Open petition für individuelle Impfentscheidungen

Kontakte zu anderen Eltern mit besonderen Kindern gewünscht? Kein Problem - Kontaktgesuche könnt ihr hier unter Angabe eurer E-Mail-Adresse einstellen.

Wer möchte, kann auch auf Krabbel- und Spielgruppen für besondere Kinder aufmerksam machen und wichtige Termine (z. B. von Selbsthilfegruppen, Fernsehsendungen über besondere Kinder etc.) angeben.

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HeikeLeo
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Re: Open petition für individuelle Impfentscheidungen

Beitragvon HeikeLeo » 31.05.2019, 18:57

Liebe Angela,

die Fakten sprechen für sich. In der Politik geht es aber sehr selten um Fakten, sondern es geht um INTERESSEN.

Da stellt sich hier eben die Frage, wer welche Interessen hat. Impfgegner haben das Interesse sich NICHT impfen zu lassen, weil durch die Impfung als solcher erst einmal die körperliche Unversehrtheit in Frage gestellt wird. Impfbefürworter haben vor allem das Interesse, dass sich ANDERE impfen lassen. Und dann gibt es noch eine ganze Reihe anderer Akteure, deren Interessen nicht transparent sind.

Danke für das Reinstellen des Textes.

Liebe Grüße
Heike

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melly210
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Re: Open petition für individuelle Impfentscheidungen

Beitragvon melly210 » 31.05.2019, 19:58

Angela, ich finde GERADE Familien wie deine würden von einer Impfpflicht profitieren. Weil ja, es gibt eben Leute bei denen ein erhöhtes Risiko besteht wenn sie sich impfen lassen. Weil sie oder etliche nahe Angehörige schon Probleme hatten, weil es ihre Gesundheit nicht zulässt etc ppp. Diese Familien profitieren massiv von einem guten Herdenschutz. Wenn 98 % der Bevölkerung geimpft sind, ist eine Ansteckung der restlichen 2 % extrem unwahrscheinlich. Klar ist es dann aufwändiger, ein nichtimpfen aus medizinischen Gründen durchzusetzen als jetzt, wo man eben einfach nicht impft. Aber dafür sinkt eben die Wahrscheinlichkeit sich schwere Krankheiten zu fangen auch ohne Impfung dann deutlich.

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Re: Open petition für individuelle Impfentscheidungen

Beitragvon HeikeLeo » 31.05.2019, 21:15

Liebe Melly,

das spricht sehr deutlich dafür, dass man die Impfpflicht unbedingt für Erwachsene braucht. Bei Kindern hat man ausreichend hohe Impfraten. Bei Erwachsenen überhaupt nicht.

Liebe Grüße
Heike

Annileinchen
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Re: Open petition für individuelle Impfentscheidungen

Beitragvon Annileinchen » 31.05.2019, 21:41

Nun, aber viele Erwachsene hatten doch die Masern als Kind. Da braucht man doch keine Impfung mehr, der Schutz gilt ja als ausreichend.

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Alexandra2014
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Re: Open petition für individuelle Impfentscheidungen

Beitragvon Alexandra2014 » 31.05.2019, 22:09

Annileinchen hat geschrieben:Nun, aber viele Erwachsene hatten doch die Masern als Kind. Da braucht man doch keine Impfung mehr, der Schutz gilt ja als ausreichend.


Viele, ja. Aber manche auch eben nicht. Oftmals wissen sie es selbst dann gar nicht, ob sie Masern hatten oder nicht. Mutti erinnert sich nicht mehr oder verwechselt Masern und Röteln. Sicher ist dann nur eine AK Bestimmung.

