Fokale Anfälle erkennen

Hier geht es um Epilepsie und die Behandlung verschiedener Epilepsie-Formen mit Medikamenten.

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Sabinä1984
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Re: Fokale Anfälle erkennen

Beitragvon Sabinä1984 » 27.06.2019, 09:31

Also die maximal 55 Bzw ab 60 mg / kg Körpergewicht ist nicht mehr Wirkung da. Des heißt es bringt dann nichts mehr für die Anfälle.

Pro Gabe heißt das maximal 30 mg / kg Körpergewicht.

Des heißt bei deinem Zwerg wären es maximal 1200mg auf 20 Kg Körpergewicht das ganze zweimal täglich. Dann wärt ihr bei einer mg Tagesdosis von 2400 mg.

Glg Sabine

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Re: Fokale Anfälle erkennen

Beitragvon Katja_S » 27.06.2019, 09:43

Hallo,
? Beim Leve ist es so das man maximal 55 mg pro kg Körpergewicht gibt. Alles drüber bringt dann nichts mehr.
hmm, so ganz pauschal kann man das nicht sagen! Bei meinem Sohn hat eine Gabe von 75-85 mg/kg Levetiracetam durchaus dazu geführt, dass mein Sohn deutlich seltener Anfälle bekommt als vorher, wo er "nur" ca. 60 mg bekommen hat (von vorher 2 im Jahr auf "nur" 2 Anfälle in fast 5 Jahren, seit 35 Monaten ist er momentan anfallsfrei-toitoitoi). Es kommt doch auch drauf an, wie hoch der Spiegel im Blut (der liegt bei uns im oberen mittleren Bereich von dem, was als Referenzbereich angegeben ist)! Es kann natürlich sein, dass mein Sohn aufgrund der Tatsache, dass er schon so lange Levetiracetam bekommt (jetzt 7 Jahre) einfach eine höhere Dosis braucht, um die selbe Konzentration im Blut zu erreichen (aufgrund Gewöhnung z.B.) oder die Reduktion der Anfallshäufigkeit Zufall war/ ist- das kann man ja nie ausschließen. Laut unserem Neuropädiatrer (hat viel Erfahrung) darf man aber speziell beim Levetiracetam durchaus über die 60 mg/kg Körpergewicht gehen. Er hat uns nach dem Wechsel zu ihm (waren mit der alten Ärztin unzufrieden gewesen) damals vor die Wahl gestellt, entweder beim Lev. die Dosis zu erhöhen oder auf ein anderen Medikament umzusteigen (hatte gerade einen Anfall gehabt) und wir haben uns dann für die Steigerung entschieden, da mein Sohn keine Nebenwirkungen durch das Levetiracetam zeigt und man bei einem neuen Medikament ja nicht weiß, wie er darauf reagiert.

Wenn ein Kind starke Nebenwirkungen hat und trotzdem regelmäßg Anfälle, sieht das natürlich anders aus!

@Christiane: Bei 22,5 mg pro Kg habt ihr ja wirklich noch etwas Luft nach oben! Ich drücke euch die Daumen, dass die Anfälle weniger werden (oder am besten ganz aufhören) und dein Sohn möglichst wenig Nebenwirkungen haben wird (ob mit Levetiracetam oder mit einem anderen Medikament, falls ihr
wechseln solltet).

Ach ja: Mein Sohn bekommt momentan 2250 mg (1000 mg x 0 x 1250 mg) am Tag bei 30 kg Körpergewicht.

Viele Grüße
Katje
Zuletzt geändert von Katja_S am 27.06.2019, 09:45, insgesamt 1-mal geändert.
Katja mit E. (geb. April'08), Frühchen 26. SSW, Hirnblutungen, Hydrocephalus (Shunt-versorgt), gehörlos (2 CIs), Epilepsie, geistige und körperliche Behinderung

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Re: Fokale Anfälle erkennen

Beitragvon Alexandra2014 » 27.06.2019, 09:45

Also die maximal 55 Bzw ab 60 mg / kg Körpergewicht ist nicht mehr Wirkung da. Des heißt es bringt dann nichts mehr für die Anfälle.

Pro Gabe heißt das maximal 30 mg / kg Körpergewicht.

Des heißt bei deinem Zwerg wären es maximal 1200mg auf 20 Kg Körpergewicht das ganze zweimal täglich. Dann wärt ihr bei einer mg Tagesdosis von 2400 mg.

Glg Sabine
Hallo Sabine,

jetzt hast du dich vertan. Die 60 mg x kg beziehen sich auf die Tagesdosis, die ein Kind also maximal pro Tag bekommen darf. Die maximale Tagesdosis für ein 20 kg schweres Kind liegt damit bei 1200 mg, aufgeteilt in zwei Einzeldosen morgens und abends á 600 mg.

Initialdosis: 10 mg/kg zweimal täglich
Maximale Dosis: 30 mg/kg zweimal täglich

20 kg Kindesgewicht:
200 mg bis 600 mg zweimal täglich

So steht es in der Fachliteratur, als auch in der Dosierungsanleitung von UCB Pharma.

