Auffälligkeiten EEG

Hier geht es um Epilepsie und die Behandlung verschiedener Epilepsie-Formen mit Medikamenten.

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Jannis10
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Auffälligkeiten EEG

Beitragvon Jannis10 » 14.06.2019, 12:28

Jetzt hatte ich einen langen Text verfasst und plötzlich alles weg... :roll:

Nun gut, dann nochmal von vorne :D

Aber jetzt mach ich es kurz: Tochter (6 Jahre alt), eigentlich Rolando mit atypischen Anfällen, eingestellt auf Ospolot.

Da (vermutlich) nicht anfallsfrei Ospolot ausgeschlichen.
Nun passierte beim KontrollEEG folgendes (ich zitiere den Arztbericht): pathologisches EEG mit gelegentlichen sharp waves oder Spitzen in wechselnden Ableitungen, unter Hyperventilation deutliche HV Reaktion, dann rasche Normalisierung. Nach ca 45sec. post-HV auftreten diffuser langsamer höherampl. Delta Wellen, dabei Augen geschlossen, Lippen leicht livide, dauer ca. 30s, anschließend tiefes durchatmen, Blinzeln, Mundöffnen wie Gähnen, dann EEG und Reaktion wieder normal."


Der Neuro findet es merkwürdig und äusserte den V.a. Narkolepsie. Was ich als Laie nicht sehe, da sie keine Tagesmüdigkeit hat, einschlafen tut sie tagsüber auch nicht.

Seine Idee ist jetzt Blutbild, Entwicklungsdiagnostik, SchlafentzugsEEG (das 4.). Je nachdem was rauskommt, entweder neues Medikament. Eventuell Kork.


Ich weiß, Ihr könnt keine Diagnose stellen, aber manchmal hilft ja das austauschen schon.

Habt Ihr eine Idee? Könnte das ein Anfall gewesen sein? Hatte jemand schon so ein EEG?

Bis jetzt hatte meine Tochter nie Auffälligkeiten nach HV.

Viele Grüße

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Alexandra2014
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Re: Auffälligkeiten EEG

Beitragvon Alexandra2014 » 14.06.2019, 14:05

Hallo Jannis,

wer hat das EEG beurteilt? Ein erfahrener Neuropädiater oder Epileptologe oder einer, der nur hin und wieder mal Epilepsie mitbehandelt?
Im Arztbrief steht nicht, wo die Deltawellen auftraten, also in welcher Hirnregion, oder waren sie generalisiert (also überall)?

Wir haben postiktal solche Verlangsamungen occiptal, also nach einem Anfall.

Für mich liest sich das, als hätte die HV einen Anfall ausgelöst, der nach außen nicht als solcher sichtbar war.

Gruß
Alex

PS: wie waren die Befunde von den vorangegangenen EEG?
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

Jannis10
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Re: Auffälligkeiten EEG

Beitragvon Jannis10 » 14.06.2019, 15:53

Hallo Alex,

das EEG wurde bei unserem Neuropädiater gemacht, er ist auf Epilepsie spezialisiert. Trotzdem hat er sich mit einem Kollegen besprochen.

Soweit ich das in Erinnerung habe, war die Verlangsamung generalisiert. Die Spitzen und sharp waves waren teilweise temporal.

Mir ist noch die niedrige HF von 54/min im Anschluss ans EEG aufgefallen, was vielleicht auch zu den leicht blauen Lippen passte.


Wie gesagt, auf HV hat sie noch nie reagiert. Aber gut, wir hatten ja das Ospolot schon auf 25-0-25 reduziert...

Im Arztbrief steht jetzt als Diagnose auch nicht mehr Rolando, sondern idiopathische Partialepilepsie.

Welche Art Anfall könnte das gewesen sein? Blinzeln, tiefes durchatmen, Mund öffnen...

Viele Grüße

P.S.: Die anderen Befunde waren ähnlich was die Spitzen und Sharp waves betrifft, so eine Verlangsamung hatten wir noch nie.
Das auffälligste EEG war das 1. bei diesem Arzt, da hat sie einmal eine inkomplette Generalisierung und 2 Foki (ist das die Mehrzahl von Fokus?)

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Alexandra2014
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Re: Auffälligkeiten EEG

Beitragvon Alexandra2014 » 14.06.2019, 19:07

Hallo Jannis,

eventuell hängt das tatsächlich mit dem Ausschleichen vom Ospolot zusammen. Wir haben beim Ausschleichen von Medikamenten schon die „verrücktesten“ Anfälle gehabt. Beim Ausschleichen von Levetiracetam lief unser Kind plötzlich im Kreis, stolperte über alles, was ihr im Weg war (passierte draußen). Ich vermute, dass sie auch nicht richtig gesehen hat. Hat einen Moment gedauert, bis wir realisiert haben, dass das ein Anfall ist. Kurz drauf kamen dann auch Kopf- und Blickdeviation, da war es dann offensichtlich.

Es gibt auch sogenannte Blinzel-Absencen. Das würde zum Generalisierten passen...

Plural von Fokus ist tatsächlich Fokusse (wie Krokusse :-) ).

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral


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