Belohnungssystem

Hier könnt ihr euch rund ums Thema Autismus austauschen.

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MajaJo
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Re: Belohnungssystem

Beitragvon MajaJo » 25.07.2019, 11:51

Hallo Bika,

natürlich ist der Leidensdruck durch Allergien und Ichthyose bereits extrem. Eine Haut, die nie normal ist, ist einfach anstrengend und Du hast völlig recht, dass er quasi alleine dadurch unter Dauerstress steht. Zum Thema Planung meinte er tatsächlich neulich zu mir: "Wenn Du mir vorher Bescheid sagst und mir das erklärst, dann finde ich das okay, wenn ich aber nicht weiß, was passiert oder wo Du gerade bist, dann finde ich das doof."

Es ist schön, solche Beiträge zu lesen, danke!

Liebe Grüße

Maja
Maja m. Jo (*10) Neurod., Ichth. vulgaris, Asthma, Allergien m. Anaphylaxie, GdB 70 H, A (*05) Chêneau-Korsett versorgte Skoliose und Sternenenkel (3/18-5/18)

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MajaJo
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Re: Belohnungssystem

Beitragvon MajaJo » 26.07.2019, 10:56

Ihr Lieben,

darf ich Euch gleich noch mal um einen Rat bitten. Ich musste unseren Psychotherapietermin wegen Krankheit diese Woche absagen. Ich wollte keinen Ersatztermin mehr in den Ferien haben und habe auch alle anderen Ferientermine abgesagt. Ich habe zudem dem Therapeuten geschrieben, dass mir nach wie vor die Compliance fehlt und ob er mal Richtung Autismus gedacht hätte. Ich musste im Vorfeld wirklich alle möglichen Fragebögen (ADHS, Depressionen usw. usf.) ausfüllen. Richtung Autismus war nichts dabei. Er antwortete mir: "Wir sehen keinen Hinweis auf Autismus." Ich bin echt bockig und will das jetzt am liebsten einfach hinwerfen. Findet Ihr das Kurzschlusshandlung oder objektiv nachvollziehbar?

Liebe Grüße

Maja
Maja m. Jo (*10) Neurod., Ichth. vulgaris, Asthma, Allergien m. Anaphylaxie, GdB 70 H, A (*05) Chêneau-Korsett versorgte Skoliose und Sternenenkel (3/18-5/18)

Sophie-11
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Re: Belohnungssystem

Beitragvon Sophie-11 » 26.07.2019, 11:05

Liebe Maja,

meine (allerdings unqualifizierte Meinung): absolut nachvollziehbar! Und ich selber mache immer wieder und wieder die Erfahrung, dass mein Bauchgefühl verlässlicher ist als alle Expertenmeinungen.

LG!
fünfköpfige, irgendwie ASS-nahe Familie mit dem Großen *12/2007, dem Mittleren *09/2010 mit Diagnose F84.5 und Vd auf ADHS, und der Kleinen *02/2014

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Re: Belohnungssystem

Beitragvon Bika » 26.07.2019, 13:48

Läuft die Psychotherapie denn über die KJP, in der auch die fehlgeschlagenen Diagnostik ablief?

Worauf sind die denn überwiegend spezialisiert?
Auf Autismus nicht, oder?

Wenn dein Instinkt dir sagt, lass es, würde ich dem folgen.

Eine therapeutische Begleitung kostet immer Kraft für alle Beteiligten und sie dringt in unser Intimfeld ein, was unterschwelligen Stress bedeutet.
Normalerweise investiert man diese Energie bereitwillig und gibt Intimes preis, weil man ein konkretes Ziel sieht und die Erfahrung macht, dass es Schritt für Schritt aufwärts geht, dass einem wirklich Hilfestellungen mitgegeben werden, die den Alltag erleichtern.
Ihr bekommt diese Hilfestellungen nicht und der Therapeut kommt dir nicht entgegen.

Für mich wäre der Drops gelutscht, aber das ist nur meine (auf beschränkte Erfahrungen begründete) Sicht.

LG

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Engrid
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Re: Belohnungssystem