Dann gab es den Übergang: ab 1973 gab es nur eine einmalige Impfung und erst ab 1991 die zweite Impfung gegen Masern in der BRD. Bei der einmaligen Impfung konnte es sein, dass kein ausreichender Titer aufgebaut wurde. Alle vor 1990 geborene sind somit nur einmal oder gar nicht geimpft, inklusive der entsprechenden Risiken.
Seit 2010 empfiehlt die Ständige Impfkommission daher allen nach 1970 Geborenen über 17-Jährigen ohne oder mit nur einmaliger Masernimpfung oder mit unklarem Impfstatus die einmalige Immunisierung gegen Masern, ebenfalls vorzugsweise mit dem MMR-Impfstoff. Und genau das machen viele nicht.

Mein Mann und ich haben uns Blut abnehmen lassen zur Bestimmung. Ich hatte nur eine Impfung als Kind und musste mich tatsächlich nachimpfen lassen. Mein Mann hatte lt. Befund die Masern als Kind.
Viele Erwachsene wissen nicht mal davon, dass sie sich ggf. (nochmal) impfen lassen sollten.
Und da sehe ich auch die Hausärzte in der Pflicht...

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

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Re: Open petition für individuelle Impfentscheidungen

Beitragvon melly210 » 31.05.2019, 22:46

Ja, ihr habt recht. Es bräuchte aus meiner Sicht beides. Eine Impfpflicht für Erwachsene und für Kinder. Ich habe mich MMR nachimpfen lassen, und auch die Meningokokken-Impfungen habe ich mir geben lassen. ich arbeite allerdings auch in einer großen Universitätsklinik, dh ich habe sicher ein höheres Risiko als die Durchschnittsbevölkerung.
Warum man sich auf die Kinder einschießt hat allerdings schon auch Gründe: 1. sie sind meistens in Gemeinschaftseinrichtungen, in engem (Körper)Kontakt mit vielen anderen Kindern, und meist mit mangelnder Hygiene. Kinder waschen sich halt oft nicht die Hände, trinken schon mal aus dem Glas vom Nachbarn, husten sich ohne Hand vorhalten an etc. Dh die Wahrscheinlichkeit, daß sie viele andere Leute anstecken ist ungleich höher als bei Erwachsenen. 2. Die Gruppe an Menschen mit der sie viel Kontakt haben, nämlich kleine Kinder, sind auch eine gefährdete Gruppe für schwere Verläufe, und nicht selten gibt es zuhause auch noch jüngere Geschwister im Babyalter die ebenfalls engen Kontakt haben. Dh wenn die Kinder geimpft sind, dämmt man das Problem schon mal sehr ein.
Also sagen wir, wenn alle Kinder und alle Menschen die in Gesundheitsberufen arbeiten geimpft wären, wäre der Herdenschutz schon mal deutlich gestärkt. Bei uns in Ö gibt es jetzt was ich weiß eine Impfpflicht für Berufsanfänger in Gesundheitsberufen. Immerhin mal ein Anfang.

HeikeLeo
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Re: Open petition für individuelle Impfentscheidungen

Beitragvon HeikeLeo » 01.06.2019, 13:27

Alesandra2014 hat geschrieben:Viele Erwachsene wissen nicht mal davon, dass sie sich ggf. (nochmal) impfen lassen sollten.
Und da sehe ich auch die Hausärzte in der Pflicht...


Das ist der springende Punkt. Da hilft aber nicht eine Impfpflicht sondern eine bessere Aufklärung und andere Maßnahmen. Wenn schlampig gearbeitet wird, hilft in der Regel nicht eine Verschärfung der Regeln, sondern eher eine "Entschlampung" der Abläufe.

melly210 hat geschrieben: Impfpflicht für Berufsanfänger in Gesundheitsberufen. Immerhin mal ein Anfang.


Das Ziel bei einer eingegrenzten Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen ist eine Herdenimmunisierung. Das Ziel bei einer generellen Impfpflicht ist die Ausrottung des Erregers.
Mit einer Impfpflicht für Kinder in Deutschland kann weder das eine noch das andere Ziel angestrebt werden - auch nicht als Anfang. Es sieht doch sehr stark nach Aktionismus aus, wohinter andere politische Interessen stecken - z.B. die Profilierung einzelner Leute und Gruppen. Man traut sich das, da Impfung generell als gut und unschädlich gilt. Die Sachargumente werden gar nicht erst angeschaut.

