Autismus wegen Impfung ?

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bellsaskia
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Autismus wegen Impfung ?

Beitragvon bellsaskia » 05.05.2019, 15:22

Hallo Ihr lieben,

in unserer Nachbarschaft ist eine neue Familie eingezogen. Das Nesthäkchen der Familie hat den Verdacht auf Autismus.

Der Papa erzählte mir, dass sein Kind sich bis zum 14. Lebensmonat völlig normal entwickelte. Danach verstummte das Kind und machte keine einen in sich gekehrten Eindruck. Es ist nach wie vor nonverbal.

Laut den Ärzten kann das mit der Impfung zusammen hängen. Das wurde ihnen von sämtlichen Ärzten bestätigt.

Also mein Arzt hat nur mit dem Kopf geschüttelt. Wie seht ihr das ?

LG
Saskia

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Tina4K
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Re: Autismus wegen Impfung ?

Beitragvon Tina4K » 05.05.2019, 15:32

Schwierig, die Verbindung zwischen MMR- Impfung und Autismus wurde nie bestätigt, es gab dazu einige gute Studien. Ich weiss dass es Impfschäden gibt und das sie gerne von der Pharmaindustrie verheimlich werden. Ich glaube aber nicht an die Verbindung Autismus und Impfung. Für mich ist Autismus eine genetisch bedingte „Krankheit“
Mein Mann und zwei Kinder sind betroffen, ein Kind hat von diesen Genen ein bisschen etwas abbekommen, für Autismus reicht es aber nicht, er ist Verhaltensoriginell.
Mein Sohn hat die Impfung erst mit 8 Jahren bekommen, da war er schon Autist. Der Kleine hat noch keine Impfung bekommen und zeigt schon autistische Züge, Diagnose steht noch aus.

Angela77
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Re: Autismus wegen Impfung ?

Beitragvon Angela77 » 05.05.2019, 15:36

Hallo,
ich kenne beide Seiten. Aufgrund meinens eigenen nach IfSG anerkannten Imfpschadens wurde meinSohn auf meinen Wunsch hin nicht geimpft. Dennoch regredierte er mit 14 Monaten, also im besten MMR-Impfalter, ähnlich wie Euer Nachbarkind. In Benes Fall also eindeutig KEIN Impfschaden ....
LG
Angie
Bene (2008): regressiver Autismus, schwerste expressive Sprachentwicklungsstörung (bei sehr gutem Sprachverständnis!), Bildung von Casiomorphin und Gliadorphin
Vorstellung plus Diäteffekte:
http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic73493.html

Primär nächtliche Epilepsie im motorischen Sprachzentrum (leider erst erkannt im März 2015!!!)

Ullaskids
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Re: Autismus wegen Impfung ?

Beitragvon Ullaskids » 05.05.2019, 15:56

Hallo,
dass sich das so hartnäckig hält...
https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Im ... bodyText14
Es gibt eine Menge Erkrankungen, die im besten Impfalter ausbrechen. Das dann reflexhaft auf die Impfung zu schieben statt der Ursache durch Gentests etc. auf den Grund zu gehen, finde ich ganz schön eindimensional.
Viele Grüße,
Ulla mit Tochter (15): Gendefekt, Epilepsie, Skoliose etc.

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Engrid
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Re: Autismus wegen Impfung ?

Beitragvon Engrid » 05.05.2019, 16:16

Hallo,

bei uns auch: Erste Aufälligkeiten in zeitlicher Nähe zur Impfung. Aber: Das ist kein Impfschaden (rückblickend gab es auch vorher schon Anzeichen, halt nicht so offensichtliche).
Dieses Märchen, Autismus entstehe durchs Impfen, geht auf eine bezahlte und dafür gefakte Studie (Wakefield) zurück. Ist nicht seriös. Siehe Ullas Link.

Dass grade in dem Alter viele autistische Kinder erstmals auffällig werden, hat offenbar mit der Gehirnentwicklung zu tun, die halt in Phasen abläuft.

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

Jörg75
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Re: Autismus wegen Impfung ?

Beitragvon Jörg75 » 05.05.2019, 16:45

Hallo Saskia
Laut den Ärzten kann das mit der Impfung zusammen hängen. Das wurde ihnen von sämtlichen Ärzten bestätigt.
ja, es gibt Impfschäden - selten, aber es gibt sie.

Aber - es gibt keinen Hinweis auf eine Verbindung der MMR-Impfung mit Autismus. Das ist der alte Schwachsinn von Wakefield, der ein Betrüger ist, der mit einer nachweislich gefälschten und vom Veröffentlichsorgan zurückgezogenen Studie versuchte, aus wirtschaftlichem Eigeninteressen die MMR-Impfung zu diskreditieren. Er hat inzwischen seine Zulassung als Arzt verloren ... https://de.wikipedia.org/wiki/Andrew_Wakefield und https://de.wikipedia.org/wiki/MMR-Impfs ... _Wakefield
Wer dieser "Studie" folgt, hat nicht "alle Tassen im Schrank".

