Wohngruppe verpflichtet??

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

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sima612
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Wohngruppe verpflichtet??

Beitragvon sima612 » 10.05.2019, 12:56

Hallo,

unser Sohn, 21 Jahre......schwerstmehrfachbehindert, Anfallsleiden .......ist vor ca 1,5 Jahren bei uns zu Hause ausgezogen und in eine vollstationäre Wohngruppe eingezogen.

Er fühlt sich dort pudelwohl. Das was ihm dort geboten wird, konnten wir ihm nicht mehr bieten und somit Zufriedenheit bei allen Beteiligten.
Wir konnten sogar unseren rollstuhlgerechten Bus verkaufen, da der Träger auch solche Fahrten (Friseur, Arzt oä) übernimmt.

Jetzt kam aber vor ein paar Tagen die Info, daß sie die Fahrten, in eine ca 70km entfernte Klinik, in der die vierteljährliche Botoxinjektion vorgenommen wird, und in der seine ganze Hilfsmittelversorgung (Rollstuhl, Orthesen,Therapiestuhl etc), NICHT MEHR geleistet werden kann.

Die Fahrten wurden von einem der Betreuer gemacht und ich bin mitgefahren.
Begründung.......es würden zu viele Stunden dabei ´draufˋ gehen und in einer anderen Wohngruppe, in der selben Stadt, würde man das auch nicht handhaben.

Erstmal standen wir völlig hilflos und allein gelassen da, weil ja auch unser Bus nicht mehr da war,
Natürlich kommen wir in die Klinik, mit einen Rollitaxi.....Transportschein usw........

Was mir jetzt nur sauer aufstößt:

Dieser Träger übernimmt die 24/7 vollstationäre Unterbringung unseres Sohnes aber übernimmt NICHT das Gesamtpaket.

Diese Klinik ist hier in der Gegend führend in der Neuroorthopädie und ich kenne auch keine Alternative die näher dran ist.

Meine Frage: ist der Träger nicht verpflichtet diesen Besuch zu leisten?
Was ist wenn wir als rechtliche Betreuer verunfallen und sterben? Bekommt unser Sohn diese notwendige
Behandlung dann nicht mehr?
Freie Arztwahl ist doch wohl auch bei Behinderten gültig, bzw. deren Vormund?
Wie sieht es rechtlich aus? Könnte ich diese Leistung einklagen?

Wie gesagt, wir sind mit der Wohngruppe sehr sehr zufrieden, aber nur ein Teil der Betreuung zu übernehmen und nicht das Gesamtpaket finde ich nicht in Ordnung :?

Wer weiß was....
Über Infos wäre ich dankbar

S.

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IlonaN
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Re: Wohngruppe verpflichtet??

Beitragvon IlonaN » 13.05.2019, 07:13

Hallo,
das ist mehr als ärgerlich. Schaut in euren Heimvertrag bzw. sprecht mit dem Kostenträger, der muß ja ganz genau wissen was er zahlt. Ihr hattet doch sicherlich einen Bedarfsbogen damals bei der Eingliederungshilfe ausgefüllt der die Grundlage für die Gelder legt die die Einrichtung bekommt. Vorher würde ich mich nochmal Schriftlich per Mail oder so an die Heimleistung wenden und die die Absage schriftlich mit Begründung erbeten.
Viel Glück.
Ich 1961 Ösophagusatresie
Großfamilie mit leibl.Kindern/Ado-Kind und Pflegekindern mit FASD, ADHS, Autismus, Bindungsstörung mit Enthemmung ,Asthma, Neurodermitis u.v.m.

Katrin_und_Kids
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Re: Wohngruppe verpflichtet??

Beitragvon Katrin_und_Kids » 13.06.2019, 09:53

Also ich kenne es so, dass das für Fachärzte schon so ist, dass die Häuser das leisten sollen. Natürlich geht dabei viel Zeit drauf, aber am Ende ist es im Grunde ja so vorgesehen, wenn die Menschen ausziehen/umziehen. Im Rahmen des neuen WTHG gibt es da eine Menge Neuerungen, weil ja
nun alles einzeln berechnet werden muss, da wird sich dann nochmal die Frage stellen, wer sowas begleiten kann...

Ich würde da ins Gespräch gehen und anschauen, wie das zustande kommt... UND: ich versuche immer, beide Seiten zu sehen. Die Wohnheime sind ja allermeistens auch unterbesetzt und da muss man dann vllt auch nochmal abwägen. Ich kenne auch viele Eltern, die diese Facharztuntersuchungen/Behandlungen mit hohem Zeitaufwand selber begleiten; eben über nen Taxischein dann.
Katrin (1975), alleinerziehend seit 12 Jahren,
bei uns geht's unter andrem um ASS, AD(H)S, LRS, BPS und den gängigen Alltag in der Pubertät mit alle seinen Höhen und Tiefen

Sohn, 18 Jahre
Tochter, 14 Jahre


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