Liebe Grüße
Heike

Angela77
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Re: Open petition für individuelle Impfentscheidungen

Beitragvon Angela77 » 01.06.2019, 13:29

Hallo Melly,
um meine Familiensituation geht es mir bei meiner Frage gar, mal abgesehen davon, dass es in der teilweise extremen Impfeuphorie einzelner Ärzte durchaus trotzdem schwierig werden könnte, eine Befreiung von der Impflicht ohne großartige rechtliche Schritte zu erwirken. Ich habe in meinen Sachverständigengutachten völlig medizinisch unhaltbare Aussagen von Professoren gelesen, die ich dann mittels Lehrbüchern der Inneren Medizin vor Gericht widerlegen durfte, die diese unmöglich selbst glauben konnte. Sie wurden einzig und allein getroffen, um zu" beweisen", dass es keine Impfschäden kann. Ich war relativ gesund - habe nach der Erstimpfung gegen eindringlichen betriebsärztlichen Rat (inklusiv Lächerlichmachen meiner Person) keine weitere Impfung gegen HBV vornehmen lassen und hatte ein Rechtschutzversicherung . So konnten ich zwar nach zehn Jahren einen offiziellen Nachweise in Händen halten, der jetzt- hoffentlich - meine Kinder schützt.
Ich kenne aber mindestens drei Krankenschwestern mit sehr ähnlicher Geschichte wie ich, die weder die gesundheitlchen noch finanziellen Ressourcen hatten, weiter als mit zu ersten Instanz zu kämpfen und deswegen jetzt auch wieder schwer belegen können, dass ihre Kinder - vielleicht - in besonderer Gefahr. Das kommt nun zum Trauma, der ein Impfschaden, "entschädigt" oder nicht, ohnehin ist noch obendrauf ... Aber da nur am Rande ....
Wegen Masern speziell, ich glaube, dass wird über so weite Strecken hinweg übertragen, das es egal ist, ob ein nichtimpfbares Kind im Kind im Kindergarten mit einem schon ansteckenden Kind spielt oder ob dieses Kind zufällig im "falschen" Straßenbahnabteil sitzt. Das Problem sind die Erwachsene, auch ungeimpften Touristen und dann natürlich - gerade in Duisburg - auch eine große Anzahl von Menschen, die hier illegal leben und sich natürlich nicht die kostenlose Impfung vom Gesundheitsamt holen, weil sie Angst vor Abschiebung haben. Natürlich schützt aber eine höhere Impfquote der Bevölkerung dann auch in gewisser Form. Das sehe ich schon ein. Aber dazu müssten primär die Erwachsenen geimpft werden (bei denen man etwaige Schäden auch besser sähe als einem Säugling/Kleinkind, das halt vielleicht sowieso entwicklungsgestört gewesen wäre).

Was mich stört ist, dass in der öffentlichen Diskussion selbst m.E. differenziert argumentierte Ärzte für individuelle Impfentscheidung teilweise als gemein gefährliche Impfkritiker verunglimpft werden ( By the way: Sie drucken sogar Plakate mit dem Titel: "Die Maserimpfung ist sinnvoll und wirksam. Die Impfpflicht ist es nicht!"), während Herr Spahn die Politiker fast aller Parteien auf die Schultern klopfen ... Müssten Politiker nicht dem "objektiven" Gemeinwohl verpflichtet sein? Dürfen Sie da wirklich die Expertenmeinungen z.B. von der STIKO, die doch sonst in der öffentlichen Meinung das "Impfevangelium" verkündet ignorieren? Sind Politiker so ignorant, dass sie zwar Expertengremien ins Leben rufen,aber deren Meinung komplett ignorieren dürfen, aus einem persönlichen Gefühl heraus, dass eine Maßnahme sinnvoll ist?
Ich habe die Frage oben gestellt, weil ich wissen wollten, ob ich durch meine Vorgeschichte vielleicht so belastet bin, dass ich die sinnvollen Argumente von Herr Spahn nicht sehen kann? Oder ist dieser Gesetzesentwurf komplett daneben - und wenn ja,warum fällt das fast keinem Politiker mehr aus?
LG
Angie
Bene (2008): regressiver Autismus, schwerste expressive Sprachentwicklungsstörung (bei sehr gutem Sprachverständnis!), Bildung von Casiomorphin und Gliadorphin
Vorstellung plus Diäteffekte:
http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic73493.html