Gruß
Jörg
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Re: Autismus wegen Impfung ?

Beitragvon HeikeLeo » 05.05.2019, 17:03

Liebe Saskia,

mein Sohn ist nach den Windpocken regrediert. Damals gab es die Impfung noch nicht.

Inzwischen wird gegen Windpocken geimpft. Einen Impfschaden anerkannt zu bekommen ist mit Sicherheit sehr aufreibend. Vorgesehen ist eine bestätigte Schadwirkung innerhalb der ersten vier Wochen nach der Impfung. In allen anderen Fällen darf man es als Patient beweisen. Das geht nicht. - Wenn es bei Euren Nachbarn den konkreten Anfangsverdacht gibt, lohnt es sich aber wahrscheinlich schon, dem nachzugehen.
Die meisten anerkannten Impfschadensfälle gehen auf die Pockenschutzimpfung zurück. Da gibt es ganz dramatische Geschichten.

Andrew Wakefield hat eine Korrelation zwischen Aspergerdiagnosezahlen und MMR-Impfung Anfang der 1990er in Großbritannien gezeigt. Danach setzte eine Hexenjagd ein. Am Guten einer Impfung darf nicht gezweifelt werden!

Liebe Grüße
Heike

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Re: Autismus wegen Impfung ?

Beitragvon rena99 » 05.05.2019, 19:24

Danach setzte eine Hexenjagd ein.
Na ja, da muss man Verschiedenes trennen.

Tatsache ist, dass Wakefield nicht wissenschaftlich seriös gearbeitet hat, sich bezahlen ließ und in GB nicht mehr als Arzt arbeiten kann.

Dass seine unterirdische "Studie" eine solche Verbreitung gefunden hat, da sind auch die Journalisten nicht unschuldig, die so etwas zügig in die Öffentlichkeit bringen (https://www.vox.com/2015/3/23/8264355/r ... study-hype und http://time.com/5175704/andrew-wakefiel ... ne-autism/).

Das macht sie Sache inhaltlich aber nicht besser. Und leider hat so etwas ein langes Leben im Netz.

@bellsaskia: Wenn ein Arzt selbst einen Impfschaden vermutet, dann sollte man dem sicher nachgehen, verallgemeinern lassen sich solche (immer bedauerlichen) Einzelfälle aber in der Regel nicht. Und zum Zusammenhang mit der MMR-Impfung gibt es mittlerweile auch seriöse Studien, die eben keinen Zusammenhang finden (https://www.chop.edu/centers-programs/v ... nes-autism).

LG
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Re: Autismus wegen Impfung ?

Beitragvon Jörg75 » 05.05.2019, 20:00

Hallo Heike,
Andrew Wakefield hat eine Korrelation zwischen Aspergerdiagnosezahlen und MMR-Impfung Anfang der 1990er in Großbritannien gezeigt.
nein, das hat er gerade nicht! Er hat eine "Studie" mit 12 Teilnehmern gemacht, die noch dazu bezahlt und gefaked war! Wakefield hat nichts nachgewiesen, was jemals mit Autismus und der MMR-Impfung zu tun hatte.

Gruß
Jörg
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Sheila0505
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Re: Autismus wegen Impfung ?

Beitragvon Sheila0505 » 05.05.2019, 21:54

Hi, es war mal großes Thema, dass das Konservierungsmittel Thiomersal im Zusammenhang mit Autismus steht. Internationale Studien konnten das allerdings keineswegs bestätigen. Die Auswertungen zahlreicher (internationaler) Studien ergaben sogar, dass ein Zusammenhang wohl nicht gegeben ist, da schlussendlich kein Zusammenhang erhellt werden konnte. Und dennoch säten diese Schlagzeilen bei zahlreichen Bürgern erhebliche Zweifel und Impfgegner saugten das auf wie ein Schwamm. Daraufhin entwickelte man vorsorglich - für alle empfohlenen Schutzimpfungen - Alternativen: Impfungen ohne
quecksilberhaltige Stoffe wie Thiomersal, um schlichtweg auch jene mit den Impfungen erreichen zu können, welche sich dadurch zu sehr verunsichern ließen und aus Angst nicht Impfen ließen.
Diverse Antiimpfseiten "argumentieren" sehr gerne damit, dass es massive Datenmanipulationen und - Vernichtungen gab und das übliche Pipapo, sie glauben auch nicht an ein Entgegenkommen, sondern an einer nicht zugegebenen bzw. somit verschleierten Notwendigkeit auf Alternativen umzusteigen. Wie man es macht, ist es halt falsch.


Dein neuer Nachbar: Wenn die "Ärzte" deines neuen Nachbarn tatsächlich "allesamt" auf die Wahrscheinlichkeit eines Zusammenhangs hinweisen, zumindest aber die Wahrscheinlichkeit bestätigen, dann kann ich mir schon vorstellen, zu welcher Art von " Ärzten" euer Nachbar geht. Sicherlich keine, zu welchen ich mit meinen Kindern hingehen würde.

Liebe Grüße, Sheila


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