit dem Klassenlehrer ein Gespräch dahin gehend.
Er empfiehlt keinen Wechsel, er kennt diese Schule.
Begründung von ihm war: Zu wenig Selbständigkeit von unserem Teenie, fehlende Eigeninitiative, größere Klassen der Realschule, zu wenig sonderpädagogische Stunden für die einzelnen Förderkinder.
Also hört sich irgendwie nicht so optimal an.
Leider ist nur die Realschule im Ort.
Diese liegt mit dem Gymnasium in einem Gebäude. Daher Schule sehr groß, unübersichtlich, sehr viel Selbständigkeit/Eigeninitiative ist gefragt, da die Kids zu den Klassenlehrern in die Räume müssen.
Die fehlende Selbständigkeit sehen wir als Eltern auch, ebenso die mangelnde Eigeninitiative von ihm aus. Er ist ein ruhiger, angepasster Teenie, aber man müsste wegen Mobbing ein Auge auf ihn haben. Er war in seiner jetzigen Förderschule schon öfters Opfer von Mobbingattacken.

Weiterhin hatte ich ein Gespräch mit dem Schulamt, diese empfahlen mir, mit der Hauptschule ca. 12 km weiter weg Kontakt aufzunehmen. Diese ist leider in einem andern Kreisgebiet.
Lt. unserem Schulamt kann diese auch bei Kapazitäten aufnehmen.
Kapazitäten wären da nach den Ferien, aber sie nehmen lt. Aussage Schulleitung keine Förderkinder auf aus unserem Kreis.

Also eine ziemlich verzwickte Situation.


Weiß jemand Rat oder kann uns einen Tipp geben?
Manchmal kommt man ja selbst, wenn man in der Situation ist, nicht auf einen Nenner.

maikeb
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Re: Förderortwechsel

Beitragvon maikeb » 06.07.2019, 16:38

Er könnte dort eine Zeit lang hospitieren, so dass er selbst, die dortigen Lehrer und Ihr als Eltern Euch darüber klar werden könnt, ob die Realschule der bessere Förder- und Lernort wäre.
An der Regelschule, an der ich arbeite, passiert das in regelmäßigen Abständen, dass ein Inklusionsschüler nach einer Hospitationszeit regulär von uns aufgenommen wird.

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Re: Förderortwechsel

Beitragvon HeikeLeo » 06.07.2019, 18:50

Liebe LunaBluna,
Die fehlende Selbständigkeit sehen wir als Eltern auch, ebenso die mangelnde Eigeninitiative von ihm aus.
In einer Regelschule ist meistens nicht ganz so viel Selbständigkeit notwendig als in Förderschulen oder Hauptschulen. Das liegt daran, dass mehr äußere Struktur geboten wird. Diese Struktur hilft. Leider wird das in Förderschulen nicht gesehen. Zur Strukitur gehören: Stundenpläne, Raumpläne, Lehrer-Fach-Zuordnung, Stoffpläne, Lernziele, Terminabsprachen, Klassen.

Liebe Grüße
Heike

LunaBluna
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Re: Förderortwechsel

Beitragvon LunaBluna » 07.07.2019, 09:34

Hallo Heike,

ja das stimmt. Bei uns auf der Förderschule kann man leider nicht nach Stundenplan einpacken, so müssen fast immer alle Sachen mitgenommen werden, weil sich ständig was am Stundenplan ändert, ausfällt oder Sonstiges.

Gibt es theoretisch eigentlich irgendeine Chance, doch auf die Hauptschule in einem anderen Kreisgebiet zu kommen?
Wenn ja, wie wäre denn dann der Weg?

JennyK
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Re: Förderortwechsel

Beitragvon JennyK » 08.07.2019, 06:13

Dazu müsste der Förderbedarf aufgehoben werden oder ihr müsstet in den Kreis ziehen bzw. ihn dort anmelden ( ich kenne einen Fall, da wurde das Kind bei der Oma angemeldet, die in dem Kreis lebt).
Ich würde auch versuchen, eine Hospitation in der Realschule zu vereinbaren. Aber es muss doch im Kreis auch eine Hauptschule geben, oder zumindest eine Sekundarschule oder Gesamtschule.
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Re: Förderortwechsel

Beitragvon Regina Regenbogen » 08.07.2019, 06:40

Weiterhin hatte ich ein Gespräch mit dem Schulamt, diese empfahlen mir, mit der Hauptschule ca. 12 km weiter weg Kontakt aufzunehmen. Diese ist leider in einem andern Kreisgebiet.
Lt. unserem Schulamt kann diese auch bei Kapazitäten aufnehmen.
Kapazitäten wären da nach den Ferien, aber sie nehmen lt. Aussage Schulleitung keine Förderkinder auf aus unserem Kreis.
Wir mussten damals in der Grundschule, als wir unseren Jüngsten von der Förderschule weg haben wollten, eine Rücküberweisung an die Regelschule beim Schulamt beantragen. Die Grundschule hatte unter der Bedingung einer Probezeit von einem halben Jahr zugestimmt. Mit der Rücküberweisung war dann auch der Förderbedarf aufgehoben worden.