Beitragvon Engrid » 26.07.2019, 15:31

Hallo,

ich kann Dir ja mal meine Erfahrungen aufzählen:
1. „klassische“ Verhaltenstherapie - fing gut an, aber nach einiger Zeit hatte ich das Gefühl, da ist zuwenig individueller Zuschnitt und zuviel VT-„Mechanik“ drin. Dachte dann aber, wenn‘s Junior Spaß macht. Das habe ich bereut, hätte abbrechen sollen. „Halbscharige“ Therapie bringt nix.
2. Ergo in der Einrichtung, kam mir komisch vor, Therapeut brauchte ein ganzes Jahr um Zugang zum Kind zu kriegen, angeblich. Leider hab ich das dann schleifen lassen, und erst nach zwei verlorenen Schuljahren beim Hospitieren gemerkt, dass dort nur hilflos 0815-Programm abgenudelt wird und so mein Kind Woche für Woche sich demotivieren lassen muss.
3. Verhaltenstherapie 2, Gute Anfänge, aber nach einem Jahr circa war die Luft raus, dass das Kind nichts mehr lernte wurde darauf zurückgeführt, dass es halt geistig behindert ist. Tatsächlich war die Liste abgearbeitet, für neue Ziele hätte man die Komfortzone verlassen müssen.
4. Ergo extern: hier wurden jahrelang mit mir als Mutter gemeinsam alle drei Monate die Förderziele erarbeitet, und dann auch hinterher überprüft (!). Individuell aufs Kind eingegangen, jederzeit „geswitcht“ und nachjustiert, wenn das Kind anzeigte, dass es nötig ist. Hier hat Junior und habe ich unendlich viel gelernt. Ich hätte nie gedacht, dass Therapie soviel bringen kann.
Seitdem mute ich meinem Kind keine(n) Therapeut*in mehr zu, von dem ich nicht überzeugt bin. Kinder ziehen aus einer mäßigen Therapie immer Frust, bin ich überzeugt. (Und es gibt da auch nicht endlos Bereitschaft zum Neuanfang woanders.) So lala bringt nichts. Lieber was richtig Gutes suchen.

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

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Re: Belohnungssystem

Beitragvon KäthemitA. » 26.07.2019, 16:42

Liebe Maja,

ich habe drei Fragen an Dich:

Arbeitet Dein Sohn gerne mit diesem Therapeuten?

Möchtest DU mit diesem Therapeuten zusammen arbeiten? Denn das wirst Du müssen. Meine Erfahrung ist, dass bei den Therapien des Kindes auch die Eltern "mitbearbeitet" werden (Pychotherapie), oder "mitarbeiten" (Ergotherapie).

Stell Dir vor, Du hättest die Zusammenarbeit beendet: Fühlst Du Dich erleichtert oder eher schlecht?

Je nachdem wie die Antworten auf diese Fragen ausfallen, würde ich mich entscheiden.

Grüße Käthe
Käthe mit A. *06.13 Asperger Autist

MajaJo
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Re: Belohnungssystem

Beitragvon MajaJo » 27.07.2019, 20:54

Ihr Lieben,

wieder Danke! Ihr habt mich von hilflos, frustriert, am Strohalm klammernd wieder zu selbstbewusst, kämpferisch aufgebaut. Ich habe nun mein sachliches Gefühl zurück und ich werde das Ganze so nicht fortsetzen. Ich überlege noch, ob ich es jetzt "einfach so" beende oder dem Therapeuten in einem Gespräch noch meine Beweggründe darlege. Am meisten habe ich mich über seine letzte Aussage geärgert: "Wir sehen keinen Hinweis auf Autismus." ohne jemals danach geschaut zu haben, statt dessen wird die Diagnose "Störung des Sozialverhaltens mit depressiver Störung vergeben", wo hinsichtlich der Störung des Sozialverhaltens nicht ein einziges Diagnosekriterium erfüllt ist.

Liebe Grüße

Maja
Maja m. Jo (*10) Neurod., Ichth. vulgaris, Asthma, Allergien m. Anaphylaxie, GdB 70 H, A (*05) Chêneau-Korsett versorgte Skoliose und Sternenenkel (3/18-5/18)

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Re: Belohnungssystem

Beitragvon MajaJo » 09.09.2019, 15:32

Hallo zusammen,

MajaJo hat geschrieben:Ich bin noch unsicher, ob ich mich vielleicht doch aktiv an eine Autismusambulanz wenden sollte, denn der nächste Supergau kommt im neuen Schuljahr bestimmt.


Heute hatte ich einen Termin in der Kinder- und Jugendambulanz von Autismus Deutschland. Die dortige Psychologin hielt meinen Verdacht aufgrund meiner Schilderungen nicht für unbegründet. "Unser" Kinder- und Jugendpsychotherapeut hat sich derweil vor zwei Wochen verselbständigt und uns nach Auswertung des FSK gleich mit dem ADI-R überrascht. Angeblich hat er die entsprechende Weiterbildung dafür. Die Psychologin von Autismus Deutschland machte nun den Vorschlag, die Diagnostik erstmal dort fortzuführen und auf einen positiven Ausgang zu hoffen. Dazu bot sie ihre Unterstützung an. Ich hoffe, der Therapeut nimmt sie an.

Als ich hier in alten Threads wühlte, um mich auf den heutigen Termin vorzubereiten, stellte ich fest, dass mich bereits 2013 eine Userin gefragt hatte, ob bei Jo Autismusverdacht bestünde. Echt nicht zu fassen. Damals habe ich seine ganzen Probleme auf die Haut geschoben.

Sonst läuft es derzeit relativ gut. Nur die fehlenden Hausaufgaben machen mich irre. Die Lehrerin will auch nicht darauf achten, dass er die Hausaufgaben in sein Hausaufgabenheft einträgt. Sonst wurden sie immer im Hort gemacht.

Liebe Grüße

Maja
Maja m. Jo (*10) Neurod., Ichth. vulgaris, Asthma, Allergien m. Anaphylaxie, GdB 70 H, A (*05) Chêneau-Korsett versorgte Skoliose und Sternenenkel (3/18-5/18)


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