Wohngeldamt und Wohngruppe

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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violaya
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Wohngeldamt und Wohngruppe

Beitragvon violaya » 14.05.2019, 10:08

Hallo,

ich finde hier nichts zum Thema beim Suchen, vielleicht kann mir jemand helfen.

Seit 6 Monaten ist es ein hin und her mit dem Wohngeldamt, welche Unterlagen sie noch
wollen und es werden immer mehr. Von der Logik her müste doch mein Sohn zur Haushalts-
gemeinschaft zählen, was die Miete betrifft, auch wenn er in der Autismus-Wohngruppe ist?
Er ist hier gemeldet, kommt regelmäßig und behält natürlich auch sein Zimmer.

Nach zahllosen Unterlagen soll ich nun einen Hilfeplan vorlegen, wobei ich finde, dass
irgendwelche Details eigentlich nichts mit dem Wohngeldamt zu tun haben. Oder?

Gibt es hier irgendwelche Erfahrungen oder eindeutige Regelungen? Scheinbar ist das Amt
selbst damit auch überfordert.

Gruß
Viola
Viola (1974, alleinerziehend), Hüftdysplasie, Rosacea
und Sohn (2006), 2010 Diagnose frühkindlicher Autismus "high-functioning", meine Erachtens hyperaktiv, zeitweises Stottern
2015 ASS bestätigt + einfache Aufmerksamkeitsstörung

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RolliTanteSilvi
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Re: Wohngeldamt und Wohngruppe

Beitragvon RolliTanteSilvi » 14.05.2019, 12:01

Hallo Viola,

leider kann ich dir gezielt nicht weiter helfen aber schau mal ob Du hier fündig wirst - https://www.wohngeld.org/antrag.html - https://www.wohngeld.org/haushaltsmitglieder.html

Anscheinend sind die Anträge von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich strukturiert in Sachsen gibt es ein separates Formular für Heimbewohner - https://www.wohngeld.org/service/sachse ... wohner.pdf

LG Silvi
Moritz (geb.2007) - richtiger Sonnenschein und "Wirbelwind" mit Muskeldystrophie des Typs Duchenne - hat beide Eltern bei einem Autounfall verloren - seit 2017 Diffuser Ösophagusspasmus (Schluckstörung) - seit 2018 Tracheastoma & GastroTube
" Auch aus Steinen, die Dir in den Weg gelegt werden, kannst Du etwas bauen". (Erich Kästner)

Michaela44
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Re: Wohngeldamt und Wohngruppe

Beitragvon Michaela44 » 14.05.2019, 12:37

Wie ist es denn bei getrennt lebenden Eltern: hat der Elternteil, der nur am Wochenende und in den Ferien Besuch vom Kind erhält, Anspruch darauf, dass das Kind irgendwie beim Wohngeld mit berücksichtigt wird? Das wäre eine ähnliche Situation.

Weiterhin kannst du ungeachtet von gesetzlichen Regelungen argumentieren und darstellen, warum explizit für deinen Sohn ein eigenes Zimmer notwendig ist (Aufrechterhaltung familiärer Kontakte, benötigt aufgrund der Behinderung ein eigenes Zimmer, er kann nicht alle Sachen mit in die WG nehmen, es ist nicht absehbar, wie lange er dort wohnt und du kannst nicht jedes Jahr umziehen...)

Ich kann verstehen, dass sie den Hilfeplan sehen wollen, denn darin sind die Unterbringung, die geplante Dauer und auch die Heimfahrten enthalten. Die anderen persönlichen Dinge und Ziele kannst du ja schwärzen.
Asperger Autistin
mit neurodiverser Familie

Kaja
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Re: Wohngeldamt und Wohngruppe

Beitragvon Kaja » 15.05.2019, 19:46

Hallo,

@Michaela: dieser Fall ist in § 5 Absatz 4 WoGG sowie in den Verwaltungsvorschiften zum WoGG geregelt:

https://www.gesetze-im-internet.de/wogg/__5.html

Betreuen nicht nur vorübergehend getrennt lebende Eltern ein Kind oder mehrere Kinder zu annähernd gleichen Teilen, ist jedes dieser Kinder bei beiden Elternteilen Haushaltsmitglied. Gleiches gilt bei einer Aufteilung der Betreuung bis zu einem Verhältnis von mindestens einem Drittel zu zwei Dritteln je Kind. Betreuen die Eltern mindestens zwei dieser Kinder nicht in einem Verhältnis nach Satz 1 oder 2, ist bei dem Elternteil mit dem geringeren Betreuungsanteil nur das jüngste dieser Kinder Haushaltsmitglied.