Das Schulamt hätte dir die weitere Vorgehensweise aber auch erklären können, vermutlich ist das je nach Bundesland etwas unterschiedlich. Ggf. denkst du mal darüber nach, ob dein Kind im Falle des Wechsels auf die Hauptschule überhaupt noch den Förderbedarf benötigt.
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Re: Förderortwechsel

Beitragvon Sandra1978 » 08.07.2019, 11:11

Hallo,

ich würde mir den Schritt gut überlegen.

Warum den 2 Schritt vor dem ersten mache und riskieren das er schief geht.

Wenn das Kind jetzt auf der Schule den 10 A macht ohne sich groß anzustrengen ist da doch Ok. Danach kann es immer noch an der Berufsschule Realschulabschluss oder Abitur machen.

Gruß Sandra
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Re: Förderortwechsel

Beitragvon Regina Regenbogen » 08.07.2019, 12:10

Wenn das Kind jetzt auf der Schule den 10 A macht ohne sich groß anzustrengen ist da doch Ok. Danach kann es immer noch an der Berufsschule Realschulabschluss oder Abitur machen.
Grundsätzlich schon richtig. Aber: Wenn der Teenie noch 3 Jahre vor sich hat bis zur 10. Klasse, macht ein Wechsel schon Sinn, zumal der TE offenbar unbekannt ist, inwieweit das tatsächliche Lernziel dem seiner Klassenstufe in der Regelschule entspricht. Und die Mobbingsituation steht zusätzlich im Raum.

Sollte der Teenie unbekannten Alters allerdings schon in der 9. Klasse sein, wäre ein Wechsel wirklich gut zu überdenken.
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Re: Förderortwechsel

Beitragvon LunaBluna » 09.07.2019, 12:38

Hallo zusammen,
bis zum Abschluss nach der 10. Klasse sind es noch 4 Jahre.
Also noch 4 volle Jahre bis Abschluss.

Leider befinden sich in unserer Nähe nur sehr große Gesamtschulen, die nicht in Frage kommen. Hauptschulen findet man hier so gut wie gar keine mehr - LEIDER!
Die von mir angesprochene Hauptschule liegt in einem anderen Kreis. Lt. Schulamt unseres Kreises besteht aber bei Kapazität die Möglichkeit der Aufnahme. Kapazitäten wäre wohl da, da diese Klasse bald geteilt wird, aber sie möchten keine Förderkinder aus unserem Kreis aufnehmen.
Wir sind nur in der Nähe einer Realschule und Gymnasiums.

Also die Problematik ist recht schwierig.

Auf der Realschule weiß ich nicht, ob der Stoff für unseren Teenie machbar wäre, da ich stofflich nicht einschätzen kann, wie weit oder nicht weit sie jetzt in der Förderschule sind.

Ich vermute, aufgrund der sehr betreuungsintensiven Klasse und deren Kinder darin, dass stofflich nachher einiges fehlt und nur der Prüfungsstoff gelernt wird für den Hauptschulabschluss.
So hätte es unser Teenie sehr schwer, überhaupt Anschluss auf einem Berufskolleg im Anschluss - wenn Verbleib Förderschule - zu schaffen...(ist aber nur unsere Einschätzung).

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Re: Förderortwechsel

Beitragvon Regina Regenbogen » 09.07.2019, 12:53

Hallo zusammen,
Lt. Schulamt unseres Kreises besteht aber bei Kapazität die Möglichkeit der Aufnahme. Kapazitäten wäre wohl da, da diese Klasse bald geteilt wird, aber sie möchten keine Förderkinder aus unserem Kreis aufnehmen.
Ja, das hattest du schon geschrieben. Hast du auch meine Antwort darauf gelesen, dass dein Kind bei Rückschulung auf die Regelschule ggf. kein Förderkind mehr ist, wenn der Förderbedarf durch das Schulamt aufgehoben wird?
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