Krankenkasse stellt sich quer

So manches Kind muss aufgrund seiner Behinderung besonders intensiv betreut werden - z. B. mit Hilfe eines Pflegedienstes. Viele Kinder werden von einer Krankenschwester in Kindergarten oder Schule begleitet, um optimal versorgt werden zu können. Das gilt beispielsweise für viele tracheotomierte Kinder. In dieser Rubrik können sich Eltern von so genannten Intensivkindern über die besonderen Bedürfnisse ihrer Kinder austauschen.

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Steffi & Alexander So
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Krankenkasse stellt sich quer

Beitragvon Steffi & Alexander So » 08.05.2019, 07:29

Guten Morgen zusammen,

ich bin grad etwas ratlos, und nicht sicher ob ich den Wald vor lauter Bäumen nicht sehe, oder ob ich die Situation richtig einschätze….

Folgender Sachverhalt:

Mein Sohn PG5, bis jetzt durch eine Fachkraft in der Schule betreut. Zusätzlich hatten bis August 2018 regelmäßig am WE noch Entlastung durch eine KS von 15 Std. Aufgrund des Personalmangels sind wir froh dass überhaupt jemand in der Schule sitzt. Diese Kraft kommt auch dann nach hause wenn Junior krank ist, bzw. Ferien sind.
Da bei uns alle PD ausgelastet sind und keiner Kapazitäten waren wir am überlegen das persönliche Budget zu beantragen.

Gesagt, mit der KK zusammengesetzt und besprochen.

Diese ist jetzt aber der Meinung dass mein Sohn nur noch in der Schule eine Betreuung braucht. Diese am WE und in den Ferien ist Privatvergnügen, und es könnte ja jeder machen…..

Jetzt war der MDK da und hat ein Gutachten erstellt in dem steht:

DIE NAHRUNGSAUFNAHME WIRD KOMPLETT ÜBERNOMMEN. DER JUNGE HAT SCHLUCKSTÖRUNGEN. DIE ASPIRATIONSGEFAHR IST ERHÖHT…… EFFEKTIVES ABHUSTEN BEI HOHER SEKRETPRODUKTION IST DEM JUNGEN NACH EINER MAHLZEIT NUR MIT AKTIVIERUNG, MOTIVATION UND ABVIBRIEREN DES THORAXES MÖGLICH UND MUSS IMMER DURCHGEFÜHRT WERDEN.

Er hat auch ein Urostoma und muss alle 3 Std. kathetert werden.....

Weiterhin heißt es:

Veränderung der Pflegesituation:
Entlastung der Pflegeperson, Entlastung durch zusätzliche geleistete Stunden des Pflegedienstes.

Wir würden ja sehr gerne die Verhinderungspflege beanspruchen, es traut sich nur keiner unseren Sohn zu nehmen. (ich möchte niemanden der sich unsicher ist meinen Sohn geben)

Die offene Behinderten Arbeit die Ausflüge am WE und in den Ferien organisiert, würde unseren Sohn nur dann mitnehmen wenn das mit dem Essen eingeben und Trinken und kathetern von einem PD bzw. einer von uns mitgeschickten Fachkraft übernommen wird.

KK ist der Meinung dass die offene Behinderten Arbeit diese Dinge übernehmen müsste, diese weigert sich aber!

Die Schule wird im Moment 50% von der KK und 50% vom Bezirk bezahlt. Die KK meint dass sie großzügig sind und die nächsten 2 Jahre die Kosten noch mit tragen und dann ist der Bezirk alleine zuständig…..

Habt Ihr Ideen, oder einen Tipp?
Liebe Grüße Steffi
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Steffi (08/82) mit Alexander (04/08), ICP, Entwicklungsverzögerung, Hydrocephalus (vers. mit VP-Shunt), Tetraspastik, Harnblasendiverdikel, Epilepsie, neurogene Blase, chronisches Lungenempyem

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anna h.
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Re: Krankenkasse stellt sich quer

Beitragvon anna h. » 08.05.2019, 07:39

Hallo Steffi,
ich würde mir da sachkundige Unterstützung/Beratung holen. Vielleicht auch einen wirklich in dem Bereich kundigen Anwalt.
Denn Ihr müsst beginnen, sauber zu argumentieren und die Begriffe sauber benutzen. Indem Du von Betreuung sprichst, signalisiert das, dass die KK tatsächlich nicht zuständig ist. Bei Euch gehts aber vorrangig um Pflege u da kenne ich den Weg nicht genau. Aber ich glaube, Ihr müsstet eine bestimmte Anzahl an Pflegestunden pro Tag verordnet bekommen u damit dann entweder über einen Pflegedienst oder selbstgesucht (pers. Budget) Pflegekräfte suchen. Dann gehen aber wirklich auch keine "einfachen" Betreuungskräfte mehr.
Aber hier gibts sicher Eltern, die genau das durch haben.
Viel Erfolg
Anna H.

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Jakob05
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Re: Krankenkasse stellt sich quer

Beitragvon Jakob05 » 08.05.2019, 09:03

Hallo Steffi,
ich habe schon vor Jahren unsere Verordnung von Std./Tag auf ein Kontingent von 220 Stunden pro Monat umgestellt, so ist es der KK egal, wann ich die Stunden abrufe. Auch wenn mein Jüngster viel umkomplizierter zu versorgen ist als deiner, nimmt ihn auch KEIN FED oder ähnliches, Immer wird eine KKs als Begleitung gefordert. Ich denke, das wissen die KK schlichtweg nicht, muss ihnen mal vor Augen geführt werden. Am besten schreibst du diese Dienste an und lässt dir das mal schriftlich bestätigen. Das elitest du an die Kassen weiter. Für Details zum Persönlichen Budget, kann ich dir unsere "Profis " im Verein empfehlen, die dies schon jahrelang erfolgreich durch haben. Schau mal auf www.intensivkinder.de. Unsere Regionalleitung NRW ist da sehr fit. Für Bayern kann ich dir evtl. auch jemanden empfehlen, ich vertrete das Rhein-Main-Gebiet, nutze das PB aber selbst nicht.
Cordula (65) mit I. (86), M. (88 mehrfachbehindert, HF-Autist), J. (†28.07.05,*02.08.05,37.SSW) + K. 10/07 (GS, HD, Rachenfehlbildung,Tracheostoma)

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Re: Krankenkasse stellt sich quer

Beitragvon Steffi & Alexander So » 13.05.2019, 14:03

Hallo,

vielen Dank für eure Meinungen,

die KK hat sich gerade nochmal gemeldet und mir mitgeteilt dass auch jetzt Fachkräfte gesucht werden dürfen.

Desweiteren würde sich der Herr der KK nochmal mit uns zusammensetzen und ein paar Dinge besprechen. Das hört sich für mich sehr vernünftig an, und ich sehe es als positives Zeichen dass die KK auf uns zukommt.

Die KK überlegt jetzt auch wie wir das mit den Ausflügen am WE lösen können.

Das einzige was jetzt noch nicht passt ist, falls mein Sohn Ferien hat bzw. krank ist, ich alleine für die Versorgung zuständig bin. Bis jetzt hatten wir ja eine Fachkraft da die dann nach Hause kam, damit ich arbeiten gehen kann. Da muss ich mir noch eine Strategie überlegen, so möchte ich das nicht gelöst sehen.....
Liebe Grüße Steffi
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