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

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Re: Fokale Anfälle erkennen

Beitragvon Alexandra2014 » 27.06.2019, 09:49

Hallo Katja,
du schreibst selbst, dass ihr keine Nebenwirkungen vom Levetiracetam hattet. Da kann man beim Leve so hoch dosieren, bis entweder die Anfälle aufhören oder aber Nebenwirkungen auftreten. Ersteres war bei euch glücklicherweise der Fall!

Der Sohn der TE hat aber jetzt bereits Nebenwirkungen in Form von Aggressivität, von der sie selbst sagt, dass sie nicht noch mehr werden dürfe. Und da macht es m.E. keinen Sinn, darüber nachzudenken, noch über die maximale empfohlene Dosis zu steigern.
Es nützt nichts, wenn die Anfälle zwar eingedämmt sind, aber das Kind / die Familie kaum mehr Lebensqualität hat.

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

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Re: Fokale Anfälle erkennen

Beitragvon Katja_S » 27.06.2019, 09:56

Hallo Alex,
ich habe doch geschrieben, dass das anders aussieht, wenn ein Kind Nebenwirkungen zeigt (ich hätte vielleicht das mit der Anfallsfreiheit nicht dazu schreiben sollen :oops: )! Meine Antwort war auch mehr auf die pauschale Aussage von Sabinä1984 bezogen, dass Gaben über 55 mg keine stärkere Wirkng mehr bringen würden! Das wollte ich klar stellen.
Wenn es bei dem Kind von Christiane beim Levetiracetam bleibt, macht es aber auch keinen Sinnn, das weiter unter der wirksamen Dosis zu geben (schon gar nicht, wenn Anfallsverdacht da ist und trotzdem NW bestehen), dann müsste man es zumindest bis über diese Dosis aufdosieren und schauen, ob es dann zur Anfallsfreiheit kommt. Und wenn die Nebenwirkungen zu stark sind bzw. werden, eben über einen Medikamentenwechsel nachdenken, Das ist einfach meine Laienmeinung!
Viele Grüße
Katja
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Re: Fokale Anfälle erkennen

Beitragvon Sabinä1984 » 27.06.2019, 10:16

Also des mit den maximal 60 mg / kg Körpergewicht hat uns unsere Neuropäd aus Vogtareuth gesagt. Da gibt es wohl Studien darüber. Aber Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel.

Und Alex im Endeffekt ist es doch richtig oder, weil wenn ich maximal 30 mg / kg Körpergewicht pro habe hab dann komm ich auf maximal 60 mg / kg Körpergewicht am Tag. Oder hab ich da jetzt einen Denkfehler?

Glg Sabine

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Re: Fokale Anfälle erkennen

Beitragvon Sabinä1984 » 27.06.2019, 10:18

Gabe sollte das heißen :)

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Re: Fokale Anfälle erkennen

Beitragvon Alexandra2014 » 27.06.2019, 10:21

.

Des heißt bei deinem Zwerg wären es maximal 1200mg auf 20 Kg Körpergewicht das ganze zweimal täglich. Dann wärt ihr bei einer mg Tagesdosis von 2400 mg.

Glg Sabine
Hier liegt dein Rechenfehler.
Bei ihrem Sohn wären es (bei 30 mg/kg 2x am Tag) maximal 600 mg zweimal täglich und somit eine Tagesdosis von 1200 mg und nicht 2400 mg.

Gruß
Alex
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Re: Fokale Anfälle erkennen

Beitragvon Sabinä1984 » 27.06.2019, 10:27

Ah danke Alex :) jetzt hab ich’s kapiert. War wohl zu wenig Kaffee heut früh :)

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Re: Fokale Anfälle erkennen

Beitragvon Alexandra2014 » 27.06.2019, 10:28

Hallo Alex,
ich habe doch geschrieben, dass das anders aussieht, wenn ein Kind Nebenwirkungen zeigt (ich hätte vielleicht das mit der Anfallsfreiheit nicht dazu schreiben sollen :oops: )! Meine Antwort war auch mehr auf die pauschale Aussage von Sabinä1984 bezogen, dass Gaben über 55 mg keine stärkere Wirkng mehr bringen würden! Das wollte ich klar stellen.
Wenn es bei dem Kind von Christiane beim Levetiracetam bleibt, macht es aber auch keinen Sinnn, das weiter unter der wirksamen Dosis zu geben (schon gar nicht, wenn Anfallsverdacht da ist und trotzdem NW bestehen), dann müsste man es zumindest bis über diese Dosis aufdosieren und schauen, ob es dann zur Anfallsfreiheit kommt. Und wenn die Nebenwirkungen zu stark sind bzw. werden, eben über einen Medikamentenwechsel nachdenken, Das ist einfach meine Laienmeinung!
Viele Grüße
Katja
Im Grunde richtig! Wenn die Nebenwirkungen jetzt aber schon grenzwertig sind, würde unser Neuropäd das Medikament wechseln und nicht nochmals erhöhen.
Da der Sohn von Christiane offenbar auch die ganze Zeit über diese Sehphänomene hatte, ist die Frage, ob er überhaupt wirklich anfallsfrei war oder ob das Leve nicht nur die größeren, offensichtlichen Anfälle unterdrückt hat. Und danach stellt sich die Frage, ob Leve überhaupt das richtige Medikament ist. :?

Gruß
Alex
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