http://www.verwaltungsvorschriften-im-i ... _SWII4.htm

Kinder von getrennt lebenden Eltern, die Kinder zu annähernd gleichen Teilen betreuen, und gleichgestellte Fälle:
(1) Ein Kind von nicht nur vorübergehend getrennt lebenden Eltern ist bei dem Elternteil zu berücksichtigendes Haushaltsmitglied, bei dem es seinen Mittelpunkt der Lebensbeziehungen hat (siehe Nummer 5.15). Kind im Sinne des § 5 Absatz 4 WoGG ist das minderjährige Kind.
(2) Betreuen die nicht nur vorübergehend getrennt lebenden Eltern das Kind oder die Kinder zu annähernd gleichen Teilen, rechnet das jeweilige Kind bei beiden Elternteilen als zu berücksichtigendes Haushaltsmitglied. Das Gleiche gilt, wenn die Eltern das Kind im zeitlichen Umfang von mindestens einem Drittel zu zwei Dritteln betreuen.
(3) Eine Betreuung zu annähernd gleichen Teilen bzw. eine Betreuung in einem zeitlichen Umfang von mindestens einem Drittel zu zwei Dritteln liegt nur vor, wenn sich das Kind abwechselnd und regelmäßig bei beiden Elternteilen aufhält. Bei der Beurteilung des Betreuungsverhältnisses sind die Verhältnisse im BWZ maßgebend. Eine Änderung des Betreuungsverhältnisses kann eine Änderung im Sinne des § 27 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 oder des Absatzes 2 Satz 1 Nummer 1 WoGG sein.
(4) Der Umfang der Betreuung ist für jedes Kind glaubhaft zu machen. Eine gerichtliche Regelung bzw. eine schriftliche Vereinbarung der Eltern oder sonstige Unterlagen sind gegebenenfalls beizufügen.
(5) Haben nicht nur vorübergehend getrennt lebende Eltern mehrere Kinder und wird die Betreuung unterschiedlich ausgeübt, ist
1. auf die annähernd zu gleichen Teilen und auf die bis zu einem Verhältnis von mindestens einem Drittel zu zwei Dritteln betreuten Kinder § 5 Absatz 4 Satz 1 WoGG und
2. auf die in einem anderen Verhältnis betreuten Kinder § 5 Absatz 4 Satz 3 WoGG anzuwenden. Als Betreuung gilt nur, wenn das Kind von einem Elternteil nur unwesentlich weniger als zu einem Drittel betreut wird. Der gelegentliche Umgang mit dem Kind gilt nicht als Betreuung.
(6) Wenn ein Elternteil mindestens zwei Kinder von unterschiedlichen Partnern, von denen er jeweils nicht nur vorübergehend dauernd getrennt lebt, hat, und er diese Kinder nicht mindestens zu einem Drittel betreut, ist § 5 Absatz 4 Satz 3 WoGG entsprechend anzuwenden. Zur Definition der Betreuung vgl. Absatz 5 Satz 2 und 3.

@Silvi: das beziegt sich auf "Nur"-Heimbewohner nach § 3 Absatz 1 Satz 2 Nr. 3 WoGG
@Viola: ich denke, es geht dem Amt darum festzustellen, woh der Lebensmittelpunkt deines Sohnes ist:

Selbst genutzter Wohnraum bei Abwesenheit:

Wohngeld wird nur für selbst genutzten Wohnraum geleistet. Diese Voraussetzung ist auch dann erfüllt, wenn bei einer Abwesenheit (z. B. Montagetätigkeit, Krankenhausaufenthalt oder Aufenthalt in einer Justizvollzugsanstalt) der Wohnraum weiterhin der Mittelpunkt der Lebensbeziehungen bleibt (vgl. Nummer 5.15). Die Regelung gilt auch für Alleinstehende. Bei Haftaufenthalten in Justizvollzugsanstalten, die die Dauer von zwölf Monaten überschreiten, ist nach den Umständen des Einzelfalls (z. B. persönliche und familiäre Bindungen, Freigang) der Mittelpunkt der Lebensbeziehungen zu überprüfen...

Mittelpunkt der Lebensbeziehungen:

(1) Personen haben in derjenigen Wohnung ihren Mittelpunkt der Lebensbeziehungen, die von ihnen vorwiegend sowohl in beruflicher als auch privater Hinsicht genutzt wird. Mittelpunkt der Lebensbeziehungen einer verheirateten oder eine Lebenspartnerschaft führenden Person, die nicht dauernd getrennt lebt, ist die vorwiegend benutzte Wohnung der Familie. Mittelpunkt der Lebensbeziehungen einer minderjährigen Person ist grundsätzlich die Wohnung der Personensorgeberechtigten (siehe auch Nummer 5.41). Der Mittelpunkt der Lebensbeziehungen befindet sich immer nur in einem bestimmten Wohnraum; bei einem Umzug nicht zum Ersten eines Monats, ist jedoch ein Wohngeldantrag ab Einzug in die neue Wohnung auch bereits für den laufenden Monat möglich, auch wenn für diesen Monat für den anderen Wohnraum bereits Wohngeld geleistet wurde (vgl. auch Nummer 25.21).

(2) Indizien für den Mittelpunkt der Lebensbeziehungen können u. a. sein ... der Hauptwohnsitz

Viele Grüße Kaja

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Regina Regenbogen
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Re: Wohngeldamt und Wohngruppe

Beitragvon Regina Regenbogen » 16.05.2019, 05:37

Kaja hat geschrieben:@Viola: ich denke, es geht dem Amt darum festzustellen, woh der Lebensmittelpunkt deines Sohnes ist:

Und der Hilfeplan wird u. U. verlangt um festzustellen, ob und in welchem Zeitrahmen eine dauerhafte Rückführung in den elterlichen Haushalt vorgesehen ist.
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
Sohn * 09/2001 - ADS
Tochter * 04/1998 - nix
Tochter * 08/1989 - Peronaeusparese


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