Primär nächtliche Epilepsie im motorischen Sprachzentrum (leider erst erkannt im März 2015!!!)

Angela77
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Re: Open petition für individuelle Impfentscheidungen

Beitragvon Angela77 » 01.06.2019, 13:30

@Heike: Teilweise überschnitten ...
Bene (2008): regressiver Autismus, schwerste expressive Sprachentwicklungsstörung (bei sehr gutem Sprachverständnis!), Bildung von Casiomorphin und Gliadorphin

Vorstellung plus Diäteffekte:

http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic73493.html



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Re: Open petition für individuelle Impfentscheidungen

Beitragvon Angela77 » 01.06.2019, 13:36

Und nochwas, was mir sauer aufstößt

Spahn hat ja öffentlich auch argumetiert ja, auch, dass schon Kinder in die KITA gehen, die so klein sind, das sie noch nicht impfbar sind. Diese Kidner müssten geschützt weren,

Ist es Eltern denn wirklich nicht zumutbar, ihr Kind die ersten neun Lebensmonate (!) selbst zu betreuen - und das, obwohl der Staat das erste Lebensjahr des Kindes mit Elterngeld subventioniert, es erst ab dem ersten Lebensjahr des Kindes einen Rechtsanspruch auf einen KITA-Platz gibt und es - notfalls über Sozialhilfe- staatlicherseits Eltern sogar bis zum dritten Geburtstag ermöglicht wird, ihr Kind selbst zu betreuen?

Wir sind alles andere als Großverdiener - und doch hätte ich freiweillig NIEMALS ein Kind unter einem bzw. drei Jahren in eine KITA gegeben, und zwar um des Kindes willen (Bindung, Stresspegel)!

Ich habe prinzpiell nichts dagegen, wenn ANDERE Eltern für IHRE Kinder ANDERE Entscheidungen treffen und mag diesbezüglich auch gar nicht mit der Moralkeule kommen.

Kritisch wird es m.E. aber sehr wohl, wenn der "Egoismu"s einzelner Eltern, ihr Kind so früh wie möglich in die Fremdbetreuung abzugeben, nun auch noch dazu führen soll, dass verantwortungsbewusste Eltern ihre Kinder für jeglichen KITA-Besuch impfen lassen müssen - und dass, obwohl deren Kinder vielleicht sogar ein besonderes Risiko für schwere Impfkomplikationen tragen.

Mir ist natürlich bewusst, dass es leider auch Babys gibt, die z.B. aufgrund schwerer psychischer Erkrankungen der Eltern theoretisch besser in der KITA als bei ihren Eltern aufgehoben wären. Praktisch dürften Kinder in solchen Risikokonstellationen aber ohnehin eher in Pflegefamilien platziert sein.

Es bleibt also der fahle Nachgeschmack, dass mit einer Impflicht für KITA-kinder primär Eltern "soziales Trittbrett fahren" würden, die ihre monetären Interessen/ihr Selbstverwirklichungstreben selbst über die berechtigten (!) Interessen ihres eigenen (!) Babys (!) stellen.

Auch das ist keine echte Interessenabwägung ...

LG
Angie
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